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Testbericht PocketMac 3.51 Pro

In der Ausgabe April 2006 erschien im POCKET PC MAGAZIN mit dem Titel "Apple spricht mit Microsoft" ein Testbericht zu PocketMac 3.51 Pro, deren Autor ich bin. Mit freundlicher Genehmigung des Bikini Verlags (als Herausgeber des Magazins) darf ich den Artikel in meinem Blog kostenlos veröffentlichen. Herzlichen Dank dafür.

Hinweis: Im Bikini Verlag erscheinen die Magazine

Unter http://www.pocket-pc-magazin.de/software/ gibt es viele der jeweils besprochenen Softwareprodukte mit bis zu 10 % Rabatt zu erstehen.


Und nun zum Testbericht:

PocketMac 3.51 Pro

Apple spricht mit Microsoft

Information Appliance Associates verspricht mit seinem Programm »PocketMac« den Austausch von Terminen, Adressen und Daten zwischen Mac-OS-Computern und Pocket-PCs. Ob es dies halten kann und was sich sonst noch in der Pro Version versteckt zeigt dieser Testbericht

PocketMac wird in zwei Varianten angeboten. Während die Lite Version (siehe weiter unten) rudimentär ausgestattet ist, so strotzt die getestete »Pro« Version nur so von Zusatzprogrammen und verspricht damit ein »Rundumsorglospaket« zu sein. Aber beginnen wir zuerst dort, wo jedes neues Programm beginnt.

Die Installation

Aller Anfang braucht eine Installationsprozedur. Einfach die Applikation in das Programme-Verzeichnis schieben ist nicht bei PocketMac. Hier muss man nämlich ein Installationsprogramm aufrufen das Dateien kopiert und Einstellungen vornimmt. Möchte man die »iTunes« und »iPhoto« Unterstützung nutzen muss man dem »Installer« erlauben, dass er die beiden Programme währenddessen aufruft. Es dauert natürlich seine Zeit, aber man macht dies ja nur einmal. Nach dieser Prozedur ist ein Neustart erforderlich. Nach diesem meldet sich der Installer noch einmal und verlangt sogleich die Seriennummer. Dies läuft alles mit englischsprachiger Benutzerführung ab, da PocketMac keine deutschsprachige Lokalisierung bietet.

Der spannendste Augenblick liegt aber noch vor uns, die Verbindung mit dem Pocket-PC. USB, Bluetooth oder LAN sind möglich. Bei der ersten Verbindung installiert sich automatisch noch ein Programm am Pocket-PC, dass in weiterer Folge die Synchronisation ermöglichen soll. Den Hinweis am Pocket-PC, dass es sich hierbei um eine Programmversion handelt die für eine frühere Windows Mobile Version erstellt wurde, kann man getrost bestätigen.

In der Mac-OS Menüleiste findet sich nun auch ein kleines Icon, dass einen stilisierten Pocket-PC darstellt. Wechselt das Icon seine Farbe von »schwarz« auf »weiß« so ist dies das Zeichen, dass nunmehr die Verbindung mit dem Mobilen Gerät steht.

PocketMac mag Speicherkarten

Als Neuling erhält man durch einen ein Blick auf die Einstellungen von PocketMac am Besten eine Übersicht über dessen Fähigkeiten. In "File Copy" lassen sich Dateien definieren, die zwischen Mac und Pocket-PC synchronisiert werden sollen. Das Zielverzeichnis am Mac ist dabei frei wählbar. Zusätzlich wird am Pocket-PC – soweit vorhanden – auch eine Speicherkarte unterstützt auf die dann die Dateien abgelegt werden. Diese Speicherkartenunterstützung zieht sich prinzipiell durch alle Einstellung durch, sodass sich alle Dateien wie MP3s, Bilder oder E-Mails automatisiert auf eine Speicherkarte transferieren lassen.

Termine und Adressen

Wer Kontaktdaten des Pocket-PCs mit Mac-OS synchronisieren möchte, der benötigt entweder »DayLite«, »Now« oder »Entourage«. Aber auch das Mac-OS eigene »Adressbuch« wird unterstützt. Bei den Terminen und Aufgaben sind es ebenso die drei Erstgenannten, mit denen PocketMac Daten austauscht. Wer keines dieser Programme sein eigen nennt, kann noch immer auf »iCal« zurückgreifen. Für unseren Test haben wir allein die Verbindung mit dem Adressbuch und iCal ausprobiert wobei man die Ergebnisse kurz fassen kann: »Es funktioniert«.
Die Einstellungen erlauben aber keine Auswahl von Adressgruppen oder auch von einzelnen Kalendern in iCal. Es wird einfach alles synchronisiert. iCal Kalender und Adressgruppen legt PocketMac am Pocket-PC in unterschiedlichen Kategorien ab. Findet PocketMac umgekehrt am Pocket-PC einen Kalendereintrag ohne Kategorie wird er in iCal in einem eigenen Kalender namens »PocketMac« eingetragen. Das verwirrt am Anfang erlaubt aber andererseits die einfach Übersicht welche Termine neu oder noch nicht zugeordnet sind.
So radikal PocketMac beim synchronisieren ist, so schnell ist es auch. Rund 2.000 Termine und 800 Adresseinträge waren innerhalb von 5 Minuten abgeglichen.

Grenzen der Synchronisation

Mac und Windows Welt unterscheiden sich in vielen Bereichen. So sind auch iCal und das Adressbuch mit den Pocket-PC Anwendungen zu verschieden als das alle Daten synchronisiert würden. Das Mac-OS Adressbuch erlaubt eine unbeschränkte Anzahl von Telefonnummern und E-Mailadressen. PocketMac kann da nur mit den Beschränkungen des Pocket-PCs operieren und überträgt nur das was dieser verträgt, was aber für die meisten Benutzer ausreichend sein sollte. Umgekehrt gesagt, alles was im Pocket-PC in den Kontakten und im Kalender gespeichert wurde findet sich auch in iCal und dem Mac-OS Adressbuch wieder.

iTunes und iPhoto

Die paar Minuten Wartezeit bei der Installation zur Integration der beiden Programme zahlen sich aus. In iTunes steht ein eigenes Verzeichnis "PocketMac Mobile Tunes" zur Verfügung. Kopiert man Musikdateien hinein gleicht sie PocketMac beim nächsten Synchronisationsvorgang mit dem Pocket-PC ab. Wermutstropfen ist aber die Zeitfaktor. So braucht PocketMac für Songs mit rund 35 MByte Umfang – also eine CD – rund 25 Minuten um sie auf das Mobilgerät zu transferieren.
Auch in iPhoto findet sich ein eigenes Album "PocketMac Mobile Photos". Ähnlich wie in iTunes werden dort abgelegte Bilder mit dem Pocket-PC synchronisiert. Zusätzlich lassen sich die Fotos vor dem Transfer automatisch auf die Bildschirmgröße des Mobilgeräts verkleinern. Das spart Platz und natürlich Zeit.
Entfernt man ein Bild oder ein Foto aus den jeweiligen Verzeichnissen so verschwinden diese nach einer neuerlichen Synchronisation auch am Pocket-PC.

Word und Excel

Während unter Windows »PocketExcel« und »PocketWord« Dateien durch »ActiveSync« in am PC lesbare Formate umwandelt so hat der Mac-OS Anwender diese Möglichkeit nicht. Wäre da nicht PocketMac, dass als Zusatzanwendungen auch einen Viewer für diese beiden Dateitypen mitbringt. Der »PocketWord Viewer« erlaubt zusätzlich auch das abspeichern von angezeigten Dateien in das »RTF-Format«. Vom »Excel Viewer» darf man aber nicht zuviel erwarten. Einfache Formeln wie Summen werden unterstützt und korrekt dargestellt, andere Funktionen wie z.B. Datumsanzeigen wandelt der Viewer in reine Zahlen um.

Verbindung mit dem Internet

Für manchen praktisch ist die Unterstützung des Mobilen Nachrichtendienste »Avantgo«. Der zweite Dienst namens »Mazingo« ist schon seit langem geschlossen. Warum er sich trotzdem in den Einstellungen von PocketMac wiederfindet ist nicht ganz begreiflich, stört aber nicht weiter. Für mehr Freude sorgt aber die Möglichkeit Mails zwischen Entourage oder Apples Mail Programm und dem Pocket-PC abzugleichen. Und wer gerne Websites am Pocket-PC lesen möchte ohne gleich unterwegs online zu gehen der kann über »Safari«, den »MS Internet Explorer« oder »OmniWeb« ganze Websites (mit oder ohne Bilder) auf den Pocket-PC übertragen.

Programme installieren

Eine leidige Frage für Mac-OS Benutzer ist auch, wie man Pocket-PC Programme von seinem Mac aus transferiert. Bei »CAB Dateien« ist dies ja kein Problem, »EXE-Dateien«, die sich über eine Windows Programm installieren funktionieren natürlich nicht. PocketMac bietet hier ebenso ein Zusatzprogramm, dass versucht, aus »EXE« oder »MSI« Dateien die »CAB Datei« für den Pocket-PC herauszufiltern. Ich habe dies mit etlichen Programmen getestet und waren großteils erfolgreich. Prinzipiell darf man sich aber nicht darauf verlassen.

Extras, Extras,…

Zwei Seiten bieten gar nicht genug Platz für alle Features von PocketMac. Daher sei noch kurz erwähnt, dass man auch Themes für den »Heute-Bildschirm« transferieren oder über den Mac einen »Screenshot« an einem angeschlossenen Pocket-PC auslösen kann.

IAA PocketMac Pro 3.51
Preis: 42,09 Euro.
Bezugsquelle: Handango, www.pocket-pc-magazin.de/software

Fazit

PocketMac leistet in seiner Kernapplikation was es soll, es synchronisiert zuverlässig Termine, Adressen und Aufgaben. Wer hier keine abgestufteren Einstellungen benötigt wird zufrieden sein. Bei den Zusatzapplikation gibt es einige recht interessante Lösungen, die es so in keiner anderen Form für Mac-OS gibt.
Negativ musste ich nur feststellen, dass auf dem Testrechner manchmal nach rund 30 Minuten die Verbindung ohne Grund beendet wurde. In der FAQ auf der Herstellerwebsite findet sich dazu kein Hinweis.

Plus/Minus

+ Schneller Synchronisationsvorgang
+ Nützliche Zusatzprogramme
+ Mail Synchronisation
+ AvantGo Unterstützung
+ iTunes und iPhoto Synchronisation
– iCal: Keine Kalenderauswahl
– Adressbuch: Keine Gruppenauswahl
– Syncverzeichnis am Pocket-PC nicht wählbar
– Keine deutschsprachige Oberfläche
– Manchmal Abbruch der Verbindung

Wertung: Gut
Preis/Leistung: Gut

Anforderungen

Windows Mobile 5.0: Nein (siehe weiter unten)
Windows Mobile 2003: Ja
Pocket-PC 2002: Ja
Speicherbedarf: 16 KByte

Anforderungen an den Mac-OS-Computer
Mac-OS X Tiger, 10.4.1 oder neuer
Mac-OS X Panther, 10.3.
Entourage: Ab Version 10.1.6
Speicherplatz: 14 MByte

Alternativen

Zu PocketMac gibt es eine Alternative, nämlich »The Missing Sync«. Abgesehen vom niedrigeren Preis liegt der Hauptvorteil bei der detaillierteren Unterstützung von iCal und dem Mac-OS eigenen Adressbuch, da sich detailliert Gruppen und einzelne Kalender zum synchronisieren festlegen lassen. Wer dies benötigt kommt an Missing Sync nicht vorbei. Ansonsten bietet Missing Sync kaum etwas was PocketMac nicht auch könnte. Allein die deutschsprachige Benutzerführung mag für manche noch ein weiteres Pro-Argument sein. Leider lassen sich beide Programme nicht gleichzeitig betreiben. Missing Sync verlangt sogar ausdrücklich nach der kompletten Deinstallation von PocketMac.

Missing Sync: http://www.markspace.com

Lite and Test Versionen

PocketMac Lite ist die nicht nur preislich abgespecktere Variante der Pro Version. Wer nur sein Mac-OS eigenes Adressbuch und iCal synchronisieren möchte und über den Finder Zugriff auf den Pocket PC braucht, für den ist diese Version ausreichend. Eine Testversion gibt es zwar auch aber diese erlaubt nur den Sync von iCal Aufgaben. Damit kann aber auf alle Fälle abtesten, ob Pocket Mac eine Verbindung mit dem eigenen Pocket PC zustande bekommt.

@is:
PocketMac Lite, http://www.pocketmac.net/products/pmlite/pmlite.html
PocketMac Testversion, http://www.pocketmac.net/products/pmpro3/demo.html

Windows Mobile 5.0 und Intel Unterstützung

Zu Redaktionsschluss kündigte IAA ein baldiges Erscheinen der Version 4.0 von PocketMac an, die Windows Mobile 5.0 unterstützen soll. PocketMac läuft auch auf Macs mit Intel Prozessoren jedoch leider nur mit Bluetooth Synchronisation. Wer über USB eine Verbindung herstellen möchte, der muss ebenfalls auf ein Update warten.

PocketMac Updates, http://www.pocketmac.net/updates.html


Ich danke dem Bikini Verlag nochmals herzlichst für die Erlaubnis zur Veröffentlichung dieses Artikels.
Hinweis: Im Bikini Verlag erscheinen die Magazine

Unter http://www.pocket-pc-magazin.de/software/ gibt es viele der jeweils besprochenen Softwareprodukte mit bis zu 10 % Rabatt zu erstehen.

3 Kommentare

  1. Hallo! Danke für den tollen, ausführlichen Bericht. Ich habe mir jetzt auch PocketMac gekauft und einen MDAcompactIII. In diesem Zuge habe ich auch das neue Leopard gekauft. Und ich quäle mich seit drei Tagen, ich bekomme den Mac und den PocketPC nicht dazu, dass sie sich unterhalten. Hättest du noch eine Idee? Das Protokoll sagt mir irgendwie, dass auch bestimmte Dateien nicht installiert wurden.
    ICH BRAUCHE HILFE!!!

    Gruss
    Sascha

    • Es tut mir leid, mir fällt dazu nichts ein. Wenn Dateien nicht installiert wurden, dann wäre es wohl am Besten den Installationsprozess nocheinmal zu starten – falls du das nicht schon probiert hast.

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