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Blogs als Meinungsmacher?

Im Rahmen meiner Aktion möchte Margit von mir wissen:

Findest du, dass Blogs als Meinungsmacher im Allgemeinen überbewertet sind?

Wieder einmal eine Frage, bei der ich zuerst überlegen muss, wo ich mit meiner Antwort zuerst ansetze. Und nach dieser Überlegung habe ich einfach mal flott dahin geschrieben. Nehmt es als Gedankenfragmente. Alles andere wäre ein halbes Buch geworden…

Blogs?

Das fängt schon beim Begriff Blogs an.

Was gilt heute alles als Blog – und wer betreibt alles Blogs?

  • Da gibt es Menschen, die von einem Thema durch und durch fasziniert sind und einfach alles sammeln, wissen, analysieren und darüber bloggen.
  • Da gibt es die Kreuz-und-Wiesen-BloggerInnen mit einer bunten Pracht an Themenblüten.
  • Da gibt es Online-Zeitungen, in denen einzelne RedakteurInnen auch so etwas wie ein Blog führen.
  • Es gibt kommerzielle Blogs, die als Nachrichtenmagazin arbeiten.

Es gibt … so viel, was sich irgendwie Blog nennt.

Und würden wir Blog allein auf die Technik reduzieren – sagen wir einmal: alles, was mit WordPress betrieben wird – dann hätten wir noch immer hunderte, tausende, zigtausende … unterschiedliche Arten von Blogs.

Wen erreichen wir?

Und dann gibt es da diese Zielgruppe genannte, unbekannte Anzahl an Menschen, die so ein Blog direkt oder indirekt erreicht. Indirekt etwa, wenn in Printartikeln auf einen Blogartikel hingewiesen wird.

Das heißt: Wir haben auf der einen Seite ganz unterschiedliche Ausformungen von Blogs – und auf der anderen Seite große oder kleine (potenzielle) Zielgruppen.

Im Kleinen, zu speziellen Themen, gibt es sicherlich Blogs, die mehr als meinungsführend sind.
Manch Technoblog wird zigmal auf anderen Blogs wiedergegeben, kommentiert, übernommen, getwittert, geliked – und ist somit durchaus meinungsbildend in einer gewissen Gruppe von Menschen.

Ich frage mich aber andersherum: Wer ist denn heute noch meinungsführend?
Wer kann eine große Anzahl von Menschen (z.B. in Österreich) in ihrer Meinung beeinflussen? Eine einzelne Tageszeitung? Ein TV-Sender?

Zeitungen verlieren LeserInnenschaft, Fernsehen zersplittert in eine Vielzahl an Sendern – und das Internet hat sowieso eine, so mag es einem manchmal erscheinen, unbegrenzte Anzahl an Kanälen.

Und was heißt dann eigentlich meinungsmachend?
Hat ein Barack Obama die Meinung eines Landes verändert – oder hatte er in seiner damaligen Präsidentschaftskampagne nur das richtige Gespür, die richtigen Worte zur richtigen Zeit?

Die Frage, die immer dahinter steht, ist: Wie beeinflussbar ist der oder die Einzelne bzw. die Masse?

Es ist der Mensch, nicht das Blog (allein)

Aber zurück zur eigentlichen Frage. Bei einem Blog steht oft eine einzige Person dahinter. Und daher müsste ich die Frage eventuell auch so stellen: Sind BloggerInnen MeinungsmacherInnen?

Es wäre etwas vermessen, wenn ich mich als großen Meinungsmacher bezeichne. Aber ich nehme mich als Beispiel für einen Blogger:
Ich schreibe in meinem Blog, ich kommentiere in Twitter, ich präsentiere, diskutiere und plaudere auf Barcamps, ich begleite oder (mit)entwickle kleine Aktionen im Web, die nicht nur mein Blog, sondern auch andere tragen.
Das Blog ist immer dabei – dort schreibe ich über die Barcamps, über die Webaktionen, …

Aber es wären wohl nicht meine Artikel allein, die manchmal wirken – sondern meine Vernetzung in all den sozialen Netzwerken (online wie offline).

Wer bewertet?

Schlussendlich: Wer bewertet denn Blogs als die neuen Meinungsmacher?

Sind das PR-Firmen, die mich anschreiben, damit ich über ein neues Produkt berichte?
Glauben diese wirklich, dass ein Artikel von mir die Verkaufszahlen in die Höhe schnellen lässt?
Oder wissen sie einfach, dass der Longtail heutzutage auch zur Wirkung beiträgt?

Blogs bzw. BloggerInnen sind nicht oft Meinungsmacher.
Aber sie können Meinungen ganz direkt an den und die LeserIn weitergeben.
Hier steht keine Redaktion, keine Blattlinie, kein Marketinginteresse dazwischen.
Und genau das macht es vielleicht für manche auch so interessant, das eine oder andere Blog zu lesen.

Fazit

Fazit gibt es keines.
Außer vielleicht, dass Bloggen natürlich auch einfach Spaß machen darf – und man sich nicht um diese Frage kümmern muss 😉

Die zweite Frage wäre:
Sind nicht auch KommentarschreiberInnen meinungsmachend, oder?


Das ist ein Artikel im Rahmen meiner Aktion Blog das Robert. Du kannst mir eine Frage stellen, die ich in meinem Blog beantworte. Das kann auch anonym geschehen. Es muss keine Frage sein, auch ein Themenvorschlag wäre interessant.

Alle bisherigen Antworten findest du unter dem Schlagwort BlogDasRobert.

Ein Kommentar

  1. Als ich 2012 die Aktion 10 Fragen – 10 Antworten startete kamen viele interessante Fragen, die ich unter anderem in Artikeln wie OpenScience oder Blogs als Meinungsmacher? beantwortete. Im Jahr 2014 möchte ich wieder mit dieser Aktion starten. Ich

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