Schlagwort: Bloggen

  • Blogger:innen dürfen

    Droidboy hat eine feine Liste zusammengeschrieben, was ein Blog so alles darf.

    Jetzt stellt sich die Frage. Was darf ein:e Blogger:in?

    Ich könnte jetzt eine lange Liste schreiben.

    Kurz könnte ich schreiben.

    Blogger:innen dürfen selbst darüber entscheiden, wie ihr Blog aussieht, was sie darin bloggen und wie sie es tun.

    Fediverse reactions
  • Pure Blog – einfach bloggen

    Über Thomas Gigolds Artikel habe ich Pure Blog von Kev Quirk kennengelernt.

    Kev hat für sich ein einfaches Content Management System gesucht – und nicht gefunden – über das er einfach nur bloggen konnte. Ohne viel Ballast, zig Plugins etc.

    Daraufhin hat er einfach sein eigenes System entwickelt, das nun „Pure Blog“ heißt.

    Auch wenn ich mit WordPress eigentlich ein Software „Monster“ fürs bloggen betreiben, so finde ich so reduzierte System sehr fasziniert. Daher hab ich gleich einmal eine Version aufgesetzt und ein wenig ausprobiert.

    Installation

    Die ersten Schritte nicht schwer. Auf dem eigenen Webspace ein Unterverzeichnis einrichten und die Pure Blog Dateien hineinschieben. Wer mag, kann dieses noch mit einer Subdomain hinterlegen. Beim ersten aufrufen der Seite muss man noch Username und Passwort festlegen, Blogtitel etc. und schon kann es eigentlich mit dem bloggen losgehen.

    Pure Blog ist im Kern auf PHP aufgebaut und braucht keine zusätzliche mySQL Datenbank. Daten werden am Webspace gespeichert. Artikel und Seiten werden als einzelne Dateien mit der Endung .md abgelegt. Kenner:innen wissen somit, dass Texte damit mit dem Markup Markdown formatiert werden können.

    Backend

    Es gibt aber auch ein Backend, über den das Blog verwaltet werden kann und ebenso Texte/Artikel geschrieben werden können. Man muss also nicht jedesmal irgendwelche Dateien hochladen sondern kann alles über das Backend gestalten, wie es sich für ein Content Management System gehört..

    Kev hat für sich festgelegt, dass Pure Blog jetzt jedes Feature hat, dass er benötigt und dass er keine mehr hinzufügen möchte. Aber Bugs etc. werden bereinigt. So gab es auch die letzte Woche zwei Updates, die man ebenfalls über das Backend automatisiert ablaufen lassen kann. Vorher legt Pure Blog noch ein Backup mit dem aktuellen Stand des Blogs an, falls beim Update etwas schief geht.

    Artikel und Seite

    Der Kern des Blogs sind die Artikel. Diese können Bilder enthalten und mit Tags (Stichwörtern) versehen werden. Der Adressname des Beitrags ist ebenfalls frei wählbar. Das ist das, was in meinem WordPress Blog z. B. wie „/67500-martin-habacher-und-der-mabacher-award/” aussieht. 

    Es gibt auch Seiten. Diese kann ich dann auch in das vorgegebene Navigationsmenü aufnehmen.

    Eine Suchfunktion und einen RSS-Feed runden das Ganze ab.

    Das ist alles …

    Das ist im Grunde alles. Man installiert das System schnell, gibt ein paar Daten ein. Danach kann man einfach bloggen. 

    Für manche reicht das sicherlich. Mit Pure Blog hat man ein einfaches System, bei dem nicht viel schiefgehen kann und bei dem man sich auf das Bloggen an sich konzentrieren kann.

    … und dann gibt es noch mehr

    Aber wer mag, die:der kann noch mehr am Aussehen verändern und Funktionen nutzen oder ergänzen.

    Schon in den Einstellungen des Blogs finden sich Boxen für „benutzerdefinierte Navigationseinträge“. Head und Footer von Seiten und von Artikelseiten können allgemein mit HTML ergänzt werden, Schriftarten ergänzt, Farben für bestimmte Bereiche ausgewählte werden … und noch einiges mehr. Unter Pure Blog Themes finden sich Beispiele, wie man die Farbgebung entsprechend anpassen kann.

    Kev betreibt (auch mit Pure Blog) eine Seite Pure Commons. Auf der finden sich die Pure Comments. Damit kann man quasi auf jeder Website ein einfaches und „leichtgewichtiges“ Kommentarsystem implementieren und somit auch in Pure Blog..

    Mit ein bisschen Arbeit an einzelnen Dateien lassen sich darüberhinaus titellose Artikel, eine Tag Cloud oder ein Blog Archiv erstellen. Eine Anbindung an das Fediverse gibt es noch nicht. Aber vielleicht findet sich noch jemand für so einen Entwickler:innenjob.

    Auch wenn ich wohl nicht gleich wechseln werde: Es gibt auch einen Importer für WordPress.

    Anwendungszwecke

    Aber man muss ja nicht unbedingt gleich das eigene Blog nach Pure Blog transferieren. Manchmal braucht man schnell ein zweites Blog für ein Projekt. Wenn es kein Blog werden soll, dann kann man auch die Blogseite über das CMS nach außen hin verstecken. Ebenso sind unterschiedliche Vorlagen leicht erstellt, sodass Einträge über Filme, Bücher, Reisen, etc. immer gleich aussehen und einfacher zu schreiben sind.

    Was so alles möglich ist sieht man in der Liste von eine Pure Blogs im Internet. Die Seite selbst ist auch per Pure Blog erstellt. Sie ist ein gutes Beispiel für weitere Möglichkeiten: Eine Kommentarfunktion, eine Archiv Seite, ein Gästebuch (ebenfalls über Pure Comment erstellt), Über den Tag „Pure Blog“ gibt es einige interessante Artikel, die die Einbindung dieser Funktionen erklären.

    Schauen wir uns noch ein paar der gelisteten Blogs an:

    • Arnan de Gans zeigt uns gleich auf der Startseite quasi eine about me Seite. Das könnte für manche sogar ausreichend sein und mit Pure Blog einfacher als wenn man ganz mittels HTML selbst etwas basteln muss.
    • Le bazar de MorganMii zeigt eine Minimalversion: Blogseite und Suchfunktion.
    • Lee Perry hat seinen Footerbereich ausgebaut, mitsamt Foto, Text und vielen Icons. Das lässt sich relativ leicht im Backend mit ein wenig HTML erstellen.
    • Ich weiß nicht wieviel Aufwand es war, aber Randvermerke zeigt, dass das Layout sehr anpassbar ist.

    Für wen ist Pure Blog nun etwas?

    Nun für alle, die ein bisschen Webspace haben, mit FTP ein wenig umgehen können und in ein paar Minuten ein Blog System installieren sowie konfigurieren wollen. Und danach einfach nur mehr bloggen möchten: Texte schreiben, hin und wieder Bilder veröffentlichen.

    Mit ein bisschen mehr „Spielerei“ ist Pure Blog auch eine einfache Möglichkeit für eine About Me Seite, für eine kleine Projektdokumentation.

    Wer mag, kann an dem System – weil sein Aufbau relativ einfach ist und damit recht verständlich – viel herumspielen und somit selbst kreativ werden.

    Und weil es so leicht installierbar ist kann man es auch einfach mal ausprobieren und für sich selbst entscheiden, ob man es verwenden möchte oder nicht.

    Als WordPress Ersatz nutzen

    Das ist eine gute Frage.

    Einerseits gibt es diejenigen, die von WordPress umsteigen wollen. Wenn ich den WordPress-Importer ausprobiert habe, lasse ich es euch wissen. Falls das gut klappt, wäre das ein Pluspunkt. 

    Natürlich verliert man all die Funktionen, die Plugins für WordPress bieten. Aber man muss sich auch nicht mehr um deren Updates kümmern. Man muss sich nicht mit einem komplexen Texteditor herumschlagen (der natürlich für manche viele Vorteile bringt), sondern kann einfach mit Markdown schreiben. Das kann einem liegen oder auch nicht. 

    Für alle, die neu mit dem Bloggen beginnen, Stellt euch die Frage, was Bloggen für euch bedeutet. Wenn es euch nur darum geht, Texte ins Netz zu stellen, dann ist Pure Blog wahrscheinlich perfekt für euch. Wenn ihr jedoch euren Blog in zig andere Ökosysteme integrieren, einen Webshop oder ein Forum nutzen und eine größere Reichweite im Fediverse erzielen möchtet, kann Pure Blog das nicht bieten. Ich hoffe jedoch, dass ein:e Drittentwickler:in eine Idee für das Fediverse hat.

    Ich kenne einige, die WordPress langsam mit seiner Größe und seinen Möglichkeiten ermüdet. 

    Manchmal ertappe ich mich auch dabei, dass ich nicht nur einen Satz als Artikel veröffentlichen möchte, da ich ja ein großes Blog betreibe.

    Vielleicht ist Pure Blog dann die Antwort. Denn hier kommt man wahrscheinlich nicht auf die Idee, dass ein Satz für dieses System zu wenig wäre.

    Ich bin gespannt, ob unter meinen Leser:innen jemand Pure Blog nutzt oder ausprobiert hat. Lasst mich dann bitte daran teilhaben.

    Fediverse reactions
  • Tag des Bloggens

    Jansens Pott erwähnt, dass heute der Tag des Bloggens ist.

    Ich kann mich nicht erinnern, dass ich diesen Feiertag jemals gefeiert habe.

    Gerne erwähne ich ihn hier. Ansonsten ist eigentlich jeder Tag ein Tag des Bloggens oder sogar BlogWochen 🙂

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  • Mein Persönlicher Rückblick auf die Blogwochen 2025

    Die BlogWochen 2025 haben gerade erst begonnen und vor ein paar Tage haben wir schon das letzte Thema abgehakt. 

    Zeit für ein persönlichen Rückblick – der auch als letzter in unserem Themenkalender steht.

    Vor langer Zeit kamen Benedikt und ich darauf, dass unsere Blogs im Jahr 2025 ein rundes Jubiläum feiern. Das müsse man doch feiern. Dirk stieß mit seinem Jubiläums-Blog dazu. Nach einigen Online-Treffen war klar: Es gibt die BlogWochen.

    Bald hatten wir 22 Themen gefunden, zu denen wir von Mai bis Oktober 2025 bloggen wollten. Wie es sich für „gute” Blogger gehört, luden wir alle ein, ebenfalls mitzumachen.

    Und da sind wir nun.

    Für mich war es eine Herausforderung, einen genauen Terminplan für die Artikel einzuhalten. Das bin ich von meinem Blog eigentlich nicht gewohnt. An Herausforderungen kann man wachsen, und so schaffte ich jeden Termin und schrieb nebenbei sogar noch andere Artikel.

    Auch wenn wir die Themen gemeinsam beschlossen haben. Während der BlogWochen kamen mir einige Themen etwas redundant vor. Andererseits gab mir das die Möglichkeit, mich diesen von mehreren Seiten zu nähern.

    Die Reaktionen auf die BlogWochen waren erfreulich. So haben doch mehr als zwei oder drei Blogger:innen mitgemacht, was uns allein schon gefreut hätte. Hätte man mehr erreichen können? Vielleicht. Wir hätten die BlogWochen auch im Fediverse intensiver thematisieren und stärker bewerben können. 

    Aber es ging uns nicht um unbedingte Reichweite, auch wenn uns das unterstellt wurde. Ja, es gab auch Gegenwind. Manch einer meinte, das wäre nur wieder Nabelschau und diene vielleicht sogar nur der Reichweitenvergrößerung unserer drei Blogs. Ich fand die „Nabelschau”-Debatte allerdings spannend. Haben wir schon genug über das Bloggen an sich geschrieben? Sollten sich Blogger:innen nicht mehr mit anderen Themen befassen?

    Gleichzeitig kam bei den Beiträgen zu den BlogWochen immer das Motto ins Spiel, dass man über das bloggen soll, was einem Freude macht und was einen interessiert. Es ist dein Blog! Somit gab es einerseits die Nabelschau-Debatte, andererseits wollten einige durchaus ihre Meinung zu den einzelnen Themen verbloggen.

    Ein paar Zahlen werde ich im Laufe des Novembers noch zusammenstellen. Das muss schon sein. Es wird jedoch kein Ranking geben, wer mehr geschrieben hat. Leistung war nie der Anspruch. Das fand ich auch das Schöne an unserer Initiative. Jede:r konnte, musste aber nicht. So schrieben einige bei allen Themen mit, andere nur bei ausgewählten, wieder andere fanden ihr persönliches Thema, zu dem sie etwas sagen wollten. Es gab feste Termine für die jeweiligen Themen. Manch eine:r veröffentlichte aber erst Tage oder Wochen später, was auch in Ordnung war.

    Wobei ich die bisher 260 Artikel die im Laufe der BlogWochen zusammenkamen für eine feine Zahl und für viel Stoff zum Lesen halte.

    Auf einen zusätzlichen Themenwunsch haben wir reagiert, indem wir ihn mitten in die Themenliste aufgenommen haben, denn die Fragestellung war zu gut, um sie wegzulassen.

    Im Laufe der vergangenen Wochen konnte ich mich durch meine eigenen Artikel und das Lesen vieler anderer intensiver mit dem Bloggen auseinandersetzen. Ich lernte neue Blogs und teilweise auch die Menschen dahinter ein wenig kennen. Zudem konnte ich meinen Feedreader mit weiteren interessanten Blogs befüllen.

    Mit einigen Menschen kam ich in intensiveren Austausch. So lernte ich auch (für mich) neue Blog-Initiativen kennen. 

    Damit waren die BlogWochen für mich mehr als nur ein paar Artikel zu schreiben.

    Dirk fragt sich in seinem ersten Fazit, ob er es wieder machen würde. Nun, ich weiß es noch nicht. Im Moment bin ich ein klein wenig froh, den festen Redaktionskalender (obwohl er eigentlich flexibel war) loszuwerden. Andererseits hat er mich zum Bloggen gebracht und es hat Freude gemacht, die jeweiligen Artikel zu schreiben. Fragt mich Anfang nächsten Jahres wieder. Vielleicht doch, aber dann vielleicht auf ein oder zwei Monate verdichtet. Wenn Dirk, Benedikt und vielleicht noch jemand anderes mitplanen würden, bin ich eigentlich jetzt schon motiviert.

    Apropos Dirk und Benedikt. An dieser Stelle danke an euch. Danke fürs gemeinsame Denken und Planen. Danke auch für die gegenseitigen Feedbacks in unserer Signal-Gruppe. Danke, dass wir aus der Idee eine Aktion gemacht haben.

    Ein großes Dankeschön geht natürlich auch an euch. Euch, die ihr bei den mitgeschrieben habt. An euch, die ihr mitbeworben und im Fediverse Artikelankündigungen repostet habt. Und euch, die ihr mit uns in Kontakt wart und Feedback gegeben habt. 

    Es war für mich schön zu sehen, wie vielfältig Blogger:innen ihr Bloggen verstehen. Auch wenn manche es als Nabelschau bezeichnen, war es für mich interessant zu lesen, wie Blogger:innen ihr Bloggen reflektieren. 

    Ein mögliches Fazit für mich: Blogs sind nicht tot. Blogs sind vielfältig. Blogger:innen dürfen viel, müssen aber nicht.

    Bloggen heißt Vielfalt.

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  • Das Open Blogging Manifest – Ein Ansatz für mich?

    Das heutige Thema der BlogWochen habe nicht ich ausgewählt. Insbesondere Dirk wollte es gerne in der Liste sehen.

    Denn das Open Blogging Manifest stammt von mir. In dem verlinkten Artikel findet ihr mehr Hintergründe, wie ich dazu kam und was ich zu den einzelnen Punkte denke.

    Das Manifest selbst lautet:

    1. Die Inhalte meines Blogs unterliegen einer offenen Lizenz
    2. Ich verlinke auf meine Quellen
    3. Kommentare in meinem Blog sind möglich und erwünscht
    4. Ich schaffe keine künstlichen Barrieren für Lesende
    5. Die LeserInnen meines Blogs sind Mitmachende
    6. Kooperationen stelle ich transparent dar
    7. Ich wahre die Rechte anderer
    8. Ich suche und pflege Kooperationen mit anderen BloggerInnen
    9. Ich stehe als BloggerIn für mein Blog
    10. Ich trenne Information und Meinung

    Es ist meine persönliche Einstellung zum bloggen an sich.

    Das Manifest ist mein Ansatz. Ich lade euch gerne ein, eure Art des Bloggens mit diesen Punkten zu reflektieren. Wie ihr es für euch anpasst, das ist ganz eure Entscheidung.

    Ein Realitätcheck

    Den ersten Entwurf schrieb ich vor rund zehn Jahren. Lasst mich daher kurz nachsehen, wie meine Art des Bloggens im Jahr 2025 dem Manifest weiterhin entspricht – oder auch nicht?

    Offene Lizenz

    Die Inhalte meines Blogs unterliegen einer Creative Commons Lizenz (CC BY-SA 4.0). Ich hatte einige Zeit noch die Einschränkung, dass kommerzielle Verwertung nicht erlaubt sei. Das schloss eigentlich jede:n Blogger:in aus, die einen Affiliate-Link im Blog eingebaut hatte. Mit der Ergänzung, die Inhalte unter gleichen Bedingungen weitergeben zu müssen, ist ohnehin fast jeder kommerziellere Anbieter abgeschreckt. Seit 2020 habe ich daher meine Creative Commons Lizenz entsprechend geändert.

    Quellen

    Auf meine Quellen zu verlinken nehme ich bis heute ernst. Ich muss mich nicht mit fremden Federn schmücken. Und manchmal lernt man durch das Verlinken der Quelle auch gleich die Person dahinter kennen – was nicht selten zu spannenden neuen Verbindungen führt.

    Kommentare

    Über Kommentare freue ich mich weiterhin. Mein Kommentarformular macht das Kommentieren nicht durch Captchas schwer. Im Rahmen der BlogWochen 2025 habe ich das Thema nochmals intensiver behandelt: Kommentare – Das Salz in der Blogsuppe. Und seit einiger Zeit kann man sogar über das Fediverse meine Artikel kommentieren – was für mich ein echtes Stück „offenes Internet“ ist.

    Barrierefreiheit

    Das mit den Barrieren ist so eine Sache, wie ich zuletzt im Rahmen der BlogWochen 2025 geschrieben habe. Ich bemühe mich immer wieder, technische oder sprachliche Hürden so klein wie möglich zu halten. Perfekt ist es nie – aber das Ziel bleibt.

    BlogDasRobert

    Ich freue mich auch heute noch über Anregungen meiner Blogleser:innen. Mit der Aktion „BlogDasRobert“ lade ich immer wieder ein, mir Themenvorschläge zu schicken. Das ist für mich eine einfache, aber schöne Form gelebter Beteiligung.

    Transparente Kooperationen

    Werbung und kommerziellen Kooperationen kommen in meinem Blog seit Jahren nicht mehr vor. Und wenn es sie gäbe, würde ich sie immer klar deklarieren. Ich möchte, dass man meinen Worten vertraut – und das geht nur mit Offenheit. Werbung im Verborgenen hat im offenen Bloggen keinen Platz.

    Aber ich kann mir das auch leisten, kein Geld einzunehmen.

    Deine Rechte

    Ich respektiere die Rechte anderer, egal ob Text, Foto oder Idee. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, und gerade wer auf Offenheit setzt, sollte auch mit Respekt veröffentlichen.

    Das ist auch der Grund warum manches in meinem Blog nicht genannt wird.

    Blogger:innen-Kooperationen

    Kooperationen mit anderen Blogger:innen sind für mich ein Herzstück der Blogkultur. Ob durch Verlinkungen, gemeinsame Themenwochen oder Gastbeiträge – Bloggen lebt vom Miteinander. Auch die BlogWochen 2025 selbst sind ja genau das: ein kollektives, offenes Projekt.

    Einstehen für mein Blog

    Ich stehe hinter dem, was ich schreibe. Mein Blog ist persönlich, und das soll es bleiben. Ich kann meine Meinung ändern, aber ich verstecke mich nicht hinter Anonymität oder automatisierten Accounts. Mein Blog ist mein digitales Zuhause – und ich bin sein Gastgeber.

    Darüberhinaus ist bloggen für mich auch eine Einstellung geworden. Darüber habe ich auch ein wenig im Rahmen der BlogWochen 2025 geschrieben:

    Ein anderer Aspekt ist für mich die Verknüpfung meines Blogs mit dem Fediverse. Damit ist bloggen und das posten im Fediverse sehr nah aneinander. Mein Blog ist somit auch Teil meines Auftritts in sozialen Netzwerken. Damit gibt es keine Trennung mehr für mich zwischen diesen Welten.

    Meinung ist keine Information

    Die Grenzen zwischen Meinung und Information verschwimmen heute leicht – vor allem in sozialen Netzwerken. Ich halte es für wichtig, sie bewusst zu trennen. In meinem Blog schreibe ich beides: Fakten, soweit ich sie kenne, und meine persönliche Sicht darauf. Aber ich versuche, das eine nicht als das andere auszugeben. Meinung ist wertvoll, solange sie kenntlich bleibt – und respektvoll formuliert wird.

    Neu: Ich lege meinen Umgang mit Künstlicher Intelligenz offen

    Künstliche Intelligenz ist längst Teil meines digitalen Alltags – auch beim Bloggen. Ich nutze sie, um Ideen zu sortieren, Formulierungen zu prüfen oder Fakten nachzuschlagen. Aber das Schreiben, die Haltung, die Auswahl der Themen – das bleibt meine Aufgabe. Offen zu bloggen heißt für mich auch, offen zu sagen, wenn KI mitgearbeitet hat. Sie ist für mich Werkzeug, nicht Stimme.

    Das hat mich auch zu meiner Kreativitätserklärung im Blog geführt.

    Fazit

    Zehn Jahre später erkenne ich mich in allen Punkten meines Manifests noch wieder. Manches habe ich nachgeschärft, anderes lebt einfach im Alltag weiter. Vielleicht ist genau das der Sinn eines Manifests: nicht ein starres Regelwerk zu schaffen, sondern eine Einladung, immer wieder neu über das eigene Tun nachzudenken.

    Wie haltet ihr es mit dem offenen Bloggen?
    Vielleicht ist heute ein guter Tag, um euer eigenes kleines Manifest zu schreiben.

    Hinweis:

    Künstliche Intelligenz hat an diesem Artikel mitgewirkt. Ich habe einige Punkte im „Gespräch“ mit einer KI reflektiert und mir bei der Rechtschreibung helfen lassen. Der Text, seine Gedanken und die Auswahl der Inhalte stammen aber von mir.

    Fediverse reactions
  • Barrierefreiheit im Blog – Wie inklusiv sind wir wirklich?

    Barrierefreiheit ist ein Thema, dass mich schon lange in meinem Blog beschäftigt.

    Mittler zwischen den Welten

    Einerseits ging und geht es darum, dass ich mein Blog barrierefrei gestalte. Andererseits habe ich immer wieder versucht als Mittler zwischen den Welten zu agieren. Da gibt es die Menschen, die sich mit all den technischen Fragen hinsichtlich einer barrierefreien Website beschäftigen. Dann gibt es die Blogger:innen, die ihr Hobbyblog betreiben. Wobei ich betonen möchte, dass Hobby nicht abwertend gemeint ist. Manches Hobby erfordert viel Energie, Fachwissen und Lernbereitschaft.

    Solch ein:e Hobbyblogger:in kann und wird sich nie all die Fachkenntnisse verschaffen können, um das Blog auf Herz und Nieren auf technische Barrierefreiheit zu testen und dann eventuell auch noch entsprechend Änderungen vornehmen.

    Man hat WordPress oder ein anderes Blog Management System installiert und sich ein Theme ausgesucht und das war es schon.

    Hier stand ich immer vor der Herausforderung, aus diesem „das war es schon“ herauszuarbeiten, was trotzdem geht. Trotzdem, obwohl mir die technischen Fähigkeiten fehlen. Trotzdem, ob wohl ich mein kein eigene Webagentur leisten kann.

    Mir ging und geht es immer darum Sensibilität für das Thema zu schaffen, also warum man überhaupt Barrierefreiheit im Blog braucht und wie man sich diesem mit relativ einfachen Mitteln annähern kann.

    Was man tun kann

    Natürlich hängt einiges vom gewählten Theme/Template ab und auch manch Plugin kann ein technisch barrierefreies Blog mit Stolperfallen versehen.

    Darüberhinaus sind es aber auch Fragen, die sich jede:r Blogger:in stellen kann:

    • Beinhalten meine Fotos einen Alternativtext und bin ich dabei konsequent?
    • Verwende ich Überschriften (anstelle von fettem Text) und halte dabei eine Ordnung ein? Also eine H2 für die großen Kapitel, eine H3 für die Subkapitel und eine H4 für etwaige Sub-Subkapitel.
    • Müssen Menschen in meinem Blog Captchas lösen und können das sehbehinderte Menschen überhaupt?
    • Sind die Farbkontraste in meinem Blog so gewählt, dass auch Menschen mit Sehschwäche noch etwas erkennen können?

    Ich muss zugeben, dass ich bei letzterem auch nicht immer konsequent bin. Meine Artikel könnten durchaus öfters Zwischenüberschriften vertragen.

    Verständliche Sprache

    Ein wichtiger Teil von Barrierefreiheit ist immer auch die Frage nach einer zugänglichen Sprache. Verfasse ich meine Texte in Schachtelsätzen und verwende ich Fremdworte?

    Natürlich sollen Blogger:innen so schreiben, wie es ihnen liegt. Es ist ihr Blog. Sobald ich jedoch etwas vermitteln möchte, muss ich mich auch um meine Sprache und Schreibweise kümmern.

    Auch hierfür gibt es technische Vorgaben, ganze Bücher und Lehrgänge. Manchmal hilft es aber auch, den eigenen Text ein paar Tage später zu lesen, um zu merken, wo man zu kompliziert geworden ist. Manchmal hilft es auch, jemanden anderen den eigenen Text lesen zu lassen und sich erzählen zu lassen, wie es der Person dabei ergangen ist.

    Außerdem ist ein Blog auch ein Lernort. Für mich selbst. Ich lerne mich (besser) auszudrücken und damit auch so, dass vielleicht mehr Menschen verstehen, was ich ihnen erzählen möchte.

    Webstandards

    Vielleicht ist dies nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Aber Webstandards sind ein wichtiger Beitrag zu einem barrierefreien Internet.

    Oft geht es darum, dass man Menschen die Möglichkeit gibt, ein Blog auf ganz unterschiedliche Weise zu lesen. Das das World Wide Web auf HTML bietet die Möglichkeit, dass man ganz unterschiedliche Browser nutzen kann und dies auf kleinen und großen Bildschirmen. Blinde Menschen nutzen Screenreader, die ihnen die Inhalte von Webseiten vorlesen. Und andere verwende eine Braillezeile, mit der sie Webtexte quasi ertasten können.

    All dies wäre nicht möglich, wenn das Web nicht auf diesen Standards aufbauen würde. Diese Standards ermöglichen es jedem Gerät und jeder Software, die Bedürfnisse ihrer Nutzer:innen zu erfüllen, wenn es um die Art der Aufbereitung geht.

    Dasselbe gilt für RSS oder ActivityPub. Hier werden Informationen des Blogs weitergereicht. Das weiterreichen ist standardisiert. Die Aufbereitung individuell. Jemand abonniert hunderte Blogs und lässt sich im Feedreader nur die Artikel anzeigen, die sich mit einem speziellen Thema beschäftigen. Oder jemand filtert Themen raus, die ihm:sie ängstigen.

    Webstandards erlauben den einzelnen Nutzenden selbst zu entscheiden, wie sie meine Texte lesen wollen. Und sie können sie auch so lesen, hören, ertasten, wie sie es benötigen.

    Umgangston

    Eine Barriere kann sich auch dabei aufbauen, ob jemand meinen Artikel kommentieren möchte. Ist auf meinem Blog zu sehen, dass ich mich prinzipiell über Kommentare freue? Lade ich dazu ein, Artikel zu kommentieren? Und wie gehe ich mit denjenigen um, die kommentieren? 

    Ein Blog ist kein Forum. Aber ich habe auch eine Verantwortung gegenüber meinen Kommentierenden. In dem Sinne, sie vor anderen Kommentierenden zu schützen, wo sie Schutz bedürfen.

    Manche können sich nur bedingt ausdrücken, haben Schwierigkeiten beim Tippen oder mit der Grammatik. Das darf in meinem Blog niemals zu Hänseleien oder Beleidigungen führen.

    Lebenseinstellung

    Jemand sagte mal sinngemäß

    Barrierefreiheit ist keine Technik, es ist eine Einstellungsfrage.

    Als Hobbyblogger:in kann man nicht in allem perfekt sein und nicht das technisch perfekt barrierefreie Blog hinbekommen. Aber man kann interessiert sein, immer wieder versuchen, Barrieren zu entdecken und sie zu beseitigen. Man kann offen dazu einladen, Hindernisse aufzuzeigen und sie vielleicht sogar gemeinsam zu lösen.

    Denn absolute Barrierefreiheit gibt es nicht. Für irgendjemanden gibt es Immer einen Stolperstein. Aber gemeinsam kann man einige dieser Stolpersteine oft recht leicht beseitigen oder zumindest gute Wege herum schaffen.

    Schlußendlich geht es immer wieder ums zuhören. Zuhören, wie es anderen geht.

    Setzen wir eine Blaue Haube auf

    Am 30. November findet der alljährliche Blue Beanie Day statt. Seit diese Idee nach Österreich kam, unterstütze ich sie. An diesem Tag setzen Menschen weltweit blaue Hauben bzw. Mützen auf, posten Bilder davon und schreiben darüber, warum sie Webstandards und ein Web für alle unterstützen.

    Der 30. November naht. Ich nehme den heutigen Artikel zum Anlass, um mit den Vorbereitungen für diesen Tag zu beginnen. Bis dahin werde ich immer wieder kleine Informationen rund um barrierefreies Bloggen und unser gemeinsames Web teilen.

    Wer mehr wissen will:

    Jeder Beitrag zählt

    Vielleicht möchtest du auch etwas in deinem Blog verändern. Sei es nur ein kleiner Schritt. Es wäre schön, wenn du am Blue Beanie Day davon erzählen würdest. 

    Denn jeder Beitrag ist auch ein wenig Werbung für das Thema und kann andere dazu anregen, ebenfalls einen Schritt zu tun.

    Am Schluss ein wenig Eigennutz

    Das darf auch sein. Denn wenn du oder du dein Blog barrierefreier gestaltest habe ich auch etwas davon. Ich kann auch unterwegs im Sonnenlicht noch deine Texte lesen. Ich lese den Alternativtext zu einem Bild, weil ich den Inhalt des Fotos nicht interpretieren kann. Ich muss mich nicht mit einem Captcha herumärgern oder kann es nicht lösen, weil ich das Audiocaptache nicht laut schalten kann (in diesem Moment). Ich kann mit der Tastatur navigieren, weil der Mouse gerade er Strom ausgegangen ist. Ich finde dein Blog in der Suchmaschine, weil diese auch gut strukturieren Text (mit Überschriften) mag.

    Knapp nach dem ich diesen Absatz fertig geschrieben habe landet der Artikel „Barrierefreiheit ist wichtig – auch wenn sie nicht allen nutzt“ von Melly Meah in meinem Feedreader. Barrierefreiheit mag vielen nutzen, aber es sollte nie um die Anzahl der Nutzenden gehen sondern darum, allen Zugänge zu ermöglichen.

    Ein letzter Satz …

    oder zwei. Wenn du mein Blog besucht und Barrieren für dich findest. Dann lass es mich bitte wissen. Ich werde mich bemühen, Abhilfe zu schaffen. Danke!

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  • Bloggen und Geld verdienen – Zwischen Leidenschaft und Monetarisierung

    Es gab vor vielen, vielen Jahren eine Zeit, da hatte mein Blog einiges mehr an Zugriffen. Es gab noch nicht die „Konkurrenz“ um Klicks mit Social Media und Google mochte Blogs. Agenturen erklärten Firmen, dass sie Blogs als Partner bräuchten und dann würde alles gut. Naja, die Online Welt war etwas komplexer, aber so fühlte es sich manchmal ein wenig an.

    Damals überlegte ich kurz, ob ich mich noch mehr reinsteigern sollte und dann gleich auch Werbeplätze anbieten, Amazon Links, etc.

    Glücklicherweise habe ich es nie gemacht. Vielleicht hätte ich irgendwie – zumindest einige Zeit ein wenig davon leben können – aber zu welchem Preis.

    Ich wäre irgendwann nur den Themen nachgegangen, die Klicks bringen. Ich hätte manch Werbung geschalten, die ich fragwürdig gefunden hätte – aber mein Leben bezahlt hätte.

    Schlußendlich war mir auch klar, dass es wohl nicht klappen würde, auf längere Zeit genug Geld damit zu verdienen.

    Ich bin sehr froh, dass es nicht so gekommen ist.

    So bleibt mein Blog ein offener Ort, ein Ort, an dem ich das blogge, was ich möchte. In dem ich experimentieren kann.

    Ich habe ein einfaches Statistiktool. Wenn die Zahl der Zugriffe steigt, dann freue ich mich ein wenig – besonderes wenn es Artikel betrifft, die mir besonders wichtig sind. Aber spannender für mich sind unter anderem einzelne Kommentare.

    Im Rahmen der BlogWochen 2025 habe ich schon geschrieben, warum ich immer noch blogge und über meine Motivation.

    Ich habe einen Beruf, der mir finanziell ein gutes Leben ermöglicht. Und damit finanziert er mir auch meine Leidenschaft zu bloggen, was, wann und wie ich will.

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  • Verändert Bloggen etwas?

    Das ist wieder einmal ein Thema, dem man sich aus vielen Perspektiven nähern kann. Ich versuche es nachfolgend mit ein paar Bruchstücken, die gemeinsam vielleicht eine gewisse Draufsicht auf die Frage ergeben.

    Zunächst einmal die typische Anfangsfrage zu einer Frage rund ums Bloggen. Muss Bloggen etwas verändern? Ich würde sagen: Nein! Ich kann bloggen, um einfach nur etwas zu erzählen. Nichts Weltbewegendes, aber etwas, das ich mit (einem Teil der) Online-Welt teilen möchte. Ich kann auch einfach von mir erzählen, ohne viel Anspruch an diese Welt.

    Aber auch ohne diesen Anspruch nach außen, vielleicht ändert Bloggen etwas an mir. Das kann ich für mich selbst behaupten. Durch das Bloggen und das Feedback darauf habe ich gelernt, wie ich etwas schreibe. Ich habe Kontakte geknüpft und durch andere Neues gelernt. Durch mein Blog bin ich auf Menschen gestoßen – oder sie auf mich – mit denen ich kleine und große Projekte gestartet habe. Mit dem Blog habe ich einen Weg gefunden, meine Gedanken, Erfahrungen und mein Wissen auf einem ganz anderen Kanal zu teilen. 

    Ich bin auch zu dem Selbstverständnis gekommen, mich Bloggerin zu nennen. Das klingt jetzt vielleicht nicht nach viel. Für mich ist es aber auch eine Lebenseinstellung, wie ich in meinem Open Blogging Manifest für mich festgehalten habe.

    Das ist schon viel. Aber hat mein Blog, haben meine Artikel auch etwas „da draußen” verändert?

    Auf der einen Seite kann ich das gar nicht sagen. Manchmal bekomme ich eine E-Mail oder einen Kommentar, in dem mir jemand schreibt, dass er:sie meinen Blog schon seit Jahren liest und dass ihm:ihr irgendwann ein Artikel geholfen hat. Mal war es nur ein Tipp oder eine Information, manchmal war es auch eine Aufmunterung oder eine Ermunterung. Vielleicht war es nur eine kleine Veränderung im Leben, aber doch eine in positive Richtung.

    Dann gibt es noch Projekte und Themen in meinem Blog, die vielleicht doch ein wenig mehr verändert haben. Zumindest bei manchen. Eine Zeit lang habe ich viel über Barrierefreiheit im Internet geschrieben und darüber, wie auch technisch weniger erfahrene Blogger:innen einen Beitrag leisten können. Es gab Blogparaden, ein Buch, eine Veranstaltung und viele Blue Beanie Days. So konnte ich miterleben, wie manche:r mitmachte, ihre:seine Einstellung zu Web Accessibility änderte und auch selbst darauf achtete Barrieren zu vermeiden.

    Es gibt einige Blogger:innen, die mehr bewegen. Sie rufen zu Kampagnen, Aktivismus, Protesten, Spenden und vielem mehr auf und Menschen folgen ihnen. 

    Wenn Blogs schon keine Veränderungen bewirken, so bewegen sie doch.

    Sie bewegen Gedanken. Sie bewegen Gefühle. Das kann der erste Schritt in Richtung einer Veränderung sein, der noch von vielen anderen Dingen beeinflusst wird.

    Zurück zum Anfang. Wer ein Blog beginnt, hat schon etwas verändert. Er:sie hat sich unabhängiger gemacht von Social-Media-Streams. Sie:er hat für sich selbst eine eigene Plattform kreiert, um Gedanken, Ideen oder was auch immer ins Netz zu bringen. Bloggen ist somit per se schon eine Veränderung für einen selbst.

    Ob man darüber hinaus noch etwas verändert, Einstellungen oder Systeme/Strukturen, hängt einerseits davon ab, was man anstrebt. 

    Andererseits merkt man manchmal gar nicht, was man bei anderen Menschen verändert hat. 

    Bloggen verändert. Immer. Irgendwie. Manchmal ist es laut und vordergründig, manchmal leise und im Verborgenen.

  • Privates und Öffentliches – Welche Themen wir bewusst aus unseren Blogs heraushalten

    Es gibt Menschen, die verwenden Weblogs als Tagebuch. Alles was sie so erleben, landet als Text oder Bild im Netz.

    Ich habe dies nie so für mich gesehen. Ich schreibe über Themen, wobei natürlich meine privaten Interessen, meine eigenen Erlebnisse einfließen.

    In der Über mich Seite meines Blogs, findet man schon einige private Informationen über mich. Dort schreibe ich zum Abschluss:

    Natürlich habe ich auch ein Privatleben außerhalb des Internets mit vielen Interessen. Aber das breite ich hier nicht im Detail aus. Manches kann man in meinem Blog oder in den „sozialen Netzwerken“ nachlesen. Am wichtigsten sind mir nach wie vor die Menschen in meinem näheren Umfeld, die ihre Privatsphäre genießen sollen und deshalb in diesem Blog nur am Rande eine Rolle spielen.

    Das ist für mich wohl der größte Angelpunkt. Die Menschen um mich herum aus meinem Blog herauszuhalten. Sie kommen nur dann vor, wenn sie sich bewusst dafür entscheiden, hier auch genannt zu werden. Ansonsten erwähne ich mal Verwandte und Bekannte, aber nur sehr, sehr allgemein.

    Aber heutzutage schreibt man nicht nur in einem Blog. Ich bin im Fediverse und auch sonst in einigen anderen Sozialen Netzwerken. Wer mag, kann natürlich all diese Textschnipsel und Fotos miteinander verbinden und versuchen, sich ein Bild von mir zu machen. Das geht heutzutage wohl noch einfach als zu Beginn des Web 2.0.

    Dann gibt es noch alle diejenigen, die mich erwähnen und wo es leicht ist, diese Erwähnung auch wirklich mir zuzuordnen.

    Privatsphäre im Netz ist daher nicht nur eine Frage, die ich in meinem Blog allein überlegen muss. Privatsphäre ist nicht einmal von mir allein erhaltbar.

    Aber bleiben wir mal beim Blog.

    Da für so etwas auch Künstliche Intelligenz hilfreich sein kann, habe ich ChatGPT beauftragt, einen Art „Privatsphärencheck“ zu machen:

    Checke mein Blog nureinblog.at. Versuche so viele private Informationen rauszufinden, wie nur möglich. Mache quasi einen Privatsphären-Check. Lass dir Zeit. 

    Da kam einiges, was ich hier gar nicht breittreten möchte. Allein schon die vielen Verlinkungen in meinem Blog zu weiteren Profilen und Aktivitäten ergibt schon ein ordentliches Profil.

    Ich kann schon mal für mich festhalten, dass auch wenn ich glaube wenig über mich zu sagen, doch einiges über mich erzähle.

    ChatGPT hat nach einiger Diskussion folgende Kurzeinschätzung über mich verfasst:

    Ein introvertierter, reflektierter Mensch mit kontrollierter Außendarstellung. Legt Wert auf digitale Selbstbestimmung und offene Kommunikation, aber schützt die Privatsphäre im engeren Umfeld konsequent. Öffentliches Profil: „der Netzwerker aus der alten Bloggarde, der am Offenen Web festhält“.

    Es wäre interessant zu erfahren, ob ihr das auch aus meinem Blog herauslest.

    Aber kehren wir zur Frage zurück.

    Manch anderes Thema findet sich hier ebenfalls nicht, da ich meine berufliche Tätigkeit und mein privates Bloggen nicht vermischen möchte. Manchmal tue ich es ein wenig und könnte wohl noch viel mehr. Aber immer die Schere im Kopf zu haben, damit ich nicht irgendwelche Grenzen überschreite, ist mir einfach zu anstrengend.

    Das ist wohl auch ein wichtiger Grund, warum ihr manche Themen hier nicht findet. Ich gestalte mein Blog als einen Raum, in dem es mir Freude macht, über Inhalte zu schreiben.

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  • Kommentare – Das Salz in der Blogsuppe

    Diese Analogie ist zwar wohlbekannt, aber in vielem zutreffend.

    Beginnen wir mit der Frage, was ein Kommentar überhaupt ist. Sind es nur die Texte, die Menschen über ein Formularfeld unterhalb eines Blogartikels hinterlassen? Manche Blogs unterbinden solche Kommentare. Man kann jedoch eine E-Mail schicken, die manche Blogger:innen dann manuell als Kommentar einfügen.

    Das ActivityPub-Plugin verknüpft das gesamte Fediverse mit meinem Blog. So geht ein Artikel als Posting ins Fediverse. Jeder Kommentar zu diesem Posting landet dann auch wieder hier im Blog unter dem Artikel. 

    Es gibt somit heutzutage einige Möglichkeiten, Salz in die Blogsuppe zu streuen.

    Bleiben wir bei der Analogie. Manche Menschen, die auf ihre Gesundheit achten, reduzieren ihren Salzkonsum. So achten manche Blogger:innen auf ihre seelische Gesundheit und schließen die Kommentarfunktion ihres Blogs. Sie haben bereits zu viele anstrengende Diskussionen, Trolle und Hass erlebt, um sich das noch einmal anzutun. 

    Andere nervt der ganze Spam, der hereinkommt. Manche wollen gar nicht diskutieren. Er oder sie will einfach nur bloggen.

    Dann gibt es Menschen wie mich, die Kommentare als Teil der Bloggerkultur sehen. Ich bin OpenBlogger und mag meine Blogsuppe. Aber der Geschmack kommt manchmal erst mit den Kommentaren. Wenn es gut läuft, ergänzen sie meinen Artikel, geben weitere Antworten oder erweitern die Diskussion.

    Mit der Kommentarfunktion biete ich meinen Leser:innen die Möglichkeit, mit mir in Interaktion zu treten.

    Manchmal kann ein Kommentar die Blogsuppe jedoch auch ordentlich versalzen. Da kommt ein Kommentar, bei dem man merkt, dass der oder die Verfasser:in zynisch sein möchte. Ob gewollt oder nicht, er würdigt einen herab. Ich fühle mich ungelesen und unverstanden. 

    Manchmal schluckt man das in dem Moment hinunter. Manchmal beschäftigt es mich den ganzen Tag und ich muss in Ruhe darüber schlafen. Das ist auch gut so. Denn einen solchen Kommentar sollte man nicht gleich beantworten. Es hat keinen Sinn, den eigenen Frust hineinzustecken. Das wird sowieso nicht verstanden und regt vielleicht zu weiteren dummen Rückmeldungen an. 

    Und manchmal hat so ein Kommentar durchaus recht. Ich habe einen Fehler begangen und etwas schlecht recherchiert. Das ärgert mich dann ein wenig. Aber eigentlich sollte ich dankbar sein, dass sich jemand die Mühe macht, mich darauf hinzuweisen. Und ich sollte selbst dafür danken.

    Manch eine:r meinte, dass Kommentare sowieso aussterben – so wie es Blogs angeblich immer schon wieder getan haben. Man schreibt in Social Media, aber man kommentiert keine Blogs im Web. Nun, das mag in seiner Gesamtheit stimmen. Wobei, wer weiß schon, wieviele Kommentare früher in der ganzen so genannten „Blogosphäre“ geschrieben wurden.

    Techniken wie das ActivityPub Plugin für WordPress holen Kommentare aus dem Fediverse ins Blog. Damit steigt auch die Möglichkeit gesehen und kommentiert zu werden. Aber auch so merke ich, dass manch Artikel von mir noch immer kommentiert wird.

    Es braucht kein ganzes Meer voller Salz. Manchmal ist ein Salzkristall – also ein Kommentar – genau der Kristall, der die Blogsuppe so schmackhaft macht. Ein Kommentar, der einen wieder motiviert, über den man sich freut.

    Also. Streut mir doch ein wenig Salz in meine Blogsuppe.

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