Schlagwort: Bloggen

  • Blogstöckchen, Blogparaden, Trackbacks & Co. – Tradition oder Renaissance?

    Blogstöckchen? Blogparade? Sagen die Begriffe überhaupt jedem etwas?

    Am Beginn steht ein:e Blogger:in, die ein Thema vorgibt.

    Bei einem Blogstöckchen schreibt der:die Blogger:in über ein bestimmtes Thema und nominiert dann ein, zwei oder mehrere andere Blogger:innen. Diese sind eingeladen, das Stöckchen aufzunehmen, über das Thema zu bloggen und das Stöckchen wiederum weiterzureichen. In ihrem Artikel reichen sie das Stöckchen wiederum weiter. Das kann tagelang, wochenlang oder monatelang gehen. Manchmal werden solche Stöckchen auch von anderen gefunden, die nicht genannt wurden, und diese nehmen sie trotzdem auf und schreiben …

    Bei der Blogparade ergeht der Aufruf an alle, die mitmachen möchten. In der Regel gibt es einen Aktionszeitraum, in dem der Artikel erscheinen soll. „Brave” Blogparaden-Teilnehmende verlinken auf den Ausgangsartikel. Dadurch ergab sich früher ein Trackback, mit dem das Startblog von der Erwähnung informiert wurde. Ansonsten musste man per E-Mail oder Kommentar über die Teilnahme an der Parade informieren. In der Regel gab es am Schluss einen Artikel, in dem alle teilnehmenden Blogs aufgelistet waren und zu deren Artikeln verlinkt wurde.

    Und somit sind die BlogWochen 2025 eigentlich eine Vielzahl von Blogparaden in kurzem zeitlichen Abstand. Wir haben auch Themen, laden jede:n ein und listen dann alle auf, die irgendwie auf sich aufmerksam machen.

    Tradition oder Renaissance?

    Es ist wie wohl wie bei Blogs allgemein. Ich habe den Eindruck in letzter Zeit entdecke ich mehr Blogstöckchen und -paraden.

    Aber sie waren beide wohl nie wirklich weg. An irgendeiner Ecke des Blogiversums fand sicherlich immer wieder eine solche Aktion statt. Was fehlt sind halt zentrale Seiten, die Blogparaden sammeln und auf denen man sich interessante Themen zusammensuchen kann. Ja, die gab es früher.

    Was wir jetzt haben ist unter anderem das Fediverse. Hier entdecke ich Hinweis auf Blogartikeln Und da nehme ich – ohne ein Stöckchen zu sehen – dann gerne mal den Faden auf und blogge auch über das Thema.

    Wie auch immer. Stöckchen und Paraden sind einfach ein Ausdruck dessen, dass wir Blogger:innen uns gerne austauschen. Und sie sind hilfreich für alle, denen mal kein Thema einfällt.

    Mehr fällt mir heute dazu nicht mehr ein. Außer, dass ihr bei der langwährenden Blogparade, den BlogWochen, gerne mitmachen könnte. Ob dieses Thema, ein früheres Thema oder ein kommendes. Zu allem sind (noch) Artikel willkommen.

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  • Warum wir schreiben sollten – auch wenn niemand liest

    Im Rahmen der BlogWochen haben wir auch einen Artikel vorgesehen, den wir gemeinsam mit einer KI planen oder von ihr schreiben sollten.

    Nun, dann stellte ich ChatGPT die Frage:

    Wenn du nur einen Artikel in einem Blog veröffentlichen könntest, welcher wäre das?

    Die Antwort hätte ich auch gerne geschrieben:

    Ein Plädoyer für das persönliche, öffentliche Denken

    In einer Welt voller schneller Likes, kurzlebiger Trends und optimierter Sichtbarkeit verliert etwas leises, unscheinbares an Boden: das Schreiben um des Schreibens willen. Nicht fürs Publikum. Nicht für Reichweite. Sondern für dich selbst – und die, die vielleicht zufällig darüber stolpern.

    Ein Blog ist mehr als ein Publikationskanal. Er ist ein Denkraum. Er erlaubt es, Gedanken aus dem Kopf in die Welt zu entlassen – unfertig, unperfekt, offen für Resonanz. Schreiben klärt. Schreiben zwingt zur Auseinandersetzung. Es ist eine Form der Selbstfürsorge, der Erinnerung und der Dokumentation.

    Du brauchst kein Thema, keine Nische, keine Strategie. Du brauchst nur den Mut, dir selbst zuzuhören.

    Denn irgendjemand liest immer mit. Und manchmal ist dieser Jemand dein zukünftiges Ich.

    Auch den Titel dieses Artikels hat mit dir KI vorgegeben.

    Ohne weiter zu fragen, gab mir die KI auch gleich noch eine weitere Antwort:

    Warum dieser Artikel?
    Weil er für mich den Kern trifft: das Web als öffentlicher Möglichkeitsraum, der durch persönliches Schreiben lebendig bleibt – jenseits von Algorithmen, Monetarisierung oder Performance. Wenn ich nur einen Beitrag setzen dürfte, dann soll er nicht über Technik, Politik oder Gesellschaft reden, sondern über das, was all das zusammenhält: das menschliche Bedürfnis, sich mitzuteilen.

    Das lasse ich einfach mal stehen.

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  • Warum Feeds wichtiger sind, als viele denken

    Feeds? RSS? Manch eine:r kennt dieses „Icon“ mit den orangen Symbolen aus den frühen 2000ern. Kaum jemand spricht heute noch davon – und doch nutzen Millionen Menschen täglich Feeds, oft ohne es zu wissen. Sie sind ein Teil der unsichtbaren Infrastruktur des Internets.

    Für manche sind Feeds nur ein Relikt aus der alten Blog-Ära. Damals prangte das RSS Icon mehr oder minder groß auf der Startseite (fast) jedes Blogs.

    Andere haben noch nie etwas davon gehört oder steigen schon beim Wort Feedreader aus.

    Unsichtbare Infrastruktur des Internets

    Viele Apps, die wir selbstverständlich nutzen, basieren auf Feeds. Ein paar Beispiele:

    • Podcast-Apps: Jeder Podcast existiert im Kern als Feed. Ohne Feeds gäbe es keine automatische Aktualisierung und kein Abonnieren neuer Folgen.
    • Nachrichten-Apps: Einige greifen direkt auf RSS- oder Atom-Feeds zu, um Inhalte an einem Ort zu bündeln.
    • Fediverse: Auch das Fediverse ist im Prinzip eine riesige Landschaft von Feeds. Fast jede App, die sich ins Fediverse einklinken kann (per ActivityPub Schnittstelle) bietet diese Technik im Hintergrund an. Jeder Account ist ein Feed, der abonniert werden kann. Oft kann man auch einzelne Tags eines Accounts extra als Feed beziehen und vieles mehr.
    • Blogs: Auch wenn z.B. WordPress seinen Feed immer besser versteckt, so ist er in jeder Installation implementiert. Als begeisterter Feed-Nutzer habe ich den Feeds meines Blogs eine eigene Seite gewidmet.

    Feeds sind die stillen Transportkanäle des Netzes. Sie liefern Inhalte zuverlässig, ohne dass man es bemerkt – wie Leitungen, die Strom bringen.

    Kontrolle statt Algorithmus

    Die großen Plattformen haben uns an „kuratierte“ Feeds gewöhnt. Doch kuratiert heißt in Wahrheit: aussortiert, umsortiert, priorisiert – und zwar nach Interessen der Plattform, nicht nach unseren.

    Ein Blog- oder Podcast-Feed funktioniert anders. Er zeigt alles, was veröffentlicht wird – in der Reihenfolge der Veröffentlichung. Kein Algorithmus entscheidet, was du sehen sollst.

    Das bedeutet:

    • Keine versteckten Inhalte.
    • Keine Bevorzugung bestimmter Formate oder Themen.
    • Keine künstliche Dringlichkeit („Trending!“).

    Ein Feed ist schlicht ein Werkzeug der Selbstbestimmung. Wer Feeds nutzt, holt sich ein Stück digitale Souveränität zurück.

    Digitale Archive statt Vergessen

    Social-Media-Inhalte verschwinden schnell im Strom der Timeline. Ein Tweet von gestern? Praktisch weg. Ein Instagram-Post aus dem Vorjahr? Kaum auffindbar.

    Ein Feed dagegen ist ein dauerhaftes Archiv. Jede neue Folge eines Podcasts, jeder Blogartikel, jeder Beitrag wird in meinem Feedreader automatisch gespeichert und bleibt erreichbar. So entsteht ein langfristiges Gedächtnis – nicht abhängig von der Gnade einer Plattform.

    Gerade für Nischen-Themen oder persönliche Blogs ist das entscheidend: Sie leben davon, dass Inhalte auch nach Jahren noch gefunden und gelesen werden können.

    Einschränkung: Nicht jeder mag Voll-Feeds

    Als Open Blogger bekommst du natürlich meine Artikel als Voll-Feed. Das möchte jedoch nicht jeder. Manche Blogs bieten per Feed nur den Titel und einen kurzen Text. Den Rest muss man dann doch auf der jeweiligen Website lesen. Einige Feedreader kompensieren dies, indem sie den restlichen Artikel aus dem Blog auslesen und dann direkt im Reader zum Lesen anbieten.

    Ich kann diese gekürzten Feeds durchaus verstehen. Manche Blogger:innen fürchten, Leser:innen bzw. Zugriffszahlen zu verlieren. Aber immerhin bleibt dann der Feed im Feedreader und informiert mich über neue Artikel, ohne dass ich dauernd zu dem Blog surfen muss.

    Offene Standards als Gegengewicht

    Feeds sind offen. Jeder kann sie erzeugen, jeder kann sie lesen. Es gibt keine Genehmigungspflicht, keine API-Beschränkung (nur die gekürzten Feeds), keine exklusiven Verträge.

    In einer digitalen Welt, die immer stärker von geschlossenen Silos geprägt ist, sind Feeds ein kleines Stück Freiheit. Sie sind ein Versprechen: Inhalte bleiben zugänglich, unabhängig davon, welche Plattform gerade in Mode ist.

    Man könnte sagen: Feeds sind das Rückgrat des offenen Webs. Ohne sie wären wir längst vollständig auf die Wohlwollen von Facebook, TikTok & Co. angewiesen.

    Praktische Beispiele

    • Wissenschaft & Forschung: Neue Paper oder Journals abonnieren und automatisch im Reader sehen.
    • Politik & Medien: Lokale Nachrichten direkt von der Quelle lesen, ohne Clickbait-Filter großer Portale.
    • Blogs: Persönliche Blogs im Auge behalten, auch wenn sie nur sporadisch veröffentlichen.
    • Selbstorganisation: Eigene private Feeds für Projekte, Aufgaben oder Notizen erstellen (z.B. mit Tools wie IFTTT oder eigenen Generatoren).

    Meine Feed-Welt

    Als Feedreader verwende ich eine Online-Lösung auf meinem Webspace: FreshRSS

    Mittels Fiery Feeds greife ich über meinen Mac und iPhone auf FreshRSS zu.

    Eigentlich müsste ich da noch viel mehr aufzählen. Aber das hebe ich mir aus Zeitgründen für einen weiteren Artikel auf.

    Fazit

    Feeds sind unsichtbar – und gerade deshalb so mächtig. Sie geben uns Kontrolle über das, was wir lesen, hören und sehen. Sie sind offen, stabil und unabhängig von Plattformen.

    Vielleicht sind Feeds deshalb sogar wichtiger, als viele denken.

    Und vielleicht ist es genau jetzt an der Zeit, sie wieder bewusster zu nutzen.

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  • Von UseNet bis Webforen – Die Vorläufer des Blogs

    Ja, das UseNet habe ich auch verwendet. Aber nicht sehr ausgiebig. Ich landete rasch in der Blackbox und ihrem kommerziellen Pendant Magnet. Schon in den 90er hatte die Blackbox mit dem First Class Client eine grafische Oberfläche. Es gab dort Foren mit unterschiedlichsten Themen. Das spannendste war wohl das „Anarchy“ Forum. Dort konnte jede:r ein Subforum aufmachen. Einfach so – das war kaum sonst wo möglich. Solange in dem jeweiligen Subforum diskutiert wurde, blieb es bestehen. War rund 30 Tage Ruhe wurde es gelöscht. Manche beliebte Anarchie-Foren wanderten dann in das reguläre Blackbox Angebot.

    Immer ging es dabei um Austausch, miteinander in Kontakt kommen. Viele wollten einfach Spaß haben, Witze und Memes austauschen (also Twitter Null Punkt Zwei). Andere wollten über mehr oder minder wichtige Themen reden.

    Dann erstellte ich meine erste Website und gestaltete sie mittels Word für Windows. Ja, ernsthaft. Wordseiten konnten als HTML gespeichert werden. Danach kam Frontpage. Ein fürchterliches Programm, das ganz viel „Schrott“ im Code ablegte.

    Dort führte ich auch eine Art Blog über meine Erfahrungen mit dem Personal Digital Assistent Avigo und danach für die Smartphones der österreichischen Firma Tel.Me. (die es nicht mehr gibt).

    Bei den Nutzer:innen dieser Geräte kam bald auch ein größeres Interesse am Austausch auf. Also richtete ich mein erstes Forum ein und wurde Forumsadministrator. Es war eine feine Community – ich glaube, es waren rund 200 Menschen registriert.

    Insgesamt verwendete ich im Laufe der Zeit drei unterschiedliche Forensysteme. Das zweite (ComaWiki) bot auch eine kleine Blogfunktion. Damit schließt sich fast der Kreis.

    Die Firma Tel.Me. schloss, die Forenbeiträge wurden weniger und mein erstes richtiges Blog nahm Gestalt an.

  • 25 Jahre Medienwandel – Das Blog als Konstante?

    Der obige Titel ist bei einem Brainstorming von Benedikt, Dirk und mir im Rahmen der BlogWochen 2025 entstanden.

    Nun saß ich einige Zeit vor dem WordPress-Backend und überlegte, was ich dazu schreiben könnte. Naheliegend war die Aussage, dass das Blog die große Konstante war und ist, während sich das Internet rundherum veränderte. Vom Web 2.0 zu Social Media, zu Mikroblogs, zu Bewegtbild und vielem mehr.

    Das war mir dann doch irgendwie zu klassisch. Nach einigem Hin und Her in meinem Kopf entstand schließlich Folgendes:

    Ja, das Blog ist die Konstante. Aber nur, weil es mein eigenes Blog ist, meine Seite, die chronologisch Gedanken, Ideen und vieles mehr abbildet. Ein Blog, das mir gehört, und in dem ich selbst entscheide, was ich poste oder lösche.

    Das ist die Konstante: das Blog als spezieller Ort für mich. Aber das Blog an sich wandelt sich, so wie sich die Medien rundherum gewandelt haben.

    Blogs haben sich immer wieder angepasst. Zunächst konnten nur Textbeiträge veröffentlicht werden, später kamen Bilder und sogar Videos hinzu.

    Zu Beginn waren es Ping- und Trackbacks, dann kamen Plugins, die Artikel nach Twitter und Facebook brachten. Twitter war verlockend und manch einer verließ sein Blog ganz und zog dorthin. Doch die Blogs blieben bestehen und boten die Möglichkeit, Tweets einzubetten. Sie waren der Ort, an dem man Tweets länger kommentieren und auch gleich Antworten auf Twitter nochmals einbinden sowie kommentierend einordnen konnte.

    Während man anfangs einige gute Blogs in der Blogroll permanent auf der Startseite auflistete, waren es später die letzten zehn Tweets – die eigenen oder die zu einem Hashtag.

    Kommentare sind das Salz in der Blogsuppe. Twitter und Co. begannen, diese langsam auszudünnen. Kommentare spielten sich direkt in den „sozialen” Medien ab. Es gab Versuche, die Kommentare wieder in das Blog zu integrieren. Doch vieles, was technisch ausgeklügelt wurde, wurde durch Änderungen der APIs von Facebook, Twitter und Co. immer wieder verhindert.

    Dann kam das offene Fediverse und die Schnittstelle ActivityPub. Jetzt kann mein Blog meine Postings aus Mastodon vollständig hereinholen. Mittels Plug-ins ist mein Blog immer stärker mit dem Fediverse verbunden. Entweder landen meine Artikel (oder kurze Verweise darauf) automatisiert in meinem Mastodon-Profil oder ich binde mein Blog immer mehr direkt als Instanz in das Fediverse ein.

    Noch dazu ist manche Fediverse-Applikation eigentlich schon ein Blog an sich.

    Blogs sind keine Konstante im Web, weil sie sich nicht verändern. Sie sind eine Konstante, weil sie sich andauernd ändern und anpassen. Die Konstante ist der Ort, den ich selbst gestalten kann, um meine Gedanken in die Welt zu schicken.

    Und die Konstante ist, dass Blogs schon immer darauf ausgelegt waren, dass man in ihnen blättert. Suchmaschinen finden auch frühere Artikel, und diese können auch noch kommentiert werden. Im Gegensatz zu vielen Social-Media-Postings, die nur so an einem vorbeirauschen und bei denen es niemanden mehr interessiert, was ich vor zwei Wochen gepostet habe.

    All das, was ich gerade geschrieben habe, stimmt – und auch nicht. Das Schöne am Bloggen ist, dass jede:r es anders gestaltet. Manche löschen regelmäßig die älteren Artikel im Blog, bieten keine Kommentarfunktion und vernetzen sich auch nicht anderweitig.

    Andere kehren derzeit wieder zum einfachen Blog zurück, das nicht mehr als ein Textfeld bietet.

    Vielleicht ist das aber auch eine Konstante des Wandels. Blogger:innen haben von Beginn an experimentiert. Mit dem Was und Wie des Bloggens. Sie haben technisch und layoutmäßig immer wieder Neues probiert. Die einzige Konstante war, dass es sich Blog nannte – und doch immer wieder neu gestaltet wurde.

    Ich bin gespannt, wie andere dieses Thema interpretieren und ob bzw. wo sie eine Konstante sehen. Und ihr, wie seht ihr das?

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  • Bloghexen und das Forum für Blogger:innen

    Die BlogWochen verbinden. Katja Neuner (Blog WuselGewusel) bloggt zum aktuellen Thema. Wir kommen in Kontakt und sie schreibt mir, dass sie über die BlogWochen durch das Bloghexen Blogforum erfahren hat.

    Noch nie gehört. Also nachgefragt und hingesurft.

    Die Bloghexe ist Anne Schwarz. Sie bloggt seit vielen Jahren und gibt Tipps rund um das bloggen und die Technik von WordPress.

    Und dann betreibt sie noch das Bloggerforum. Ich habe mich gleich mal registriert (mein Profil ist hier), wobei man auch ohne Anmeldung mitlesen kann.

    Das Forum ist klassisch aufgebaut. Unterschiedliche Subforen, die sich mit WordPress, dem bloggen an sich, Vernetzung, Bewerbung von Artikeln oder Blogs, Kooperationen – und vielen anderen Fragen rund um das bloggen beschäftigen. Soweit ich bisher sehen konnte, herrscht ein freundliche Stil und man hilft sich gegenseitig gerne.

    Wer also Austausch rund ums bloggen oder WordPress sucht ist vielleicht im Bloggerforum der Bloghexen gerade richtig.

    Nebstbei: Ich habe dort gleich auch ein paar Blogger:innen getroffen, die bei den BlogWochen mitmachen.

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  • Kulturmanagement Blog: Neustart nach 5 Jahren

    Ich habe Christian Henner-Fehr vor vielen, vielen Jahren kennengelernt. Er bloggte damals über Kultur bzw. Kulturmanagement. Das hat mich schon damals fasziniert, weil es – für mich – ein ganz anderes Thema als in vielen anderen Blogs war.

    Christian hat nach fünf Jahren Blog-Pause erstmals wieder einen Artikel veröffentlicht: Ist bloggen 2025 noch sinnvoll

    Er schreibt über die Veränderungen der letzten Jahre, insbesondere welche Auswirkungen Künstliche Intelligenz auf Texte und gefunden werden hat.

    Schön finde ich diesen Satz:

    Ich bleibe auf diesem Blog, weil die Inhalte einfach meine Geschichte sind.

    Das kann ich für mein Blog nur unterschreiben.

  • „Meine 15 Minuten Ruhm“ oder wie das mit Netlog war

    Ich könnte jetzt mal mal versuchen zu definieren, was den Ruhm überhaupt sei. Dann könnte ich Artikel von mir aufzählen, die etwas bewegt haben. Und ob das etwas mit Ruhm zu tun hat ist dann noch eine andere Frage. Aber das hebe ich mir für später auf.

    Heute möchte ich eine andere Geschichte erzählen, eine – was mich betrifft – etwas kuriose.. Nämlich die von Netlog und warum ich dort kurzzeitig teilweise den Support und danach auch noch das gesamt Internet übernahm.

    Vorab: Ich habe über Netlog noch mehr gepostet. Aber nachfolgend verlinke ich nur die Artikel, die für die Geschichte wichtig sind.

    24. Oktober 2008

    An diesem Tag fand eine Tagung rund um Jugendliche und das Internet statt. Anwesende Wiener Jugendarbeiter:innen thematisierten dort „Netlog“. Ich hatte noch nie davon gehört. Keiner der damaligen Web 2.0 / Social Media Kenner im Internet schrieb darüber. Aber doch war es die Plattform, die zumindest die jungen Menschen in Jugendzentren am liebsten nutzten. Ich recherchierte ein wenig und stieg dann selbst ein – und schrieb darüber: Netlog

    Und ich war verblüfft, als ich feststellte, dass das in den Niederlanden beheimatete Netzwerk europaweit rund 35 Millionen Nutzer:innen hatte (gemäß eigener Angabe).

    17. November 2008

    Dann gab es plötzlich einen halbtägigen Ausfall von Netlog. Viele suchten über Google nach den Gründen für den Ausfall. Rund 600 davon landeten dabei auf meinem Blog. Jemand suchte in Google wie folgt

    netlog bitte gebt mir mein netlog

    😎

    Und schon erhielt ich auch die ersten Fragen per Mail, wann dann Netlog wieder ginge.

    Ausfall von Netlog bringt Besucherzahlen

    23. November 2008

    An diesen Tagen hätte ich die Welt ändern können 😉 Es gab einen Bug in Netlog. Ich administrierte einen Clan (ähnlich einer Facebook Gruppe) und der hatte laut Anzeige auf einmal 4 Milliarden 294 Millionen 967 Tausend und 293 Mitglieder.

    Dokumentiert habe ich dies mittels Screenshot unter Ein Tag Webherrschaft.

    Ich wurde von einigen heftig beschimpft, das ich da manipuliere, nur um im Clan-Ranking aufzusteigen.

    Spaßhalber schrieb ich in Netlog: „Wenn ihr mich ärgert, dann drehe ich auch ganz einfach Netlog ab“. Das hätte ich nicht tun sollen …

    6. Dezember 2008

    Netlog fiel wieder für einige Stunden aus. Und ich bekam danach geharnischte Nachrichten, warum ich denn Netlog wirklich abgedreht hätte (ja, wirklich). In meinem Blog trafen wieder viele Google-Suchtreffer auf: Wieder hohe Besucherzahlen durch Netlog. Schaut euch im Artikel mal die Suchbegriffe an.

    2. Februar 2009

    Ich schrieb: Sind wir auf einem Social Network Auge blind? und postete ein wenig über all die „Sozialen Netzwerke“, die all die Blogger:innen nie erwähnten und die doch hohe Nutzer:innenzahlen hatten.

    29. Juli 2009

    Im Laufe des Jahres kamen viele Suchanfragen herein, die sich mit Netlog beschäftigen. Auch Mails trudelten immer wieder herein.

    Menschen wollten, dass ich Ihnen helfe, ihren Account zu entsperren. Jemand wollte Daten eines Nutzers um ihn anzuzeigen.

    Um das ein wenig abzufedern schrieb ich: Was tun, wenn Netlog nicht funktioniert

    Aber es half nichts. Für manche klang das anscheinend überhaupt danach, als wenn ich die Netlog Supportseite wäre. Und es gab weiter Anfragen. Nicht massenhaft, aber immer wieder.

    11. Februar 2014

    Um die Geschichte zu vollenden. Es gab erste Hinweise und ich bloggte: Sperrt Netlog zu?

    4. Februar 2015

    Das war es mit Netlog, es sperrte wirklich zu. Und siehe da in meinem vorigen Artikel kommentierten etlichste Menschen, die enttäuschte Netlog Nutzer:innen waren.

    17. März 2017

    An diesem Tag erhielt ich die letzte Anfrage per Mail, die sich mit Netlog beschäftigte.

    1. August 2018

    Auf einmal stiegen die Zugriffszahlen auf meine Netlog Artikel. Hintergrund: Die früheren Betreiber gaben zu, dass es schon im Jahr 2012 ein Datenleck gegeben hat.

    Netlog verrät erst jetzt Datenleck

    30. Juli 2025

    Es fasziniert mich bis heute, wie mein Blog für etliche Menschen zur zentralen Quelle für eine große Social Media Plattform wurde. Es zeigte mir auch, wie viele nicht zusammenhängend lesen und beim Wort Support sofort annehmen, dass wäre schon der richtige. Ob sich das in den letzten 10 Jahre gebessert hat.

    Auf alle Fälle hatte die Geschichte ihre Aspekte, die mich immer wieder schmunzeln ließ.

    … vielleicht sollte ich mal androhen Twitter abzudrehen 😎

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  • Vor Flickr: Wie wir unsere Bilder geteilt haben

    Mein erstes Foto habe ich am 13. März 2007 auf Flickr hochgeladen.

    Die Frage, wie ich vorher Fotos online gestellt habe, ist interessant, weil ich mich selbst erst daran erinnern musste.

    Zunächst fiel mir PicPlz ein. Doch dieser Dienst startete erst 2010, während Flickr bereits 2007 in einer deutschen Sprachversion verfügbar war. Allerdings ging Flickr in der heutigen Form schon 2004 online. Ich dürfte also recht früh bei Flickr eingestiegen sein.

    Auch in meinem Blog wurde ich bezüglich Bilderdiensten nicht fündig.

    In den Jahren zuvor ging es in meinem Blog um technische Geräte wie den Personal Digital Assistant von Texas Instruments oder die Smartphones von Tel.Me. Produktfotos, Screenshots und Ähnliches habe ich damals direkt in meinem Blog abgelegt und veröffentlicht.

    Die Idee, private Fotos – gar von Urlauben oder Ähnlichem – zu posten, kam mir nicht, bzw. ich wollte das gar nicht.

    Flickr kam daher gerade zur rechten Zeit. Im Jahr 2007 startete Twitter durch und ich begann, Barcamps, Webmontage und andere Veranstaltungen zu besuchen und zu dokumentieren. Die Fotos dazu landeten auf Flickr, zum Beispiel die Fotos von meinem ersten BarCamp Klagenfurt 2007.

    Danach habe ich auch ein paar Urlaubs- und Reisefotos hochgeladen.

    Vor Flickr gab es hin und wieder Fotos in meinem Blog. Das war es dann auch schon. Erst Flickr hat mich dazu gebracht, mehr Fotos ins Netz zu stellen.

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  • Mein schönstes selbstgemachtes Bild – Ein Blick zurück

    Pandemie. Eine ganze Gesellschaft geht in den Lockdown. Keine physischen Kontakte außerhalb der eigenen Wohnung.

    Da gibt es ganz viele Erinnerungen.

    Und ein Foto vom PhotoSlowWalk. Ich ging durch meine Wohnung und ließ alles neu auf mich wirken. Ich machte Fotos.

    Schaf und Schimpanse saßen gerade zusammen (irgendwann hatte ich oder meine Frau sie so hingestellt). Und sie waren mir Sinnbild für Nähe.

    Ist es mein schönstes Foto? Ich habe in unterschiedlichsten Medien ein paar tausend Fotos veröffentlicht. Aber in meinem Blog gibt es nicht so viele.

    Dieses Foto da unten ist eines, dass Zusammenhalt, Gemeinsamkeit und Hoffnung ausstrahlt. Und damit ist es für mich ein recht gutes Foto.

    Stoffschaf und Stoffschimpanse nahe nebeneinander sitzend
    Die dürfen das. Die leben in einer Wohngemeinschaft
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