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Tageszeitung Express vom 19. November 1969

Über eine Online-Versteigerung habe ich eine Ausgabe der Tageszeitung „Express“ vom 19. November 1969 erstanden. Dort gibt es einen längeren Artikel mit dem Titel „Heinz Conrads liest ´´In Wien, da weht ein eig´ner Wind“.

Ich habe mir das bisschen Arbeit gemacht und den Artikel abgetippt:

Heinz Conrads liest „In Wien, da weht ein eig´ner Wind“

Repertoire von Strnadt über Weinheber bis Weigel

Ein Debüt wird Heinz Conrads morgen abend (Konzerthaus, Mozartsaal, 19.30 Uhr) feiern – nämlich mit einem Abend, der unter dem Motto „In Wien, da weht ein eig´ner Wind“ steht. „Ich hab´so was noch nie öffentlich getan“, sagt Conrads, „sieht man von Lesungen im Rahmen meiner Rundfunk- und Fernsehsendungen ab. ich ließ mir auch lange Zeit dazu, Dr. Theo Cieplik wollte das schon vor eineinhalb Jahren mit mir machen, aber erst jetzt geht diese Soiree, als Gemeinschaftsarbeit mit Herrn Lieben von der „Kulturvereinigung der Jugend“, über die Bühne.“ Weigel: „Warum nicht?“ Das Motto des Abends kommt nicht von ungefähr: „Das Lied, komponiert von Robert Stolz, stammt aus dem ´Pfeifer von Wien´. Das war das erste Stück, das ich im Fernsehen – als Partner von Maria Emo – spielte. Seither hatte ich leider nie wieder Gelegenheit dazu. Obwohl ich´s liebend wieder einmal spielen würde.“

Artikel mit Foto von Hein Conrads hinter eine TV-Kamera.

Das Lese-Repertoir reicht von Georg Strnadt über Josef Weinheber und Christine Busta bis zu… Hans Weigel!

Gerade Heinz Conrads, der nicht gerade als Weigel-Intimus gilt, liest denselben?

„Warum nicht?“, meint H.C., „er ist für mich ein ganz Großer. Ich bringe von ihm ´Das macht den Wiener beliebt und sympathisch´. In diesem Titel haben Sie vielleicht die Antwort, warum ich Weigel lese. Zudem mag er Wien genauso wie ich. Nur vielleicht anders.“

Der „Wurschtl“

Dazu kommt eine größere Anzahl an Liedern: „Zwei eigene, zu denen Gustl Zelibor, die Musik geschrieben hat, Couplets von Netroy, ein von Heinz Humsberger vertontes Weinheber-Gedicht, ´vertonte Lebensweisheiten´wie etwa ´Suchst an Zwiefel, findst an Knofel´von Rudi Schipper und Josef Kaderka, sowie – natürlich – den ´Wurschtl´.“

Spezielle Absicht des Heinz Conrads: „Ich will das Nörgelnde und Versöhnende dieser Stadt aufzeigen, im besonderen aber das Bestehende und das Überlebende.“

Außerdem, so Conrads, ist es eine Gelegenheit, seinem „großen Traum“ zu huldigen: dem Theaterspielen. „Auch, wenn ich eine Brille und einen Abendanzug trage – jede Szene soll ein Werk für sich sein. Ich möchte nicht, daß ich ´halt auch einen Leseabend´ halte. Alles soll nicht nur gelesen und gesungen, sondern ebenso gespielt sein.“

In Wien, da weht ein eig´ner Wind…- nicht doch ein sehr gestriger?

Conrads: „Meine Antwort ist einfach. Ich gebe sie mit zwei Zeilen aus einem meiner Lieder, die ich an diesem Abend singe: ´…doch scheint es mir, ihr großen, gescheiten Leute – ohne Gestern gäbe es kein Heute…´“

-l.h.-

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