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X: Soll man bleiben?

Ich fuhr heute vom Büro nach Hause und überlegte, welche Gründe es gibt, noch bei X zu bleiben.

Ich bin schon längst von dort verschwunden. Manch einer bzw. manche Institution argumentiert, dass es wichtig ist zu bleiben. Man wäre Ansprechpartner bzw. ein „Safe Place“, man können einen positiven Beitrag zum Diskurs leisten oder so genannten Gegenrede leisten.

Ich hatte mir schon ein paar Argumente pro und contra – nun mehr contra – überlegt … da zeigt mir meine Fediverse Timeline einen Beitrag von Kuketz an: Warum das Argument, man müsse in sozialen Netzwerken bleiben, um Opposition zu leisten, völliger Unsinn ist.

Das macht meinen Artikel fast überflüssig – außer, dass ich auf den obigen Artikel verweise. Denn er deckt sich in vielen Punkten mit meinen Überlegungen und argumentiert vielleicht noch besser.

Für mich war die Entscheidung damals klar. Ich hatte meine „Blase“ von netten Menschen, mit denen ich mich austauschte. Manchmal mischte ich mich in Diskussionen ein oder stellte Dinge richtig. Aber ich hatte weder den Auftrag, etwas gegenüber jedem und jeder zu verteidigen, noch wollte ich mich zu tief in bestimmte Diskussionen einmischen. Wo nur noch Argument auf Argument prallte, wo man sich nicht mehr zuhörte, da wollte ich nicht sein.

Und die Idee eines sicheren Ortes innerhalb von X? Da frage ich mich, wozu das gut sein soll. Wenn ich als Mensch auf X ständig angegriffen werde, ist es schön, wenn ein Profil zu mir steht oder anders mit mir kommuniziert. Aber sollte ich einer solchen Person nicht eher sagen: Such dir eine gute Instanz für dich und starte von diesem „safe place“ aus in die Weiten des Fediverse.

Vielleicht gibt es für den einen oder anderen noch ein gutes Argument zu bleiben. Das würde mich natürlich interessieren.

3 Kommentare

  1. Ich finde auch das es keinen Sinn macht auf X zu bleiben. Es ist mittlerweile nur eine Bubble von Rechten, Verschwörung ect. Was soll man da bitte schön verteidigen.

  2. Christian Köhler Christian Köhler

    Was mir bei allen Diskussionen zu kurz kommt, ist der Fakt das mit den Plattformen sehr viel Geld über Reichweite verdient wird. Alle Algorithmen der Plattformen sind darauf ausgelegt die User maximal in Filterblasen zu binden, um noch mehr Zeit darauf zu verbringen.

    Jeder User der da nicht mit macht, schwächt die Plattform und wenn weniger Geld damit verdient wird, ändert sich auch die Ausrichtung. Mit Sozial haben social medias nicht zu tun. Da stehen sehr kapitalistische Interessen dahinter und Konzerne die Milliarden damit verdienen.

    • Stimmt. Wer länger bleibt ist bares Geld für die kommerziellen Plattformen. Da ist es naheliegend, dass sie entsprechende Schritte setzen um einem dort auch zu halten. Deswegen mag ich das Fediverse. Da hält einem höchstens der interessante Inhalt.

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