Gerade habe ich ein Update bei meiner YOURLS Installation durchgeführt.
Mit YOURLS schaffe ich mir meine eigenen Short-URLs. Ist für einiges praktisch. Z.B. wenn ich auf https://roblen.at/fediverseregeln verweise. So eine Adresse kann ich mir sogar merken.
Und jetzt komme ich darauf, dass ich YOURLS schon fast 17 Jahre nutze. Eine recht lange Zeit. Fein, dass die Software bis heute regelmäßig Updates erhält.
Jirafreau ist eine File-Sharing Applikation, die man sehr einfach auf dem eigenen Webspace installieren kann.
Dateien hochladen, damit jemand anderes sie runterladen kann. Dazu braucht es nicht immer Drittanbieter – von denen man nicht weiß, was sie mit den Dateien noch so tun (Stichwort: Training von KI). Und es braucht nicht immer aufwendige Anwendungen wie Nextcloud, die man oft selbst nicht hosten kann.
Jirafreau braucht kein Docker oder einen Server. Jeder einfache Webspace geht auch. Einfach die Dateien mittels FTP in einen Ordner ziehen und dann per Weboberfläche drei Schritte vollziehen. Der Entwickler hat diese drei Schritte auch per Screenshot abgebildet, wie auch die Schritte zur Bedienung – siehe auf der Entwicklerseite.
Die Möglichkeit zum Upload kann man einschränken in dem man ein Passwort setzt – oder mehrere. Ebenso ist die Größe der Dateien reglementierbar.
Beim Upload selbst kann man ebenfalls ein Passwort setzen, ohne das die Datei(en) nicht heruntergeladen werden können. Auch ein ein Ablaufdatum ist setzbar, nachdem die hochgeladenen Dateien gelöscht und somit nicht mehr abrufbar sind. Mittels Checkbox ist ein einmaliges aufrufen ebenfalls einstellbar.
Je nach Einstellung wird dann auch die Datei entsprechend verschlüsselt, sodass sie sicher am Webspace liegt.
Nach dem Upload bekommt man einen Link zum aufrufen bzw. zum download der jeweiligen Datei.
Das ist es. Einfach zu handhaben und leicht zu administrieren und damit ein feines Stück Software.
PS: Ich gebe ja gerne meine Quellen an, aber leider kann ich den Artikel nicht mehr finden, über den ich Jirafeau gefunden habe.
Nunmehr informiert mich Pikapods, dass meine Linkding Installation auf die neueste Version 1.41 upgedatet wurde.
Nach Bugfixes und einigen Dingen, die ich als Laie nicht verstehe ist mir ein neues Feature gleich in die Augen gestochen: Bundles.
Schauen wir uns das näher an.
Bundle anlegen
Wenn ich ein neues Bundle anlege erscheint Links (siehe Screenshot) ein Formular in dem ich dem Bundle einen Namen gebe.
So wird ein Bundle erstellt
Suchfunktion in Linkding
Nach dem Öffnen der Bundles-Funktion bietet Linkding mehrere Möglichkeiten, um gezielt Suchbegriffe einzugeben. Bereits beim Erstellen eines Bundles zeigt Linkding in Echtzeit eine Vorschau aller Bookmarks an, die zu den eingegebenen Kriterien passen.
Optionen für die Bundle-Definition
Beim Erstellen eines Bundles stehen dir mehrere Filtermöglichkeiten zur Verfügung:
Freitext-Suche Du kannst einen oder mehrere Begriffe eingeben. Linkding durchsucht dann Titel, Beschreibung und URL der Bookmarks.
Mindestens ein Tag Du kannst Tags angeben, von denen mindestens einer im Bookmark vorhanden sein muss.
Erforderliche Tags Du kannst Tags festlegen, die unbedingt im Bookmark enthalten sein müssen.
Ausgeschlossene Tags Du kannst Tags definieren, die nicht im Bookmark enthalten sein dürfen.
Beispielhafte Nutzung
In meinem Fall verwende ich die folgende Kombination:
Mindestens einer dieser Tags:Fediverse, ActivityPub
Erforderlicher Tag:WordPress
Ergebnis: Ich erhalte eine gefilterte Liste aller Bookmarks, die sich mit der Verbindung von WordPress und dem Fediverse beschäftigen – sei es durch direkte Integration oder über die Nutzung von ActivityPub.
Bundle aufrufen
So wird ein Bundle angezeigt
Im zweiten Screenshot sieht man rechts die Auflistung der vorhandenen Bundles. In meinem Fall existiert aktuell nur ein Bundle.
Links daneben werden alle Bookmarks angezeigt, die den für das gewählte Bundle definierten Kriterien entsprechen.
In der rechten Navigationsleiste werden außerdem die zugehörigen Tags angezeigt. Wenn ich auf eines dieser Tags klicke, wird die Liste der Bookmarks innerhalb des aktuellen Bundles weiter eingeschränkt – es wird also nur innerhalb des Bundles gefiltert, nicht global über alle Bookmarks.
Das erlaubt eine präzise Verfeinerung der angezeigten Inhalte.
Mit Bundles hat Linkding eine feine Möglichkeit erhalten, sich in einer immer größer werdenden Bookmark Sammlung zurecht zu finden.
Linkding klang für mich interessant. Doch wie etwas ausprobieren, was man zwar selbst installieren kann (da Open Source) jedoch Kenntnisse von Docker voraussetzt. Nun, daher kommt mal ein Einschub
Pikapods
Pikapods hostet für einen unterschiedliche Open Source Anwendungen (siehe Gesamtliste). Das ist recht einfach und auch für „Laien“ praktikabel. Jede Anwendung wird als Pod (virtueller Server) eingerichtet. Zunächst wählt man die Anwendung aus und gibt einige Daten, wie beispielsweise Passwörter, ein. Anschließend legt man fest, wie viel RAM, Prozessorzeit und Speicherplatz die Anwendung nutzen darf. Davon hängt auch die Monatsmiete ab. Diese Einstellungen können zu jeder Zeit geändert werden. Man kann also zunächst mit wenigen Ressourcen beginnen. Pikapod meldet sich, wenn die App mehr Ressourcen benötigt.
Jede Anwendung erhält eine Subdomain in Form von xxx.pikapod.net. Wer möchte, kann eine eigene (Sub)Domain angeben. Man erhält einen CNAME-Eintrag, den man in der eigenen Domainverwaltung einträgt.
Backups werden laut Pikapod täglich erstellt. Eigene Backups sind derzeit nur über eine Verbindung mit Amazons S3 möglich.
Das ist bei Linkding aber kein Problem. Denn Pikapods erlaubt auch eine SFTP-Verbindung zum Datenverzeichnis von Linkding. Und dort liegt wirklich alles, da SQLite zum Einsatz kommt. Damit können alle Daten und Anhänge jederzeit gesichert und wiederhergestellt werden. Es geht sogar noch mehr. Aber dazu komme ich später. (Einschub: Bei anderen Anwendungen bekommt man auch Zugang zur MySQL-Datenbank.)
Im Moment habe ich recht viel RAM eingestellt, da größere Importe mehr Ressourcen verbrauchen. Mit 4 GB RAM, 0,5 CPU-Kernen und 5 GB Speicherplatz zahle ich 4,85 Dollar im Monat. Ein Betrieb sollte auch mit 2 bis 3 Dollar möglich sein. Das ist natürlich mehr als die 11 Dollar im Jahr bei Wallabag, aber ich kann jederzeit kündigen, und zum Ausprobieren passt es.
Die Installation inklusive Einrichtung einer Subdomain auf meinem Webspace kostete mich ca. 10 bis 15 Minuten.
Damit kommen wir endlich zu Linkding.
Der klassische Bookmark Manager
Zunächst erinnerte mich Linkding ein wenig an del.icio.us – falls das noch jemand kennt. Es hat eine einfache Oberfläche mit wenigen Menüpunkten und einem großen Button „Add Bookmark”.
Damit sind wir bei den Grundfunktionen. Man kann eine URL erfassen (das ist zwingend erforderlich), den Titel der Webseite (den kann sich Linkding auch selbst holen) und eine Beschreibung. Ebenso kann Linkding das Favicon der gespeicherten Seite laden und beim Eintrag darstellen.
Bookmarks erfassen
Wer mag, kann jeden Link auch mit eigenen Notizen versehen. Ich konnte es nicht ausreizen, aber die Notiz kann recht lang sein und auch mit Markdown formatiert werden. Bis hin zu Überschriften. Notizen werden in der Eintragsliste entweder angezeigt oder ausgeblendet, je nach Voreinstellung. Mittels eines Shortcuts (Taste „e” am Mac) können Notizen ebenfalls rasch eingeblendet werden.
Wie das alles aussieht, seht ihr bei den beiden Screenshots „Bookmarks erfassen“ und „Bookmarks mit Notiz“ – einfach draufklicken für eine größere Ansicht.
Wer das selbst ausprobieren möchte, kann eine Demoversion nutzen. Hier kann man fast alles ausprobieren – außer den Funktionen für den Administrator bzw. die Administratorin.
Bookmarks mit Notiz
Jeder Eintrag kann als „gelesen/ungelesen” markiert werden. Ebenso kann man Tags/Schlagworte zuordnen. In den Einstellungen lässt sich festlegen, dass Bookmarks bestimmter URLs spezifizierte Tags zugeordnet werden.
Einträge lassen sich auch in ein Archiv verschieben. Damit verschwinden sie aus der aktuellen Liste und können auch nicht mehr über die Suche gefunden werden. Im Archiv selbst kann man aber alle vorhandenen Einträge wieder durchsuchen.
Linkding lässt sich somit in vielen Punkten an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Funktionen können einzeln aktiviert oder deaktiviert werden und die Oberfläche bietet mehrere Einstellungsmöglichkeiten, um sie an den eigenen Arbeitsstil anzupassen.
Import / Export
Wie kommen denn nun die Links nach LinkDing oder wieder heraus?
Eine Import-/Exportfunktion kann mit dem Netscape-HTML-Format umgehen. Ich habe rund 150 Links aus einer anderen App recht rasch importiert. Das Nachladen der Metadaten hat die CPU dann doch stärker beansprucht. Pikapods hat daraufhin nach mehr Ressourcen verlangt. Werden diese nicht freigegeben, dauert es halt ein wenig länger.
Einzelne Links können entweder direkt in Linkding eingegeben werden. Alternativ kann man Browser-Erweiterungen für Firefox und Chrome nutzen. Ein einfaches Bookmarklet lässt sich auch in der Linkleiste von Safari installieren. Damit geht es auch recht schnell.
Optionen der Suchfunktion
Eine sogenannte REST-API erlaubt die Verknüpfung mit anderen Apps, die die Links bearbeiten und verwalten können.
Mein Feedreader FreshRSS ermöglicht es mir, Artikel ganz einfach an Linkdings zu senden.
Am iPhone kann auch einen Shortcut erstellen mittels derer man direkt aus Safari heraus Link speichern kann.
Teilen mit anderen
Wer möchte, kann jeden einzelnen Link auch mit anderen teilen. Das geht entweder nur mit registrierten Nutzer:innen oder über eine öffentliche Seite der LinkDing-Installation.
Eine besonders nützliche Funktion ist die Erstellung von Snapshots. Das war auch der Grund, warum ich mich für dieses Werkzeug entschieden habe und nicht allein auf die Lesezeichen-Funktion der Nextcloud zurückgreife.
Auf Wunsch kann Linkding automatisch eine Kopie der verlinkten Seite speichern – entweder in der Anwendung als HTML-Datei oder über das Internet Archive. So bleibt der Inhalt erhalten, auch wenn sich die Originalseite verändert oder irgendwann nicht mehr verfügbar ist.
Diese Archive (also einzelne HTML-Dateien) kann man löschen oder durch weitere Snapshots ergänzen. Ebenso kann man weitere Dateien (unabhängig von der Art) dem Eintrag zuordnen.
Und dann gibt es noch das geniale Browser Plugin SingleFile. Mit der Browser-Erweiterung SingleFile kann eine gesamte Webseite einschließlich aller Ressourcen (z. B. Bilder, Stylesheets, Schriftarten, Frames usw.) mit nur einem Klick als einzelne HTML-Datei gespeichert werden. Das funktioniert ähnlich wie die Archiv-Funktion von Linkding selbst.
SingleFile kann jedoch direkt auf der zu speichernden Seite gestartet werden. Während Linkding eine Archivdatei speichert, die ein großes Login-Fenster oder eine eingeblendete Werbeleiste zeigt, speichert SingleFile die Seite so, wie ich sie gerade sehe.
In den Einstellungen von SingleFile kann ich meine Linkding-Installation als Speicherort angeben. Damit wird in LinkDing ein neuer Eintrag angelegt und die von SingleFile erzeugte HTML-Datei darin abgelegt. Wurde dieser Link bereits in Linkding gespeichert, wird die HTML-Datei einfach als weitere Archivdatei angehängt.
Das funktioniert natürlich auch mit SingleFile auf dem Smartphone.
Apps
Es gibt einige Apps, die die Linkding Bookmarks verwalten können. Am iPhone bevorzuge ich derzeit LinkBuddy. Linkdy (auch für Android) und Linkthing wäre da noch weitere Apps.
Für Android existieren noch weitere Apps, die ich aber nicht ausprobieren konnte.
Administration
In den Einstellungen gibt es außerdem weitere „Admin“-Einstellungen.
Darüber lassen sich neue Benutzer:innen anlegen bzw. verwalten.
Ebenso können alle gespeicherten Archivdateien oder andere Anhänge aufgelistet und verwaltet werden.
Auch die gespeicherten Lesezeichen lassen sich hier suchen und verwalten. Dabei können weitere Einstellungen vorgenommen werden. So kann beispielsweise auf andere Vorschaubilder oder Favicons verwiesen werden. Das Datum und die Uhrzeit der Erfassung des Links sowie der letzten Änderung lassen sich ebenfalls manuell ändern. Das ist zum Beispiel sinnvoll, um die Reihenfolge der Links in einer Auflistung zu ändern.
Ein wenig Einblick geben die nachfolgenden Screenshots (draufklicken zum vergrößern)
AdministrationsoberflächeAdminoberfläche Snapshots verwaltenAdminoberfläche Bookmark verwalten
Backup
Nachtrag vom 19.6.2025
Ich habe es oben schon mal erwähnt. Aber ich möchte es nochmals betonen. Linkding legt alles in einem Verzeichnis ab, auch die Datenbank, die es verwendet. Die Datenbank ist SQLite. Diese kann man auch mit Desktop Programmen aufrufen.
Im Verzeichnis finden sich alle gespeicherten FavIcons sowie auch alle gespeicherten Archivdateien.
Damit sind zwei Dinge möglich.
Einerseits kann man das ganze Verzeichnis einfach herunterladen und hat ein vollständiges Backup. installiert man anderweitig eine neue Linkding Anwendung schiebt man das Backup einfach hinüber und kann so einfach wieder loslegen.
Andererseits kann man so anderweitig erstellte Archiv-Dateien, andere Dateien oder Favicons hinaufladen und dann über die Administrationsoberfläche mit einem Eintrag verknüpfen. Das geht zwar immer nur für einzelne Einträge. Aber immerhin.
Fazit
Linkding ist grundsätzlich einfach gestaltet, sodass man sich schnell zurechtfindet. Wer möchte, kann jedoch viele Einstellungen vornehmen. Es gibt zahlreiche Optionen, um mit anderen Apps zu kommunizieren und Bookmarks zu speichern, weiterzuleiten und zu verwalten. Damit ist Linkding flexibel und bietet vielfältige Möglichkeiten.
Linkding ist aus meiner Sicht auf jeden Fall einen Blick wert. Für mich ist es derzeit der Bookmark-Manager meiner Wahl.
Gefragt sind die wichtigsten Software Pakete, die ich selbst hoste. Naja, das wird nicht viel
Anmerkung Nummer eins. Ich habe keinen eigenen Server laufen, weder zu Hause noch irgendwo da draussen. Die Bedienung ist für mich noch immer etwas, das mit vielen Fragen verbunden ist.
Das heißt, ich habe einen Webspace bei einem Hoster angemietet über den drei Anwendungen laufen
FreshRSS: Eine feiner Feed Aggregato über den ich RSS Feeds einsammle und verwalte. Manchmal nutze ich ihn über dessen Weboberfläche, machmal eine App am Mac, iPhone oder iPad (z.B. Fiery Feeds), der auf die Daten zugreifen kann.
YOURLS: Ebenfalls eine PHP-basierte Anwendung, über die ich meine eigenen Short-URLs auf der Basis von „roblen.at“ erzeugen, verwalten und anbieten kann.
Zwei habe ich noch. Hier nutze ich gehostete Varianten. Dh. ich habe Zugriff auf eine Administrationsoberfläche. Aber ich installiere die Software nicht, mache keine Updates etc. Das macht alles mein Hoster.
Nextcloud: Diese Anwendung erlaubt mir den Dateien-Sync mit all meinen Geräten (von Mac bis iPhone), die Verwaltung von Fotos. Weiters bietet mir Nextcloud einen Kalender, eine Kontaktedatenbank, ein Bookmark Service (über den z.B. die Liste der Artikel zu den BlogWochen 2025 läuft), und vieles mehr.
Mastodon: Die gehostete Variante dieser Fediverse Anwendung erlaubt mir die Nutzung meiner eigenen Domain @microblog.at und so viele Nutzernamen, wie es mich freut. Ich könnte als Admin meine Mastodon Instanz auch anderen öffnen.
So das waren jetzt fünf. Ich darf als sechste Anwendung noch Pixelfed nachreichen, dass ich ebenso unter pixel.microblog.at hosten lasse.
Das wären dann wirklich alle Anwendungen, die ich mehr oder minder selbst hoste. Auch wenn ich dabei einiges auf andere auslagere:
Ich kann immer meine eigene Domains für die Anwendung verwenden.
Ich habe volle Kontrolle über die Inhalte. Einspruch: Mein Hoster könnte natürlich meine Installation löschen oder anderweitig eingreifen. Aber wenn er das tut, dann kann ich zumindest zu jemanden anderen mit meinen Daten umziehen – solange ich brav Backups mache.
Ich kann mehr oder minder die Oberfläche gestalten, Plugins installieren, das Verhalten verändern.
Ich kann meine Daten exportieren.
Ich habe Kontrolle darüber, wer meinen Dienst nutzt und ob ich anderen Zugriff aufs Backend etc. erlaube.
…
Das alles sind Freiheiten, die ich bei Diensten, bei denen ich nur einen Zugriff auf ein einzelnes Konto erstehe, nicht hätte.
Natürlich muss ich ich mehr darum kümmern, bei WordPress und Co auch um Updates und Backups.
Aber der Mehrwert ist für mich größer als der Mehraufwand.
Der Beginn eines neuen Jahres. Eine Gelegenheit, um zu sehen, wie weit ich bei der Suche nach alternativen Diensten und Anwendungen gekommen bin.
Stand der Dinge
Bluesky und Threads: Hier bin ich nur angemeldet, um ab und zu mal reinzuschauen. Manchmal gibt es ein Posting, meistens zum Thema Fediverse.
Facebook: Schwierig. Ich poste kaum noch, kommentiere manchmal. Das sind dann meistens Geburtstagswünsche, sonstige Wünsche und so. Hier sind einfach Bekannte online, die ich sonst nirgends finde. Wenn ich Facebook verlassen würde, würde ich auch diese sporadischen Kontakte verlieren.
Facebook Messenger: Siehe oben. Hier könnte ich aber wahrscheinlich fast meine gesamte Kommunikation auf andere Apps verlagern – was ich auch schon fast getan habe.
WhatsApp: Hat quasi die SMS abgelöst und ist damit das Kommunikationstool, über das ich mit den meisten Menschen in Kontakt stehe. Viele dieser Menschen auf andere Messenger-Dienste zu bringen, wäre harte Arbeit. Mit anderen kommuniziere ich über den Apple Messenger, Signal etc.
Evernote und Apple Notes: Einige Dateien liegen jetzt in meiner Nextcloud, die anderen Notizen mit Anhängen in der Joplin App, die ich über die Nextcloud synchronisiere. Evernote und Apple Notes werden also nicht mehr verwendet.
Apple Photos: Meine Hauptkamera ist die des iPhones. Daher landen die Fotos auch in der Apple App und werden dort synchronisiert. Über die Nextcloud App werden neue Fotos auch in die Nextcloud gesichert. Nextcloud hat in der Webversion eine entsprechende Fotoverwaltung. Die Fotos werden über Nextcloud Sync wieder auf meinen Mac in Ordnern zurückgespielt. Dort verwalte und bearbeite ich die Fotos über die App Digikam (läuft auf Windows, Mac und Linux). Fremde Fotos, Screenshots etc. landen nur in meiner Nextcloud und somit auch in Digikam.
iCloud: Wer – wie ich – in der Apple-Welt (iPhone, iMac, Macbook, iPad) verankert ist, lebt quasi auch mit der iCloud. So synchronisieren einige Apps direkt über die iCloud. Ansonsten lege ich dort kaum noch Dateien ab. Alles, was geht, kommt in die Nextcloud.
1Password: Diesen Passwortmanager habe ich vor einigen Jahren durch Strongbox ersetzt. Diese ist zwar keine Open Source Software, verwaltet aber die Passwörter in Keepass Dateien, die von vielen Apps verwaltet werden können.
Todoist: Irgendwie werde ich diese Online-Aufgabenverwaltung nicht los 😉 Ich habe schon einige ausprobiert. Aber irgendwie mag ich Todoist. Also zahle ich brav mein Jahresabo von derzeit 47,99 Euro. Nextcloud hätte auch eine recht feine Aufgabenverwaltung, die ich über CalDav u.a. mit Thunderbird synchronisieren könnte. Vielleicht ein Migrationsprojekt für 2025.
Mein Ziel war und ist es, meine Daten so zu organisieren, dass ich bei Bedarf relativ einfach von MacOS auf Linux oder ein anderes Betriebssystem wechseln kann.
Mit Nextcloud und Joplin stehen die meisten meiner Daten für verschiedene Plattformen bereit.
Diarium-Einträge können einfach exportiert und in Joplin importiert werden. So kann ich zumindest recht schnell wechseln.
Passwörter werden im Keepass Format gespeichert und sind somit auf allen Betriebssystemen mit verschiedenen Apps abrufbar.
Auch Todoist läuft auf vielen Plattformen. Hier könnte ich aber mit etwas Aufwand (ein paar Stunden) wahrscheinlich in die Nextcloud umziehen und mit anderen Apps synchronisieren.
Als soziales Netzwerk benutze ich zu 99 Prozent das Fediverse. Hier bin ich mit meinem Microblog und über meinen Blog eingebunden.
Warum das alles?
Weil wir gerade in den letzten Jahren und Tagen gesehen haben, wie Firmen von waschmuscheltragenden Gestalten übernommen werden oder wie sich Firmenchefs innerhalb kürzester Zeit einem seltsamen US-Präsidenten anbiedern und wichtige Grundsätze ihres Unternehmens ändern.
Ich möchte darauf vorbereitet sein, dass ich das doch recht angenehme Apple-Ökosystem relativ schmerzlos verlassen kann. Und ich möchte sicherstellen, dass ich weniger abhängig von großen Unternehmen bin.
Außerdem finde ich die Ideen hinter freier Software und föderierten Systemen sehr interessant und möchte sie unterstützen.
Außerdem (#2) lerne ich eine Menge. Irgendwann schaffe ich es auch, meinen eigenen kleinen Server zu betreiben und dann noch unabhängiger zu sein.