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Mein Weg vom Home Computer zum Mac

Nachdem ich heute eine Dokumentation über das Zeitalter der Home Computer gesehen habe, dachte ich, dass ich meinen eigenen Werdegang in dieser Zeit doch einmal zusammenfassen könnte.

VC-20 und Electron

Es war die Zeit der Home Computer. Tastatur und Computer waren in einem Gerät vereint. Das System fuhr in wenigen Sekunden hoch und man landete auf einer textbasierten Oberfläche, auf der meist BASIC als Programmiersprache lief.

Es muss 1983 gewesen sein, als ich einen Ferienjob hatte. Mit dem Geld konnte ich mir meinen ersten Computer, einen Commodore VC-20, kaufen. Das Gerät war damals schon veraltet; der Commodore C-64 war die Maschine der Wahl, aber den konnte ich mir nicht leisten.

Mit dem VC-20 kaufte ich mir auch Zeitschriften wie „Happy Computer”. Dort gab es „Listings”, also seitenweise BASIC-Anweisungen. Diese tippte man ab, um dann – wie in meinem Fall – eine kleine Öltonne horizontal verschieben zu können, um von einem Rohr herabfallende Öltropfen aufzufangen. Das war dann auch mein erstes Computerspiel. Als Zubehör hatte ich eine Datasette. In das Gerät schob man eine Musikkassette, über die man Programme speichern konnte. Nebenbei: Wenn man das in einer Audioanlage abspielte, ergab das ein seltsames Musikstück.

Einige Zeit danach erstand ich einen Acorn Electron, den kleinen Bruder des Acorn BBC. In manchem war das Gerät dem noch immer angesagten C-64 voraus, beispielsweise in der höheren Grafikauflösung und dem sehr mächtigen BASIC. Damit programmierte ich einiges, sogar eine eigene Programmiersprache. Auch für den Electron konnte ich mir nur ein Kassettenspeichergerät leisten.

Amiga

Dann hatte ich Geburtstag, hatte einiges an Geld gespart und mein Vater legte noch einiges drauf. Damit machte ich einen großen Sprung und erstand den Commodore Amiga 2000, der in einem Desktop-Gehäuse untergebracht war. Festplatten waren unerschwinglich, aber es gab zwei Diskettenlaufwerke, über die ich bei jedem Einschalten einen Teil des Betriebssystems laden musste. AmigaOS hatte jedoch eine grafische Oberfläche und an den Amiga war ein echter Monitor angeschlossen und nicht nur ein Fernseher, wie bei den früheren Homecomputern. Ein wenig später konnte ich mir sogar einen Drucker leisten, der mit Nadeln einzelne Punkte auf ein Endlospapier brachte. 

Der Amiga war auch das einzige Gerät, auf dem ich viel gespielt habe. Zu dieser Zeit wurden in vielen Computerzeitschriften bereits Disketten mitgeliefert. Darauf waren ganze Spiele oder einige Demo-Levels von größeren Games, die ich mir aber nie kaufte. Aber es war auch schon mein Produktivgerät. Ich hatte ein einfaches Desktop-Publishing-Programm und gestaltete damit eine kleine Zeitschrift, die regelmäßig erschien.

Die PC „Kisten“

Die Zeit der Homecomputer neigte sich dem Ende zu und mein erster Personal Computer landete auf meinem Schreibtisch. Er hatte einen Intel-80386SX-Prozessor und eine 40-Megabyte-Festplatte (Mega, nicht Giga). Ohne Digitalkameras etc. war das so viel Speicherplatz, dass ich ihn nie vollbekam. Aber viel mehr beeindruckte mich die grafische Oberfläche GEOS (von Berkeley Software), die unter MS-DOS lief und selbst auf schwachen PCs unglaublich schnell war. Mit Geoworks gab es auch Office-Programme. GeoWrite war zwar eine Textverarbeitung, konnte aber mit Bildern und Textboxen wunderbar umgehen, was Word heute noch immer nicht so einfach kann.

Danach kamen noch weitere große PC-Türme. Die Lüfter waren laut. Soundkarten musste man mit Jumpern auf der Karte selbst konfigurieren, sonst hörte man gar nichts. Und für jedes Zusatzgerät brauchte man die richtigen Treiber. In dieser Zeit fand auch der Wandel von MS-DOS zu Windows statt. So landeten Windows 3.1, Windows 95, Windows ME und einige weitere Versionen auf meinem PC.

In einer kurzen Episode versuchte ich noch OS/2 von IBM, aber meine PCs waren dafür einfach zu schwach ausgelegt.

In diese Ära fällt auch der Eee PC, ein Mini-Laptop mit Windows-Betriebssystem. Zum Zeitpunkt des Kaufs war ich allerdings bereits zu Apple gewechselt. Mit ihm ging ich auf Reisen und bloggte sogar. Am Ende seiner produktiven Einsatzzeit kam er bei Barcamps zusammen mit einem Beamer zum Einsatz, um eine Live-Twitter-Wall zu projizieren. So sah man live, wer etwas über das Barcamp auf Twitter schrieb.

Einiges früher gab es auch noch ein Subnotebook: den Compaq Contura Aero 4/25.

Wechsel zu Apple

Dann kam der Mac mini von Apple und ich überlegte, zu wechseln – und tat es schließlich auch. Der Umstieg war eigentlich recht einfach. Ich war fasziniert von der Größe des Gerätes, das direkt neben meinem Monitor auf meinem Schreibtisch stand, und davon, dass ich keinerlei Geräusche hörte. Damals kam mir MacOS auch viel moderner vor. Aber vielleicht war ich da schon im berühmten „Reality Distortion Field“ von Steve Jobs gefangen 😉

Zusätzlich gab es mal ein MacBook. Es war jedoch zu groß und zu schwer, sodass ich es kaum nutzte.

Während der Mac Mini noch einen PowerPC-Prozessor hatte, erlebte ich mit den iMacs den Wechsel von Apple zu Intel mit. Die hatten wunderbar große Monitore und einen ganzen Computer im Bildschirmgehäuse. Ich wechselte damals von einem 17-Zoll-Monitor direkt zu einem 27-Zoll-iMac. Hier konnte ich Filme ansehen und Fotos betrachten. Mit dem iMac landete ich so richtig in der multimedialen Welt von heute.

Einschub: Zusammen mit dem Einstieg in das Fediverse habe ich auch ein sehr günstiges Windows Notebook erstanden, auf dem nunmehr Linux läuft. Vorläufig nur zum testen. Aber wer weiss.

Der letzte Schritt war schließlich die Anschaffung eines MacBook Air mit M3-Prozessor und damit der Wechsel von Intel- zu Apple-Silicon-Prozessoren. Es war auch die Abkehr vom Desktop- hin zum mobilen Gerät als „Hauptcomputer“. Damit arbeite ich am MacBook auch im Wohnzimmer, schaue im Schlafzimmer einen Film und bin wirklich mobil. Mit einem einzigen Kabel wird das Gerät an einen Monitor angeschlossen und mit Strom versorgt. Kabellose Tastatur und Maus koppeln in Windeseile, und schon ist mein Notebook ein vollwertiger Desktop-PC. Damit bin ich in der Gegenwart angekommen und gleichzeitig in eine neue Ära meiner Computernutzung gestartet.

Offline und Online …

Es war eine wechselvolle Geschichte. Immer waren meine „Computer” etwas, das ich als Hobby ausprobieren und lernen konnte. Dadurch war ich der technologischen Entwicklung in meiner Arbeit immer etwas voraus und konnte mein Wissen auch dort gut einsetzen.

Als mein erster Rechner online ging, wurde alles noch viel aufregender. Diese Geschichte erzähle ich ein anderes Mal.

6 Kommentare

  1. @roblen
    in etwa auch meine Geschichte. Etwas früher weil mein Onkel den VC 20 und danach den 64 aus den Staaten mit gebracht hatte als es die hier noch nicht gab. Hatte damals auch die Lisa in der PX in Frankfurt bewundern können aber 18.000 $ war bischen zu teuer 😁
    Die PCs hab ich übersprungen weil ich Win 3.1 doof fand. Stattdessen ab 1985/86 gleich auf Unix im Fraunhofer Institut während des Studiums gejobt. Danach Macs 25 Jahre bis mich u.a. Adobes Abo Modell kuriert hat🥴
    Seit dem Linux 🍀

    • Oh, eine Lisa. Die hätte ich damals auch gerne gesehen. Sogar den Macintosh konnte ich erst spät mal in einer Firma bewundern. Win 3.1. hat mich auch nicht so begeistert. Daher nutzte ich eben lieber GEOS mit GEOWORKS. War noch auf DOS aufgebaut. Schade, dass das nicht weiter entwickelt wurde. Es brauchte sehr wenig Ressourcen und die Office Anwendungen waren schon sehr ausgereift.
      Ich bin noch nicht ganz kuriert 😉 Ich schaue mich immer wieder bei den dezidierten Linux Notebook Anbietern um. Aber ist für mich ein MacBook Air noch immer voran. Außerdem habe ich das gesamte Ökosystem meiner Familie langsam auf Apple Produkte umgestellt. Aus diesem Walled Graden rauszukommen muss wohl überlegt sein. Softwaremäßig könnte ich es aber schon jetzt zu rund 95 Prozent. Aber wollen noch nicht so richtig.
      Nun, schauen wir mal, was mein nächstes Hauptgerät wird.

    • @roblen
      Ich bin mit meinem InfinityBook Pro 14 von Tuxedo mit Linux Mint super zufrieden, arbeite aber auch gerne auf meinem Linux PC den ich 2008 selbst zusammen gebaut habe (läuft immer noch richtig flott).

    • Fein. Mir kommt es auch auf das Gewicht an und da sind die 1,2 kg des MacBook Air schon fein. Aber ein Wechsel von MacOS zu Linux ist halt auch noch größerer Schritt, den ich noch nicht setzen möchte.

    • @roblen
      das Tuxedo ist in dieser Gewichtsklasse. Aber alles fein – ist ja kein Muss 😉 (aber immer gut alternativen zu haben, man weiß nie was kommt)

    • Oh, ich habe immer nur kg 1,4+ gesehen. Und die 200 Gramm mehr legen sich mit der Zeit auch ganz schön an.
      Und ja, das sage ich auch immer. Ich bin mit Nextcloud und etlichen (Open Source) Anwendungen, die unter Mac und Linux laufen, für einen Wechsel vorbereitet. Je nachdem, wie sich Apple da so weiter entwickelt.

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