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Content Strategy Camp 2021 #coscamp2021

Mitte Februar 2021 schrieb ich „Robert goes Content Strategy Camp„. Gestern, Samstag, 13. März 2021, war es soweit.

Der Studiengang „Content Strategy“ der FH Joanneum Graz veranstaltete wieder einmal das Content Strategy Camp (coscamp). Der Studiengang ist auch über Twitter @ContentGraz verfolgbar.

Aber jetzt zu meinen Eindrücken vom CosCamp, dass als Barcamp angelegt war.

Barcampen wie in Homecomputerzeiten

Wie so vieles konnte das Barcamp nur rein online stattfinden. Die OrganisatorInnen haben dafür gather.town als Oberfläche gewählt. Schaut mal auf die Website um einen Eindruck von der Oberfläche zu erhalten.

Grundsätzlich ist gather.town ähnlich aufgebaut wie sie manches Computerspiel der 80er Jahre. Siehe mein Screenshot:

Oberfläche von gather.town. Kleine Avatar bewegen sich zwischen Räumen

Vorab. Gather.town ist in Entwicklung und wird wohl in ein paar Wochen, Monaten mehr können.

Man kreiert (nicht viele Einstellungen möglich) einen kleinen Avatar, mit dem man dann über die Oberfläche (mittels Cursortasten) marschieren kann. Der jeweilige Veranstalter kann dann Gänge, Sessionräume, Pausenräume, kleine und große Besprechungszimmer, Ausstellungen etc. gestalten.

So begaben wir uns nach der Sessionplanung (die klassisch über Zoom und ein anderes Planungswerkzeug lief) mit unseren Avataren in die jeweiligen Sessionräume. Man kann diese direkt anspringen, aber das wandern mit dem Avatar ist irgendwie klassischer.

Trifft man unterwegs jemanden, den man ansprechen möchte, ist das kein Problem. JedeR in der Nähe hat die Möglichkeit einen Text-, Video/Audio-Chat mit mir zu eröffnen. Wie im Offline-Leben kann man sich zu einer diskutieren Gruppe dazustellen und schon hört man das Gespräch und kann selbst mitreden.

In den Sessionräumen ist dann jede für jeden ersichtlich. Im Screenshot seht ihr die Videofenster der im Sessionraum 5 Anwesenden. Wobei man natürlich selbst entscheiden kann, ob man Audio und/oder Video freigibt.

Ich habe mit einigen darüber geplaudert. Wir fanden diese Lösung viel mehr „barcampig“ als eine reine Zoom-Konferenz mit Breakout-Sessions. Man kann sich einfach auf den Gängen, beim (virtuellen) Buffet, auf einer Terrasse treffen und miteinander ins Gespräch kommen.

Je nachdem was man als Organisatorin in die Gestaltung investiert (zeitlich als auch teilweise finanziell) kann man so ganze Orte nachbilden und Events, Ausstellungen, Parties, Diskussionsrunden und vieles mehr organisieren.

Die Session-Planung

Bei rund 80 Teilnehmenden gab es rund 30 Vorschläge für Sessions. Ich brachte drei Ideen ein und wollte schauen, ob eine davon von Interesse war. Tja, bei 5 Zeitslots und 6 Räumen war dann auf einmal jeder Vorschlag einem Raum und Zeitpunkt zugeteilt.

Ich hätte natürlich auf mehr Vorschläge von den Teilnehmenden gehofft. Haben wir später auch ein wenig andiskutiert, warum oft wenig kommt. MancheR ist Barcamp nicht gewohnt. Und etliche der Studierenden sind wohl darauf getrimmt, dass sie „Perfektes“ abliefern müssen. Wir hatten schon in einer kleinen Diskussionsrunde vor der Eröffnung (gather.town machte es möglich) die Frage erhalten, ob man auch ohne vorbereite Powerpoint eine Session abhalten könne.

Was ich vermisste war die kurze Vorstellung (die berühmten drei Hashtags) aller Teilnehmenden. Immerhin konnte aber jedeR Sessionvorschlagende den eigenen Vorschlag kurz präsentieren.

Die Sessions

Nachdem ich mit meinen eigenen Sessions eingeteilt war, konnte ich nur zwei anderen Sessions folgen. Eine war eine kurze Einführung zur online collaborative whiteboard platform Miro, die Irene Michl gestaltete.. Die andere hatte das Thema „Besondere Anforderungen an die sprachliche Gestaltung von Text-Content – Gendern und einfache/leichte Sprache“, die Kathi Grelck gestaltete.

Zum Thema Gender und einfache/leichte Sprache möchte ich noch etwas extra bloggen, daher belasse ich es mal dabei.

Meiner einer war dann mit drei eigenen Sessions beschäftigt:

Wann ist ein Blog ein Blog? Brauchen wir all die 100 Plugins etc.? Ein gemeinsamer Versuch bloggen auf das Wesentliche zu reduzieren

Mich beschäftigt immer wieder die Frage, wieviel Technik, wieviele Features braucht ein Blog? Was macht eigentlich ein Blog aus? Siehe zum Beispiel Plain Blogging.

In der 30minütigen Session konnten wir nicht alles ansprechen, was wir allein in ein paar Minuten mittels Flinga gesammelt hatten:

Kleine Sammlung von Elementen, die auf einem Blog zu finden sind .. vom Header, Artikel, Kommentar, bis Impressum.
Kleine Sammlung in der Session, was denn alles auf einem Blog so an Elementen zu finden ist. Erstellt mit Flinga, ein einfaches Tool, um eigene Gedanken – oder in der Gruppe – zu sammeln und zu strukturieren.

„Braucht es Bilder für attraktive Artikel?“, war eine Frage. Ja, meinten die anderen und dann kamen gute Gegenbeispiele, wo reine Text-Artikel sehr viele LeserInnen brachten. Es ist wohl so: Je mehr ein Text ein Problem lösen kann, desto eher ist mir der Aufbau egal. Ich bin als Suchende froh, den Text und damit Abhilfe gefunden zu haben.

Dass sich Kommentare mehr nach Social Media auslagern wurde ebenfalls unterschiedlich kommentiert. Kommentiere ich auf Twitter, dann sorge ich damit für mehr Sichtweite für den Artikel-Link. Und das ist natürlich nett. Andererseits sind Tweets vergänglich, der Zusammenhang mit dem Blog-Artikel verschwindet mit der Zeit. Kommentiert man direkt beim Blog, dann bleibt der Kommentar. Im besten oder schönsten Fall ergeben die Kommentare einen Mehrwert, fügen weitere Informationen hinzu. Kommentare können dann sogar zu Co-Artikeln werden.

Ich fragte mich, ob ich Kommentare in anderen Blogs auch in meinem Blog dokumentieren sollte, um sie auch für mich zu erhalten. Heinz nutzt sein Blog um über dieses seine Tweets zu dokumentieren. Das ist einerseits eine gute Idee, kann ein Blog aber auch überfrachten – hier sind dann gute Lösungen gefragt, die „klassische“ Blog-Texte und Tweet-Artikel trennen.

Zeig mir ein interessantes Buch aus deinem Hintergrund

Hier habe ich ein Konzept aus den Urzeiten der Barcamps aufgegriffen. Jede erzählt jeden über eine interessante App, eine hilfreiche Website, ein gutes Tool,… und so lernen wir wieder einiges dazu. Ein simples Session-Konzept, dass mir schon öfters gute Hinweise gebracht hat.

Diesmal fiel mir in der Vorstellungsrunde auf, dass viele im Hintergrund ihres Videos ein Bücherregal stehen hatten. Also warum nicht ein gutes Buch rausziehen und dieses vorstellen.

Ich würde sagen, es funktionierte. So kamen einige Bücher zusammen. Dem Barcamp und den Teilnehmenden geschuldet behandelten natürlich die meisten Werke zu Content Entwicklung und zum Thema texten. Die Links habe ich nicht mit notiert, aber das sollte in der Doku kommen.

Barcamp Session über Barcamps. Was macht sie besonders?

Hier trafen wir uns „nur“ in kleiner Runde. Das „nur“ unter Anführungszeichen, denn das Motto von Barcamps lautet doch:

Die, die da sind, sind die richtigen!

Wir waren Menschen, die schon seit 2007, 2008,.. Barcamps besuchten.

Früher hieß es: Jedes Barcamp braucht eine Meta-Diskussions-Session über Barcamps. Über die Fragen, warum Barcamp funktioniert oder nicht funktioniert, wie man es besser bewerben könne, wie man mit „No-Shows“ umgeht. Und natürlich diskutierten wir aktuell die Frage, warum eigentlich so wenige eine Session vorgeschlagen haben. „Früher“ gab es oft einen regelrechten Andrang beim Planungs-Papierwiki, oft versuchte man Sessions zusammenzufasssen und manch ein Vorschlag fand dann doch keinen Platz – oder lagerte sich in die Pausenräume aus.

Das soll jetzt kein Jammern sein. Zeiten ändern sich. Und schlußendlich müssen sich Barcamps immer fragen, ob das Format so passt. Sind wir noch eine Un-Konferenz, mit wenig Rahmenbedingungen und ganz geringen Einstiegshürden?

Warum nicht einfach einen Raum zur Verfügung stellen und das war es – also ganz auf Selbstorganisation setzen. Oder mit den Elementen spielen – siehe Mini-Barcamp.

Wir schwelgten daher einerseits ein bisschen in Erinnerungen, blickten auf das aktuelle Barcamp und überlegten auch, ob Online-Barcamps mehr anstrengen als Offline-Camps. Vielleicht, war wieder mal die Antwort. Bei reinen „Zoom“-Barcamps vergißt man oft auf die Pausen, auf das auslassen von Sessions um mit Menschen anderweitig zu reden. Gather.town ist da ein wenig besser, weil man wirklich räumlich unterwegs ist und sich auch ganz bewusst außerhalb von Sessionräumen aufhalten und treffen kann.

Dokumentation

Soweit ich es mitbekommen habe, wird es eine Dokumentation zum CosCamp geben. Vorerst könnt ihr ein paar Eindrücke über Twitter mit den Suchworten #coscamp oder #coscamp2021 einhalten. Dort finden sich auch einige Screenshots zu den „Barcamp-Räumen“ (auf gather.town).

Schlussworte

Gestern sandte ich noch einen Tweet in Richtung #coscamp2021 ab. Weil jemand meinte, es wären schöne Schlussworte für diesen Tag, möchte ich sie hier auch am Schluss anbringen.

Vorab aber herzlichen Dank an die Organisatorinnen, Sponsorinnen (Männer sind mitgemeint) und Teilgebenden (also alle, die dabei waren) für das Content Strategy Camp Graz 2021. Es war ein interessantes Barcamp. Ich bekam einige Anregungen, konnte mit Menschen ins Gespräch kommen. Es hat mir wirklich gut getan.

Und nun mein Eigenzitat:

Konstruktives, inspirierendes, kreatives und vielfältiges. Das ist für mich Content, den die Welt braucht 🤗 Und manchmal auch einfach schönen Blödsinn 😊

Robert Lender auf Twitter

4 Kommentare

  1. Da auch die Diskussion aufkam, ob am Blog oder in Social Media kommentieren, kommentiere ich mal nach 100 Jahren wieder einen Blogbeitrag 😀 Danke fürs Erwähnen!

    Ich möchte die Studis ein bisschen in Schutz nehmen. Am Samstag hatten sie schon 4 Tage intensiv (online) Präsenzwoche, da ist beim Barcamp schnell die Luft draußen. Dann sind 6 eingeteilt als Raum-Support, mind. 6 für Dokumentation und dann waren rund 4 für Social Media dabei. Da bleiben bei den 49 Studierenden nicht mehr viel übrig 😀

    Und wir sehen uns fix nächstes Jahr im März wieder in Graz!

    • Liebe Irene. Das ist lieb, dass du die Studi schützt. Es ist eine Beobachtung, die ich schon bei einigen Barcamps hatte, dass die Anzahl der Sessionvorschläge zurückgeht. Aber das hat sicherlich ganz individuelle Gründe. Für das Coscamp kann ich die von dir genannten gut nachvollziehen. Bei anderen wird es etwas ganz anderes sein.

      Was ich eher thematisieren wollte war, was man tun könnte, um die, die potentiell etwas beitragen würden und sich einfach nur unsicher sind, zu bestärken.

      Und wow. Ich fühle mich jetzt fünfmal geehrt, dass du nach 100 Jahren 😉 wieder einmal einen Blogbeitrag kommentierst. Schön, dann hat das Barcamp Früchte getragen 🙂

      Ja, ich komme gerne nächstes Jahr nach Graz. Werde mich aber mit den Sessionvorschlägen ein bisschen zurückhalten und dafür zwei Menschen motivieren welche einzubringen. Dann kann ich mehr herumwandern 🙂

      Und bitte richte den Studis liebe Grüße aus. Es war eine gute Stimmung, gute Gespräche, und ein offenes Klima.

      • Irene Irene

        Ich glaube auch, das man bei einem physischen Barcamp leichter Leute bei den Frühstücksgesprächen zu Sessions motivieren kann. Wobei, bei Kathi ist es uns auch online beim Frühstücksgespräch gelungen 🙂

        • Genau. Wenn wir uns bemühen und kreativ sind geht es auf vielen Wegen 😊

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