Wie ich in meinem vorigen Artikel schon erwähnte gab es beim „macpcnux“:http://macpcnux.net und hin und wieder auch beim „S9yCamp Podcast“:http://s9ycamp.info Ärger mit Skype. Verbindungsabbrüche, schlechte Tonqualität,…
Auf der Suche nach einem Ersatz bin ich auf „Mumble“:http://mumble.sourceforge.net/ gestossen. Obwohl „Wikipedia es gut erklärt“:http://de.wikipedia.org/wiki/Mumble will ich es in eigene Worte fassen.
h2. Mumble?
Mumble ist eine Software für Gespräche. Geschaffen wurde sie damit Online-Gamer sich während eines Spiels unterhalten können, sich gegenseitig Kommandos oder Hinweise zurufen können, etc.
Diese Anforderung führt gleich zum ersten Pluspunkt der Software, der geringen Latenzzeit. Einfach gesagt – mein Gegenüber hört mich fast zeitgleich. Das ist wichtig für Gespräche und insbesondere für Podcasts. Denn entweder es gibt eine große Pause zwischen den Diskutanten oder man fällt jemanden zum falschen Zeitpunkt ins Wort, da dieser das Gesagte schon vor ein paar Sekunden gesprochen hat.
Für Spiele wäre das auch schlecht, wenn ich meinem Partner mitteilen möchte er möge sich vor dem Gegner von rechts vorsehen … da geht es um Zehntelsekunden!
Mumble gibt es für MacOS, Linux und Windows, ein iPhone Client ist angeblich in Planung. Die Software ist dabei kostenlos und Open Source.
Voraussetzung für eine Gespräch zwischen mehreren Mumble Clients ist ein Server. Selbst einen einzurichten ist wohl nur für technisch Versiertere etwas. Wer mag kann dazu kostenlose Server im Netz nutzen oder sich einmieten. Dazu später mehr.
Laut Mumble Blog hat Mumble rund „190.000 User“:http://blog.mumble.info/exterminate, der letzten Version. Eine genauere Info bietet „stats.mumble.info“:http://stats.mumble.info/, die von 300.000 Clients aller Versionen spricht.
Die Installation der Software (zumindest beim Mac) und die Verbindung mit einem Server ist keine große Hürde.
Dazwischen meldet sich noch der Audio-Assistent, dem man schon seine 5 bis 10 Minuten gönne sollte. Die BenutzerInnenführung ist gut. Er hilft einem die beste Audioqualität aus dem eigenen Headset zu bringen, Umgebungsgeräusche zu filtern, etc. So kann ein empfindliches Headsetmikro durchaus auch die Ausgabe des Kopfhörers mit aufnehmen – was beim Gegenüber ein seltsames Echo erzeugt. Der Audio-Assistent bügelt so etwas aus.
Ein typischer (soweit ich das seit gestern alles rausfinden konnte) Mumble Server bietet einen oder mehrere „Kanäle“. Das sind quasi Chaträume in denen die Unterhaltungen stattfinden. Wer immer in einem Kanal drinnen ist, kann mitreden und zuhören. Wenn es der Server erlaubt kann man sich so von Kanal zu Kanal verschieben.
Praktisch ist, dass Mumble bei jeder Person anzeigt (Wechsel des Avatars auf rot) ob er/sie gerade spricht. So bekommt man auch mit, wenn das eigene Headset auf stumm geschalten ist 😉
Noch ein Feature, dass Mumble mitbringt und gar nicht abgeschalten werden kann (lt. „Mumble FAQ“:http://mumble.sourceforge.net/FAQ#Is_Mumble_encrypted.3F), ist die Verschlüsselung aller Text- und Audionachrichten.
h2. Podcasten
In Mumble integriert ist auch eine Aufnahmefunktion des Gesprächs. Und die hat es in sich – daher auch der Titel (denn da ist Skype von gestern). Jedem Teilnehmenden wird mitgeteilt, dass jemand eine Aufnahme gestartet hat. Natürlich kann jeder seine eigene Aufnahme starten.
Wahlweise ist die Aufnahme in eine Datei möglich oder (traraa!) in mehrere Dateien. Dann wird jedeR GesprächsteilnehmerIn in eine eigene Datei abgespeichert. Natürlich mit allen Pausen dazwischen. Somit hat man alle sauber getrennt und kann dann in einem entsprechenden Schnittprogramm jedem/jeder GesprächsteilnehmerIn eine Tonspur zuweisen.
An Audioformaten bietet Mumble
* .au – unkomprimiert
* .wav – unkomprimiert
* .ogg (Vorbis) – komprimiert
* flac – verlustfrei – komprimiert
Zielverzeichnis am eigenen PC und Aufbau des Dateinamens ist frei wählbar.
Meine ersten Audiotests mit „Matthias Mees“:http://yellowled.de/ waren recht erfolgreich. Es zeigte sich, dass man den Audio-Assistenten auf alle Fälle ein wenig Zeit widment sollte.
Weiters gibt es noch einen Text-Nachrichten Kanal über den man tastaturmäßig chatten kann – und sich URLs (zum anklicken) und Grafiken bis 64 KByte zusenden kann.
„Stumm“ und „Taub“ (d.h. dort so) stellen sind vorhanden. Die Einstellungen sind vielfältig – manches muss ich überhaupt erst rausfinden wozu es gut ist. Aber wie oben erwähnt – man kann rasch mit Mumble starten und sich dann erst langsam einarbeiten.
h2. Der eigene Server
Wer seinen eigenen Server verwalten darf, der/die hat noch viel mehr Möglichkeiten:
* Anlegen eigener Kanäle, wobei man Usern das Anlegen von eigenen Kanälen erlauben kann – bzw. von temporären, d.h. die gelten nur für die Session und sind z.B. praktisch für einen privaten „Side-Chat“
* Benutzerverwaltung. Man kann jedem (mit oder ohne „Einheitspasswort“) den Zutritt erlauben, BenutzerInnen nur den Zugriff auf Kanal X erlauben, etc. – da gibt es eine Menge an Einstellungsmöglichkeiten
* … und noch einiges mehr
Nachdem ich kurz mal bei „Garvin Hicking“:http://garv.in am Server probieren durfte (danke dafür!) habe ich mich gestern Nacht noch weiter umgesehen und bin bei „shellfire“:https://www.shellfire.de bzw. deren „Mumble-Server Angebot“:https://www.shellfire.de/mumble-server gelandet.
Es gibt natürlich noch viel mehr Anbieter, aber ich wollte es einfach mal probieren. Versteht nachfolgendes mal exemplarisch.
Der günstigste Mumble-Server kostet dort 1,49 Euro im Monat (ist gleich 17,88 Euro im Jahr). Mindestvertragsdauer sind 3 Monate. Der Traffic ist „unbegrenzt“. Es dürfen „nur“ maximal 10 Benutzerinnen gleichzeitig im Server (bzw. in den unterschiedlichen Kanälen) aktiv sein. D.h. ich kann auch 500 User aufnehmen, nur dürfen halt nur 10 jeweils chatten.
Mehr Kapazität ist möglich, kostet aber auch mehr.
Ich bin nunmehr Superuser meines Mumble-Servers und kann Channels anlegen, BenutzerInnen Accounts verwalten, etc.
Das heißt, ich kann jetzt mit meinem Server mehreren Podcasts (oder anderen „Gruppen“) als Host dienen – bei entsprechender Konfiguration hätten die PodcasterInnen von Podcast X nur ihren eigenen Kanal zur Verfügung und würden in die anderen Kanäle nicht reinhören dürfen.
h2. Fazit
Mal angefangen bin ich natürlich auf den Geschmack gekommen. So lassen sich natürlich auch größere Gruppen organisieren: Für ein Plauderstündchen, einen speziellen Podcast, zum chatten während einer Veranstaltungen. Gemeinsame Live Reportage,….
Auf alle Fälle ist Mumble einen Versuch wert. Der installierte Client zeigt euch gleich auch eine Liste von freien Servern zum probieren an – also alles da für einen kleinen Versuch.
h2. Anmerkungen
Ich werde Skype auch weiterhin zum telefonieren nutzen, da die NutzerInnenbasis doch recht hoch ist. Aber – sofern alles klappt – Podcastaufnahmen sind dann nicht mehr das Metier von Skype.
Matthias und ich werden S9yCamp mal mit Mumble ausprobieren. Ob Macpcnux umsteigt – dh. Susanne und Robert ab (daher nicht vom Screenshot in dem Artikel verwirren lassen, die Kanäle dienen nur Testzwecken). Falls es so ist werdet ihr es bei maccpnux erfahren 🙂
Es gibt auch andere Software wie „Teamspeak“:http://www.teamspeak.com/ mit noch mehr Features. Teamspeak ist eine proprietäre Software und kostet bei der kommerziellen Nutzung. Dafür gibt´s auch Clients für iPhone, Android und Co. Aber das wäre jetzt eine andere Geschichte.


Schreibe einen Kommentar