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Von einem der auszog… meine ersten Erfahrungen mit dem Palm Tungsten T3

Den nachfolgenden Bericht schrieb ich am 9. November 2003 als Beitrag im Nexave Palmboard – meiner Meinung nach weiterhin einem der besten Palmforen im deutschsprachigen Raum. Mit Dezember 2004 bin ich dann wieder auf einen MDA compact umgestiegen. Über diesen Umstieg berichte ich auch in einem Testbericht 2 zum MDA compact in meinem Wiki.
Natürlich ist der Bericht nicht mehr der aktuellste, aber vielleicht für mancheN eine weitere kleine Entscheidungshilfe. Noch dazu, wo der Palm Tungsten T3 noch recht zahlreich in entsprechenden Gebrauchtbörsen zu finden ist…

Nunmehr ist es ca. zwei Wochen her, dass ich von meinem HP iPAQ 3850 auf den Palm Tungsten T3 umgestiegen bin. Vielleicht sind meine Erfahrungen für einige – insbesondere (noch) PocketPC Besitzer – von Interesse. Vorweg, es gibt nicht den perfekten PDA, jedem/jeder das seinige/ihrige….Nachdem ich nur einen PPC der vorigen Generation habe sind meine Vergleiche vielleicht nicht mehr ganz gerechtfertigt..
Das Display des T3 liegt mir um einiges mehr. Mit geöffnetem Slider ist das Display genauso groß, wenn nicht um eine Spur länger und vielleicht ein, zwei Milimeter schmäler als das des 3850. Mit seinen 320×480 Pixel wirkt aber die Schrift in keinster Weise pixelig, auch Fotos kommen um einiges klarer und schärfer hinüber (mein Traum eines mobilen Fotoalbums kommt das schon sehr nahe). Diese Auflösung hat in der PPC Welt noch kaum ein Gerät hinbekommen (wenigstens nicht nach den regulären Vorgaben).
Im geschlossenen Zustand ist der T3 im Vergleich zum 3850 ein Winzling – hat also endlich das Hemdbrusttaschen-Format, dass ich immer wollte. Mit Documents To Go ist eine Applikation zum Handling von Word und Excel (und beschränkt Powerpoint) Dateien dabei, die out of the Box mehr liefert als der PPC (was ja eigentlich shame für MS ist). So bleiben mir die meisten Formatierung in DTG erhalten während PocketWord da nicht viel besser als ein reiner Texteditor (mit Fett- und Kursivschrift ist). Allein PocketExcel konnte da einiges mehr, DTG steht dem aber auch in nichts nach.
Angenehm ist auch, dass ich die Dateien nicht extra in ein speziellesVerzeichnis schieben muss, damit es dann zwischen PC und PDA gesynct wird.
Der Sync mit Outlook hat auf Anhieb perfekt funktioniert. Der T3 bietet ja jetzt um einiges mehr an Datenfeldern an als frühere PalmOS Versionen, so u.a. drei Adressen pro Datensatz. Das einzige was mich adhoc stört, dass das Feld Anrede nicht gesynct wird und ich jetzt etwaige Dr. und Mag. Titel nicht im Palm habe. Da muß ich leider händisch nachbessern – oder mir eine Zusatzapplikation kaufen. Anscheinend kann man einige Outlook-Felder mit Benutzerfeldern abgleichen, doch das habe ich noch nicht hingekriegt. Ansonsten sind fast alle Adressfelder des PPC auch im T3 vorhanden. Das Datenfeld mit dem man Termine als Gebucht, Frei etc. in Outlook wählen kann ist im T3 nicht vorhanden. Ebenso ist die Ortsanzeige auf weniger Buchstaben begrenzt. Kategorien erlaubt der PPC und Outlook auch mehrere. Ein bisschen kann man sich da aber sicher mit den Benutzerfeldern im Palm (jetzt ja 9 an der Zahl) behelfen. Während der T3 automatische Geburtstage von Adresseinträgen im Kalender anzeigt braucht der PPC dazu einmal einen Sync mit Outlook (oder eine ThirdParty Erweiterung).
Dass Hotsync gelöschte Adressen, Termine, Augaben und Notizen (wenn man das Häkchen nicht vergisst) am Palm dann in Outlook in ein eigenes Archivverzeichnis schiebt ist eine wunderbare Idee.
Mit dem Realplayer gibts ein gutes MP3 Playerprogramm. Im Zusammenspiel mit dem Real Player (ich habe die Plus Kaufversion) auf dem PC ist dies ein gutes Gespann. Der PPC kann aber schon von Haus aus ebenfalls MP3 und WMA Dateien abspielen.
Mit Videos schaut es wohl ein bisschen schlechter aus. Am PocketPC war das rüberschieben (ohne Konvertierung) von WMA und MPG4 kein Problem.
Subjektiv ist die Dateneingabe im Kalender, etc. um einiges einfacher als in PPCs. Vielleicht liegt das daran, dass die Applikationen aufgeräumter sind bzw. wirken. Mir reichen diese aber allemal (wenigstens bis jetzt). Geschweige denn sind sie meistens sogar umfangreicher als bei den Standardapplikationen von MS. Denn wer ´PocketInformant´ (eine umfangreiche PIM-Erweiterung für PocketPCs) oder ähnliches installiert, der muß sich dann mit DateBk, Agendus oder ähnlichem in der Palmwelt vergleichen (ich habe es noch nicht ausprobiert).
Die Texteingabe mittels Graffiti2 kommt mir adhoc sogar schneller vor als mittels der Handschrifteingabe am PPC. Natürlich muß man ein
paar Buchstaben (bei mir happerts noch mit dem t und dem k, dass ich vom PPC anders gewohnt bin) umdenken, aber es ist nicht so schlimm.Wie ich bei einem Treffen der PalmUserGroupWien (kleine Werbung sei erlaubt 😉 feststellen konnte, haben Graffiti1 Nutzer da wesentlich mehr Schwierigkeiten als Ex-PocketPCler.
Überhaupt (wie gesagt ist der Vergleich 3850 mit T3 etwas unfair) ist der T3 rasend schnell. Applikationen öffnen sich meistens nicht, sondern sind einfach da.
Mit der richtigen Anleitung hatte ich innerhalb von 20 Minuten auch eine Verbindung meines T3 Webbrowers über Bluetooth mit einem BT-USB-Stecker auf meinem PC und dann weiter auf meine ADSL Verbindung und kann nun in der ganzen Wohnung auf Tablet-PC spielen.
Der Webbrowser ist auch um einiges komfortabler als IE am PC. Angenehm – wie bei allen anderen Applikationen – ist das drehen der Bildschirmansicht – was meistens blitzschnell geht. Das hat MS für den PocketPC bis heute nicht hingekriegt – nur Drittanbieter haben hier eigene Lösungen entwickelt.
Überhaupt habe ich adhoc den Eindruck, dass das Betriebssystem (oder wer immer auch) im Hintergrund mehr Einheitlichkeit gewährleistet. So sind Menüs, Auswahllisten etc. fast immer gleich aufgebaut. Fast jeder Applikation lässt es zu, dass man ihre Inhalte in die allgemeine Suchfunktion mitaufnimmt. So kann ich nun einen Begriff in den PIM Applikationen, in Word und Excel Dokumenten, in einem Listenprogramm etc. gleichzeitig suchen. Und die Suchfunktion ist rasend schnell.
Ein Vorteil – insbesondere der PDAs von HP – ist vielleicht das Jacket-Konzept. So lassen sich auf (die größeren Geräte – die neuen kleinen sind da auch inkompatibel) alle möglichen und unmöglichen Adapter draufstecken – von CF-Slots bis hin zu GSM und GPS Erweiterungen).
Gewöhnungsbedürftig bei Palm ist, dass man im Vergleich zum PPC kein Filesystem vor sich hat. Für DOS-Nostalgiker eine Katastrophe. Für Menschen, die nur mit dem Palm arbeiten wollen ohne sich viel mit Hintergründen, Dateiverwaltung, etc. zu beschäftigen sicherlich kein Problem. Als PPC Umsteiger muss man sich an das Konzept erst gewöhnen.

Softwareauswahl
Tja, da bin ich erst am durchsehen. Der Palm bietet eine Vielzahl an Programmen. Viele davon (da merkt man, dass schon lange programmiert wird – im Gegensatz zum PPC) sind aber für IIIer etc. gemacht und wirken auf einem T3 eher veraltet. In manchen Programmkategorien hat der PPC sicherlich auch einen Vorsprung – so finde ich z.B. keinenStadtplan für Wien für den Palm.
Man hat prinzipiell den Eindruck, dass hier unterschiedliche Gattungen von Programmierern für den Palm und für den PPC arbeiten und sich daher die Schwerpunkte ganz anders verteilen. Für alles was ich bisher benötigte wie z.B. Datenbank, Passwortverzeichnis, Wörterbuch, etc. bin ich fündig geworden. UND!! Vieles davon gibt es auch in deutschsprachigen Adaptierungen.
Im Moment bin ich vom T3 recht begeistert und übersehe daher vielleicht manche Unzulänglichkeit.
Manches wie Videos (aber auch das geht ja am T3), CF-Slot etc. ist mir persönlich halt nicht so wichtig und war daher persönlich kein Grund beim PPC zu bleiben.

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