Jetzt gibt es ein neues Update (1.43.0). Neben einigen Verbesserungen und Bugfixes bringt das Update ein eigenes Management für Tags (Schlagworte).
Diese werden in einer Liste angezeigt. Diese Liste ist nach dem Alphabet oder der Anzahl der hinterlegten Lesezeichen sortierbar. Für lange Taglisten gibt es auch eine Suchfunktion. Nicht genutzte Tags können ebenfalls separat angezeigt werden.
Tags können gelöscht oder hinzugefügt werden.
Besonders erfreulich ist die Merge-Funktion. Wenn man merkt, dass man zu viele Tags verwendet hat, kann man zwei oder mehrere Tags zu einem Tag zusammenführen.
Somit ist das wieder einmal ein Update mit Mehrwert.
Nunmehr informiert mich Pikapods, dass meine Linkding Installation auf die neueste Version 1.41 upgedatet wurde.
Nach Bugfixes und einigen Dingen, die ich als Laie nicht verstehe ist mir ein neues Feature gleich in die Augen gestochen: Bundles.
Schauen wir uns das näher an.
Bundle anlegen
Wenn ich ein neues Bundle anlege erscheint Links (siehe Screenshot) ein Formular in dem ich dem Bundle einen Namen gebe.
So wird ein Bundle erstellt
Suchfunktion in Linkding
Nach dem Öffnen der Bundles-Funktion bietet Linkding mehrere Möglichkeiten, um gezielt Suchbegriffe einzugeben. Bereits beim Erstellen eines Bundles zeigt Linkding in Echtzeit eine Vorschau aller Bookmarks an, die zu den eingegebenen Kriterien passen.
Optionen für die Bundle-Definition
Beim Erstellen eines Bundles stehen dir mehrere Filtermöglichkeiten zur Verfügung:
Freitext-Suche Du kannst einen oder mehrere Begriffe eingeben. Linkding durchsucht dann Titel, Beschreibung und URL der Bookmarks.
Mindestens ein Tag Du kannst Tags angeben, von denen mindestens einer im Bookmark vorhanden sein muss.
Erforderliche Tags Du kannst Tags festlegen, die unbedingt im Bookmark enthalten sein müssen.
Ausgeschlossene Tags Du kannst Tags definieren, die nicht im Bookmark enthalten sein dürfen.
Beispielhafte Nutzung
In meinem Fall verwende ich die folgende Kombination:
Mindestens einer dieser Tags:Fediverse, ActivityPub
Erforderlicher Tag:WordPress
Ergebnis: Ich erhalte eine gefilterte Liste aller Bookmarks, die sich mit der Verbindung von WordPress und dem Fediverse beschäftigen – sei es durch direkte Integration oder über die Nutzung von ActivityPub.
Bundle aufrufen
So wird ein Bundle angezeigt
Im zweiten Screenshot sieht man rechts die Auflistung der vorhandenen Bundles. In meinem Fall existiert aktuell nur ein Bundle.
Links daneben werden alle Bookmarks angezeigt, die den für das gewählte Bundle definierten Kriterien entsprechen.
In der rechten Navigationsleiste werden außerdem die zugehörigen Tags angezeigt. Wenn ich auf eines dieser Tags klicke, wird die Liste der Bookmarks innerhalb des aktuellen Bundles weiter eingeschränkt – es wird also nur innerhalb des Bundles gefiltert, nicht global über alle Bookmarks.
Das erlaubt eine präzise Verfeinerung der angezeigten Inhalte.
Mit Bundles hat Linkding eine feine Möglichkeit erhalten, sich in einer immer größer werdenden Bookmark Sammlung zurecht zu finden.
Linkding klang für mich interessant. Doch wie etwas ausprobieren, was man zwar selbst installieren kann (da Open Source) jedoch Kenntnisse von Docker voraussetzt. Nun, daher kommt mal ein Einschub
Pikapods
Pikapods hostet für einen unterschiedliche Open Source Anwendungen (siehe Gesamtliste). Das ist recht einfach und auch für „Laien“ praktikabel. Jede Anwendung wird als Pod (virtueller Server) eingerichtet. Zunächst wählt man die Anwendung aus und gibt einige Daten, wie beispielsweise Passwörter, ein. Anschließend legt man fest, wie viel RAM, Prozessorzeit und Speicherplatz die Anwendung nutzen darf. Davon hängt auch die Monatsmiete ab. Diese Einstellungen können zu jeder Zeit geändert werden. Man kann also zunächst mit wenigen Ressourcen beginnen. Pikapod meldet sich, wenn die App mehr Ressourcen benötigt.
Jede Anwendung erhält eine Subdomain in Form von xxx.pikapod.net. Wer möchte, kann eine eigene (Sub)Domain angeben. Man erhält einen CNAME-Eintrag, den man in der eigenen Domainverwaltung einträgt.
Backups werden laut Pikapod täglich erstellt. Eigene Backups sind derzeit nur über eine Verbindung mit Amazons S3 möglich.
Das ist bei Linkding aber kein Problem. Denn Pikapods erlaubt auch eine SFTP-Verbindung zum Datenverzeichnis von Linkding. Und dort liegt wirklich alles, da SQLite zum Einsatz kommt. Damit können alle Daten und Anhänge jederzeit gesichert und wiederhergestellt werden. Es geht sogar noch mehr. Aber dazu komme ich später. (Einschub: Bei anderen Anwendungen bekommt man auch Zugang zur MySQL-Datenbank.)
Im Moment habe ich recht viel RAM eingestellt, da größere Importe mehr Ressourcen verbrauchen. Mit 4 GB RAM, 0,5 CPU-Kernen und 5 GB Speicherplatz zahle ich 4,85 Dollar im Monat. Ein Betrieb sollte auch mit 2 bis 3 Dollar möglich sein. Das ist natürlich mehr als die 11 Dollar im Jahr bei Wallabag, aber ich kann jederzeit kündigen, und zum Ausprobieren passt es.
Die Installation inklusive Einrichtung einer Subdomain auf meinem Webspace kostete mich ca. 10 bis 15 Minuten.
Damit kommen wir endlich zu Linkding.
Der klassische Bookmark Manager
Zunächst erinnerte mich Linkding ein wenig an del.icio.us – falls das noch jemand kennt. Es hat eine einfache Oberfläche mit wenigen Menüpunkten und einem großen Button „Add Bookmark”.
Damit sind wir bei den Grundfunktionen. Man kann eine URL erfassen (das ist zwingend erforderlich), den Titel der Webseite (den kann sich Linkding auch selbst holen) und eine Beschreibung. Ebenso kann Linkding das Favicon der gespeicherten Seite laden und beim Eintrag darstellen.
Bookmarks erfassen
Wer mag, kann jeden Link auch mit eigenen Notizen versehen. Ich konnte es nicht ausreizen, aber die Notiz kann recht lang sein und auch mit Markdown formatiert werden. Bis hin zu Überschriften. Notizen werden in der Eintragsliste entweder angezeigt oder ausgeblendet, je nach Voreinstellung. Mittels eines Shortcuts (Taste „e” am Mac) können Notizen ebenfalls rasch eingeblendet werden.
Wie das alles aussieht, seht ihr bei den beiden Screenshots „Bookmarks erfassen“ und „Bookmarks mit Notiz“ – einfach draufklicken für eine größere Ansicht.
Wer das selbst ausprobieren möchte, kann eine Demoversion nutzen. Hier kann man fast alles ausprobieren – außer den Funktionen für den Administrator bzw. die Administratorin.
Bookmarks mit Notiz
Jeder Eintrag kann als „gelesen/ungelesen” markiert werden. Ebenso kann man Tags/Schlagworte zuordnen. In den Einstellungen lässt sich festlegen, dass Bookmarks bestimmter URLs spezifizierte Tags zugeordnet werden.
Einträge lassen sich auch in ein Archiv verschieben. Damit verschwinden sie aus der aktuellen Liste und können auch nicht mehr über die Suche gefunden werden. Im Archiv selbst kann man aber alle vorhandenen Einträge wieder durchsuchen.
Linkding lässt sich somit in vielen Punkten an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Funktionen können einzeln aktiviert oder deaktiviert werden und die Oberfläche bietet mehrere Einstellungsmöglichkeiten, um sie an den eigenen Arbeitsstil anzupassen.
Import / Export
Wie kommen denn nun die Links nach LinkDing oder wieder heraus?
Eine Import-/Exportfunktion kann mit dem Netscape-HTML-Format umgehen. Ich habe rund 150 Links aus einer anderen App recht rasch importiert. Das Nachladen der Metadaten hat die CPU dann doch stärker beansprucht. Pikapods hat daraufhin nach mehr Ressourcen verlangt. Werden diese nicht freigegeben, dauert es halt ein wenig länger.
Einzelne Links können entweder direkt in Linkding eingegeben werden. Alternativ kann man Browser-Erweiterungen für Firefox und Chrome nutzen. Ein einfaches Bookmarklet lässt sich auch in der Linkleiste von Safari installieren. Damit geht es auch recht schnell.
Optionen der Suchfunktion
Eine sogenannte REST-API erlaubt die Verknüpfung mit anderen Apps, die die Links bearbeiten und verwalten können.
Mein Feedreader FreshRSS ermöglicht es mir, Artikel ganz einfach an Linkdings zu senden.
Am iPhone kann auch einen Shortcut erstellen mittels derer man direkt aus Safari heraus Link speichern kann.
Teilen mit anderen
Wer möchte, kann jeden einzelnen Link auch mit anderen teilen. Das geht entweder nur mit registrierten Nutzer:innen oder über eine öffentliche Seite der LinkDing-Installation.
Eine besonders nützliche Funktion ist die Erstellung von Snapshots. Das war auch der Grund, warum ich mich für dieses Werkzeug entschieden habe und nicht allein auf die Lesezeichen-Funktion der Nextcloud zurückgreife.
Auf Wunsch kann Linkding automatisch eine Kopie der verlinkten Seite speichern – entweder in der Anwendung als HTML-Datei oder über das Internet Archive. So bleibt der Inhalt erhalten, auch wenn sich die Originalseite verändert oder irgendwann nicht mehr verfügbar ist.
Diese Archive (also einzelne HTML-Dateien) kann man löschen oder durch weitere Snapshots ergänzen. Ebenso kann man weitere Dateien (unabhängig von der Art) dem Eintrag zuordnen.
Und dann gibt es noch das geniale Browser Plugin SingleFile. Mit der Browser-Erweiterung SingleFile kann eine gesamte Webseite einschließlich aller Ressourcen (z. B. Bilder, Stylesheets, Schriftarten, Frames usw.) mit nur einem Klick als einzelne HTML-Datei gespeichert werden. Das funktioniert ähnlich wie die Archiv-Funktion von Linkding selbst.
SingleFile kann jedoch direkt auf der zu speichernden Seite gestartet werden. Während Linkding eine Archivdatei speichert, die ein großes Login-Fenster oder eine eingeblendete Werbeleiste zeigt, speichert SingleFile die Seite so, wie ich sie gerade sehe.
In den Einstellungen von SingleFile kann ich meine Linkding-Installation als Speicherort angeben. Damit wird in LinkDing ein neuer Eintrag angelegt und die von SingleFile erzeugte HTML-Datei darin abgelegt. Wurde dieser Link bereits in Linkding gespeichert, wird die HTML-Datei einfach als weitere Archivdatei angehängt.
Das funktioniert natürlich auch mit SingleFile auf dem Smartphone.
Apps
Es gibt einige Apps, die die Linkding Bookmarks verwalten können. Am iPhone bevorzuge ich derzeit LinkBuddy. Linkdy (auch für Android) und Linkthing wäre da noch weitere Apps.
Für Android existieren noch weitere Apps, die ich aber nicht ausprobieren konnte.
Administration
In den Einstellungen gibt es außerdem weitere „Admin“-Einstellungen.
Darüber lassen sich neue Benutzer:innen anlegen bzw. verwalten.
Ebenso können alle gespeicherten Archivdateien oder andere Anhänge aufgelistet und verwaltet werden.
Auch die gespeicherten Lesezeichen lassen sich hier suchen und verwalten. Dabei können weitere Einstellungen vorgenommen werden. So kann beispielsweise auf andere Vorschaubilder oder Favicons verwiesen werden. Das Datum und die Uhrzeit der Erfassung des Links sowie der letzten Änderung lassen sich ebenfalls manuell ändern. Das ist zum Beispiel sinnvoll, um die Reihenfolge der Links in einer Auflistung zu ändern.
Ein wenig Einblick geben die nachfolgenden Screenshots (draufklicken zum vergrößern)
AdministrationsoberflächeAdminoberfläche Snapshots verwaltenAdminoberfläche Bookmark verwalten
Backup
Nachtrag vom 19.6.2025
Ich habe es oben schon mal erwähnt. Aber ich möchte es nochmals betonen. Linkding legt alles in einem Verzeichnis ab, auch die Datenbank, die es verwendet. Die Datenbank ist SQLite. Diese kann man auch mit Desktop Programmen aufrufen.
Im Verzeichnis finden sich alle gespeicherten FavIcons sowie auch alle gespeicherten Archivdateien.
Damit sind zwei Dinge möglich.
Einerseits kann man das ganze Verzeichnis einfach herunterladen und hat ein vollständiges Backup. installiert man anderweitig eine neue Linkding Anwendung schiebt man das Backup einfach hinüber und kann so einfach wieder loslegen.
Andererseits kann man so anderweitig erstellte Archiv-Dateien, andere Dateien oder Favicons hinaufladen und dann über die Administrationsoberfläche mit einem Eintrag verknüpfen. Das geht zwar immer nur für einzelne Einträge. Aber immerhin.
Fazit
Linkding ist grundsätzlich einfach gestaltet, sodass man sich schnell zurechtfindet. Wer möchte, kann jedoch viele Einstellungen vornehmen. Es gibt zahlreiche Optionen, um mit anderen Apps zu kommunizieren und Bookmarks zu speichern, weiterzuleiten und zu verwalten. Damit ist Linkding flexibel und bietet vielfältige Möglichkeiten.
Linkding ist aus meiner Sicht auf jeden Fall einen Blick wert. Für mich ist es derzeit der Bookmark-Manager meiner Wahl.