Schlagwort: BlueBeanieDay

  • Heute ist BlueBeanieDay

    Profilbild von Robert Lender mit blauer Haube. Schrift "#BlueBeanieDay"

    Heute ist der Tag an dem sich weltweit Menschen eine blaue Haube aufsetzen. Sie tun dies um ein Zeichen für die Einhaltung von Webstandards und barrierefreien Web zu setzen.

    Die Wikipedia beschreibt die Hintergründe.

    Eigentlich geht es um ein Web für Alle.

    Die letzten Wochen habe ich im Fediverse mehr darüber geschrieben. Denn gerade das Fediverse lebt von Standards und versucht ein Web für alle zu sein. Darum sollten heute gerade die Nutzer:innen des Fediverse (die Fedizen) eine blaue Haube tragen..

    Gründe für den Blue Beanie Day gibt es von mir auch in englischer Sprache.

    Zu Webstandards könnt gerne auch nachlesen:

    Der 30. November ist für mich daher ein Feiertag.

    Ich feiere, dass sich Menschen darauf geeinigt haben, wie sie das Web gemeinsam nutzen wollen. Sie haben Standards geschaffen, sodass ein Browser Millionen unterschiedlicher Seiten für mich aufbereiten kann. Sie haben daran gedacht, dass Menschen unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten haben – seien es körperliche oder kognitive Einschränkungen oder technische. Sie haben daher an ein barrierefreies Web gedacht.

    Und es gibt Menschen, die sich jeden Tag dafür einsetzen, dass unser Web nicht von Monolithen und Monopolen beherrscht wird, sondern offen für alle ist.

    Dafür möchte ich an diesem Tag Danke sagen. 

    Natürlich sollten wir uns jeden Tag für ein Web für alle einsetzen.

    Heute, am 30. November, feiere ich und setze ein kleines Zeichen mit meiner blauen Haube.

    Fediverse reactions
  • Blue Beanie Day 2025 „offiziell“ ausgerufen

    Jeffrey Zeldman hat vor längerer Zeit ein Buch geschrieben, aus dem heraus der Blue Beanie Day entstand.

    Heute schrieb Jeffrey im Fediverse (aus dem Englischen übersetzt):

    Ein Sammelpunkt für alle, die glauben, dass das Internet für alle zugänglich sein sollte – unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Lebensumständen.

    Er verweist dabei auf den Eintrag „Blue Beanie Day“ auf der Website „Awareness Days“.

    Dort findet sich auch eine gute Erklärung dieses Tages, der am 30. November stattfindet:

    Der Blue Beanie Day ist eine Basisinitiative, bei der Menschen ihre Unterstützung für Webstandards und digitale Barrierefreiheit zeigen, indem sie eine blaue Mütze tragen – persönlich oder online. Er macht darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, Websites und digitale Tools zu entwickeln, die jeder nutzen kann, auch Menschen mit Behinderungen. Für viele ist es ein Tag, an dem sie Geschichten über unzugängliche Websites austauschen oder Durchbrüche im Bereich des inklusiven Designs feiern.

    Das wäre auch eine Idee für das Fediverse. Setzt am 30. November eine Blaue Haube/Mütze auf und schreibt eines oder mehrere oder viele Postings, was ihr am Fediverse bezüglich Barrierefreiheit schätzt und was ihr gerne noch hättet.

    Dieses Jahr ist es sogar ein Sonntag. Da wird sich vielleicht ein bisschen Zeit finden.

    Fediverse reactions
  • Warum Fedizens blaue Hauben tragen sollten

    Am 30. November ist Blue Beanie Day (siehe Eintrag bei Wikipedia). An diesem Aktionstag tragen Menschen blaue Hauben/Mützen um auf die Bedeutung von Webstandards und Barrierefreiheit aufmerksam zu machen.

    Gerade wir Bewohner:innen (Fedizen) des Fediverse haben einen guten Grund darauf hinzuweisen.

    Ein paar Punkte:

    • Das Fediverse beruht auf ActivityPub. Ohne diesen Standard würde keine Mastodon Instanz mit einer andere kommunizieren können, geschweige denn Mastodon mit Friendica, Pixelfed, Peertube und all die anderen Dienste. ActivityPub wird vom W3C dem World Wide Web Consortium – einem der Hüter von Webstandards – unterstützt.
    • Viele der Fediverse Dienste sind keine geschlossenen Systeme. So kann man oft ohne Mitgliedschaft und Profil Nachrichten über das World Wide Web (WWW) lesen, wie z.B. mein Microblog Stream.
    • Ebenso können viele Fediverse Dienste über RSS abonniert werden. Einzelne Profile, Tags, Bilder, … alles ist möglich und landet ganz einfach in deinem Feedreader.

    Wir Fedizen leben von diesen Standards. Sie sind Teil eines Webs für alle, eines vernetzten Systems. Jede:r, der möchte, kann sich mit einer Instanz in dieses Netz einklinken. Wer möchte, kann eine eigene Software erstellen, die ebenso Teil dieses Netzwerks werden kann.

    Das bietet viele Möglichkeiten. Niemand ist an eine Instanz gebunden. Man kann schnell wechseln oder auch auf mehreren Instanzen unterwegs sein und die Profile auf unterschiedliche Weise verknüpfen. 

    Diese Offenheit ermöglicht auch eine Vielzahl von Apps, die die Funktionen von Mastodon, Friendica und Co. erweitern. Apps, die Barrierefreiheit unterstützen.

    Als ich ins Fediverse einstieg, war es – im Gegensatz zu Facebook und Twitter – durchaus üblich, Bilder mit Alternativtexten zu versehen. Man achtete auf die Zugänglichkeit von Bildern für sehbehinderte Menschen. Allein die Tatsache, dass die meisten Dienste Alternativtexte unterstützen, ist eine gute Voraussetzung.

    Das Fediverse beruht auf Offenheit und Standards. Das ist super, aber nicht selbstverständlich. 

    Daher sollten wir das zumindest einmal im Jahr in Erinnerung rufen, feiern und uns dafür einsetzen, dass es so bleibt.

    Daher: Setze ein kleines Zeichen und setze am 30. November eine blaue Haube/Mütze und poste das Bild.

    Fediverse reactions
  • Barrierefreiheit im Blog – Wie inklusiv sind wir wirklich?

    Barrierefreiheit ist ein Thema, dass mich schon lange in meinem Blog beschäftigt.

    Mittler zwischen den Welten

    Einerseits ging und geht es darum, dass ich mein Blog barrierefrei gestalte. Andererseits habe ich immer wieder versucht als Mittler zwischen den Welten zu agieren. Da gibt es die Menschen, die sich mit all den technischen Fragen hinsichtlich einer barrierefreien Website beschäftigen. Dann gibt es die Blogger:innen, die ihr Hobbyblog betreiben. Wobei ich betonen möchte, dass Hobby nicht abwertend gemeint ist. Manches Hobby erfordert viel Energie, Fachwissen und Lernbereitschaft.

    Solch ein:e Hobbyblogger:in kann und wird sich nie all die Fachkenntnisse verschaffen können, um das Blog auf Herz und Nieren auf technische Barrierefreiheit zu testen und dann eventuell auch noch entsprechend Änderungen vornehmen.

    Man hat WordPress oder ein anderes Blog Management System installiert und sich ein Theme ausgesucht und das war es schon.

    Hier stand ich immer vor der Herausforderung, aus diesem „das war es schon“ herauszuarbeiten, was trotzdem geht. Trotzdem, obwohl mir die technischen Fähigkeiten fehlen. Trotzdem, ob wohl ich mein kein eigene Webagentur leisten kann.

    Mir ging und geht es immer darum Sensibilität für das Thema zu schaffen, also warum man überhaupt Barrierefreiheit im Blog braucht und wie man sich diesem mit relativ einfachen Mitteln annähern kann.

    Was man tun kann

    Natürlich hängt einiges vom gewählten Theme/Template ab und auch manch Plugin kann ein technisch barrierefreies Blog mit Stolperfallen versehen.

    Darüberhinaus sind es aber auch Fragen, die sich jede:r Blogger:in stellen kann:

    • Beinhalten meine Fotos einen Alternativtext und bin ich dabei konsequent?
    • Verwende ich Überschriften (anstelle von fettem Text) und halte dabei eine Ordnung ein? Also eine H2 für die großen Kapitel, eine H3 für die Subkapitel und eine H4 für etwaige Sub-Subkapitel.
    • Müssen Menschen in meinem Blog Captchas lösen und können das sehbehinderte Menschen überhaupt?
    • Sind die Farbkontraste in meinem Blog so gewählt, dass auch Menschen mit Sehschwäche noch etwas erkennen können?

    Ich muss zugeben, dass ich bei letzterem auch nicht immer konsequent bin. Meine Artikel könnten durchaus öfters Zwischenüberschriften vertragen.

    Verständliche Sprache

    Ein wichtiger Teil von Barrierefreiheit ist immer auch die Frage nach einer zugänglichen Sprache. Verfasse ich meine Texte in Schachtelsätzen und verwende ich Fremdworte?

    Natürlich sollen Blogger:innen so schreiben, wie es ihnen liegt. Es ist ihr Blog. Sobald ich jedoch etwas vermitteln möchte, muss ich mich auch um meine Sprache und Schreibweise kümmern.

    Auch hierfür gibt es technische Vorgaben, ganze Bücher und Lehrgänge. Manchmal hilft es aber auch, den eigenen Text ein paar Tage später zu lesen, um zu merken, wo man zu kompliziert geworden ist. Manchmal hilft es auch, jemanden anderen den eigenen Text lesen zu lassen und sich erzählen zu lassen, wie es der Person dabei ergangen ist.

    Außerdem ist ein Blog auch ein Lernort. Für mich selbst. Ich lerne mich (besser) auszudrücken und damit auch so, dass vielleicht mehr Menschen verstehen, was ich ihnen erzählen möchte.

    Webstandards

    Vielleicht ist dies nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Aber Webstandards sind ein wichtiger Beitrag zu einem barrierefreien Internet.

    Oft geht es darum, dass man Menschen die Möglichkeit gibt, ein Blog auf ganz unterschiedliche Weise zu lesen. Das das World Wide Web auf HTML bietet die Möglichkeit, dass man ganz unterschiedliche Browser nutzen kann und dies auf kleinen und großen Bildschirmen. Blinde Menschen nutzen Screenreader, die ihnen die Inhalte von Webseiten vorlesen. Und andere verwende eine Braillezeile, mit der sie Webtexte quasi ertasten können.

    All dies wäre nicht möglich, wenn das Web nicht auf diesen Standards aufbauen würde. Diese Standards ermöglichen es jedem Gerät und jeder Software, die Bedürfnisse ihrer Nutzer:innen zu erfüllen, wenn es um die Art der Aufbereitung geht.

    Dasselbe gilt für RSS oder ActivityPub. Hier werden Informationen des Blogs weitergereicht. Das weiterreichen ist standardisiert. Die Aufbereitung individuell. Jemand abonniert hunderte Blogs und lässt sich im Feedreader nur die Artikel anzeigen, die sich mit einem speziellen Thema beschäftigen. Oder jemand filtert Themen raus, die ihm:sie ängstigen.

    Webstandards erlauben den einzelnen Nutzenden selbst zu entscheiden, wie sie meine Texte lesen wollen. Und sie können sie auch so lesen, hören, ertasten, wie sie es benötigen.

    Umgangston

    Eine Barriere kann sich auch dabei aufbauen, ob jemand meinen Artikel kommentieren möchte. Ist auf meinem Blog zu sehen, dass ich mich prinzipiell über Kommentare freue? Lade ich dazu ein, Artikel zu kommentieren? Und wie gehe ich mit denjenigen um, die kommentieren? 

    Ein Blog ist kein Forum. Aber ich habe auch eine Verantwortung gegenüber meinen Kommentierenden. In dem Sinne, sie vor anderen Kommentierenden zu schützen, wo sie Schutz bedürfen.

    Manche können sich nur bedingt ausdrücken, haben Schwierigkeiten beim Tippen oder mit der Grammatik. Das darf in meinem Blog niemals zu Hänseleien oder Beleidigungen führen.

    Lebenseinstellung

    Jemand sagte mal sinngemäß

    Barrierefreiheit ist keine Technik, es ist eine Einstellungsfrage.

    Als Hobbyblogger:in kann man nicht in allem perfekt sein und nicht das technisch perfekt barrierefreie Blog hinbekommen. Aber man kann interessiert sein, immer wieder versuchen, Barrieren zu entdecken und sie zu beseitigen. Man kann offen dazu einladen, Hindernisse aufzuzeigen und sie vielleicht sogar gemeinsam zu lösen.

    Denn absolute Barrierefreiheit gibt es nicht. Für irgendjemanden gibt es Immer einen Stolperstein. Aber gemeinsam kann man einige dieser Stolpersteine oft recht leicht beseitigen oder zumindest gute Wege herum schaffen.

    Schlußendlich geht es immer wieder ums zuhören. Zuhören, wie es anderen geht.

    Setzen wir eine Blaue Haube auf

    Am 30. November findet der alljährliche Blue Beanie Day statt. Seit diese Idee nach Österreich kam, unterstütze ich sie. An diesem Tag setzen Menschen weltweit blaue Hauben bzw. Mützen auf, posten Bilder davon und schreiben darüber, warum sie Webstandards und ein Web für alle unterstützen.

    Der 30. November naht. Ich nehme den heutigen Artikel zum Anlass, um mit den Vorbereitungen für diesen Tag zu beginnen. Bis dahin werde ich immer wieder kleine Informationen rund um barrierefreies Bloggen und unser gemeinsames Web teilen.

    Wer mehr wissen will:

    Jeder Beitrag zählt

    Vielleicht möchtest du auch etwas in deinem Blog verändern. Sei es nur ein kleiner Schritt. Es wäre schön, wenn du am Blue Beanie Day davon erzählen würdest. 

    Denn jeder Beitrag ist auch ein wenig Werbung für das Thema und kann andere dazu anregen, ebenfalls einen Schritt zu tun.

    Am Schluss ein wenig Eigennutz

    Das darf auch sein. Denn wenn du oder du dein Blog barrierefreier gestaltest habe ich auch etwas davon. Ich kann auch unterwegs im Sonnenlicht noch deine Texte lesen. Ich lese den Alternativtext zu einem Bild, weil ich den Inhalt des Fotos nicht interpretieren kann. Ich muss mich nicht mit einem Captcha herumärgern oder kann es nicht lösen, weil ich das Audiocaptache nicht laut schalten kann (in diesem Moment). Ich kann mit der Tastatur navigieren, weil der Mouse gerade er Strom ausgegangen ist. Ich finde dein Blog in der Suchmaschine, weil diese auch gut strukturieren Text (mit Überschriften) mag.

    Knapp nach dem ich diesen Absatz fertig geschrieben habe landet der Artikel „Barrierefreiheit ist wichtig – auch wenn sie nicht allen nutzt“ von Melly Meah in meinem Feedreader. Barrierefreiheit mag vielen nutzen, aber es sollte nie um die Anzahl der Nutzenden gehen sondern darum, allen Zugänge zu ermöglichen.

    Ein letzter Satz …

    oder zwei. Wenn du mein Blog besucht und Barrieren für dich findest. Dann lass es mich bitte wissen. Ich werde mich bemühen, Abhilfe zu schaffen. Danke!

    Fediverse reactions
  • Blue Beanie Day: Social Media Posting

    Um den Blue Beanie Day ein wenig anzukündigen, habe ich die Woche vor dem 30. November täglich ein Posting im Fediverse, auf Facebook, auf BlueSky und Threads abgesetzt. Hier die Postings:

    Einführung: Was ist der Blue Beanie Day?

    📅 Am 30. November ist Blue Beanie Day!
    Ein Tag, um auf Webstandards und Barrierefreiheit aufmerksam zu machen. 🌍💻
    Mach mit: Poste ein Foto mit einer blauen Mütze 🧢 und zeig deine Unterstützung für ein inklusives Internet.


    Warum sind Webstandards wichtig?

    🔗 Webstandards = ein Internet für alle!
    Dank offener Standards wie HTMLCSS und ActivityPub können wir Plattformen wie das Fediverse nutzen. Dezentral, sicher, zugänglich.
    Am 30. November, , feiern wir das! 🧢


    Barrierefreiheit: Für wen eigentlich?

    Barrierefreiheit ist nicht nur für Menschen mit Behinderungen. Sie hilft allen, beispielsweise::
    👴 Älteren,
    📱 Menschen mit kleinen Bildschirmen,
    🖱️ oder wenn die Maus kaputt ist!
    Am 30. November ist Blue Beanie Day 🧢 – mach mit für ein zugängliches Web!
    #Inklusion


    Blue Beanie Day: Mitmachen ist einfach

    Am 30. November heißt es: Blaue Mütze aufsetzen 🧢, Foto machen 📸, posten!
    Warum? Um Barrierefreiheit und Webstandards zu feiern – für ein freies und inklusives Internet. 🌍💙
    Zeig, dass dir ein Web für alle wichtig ist!


    Fun Fact über den Blue Beanie Day

    Wusstest du? Der ist inspiriert von Jeffrey Zeldmans Buch Designing with Web Standards. 📘
    Die blaue Mütze 🧢 wurde zum Symbol für ein offenes, zugängliches Internet.
    Am 30. November feiern wir das – bist du dabei? 💻


    Gemeinsam für ein besseres Internet

    Am 30. November, dem , setzen wir ein Zeichen:
    💻 Ein Web für alle – zugänglich, offen, barrierefrei!
    Poste mit blauer Mütze 🧢 oder teile, warum dir Barrierefreiheit und Webstandards wichtig sind. Gemeinsam schaffen wir ein inklusives Internet! 🌍


    Warum das Fediverse den Blue Beanie Day unterstützt

    Das Fediverse basiert auf offenen Standards wie ActivityPub. 🌐
    Ohne diese Standards gäbe es keine Interoperabilität, keine Vielfalt, keine Zugänglichkeit.
    Feier mit uns den Blue Beanie Day am 30. November! 🧢


    Ein Dank an alle, die Barrierefreiheit ernst nehmen

    Danke an alle, die Barrierefreiheit in ihre Websites, Apps und Plattformen einbauen. 💙
    Am 30. November feiern wir diese Arbeit mit dem .
    Zeig deine Unterstützung: Blaue Mütze 🧢 auf und ein inklusives Web feiern!

  • Das Fediverse: Webstandards und Barrierefreiheit

    Das Internet verändert sich ständig – und mit ihm auch die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren. Während monolithische Plattformen wie Facebook und X (ehemals Twitter) von proprietären Standards und geschlossenen Systemen geprägt sind, zeigt das Fediverse, dass es auch anders geht: offener, inklusiver und barrierefreier. Doch was genau macht das Fediverse so besonders, und warum könnte es eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der digitalen Zukunft? In diesem Artikel möchte ichThemen wie Barrierefreiheit, Webstandards und den Blue Beanie Day, ein Symbol für den Einsatz für offene Webstandards, beleuchten..

    Was sind Webstandards und warum sind sie wichtig?

    Webstandards sind Regeln und Technologien, die dafür sorgen, dass Inhalte im Internet konsistent und für alle zugänglich sind. Sie werden von Organisationen wie dem World Wide Web Consortium (W3C) entwickelt und umfassen unter anderem Protokolle (wie HTTP), Programmiersprachen (HTML, CSS, JavaScript) und Datenformate. Offene Webstandards fördern:

    1. Interoperabilität: Inhalte können unabhängig von der Plattform oder dem Gerät genutzt werden.
    2. Innovation: Offene Standards ermöglichen Entwicklern, neue Anwendungen zu schaffen, ohne auf die Genehmigung großer Unternehmen angewiesen zu sein.
    3. Zugänglichkeit: Webstandards legen die Grundlage dafür, dass das Internet für alle Menschen zugänglich ist, unabhängig von deren Fähigkeiten.

    Was bedeutet Barrierefreiheit im digitalen Raum

    Barrierefreiheit (engl. Accessibility) bezeichnet die Gestaltung von Technologien und Inhalten, sodass sie für Menschen mit Einschränkungen zugänglich sind. Dazu gehören:

    • Technische Lösungen: Unterstützung für Screenreader, Navigationsmöglichkeit allein mit der Tastatur.
    • Inhaltliche Praktiken: Klare Sprache, einfache Navigation, Verwendung von Alternativtexten für Bilder.
    • Barrierenfreiheit für alle: Barrierefreiheit betrifft nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch Nutzer:innen mit temporären Einschränkungen, wie etwa einem gebrochenen Arm, oder ältere Menschen, die größere Schriftgrößen benötigen. Ein guter Kontrast hilft allen beim Lesen. Barrierefreie Webseiten lassen sich auch leichter am Smartphone lesen, weil sie sich viel besser z.B. an Bildschirmgrößen anpassen.

    Das Fediverse als Vorreiter für offene Webstandards

    Das Fediverse ist ein dezentrales Netzwerk aus sozialen Plattformen, das auf offenen Standards basiert, insbesondere auf dem Protokoll ActivityPub. Dieses vom W3C entwickelte Protokoll ermöglicht die Kommunikation zwischen verschiedenen Plattformen wie Mastodon, Friendica, Pixelfed (für Fotos) oder PeerTube (für Videos).

    Interoperabilität durch ActivityPub

    Dank ActivityPub können Nutzer:innen auf Mastodon beispielsweise mit Nutzern von Pixelfed interagieren – etwas, das in zentralisierten Netzwerken kaum möglich bis unmöglich ist. Diese Offenheit fördert eine vielfältige und unabhängige digitale Landschaft.

    Gemeinschaftsorientierte Entwicklung

    Da das Fediverse auf Open-Source-Software basiert, können Entwickler:innen – eigentlich jede:r – aus der ganzen Welt dazu beitragen, die Plattformen zu verbessern. Diese Gemeinschaftsstruktur führt oft schneller zu Innovationen.

    Barrierefreiheit im Fediverse

    Barrierefreiheit ist im Fediverse nicht nur ein optionales Feature, sondern tief in der Philosophie einzelner Plattformen verankert:

    Alternativtexte und Bildbeschreibungen

    Viele Plattformen im Fediverse ermutigen Nutzer:innen, Alternativtexte für Bilder hinzuzufügen. Diese Texte helfen sehbehinderten Menschen, den Inhalt eines Bildes durch Screenreader zu erfassen.

    Inhaltswarnungen (Content Warnings)

    Mastodon und andere Plattformen bieten Inhaltswarnungen, die es Nutzer:innen ermöglichen, sensible Inhalte zu verbergen und bei Bedarf bewusst zu öffnen. Dies ist insbesondere nützlich für Menschen mit sensorischen Empfindlichkeiten.

    Barrierefreie Frontends

    Projekte wie Tusky (eine Mastodon-App für Android) oder der Mastodon-Webclient bieten Funktionen wie:

    • Unterstützung für Screenreader.
    • Tastatursteuerung für Menschen, die keine Maus verwenden können.
    • Anpassbare Oberflächen, z. B. für hohe Kontraste.

    Der Blue Beanie Day: Einsatz für offene Webstandards

    Der Blue Beanie Day ist ein jährlicher Aktionstag am 30. November, der darauf aufmerksam macht, wie wichtig offene Webstandards und Barrierefreiheit sind. Der Name stammt von den blauen Wollhauben, die in der Webentwickler-Community ein Symbol für die Unterstützung der Ideen aus Jeffrey Zeldmans Buch „Designing with Web Standards“ sind.

    Die Botschaft des Blue Beanie Day

    Der Blue Beanie Day erinnert daran, dass das Web für alle zugänglich sein sollte – unabhängig von Einschränkungen oder verwendeter Technologie. Teilnehmer posten Bilder von sich mit blauen Hauben (Beanies), um ihre Unterstützung für offene Standards und Barrierefreiheit zu zeigen. Die zentrale Idee: Nur durch die Einhaltung von Webstandards bleibt das Internet fair und inklusiv.

    Herausforderungen und Chancen

    Ich möchte nicht idealisieren. Das Fediverse ist so gut, wie die Summe aller Nutzenden. Allein, dass hier der Diskurs über ein Web für Alle geführt wird, hat schon sein Gutes.

    Herausforderungen im Fediverse

    • Uneinheitliche Barrierefreiheitsgrundsätze: Da jede Instanz unabhängig betrieben wird, gibt es keine zentrale Instanz, die einheitliche Grundsätze durchsetzt. Auf der einen Instanz wird man z.B. aktiv auf die Nutzung von Alternativtexten hingewiesen. Auf anderen ist es jedem egal.
    • Fehlende Ressourcen: Viele Instanzen werden ehrenamtlich betrieben, was die Implementierung komplexer Barrierefreiheitsfunktionen erschweren kann.

    Chancen durch Gemeinschaft

    • Crowdsourcing von Lösungen: Die offene Struktur des Fediverse erlaubt es Nutzern und Entwicklern, gemeinsam an Barrierefreiheitslösungen zu arbeiten.
    • Offene Plattformen: Die Offenheit der Software hat einen großen Vorteil. Apps können sich anhängen und eine ganz andere Art der Nutzung der Usability bieten. Es können auch andere Weboberflächen genutzt werden. All dies bietet die Chance, dass z.B. Menschen mit einer Behinderung eine für sie viel besser angepasste Bediener:innenoberfläche nutzen können.
    • Mehr Sensibilität: Kleinere Instanzen können auch stärker ihre Nutzenden sensibilisieren, auf Barrierefreiheit zu achten. Weil auch viele Nutzer:innen bewusst das Fediverse gewählt haben, schauen sie auch auf andere und weisen auf Maßnahmen, wie die Verwendung von Alternativtexten bei Bildern hin.
    • Passende Instanzen: Mag die Pluralität der Instanzen auch seine Schwierigkeiten bringen, so hat sie doch auch ihr Gutes. Als Mensch mit Einschränkungen, mit einer Behinderung, etc. kann ich mir eine Instanz suchen, auf der mich Admins und die Community unterstützen.

    Ich erinnern mich, wie ich in das Fediverse erstmals eingetaucht bin. Im Vergleich zu Twitter stieß ich oft auf Hinweise, dass man Alternativtext nutzen solle bzw. haben mich Apps darauf hingewiesen. Es gab und gibt Diskussionen, wie man auch auf andere Gruppen mehr Rücksicht nehmen kann und soll.

    Fazit

    Das Fediverse zeigt eindrucksvoll, dass ein offenes, inklusives und zugängliches Internet möglich ist. Mit offenen Webstandards und einer starken Gemeinschaft fördert es eine digitale Zukunft, in der Barrierefreiheit nicht nur ein Add-on, sondern eine Selbstverständlichkeit sein könnte. Der Blue Beanie Day erinnert uns dabei auch daran, dass wir alle dazu beitragen können, das Internet gerechter und nachhaltiger zu gestalten.

    Wenn du selbst im Fediverse bist, wie siehst du die Barrierefreiheit. Kümmert es dich? Bist du selbst Betroffene:r und hättest Vorschläge für Verbesserungen?

  • Am 30.11. ist Blue Beanie Day

    Nächsten Samstag (30. November 2024) findet wieder der Blue Beanie Day statt.

    An diesem Tag setzen Menschen auf der ganzen Welt blaue Hauben auf und posten Fotos davon im Internet. Warum machen sie das? Es ist eine kleine Aktion, um auf die Bedeutung von Standards im Web aufmerksam zu machen.

    Standards sind wichtig. Und offene Standards sind noch wichtiger. Jeder kann und darf sie nutzen. Nur so kann ein Browser jede Webseite richtig darstellen. HTML, CSS und vieles mehr sind der Grund dafür, dass wir auf so viel Information und Unterhaltung zurückgreifen können.

    Aber Standards müssen auch eingehalten werden. Sonst kann vielleicht nicht jeder Browser eine Website richtig darstellen. Oder Nutzer:innen mit Smartphones sind ausgeschlossen. Noch schlimmer ist es, wenn dadurch Personengruppen von Informationen ausgeschlossen werden. Denn Websites, die Standards einhalten, sind auch die Grundlage dafür, dass Menschen mit bestimmten Behinderungen diese Websites mit spezieller Hard- und Software nutzen können.

    Deshalb sind Webstandards und Barrierefreiheit beim Blue Beanie Day schon lange miteinander verknüpft. Letztlich geht es darum, ein Web für alle zu schaffen.

    Was kann ich tun?

    Du kannst einfach eine blaue Mütze aufsetzen und dich damit am 30.11. in irgendeiner Form in deinen Social Media Kanälen zeigen – und auf den Tag hinweisen. Du kannst aber auch etwas posten, einen Blogartikel schreiben – und dabei musst du kein:e Webdeveloperi:in sein:

    • Was bedeuten Webstandards für dich?
    • Warum ist ein barrierefreies Web (für dich) wichtig?
    • Ein kleiner Tipp für ein barrierefreies Web (z.B. die Verwendung von Alternativtexten bei Bildern)
    • Suche einen Standard, z.B. RSS, und schreibe, warum du froh bist, dass es ihn gibt.
    • Suche im Internet nach Webstandards und schreibe, was du gefunden hast.
    • Vielleicht kennst du z.B. eine sehbehinderte Person. Frag sie doch mal, wie sie das Web benutzt. Daraus könnte ein Artikel oder ein Video entstehen.
    • Wo bist du vielleicht schon selbst auf Hindernisse im Web gestossen?

    Ein paar weiterführende Artikel

    Was ich mache

    Ich werde eine meiner blauen Hauben aus dem Kasten holen und aufsetzen. Ich habe schon einen Artikel im Kopf. Dieser wird sich mit der Frage beschäftigen, wie ein Web für Alle im Fediverse seinen Niederschlag findet.

  • Blue Beanie Day – Es tut mir leid

    Nach all den Jahren, in denen ich den Blue Beanie Day unterstützt habe, ist er dieses Jahr spurlos an mir vorüber gegangen.

    Ich war/bin privat „eingedeckt“ und hatte einfach keinen Kopf dafür bzw. ist mir erst nachmittags aufgefallen, dass ja schon der 30. November 2023 ist.

    ABER: Der Blue Beanie Day ist Aktionstag, aber er ist nur ein Tag von vielen im Jahr. Daher werde ich mich bemühen an diesen weiteren Tagen entsprechende Zeichen zu setzen, aktiv an einem „Web für alle Menschen“ mitzuwirken. Und das ist schließlich wichtiger, als die blaue Haube.

    Wobei ich hoffe, dass ich nächstes Jahr den Blue Beanie Day wieder zelebrieren kann.

    Blaue Haube mit Aufschrift "Blue Beanie Day"
  • Der Blue Beanie Day 2021 kommt

    Profilfoto Robert Lender mit Blauer Haube

    Dieser Artikel hätte schon vor Monaten erscheinen sollen. Hätte. Aber ich wollte noch eine neue Idee entwickeln und fand dann keine Zeit bzw. Muse, eine gute Aktion zu starten. Und dann war der November so dicht und die Couch mir näher als mein Blog.

    Aber ein Web für alle ist einfach zu wichtig um zu schweigen. Das Internet ist zu essentiell, als das wir Menschen davon ausschließen. Gerade in diesen Zeiten.

    Daher setze ich auch am 30. November 2021 eine blaue Mütze auf um für Standards für Web, für eine Internet ohne Barrieren – eben ein Web für alle – ein kleines Zeichen zu setzen.

    Wer mehr wissen will, für den habe ich den Blue Beanie Day erklärt.

    Eine kompaktere Fassung gibt es auf deutsch und auch auf englisch:

    Danke an access4all.ch, das mich mit dem Artikel Das Web für alle rechtzeitig gestupst hat.

    Und wenn jemand etwas dazu postet, bloggt, … lasst mich es doch bitte wissen. Gerne sammle ich all das in meinem Blog.

    Der Hashtag lautet . Eine Social Media Wall gibt es auch.

  • Blue Beanie Day 2020 — ein Rückblick

    Der Blue Beanie Day 2020 ist vorüber, siehe meine Vorankündigung Morgen ist der Blue Beanie Day.

    Nachfolgend eine kleine Liste, der Aktionen, Links und Beiträge, die mir so aufgefallen sind. Gerne könnt ihr diese ergänzen.

    Blaue Hauben …

    Danke an alle, die in der einen oder anderen Form mit gemacht haben. Ich habe nicht jeden Tweet aufgeführt, sondern nur ein paar ausgewählte. Etliche mehr findet ihr auf der Blue Beanie Day Social Wall.

    Die Piratenpartei Deutschland twitterte über den Blue Beanie Day. Das war schon ein gutes Startsignal am 30. November, da deren Account über 150.000 Follower erreicht.

    Der Cute Calender listete den Blue Beanie Day als Ereignis auf.

    Daniel Imrich erinnerte „tippfaule Menschen“ daran, dass man Alternativtexte auch per Spracherkennung ansagen kann 😉

    David B Berman, feierte seinen Geburtstag und den Blue Beanie Day.

    Der Landschaftsverband Rheinland veröffentlichte ein Video zum Blue Beanie Day mit einer Vielzahl an Menschen, die sich blaue Hauben aufsetzen.

    Der Podcast „barrierefrei aufgerollt“ erinnerte an seinen Beitrag: Barrierefreiheit im Internet

    Eric Eggert veröffentlichte ein eigenes Video, in dem er uns erklärt How Webstandards are born (in Englisch, aber mit Untertiteln). Und als engagierter Webentwickler bot er auf seinem Blog auch ein Transkript seines Videobeitrags an. Für alle zum Nachlesen.

    Gunnar Bittersmann erinnerte nochmals daran: How to use Hashtags

    Auch der Wikipedia Eintrag zum Blue Beanie Day wurde mehrmals in Tweets erwähnt.

    Die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreich setzte ihrem Maskottchen August eine blaue Haube auf. Nebenbei: August ist ein sehr netter Maulwurf 🙂

    Manche sind mit ihrer blauen Haube nicht ganz fertig geworden, setzten sie aber trotzdem auf. Danke dafür 🙂

    Jeffrey Zeldman war natürlich auch dabei, eine blaue Hauben aufzusetzen. Jeffrey hat sein damaliges Buch über Webstandards mit einer Titelseite versehen, auf der er mit blauer Haube zu sehen war. Quasi der Ausgangspunkt des Blue Beanie Day.

    Manch Webdesigner schrieb einen Artikel über den Blue Beanie Day und Webstandards (Lineo) oder auch trivention über den Tag der blauen Mützen.

    Dann war es Abend und ich twitterte:

    In Teilen dieser Welt ist er schon zu Ende, in anderen beginnt er erst so richtig.
    Aber eigentlich sollte jeder Tag ein sein.

    Martin Underhill bloggte zum Tag über Google are spoiling my Blue Beanie Day und meinte abschließend

    Blue Beanie Day is a great reminder to keep fighting for browser diversity and playing by the rules.

    In einem Tweet erinnerte Chris an den Blue Beanie Maker, ein kleines Webprojekt, mit dem man Profilfotos mit einer virtuellen blauen Haube versehen kann.

    Martin Schienbein zog den Start seines Newsletters etwas vor und veröffentlichte einen ersten Newsletter Beitrag zum Blue Beanie Day.

    Bei Stevie Martin habe ich dann eine Parodie zum Thema Captchas gefunden. Ja, genau so ist es, wenn man in der Hölle der Captchas landet.

    Die Tageszeitung „Die Presse“ veröffentlichte vorab die Langfassung eines Interviews mit mir über den Tag der blauen Mützen. Leider liegt der Artikel hinter einer Paywall und ist nur AbonnentInnen zugänglich. Kleine Anmerkung: Am 5. Dezember 2020 erschien dann eine Kurzfassung unter dem Titel Wie man digitale Stolpersteine umgeht, aber wiederum hinter einer Paywall. Trotzdem freut es mich, dass auch die „großen“ Medien das Thema aufgreifen und hoffe für nächstes Jahr weiteres Interesse.

    An diesem Tag setzten etliche ihre blauen Hauben auf, twitterten ihre Fotos, änderten Profilfotos oder kommentierten. All diesen nochmals ein Dank für das mitmachen und aufmerksam machen.

    Ein Web für alle!

    Ein schönes Zitat war Folgendes:

    Designing for #a11y doesn’t mean designing for disability. It means designing for all your users, regardless of the ways in which they need to access your product.

    Auf Deutsch:

    Für Barrierefreiheit zu entwerfen heißt nicht, für Behinderungen zu entwerfen. Es bedeutet für alle NutzerInnen zu entwerfen, egal welche Wege sie benötigen, um einen Zugang zu deinem Produkt zu erhalten.

    Die Original-Quelle konnte ich bisweilen nicht herausfinden.

    Blue Beanie Day 2021

    In meinen Profilbildern habe ich meine blaue Haube wieder abgesetzt. Das Thema ruht damit nicht.

    Jeder Tag ist ein Tag, an dem ich Zeichen für ein Web für alle setzen kann.

    Spätestens am 30. November 2021 setzen wir dann gemeinsam wieder blaue Hauben auf.