Vor kurzem freute ich mich, dass meine frühere Blog Engine Serendipity nach längerer Entwicklungszeit ein Update erhalten hatte. Dirk schrieb auch darüber und kommentierte dann noch:
Manchmal ärgere ich mich, dass die Entwicklung so langsam vorwärtsgeht, aber diese vermeintliche Schwäche kann man auch als Stärke sehen.
Da muss ich ihm Recht geben, also bei zweiterem.
Langsamkeit muss keine Schwäche sein. Hastig entwickelte Systeme mit häufigen Releases bringen mit Bug Fixes wieder neue Bugs an den Start. Man muss auch nicht jedes neue Feature, jede Technologie in ein System integrieren – das dann schon wieder bald out of date ist.
Ich finde auch Kev Quirks Ansatz interessant. Er entwickelte sein eigenes Blog System: Pure Blog. Einfach sollte es sein. Und als er meinte, es hätte jetzt jede Funktion, die er wollte, erklärte er die Entwicklung für beendet. Er reicht weiterhin Bugfixes nach und feilt noch an der einen oder anderen Funktion. Aber neues soll mal nicht hinzukommen.
Ein gutes System ist eines, das man nutzt. Manchmal versteige ich mich auch im ausprobieren von neuen Features, möchte von Entwicklern noch eine weitere Funktion implementiert sehen. Und dabei könnte ich mich in der Zeit tiefer in die Grundfunktionen vertiefen und lernen, was oft mit diesen so machbar ist.
Das ebenfalls von mir vor kurzem vorgestellt Smolfedi folgt dem smolweb Ansatz.
Manches muss auch gar nicht weiter entwickeln, wie zum Beispiel alleinr.at. Das soll und muss so bleiben, weil das gerade seine Stärke ausmacht.
Je aufgeblähter Software ist, je aufwändiger Rechner sein müssen, um megabytegroße Websites zu laden, und je mehr Apps meinen, unbedingt auch KI dranhängen zu müssen, desto eher kommt auch eine Gegenbewegung. Einfache Blogsysteme mit Markdown und ohne Datenbank werden immer beliebter. Websites mit wenig Firlefanz.
Das hat es wohl immer schon gegeben. Das Internet ist immer lauter und bunter geworden. Menschen haben ihre Websites getunt.
Und manche wollten einfach nur ein wenig Text ins Netz stellen.
Eine langsame Entwicklung kann eine Stärke sein. Wir folgen nicht jedem Trend, sondern schaffen ein System, das die beiden Dinge, die es können soll, gut kann. Sehr gut sogar. Es ist verlässlich und steht zu jeder Zeit und an jedem Ort zur Verfügung. Wenn wir etwas daran verbessern, dann haben wir es gut geprüft und vorher auch zweimal überlegt, ob es das auch wirklich braucht.
Und dann ertappt man sich bei Systemen mit der Frage: Wird das auch weiter entwickelt? Kann ich es ansonsten überhaupt nutzen?
Nun, manche System brauchen Sicherheitsupdates, weil immer wieder neue Gefahren bestehen. Da braucht es auch Weiterentwicklung.
Bei anderen Anwendungen könnte ich auch sagen: Ja, die gefällt mir so, wie sie ist. Und so werde ich sie die nächste Zeit auch nutzen und nicht viel nach Ergänzungen und weiteren Features fragen.
Die Entwicklung etwas langsamer angehen kann durchaus auch etwas positives sein.
Oder?
Ergänzung vom 15.4.2026: Onli hat das Ganze aufgegriffen und auch einen längeren Kommentar als Blogartikel veröffentlicht.

Robert schrieb drüben [https://nureinblog.at/67848-langsame-entwicklung-als-staerke/ in seinem Blog]: Langsamkeit muss keine Schwäche sein. Hastig entwickelte Systeme mit häufigen Releases bring…
Manuelles Trackback: https://www.onli-blogging.de/2632/Kommentar-zu-Langsame-Entwicklung-als-Staerke.html
(Zur Info: Der Webmentionsservice via dem Button unten sei „unavailable“, für Trackbacks fehlt der RDF-Kommentar, für Pingbacks der Header und diesmal klappte wohl auch das Raten der WordPress-URL nicht.)
Wo hat das Webmention nicht geklappt? In meinem Blog? Habe jetzt deine Artikel URL im Eingabefeld unter meinem Artikel hinterlassen und ging perfekt.
Seltsam. Ja, in deinem Blog. Ich hatte ebenfalls die Artikel-URL eingetragen und dann „Ping mich an!“ gedrückt. Vielleicht nur ein kurzer Aussetzer.