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e-Mitschrift

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Heute hat mich eine Frage per Twitter ereilt:

….würdest du #iPad (Alternative?) zur Mitschrift (od. Voice Aufzeichnung) in Vorlesungen empfehlen?

Gute Frage. Ich darf mal weit ausholen und möchte ein paar Möglichkeiten aufzeigen, die ich zumindest alle mal ein wenig durchprobiert habe. Die für mich perfekte Lösung habe ich noch nicht, aber die muss auch jedeR für sich selbst finden. Daher sind auch Kommentare über anderweitige Anwendungsszenarien mehr als willkommen.

Beginnen wir also mit Papier und Kugelschreiber…

Papier

Papier und Kugelschreiber sind wohl die einfachste Methode Mitschriften zu erzeugen. Papier ist geduldig, kann nicht abstürzen oder per Magnet seine Daten verlieren.
Aber es ist eben ein analoges Medium, die Daten sind nicht wirklich nachbearbeitbar und verwertbar.

Ein erster Schritt wäre die Papiermitschrift zu scannen. Dann liegt sie aber erst als Grafik vor. Nicht jeder will dann eine OCR (Texterkennung) Software erstehen bzw. darüber laufen lassen und noch viel nach bearbeiten. Geschweige denn: so manche Handschrift ist für OCR mehr als ungeeignet.

Der Scan kann aber auch in einer Online-Notiz/Dokumentverwaltung wie Evernote landen. Evernote besteht aus sogenannten Notizbüchern (Verzeichnissen) die wiederum Notizen beinhalten. Jede Notiz kann Text, Bilder (Scans), PDFs, etc. umfassen. So ergänze ich einen Scan schnell mit ein paar getippten Notizen, tagge diese mache sie somit zumindest rudimentär auffindbar.

Unterteilt in Notizen und Notizbüchern sowie sortiert durch Tags ergibt das schon ein ganz gutes Archiv. Die Daten landen alle am Evernote Server und werden dort auch einer Texterkennung unterzogen. Zwar wirft Evernote das Ergebnis nicht als Text aus, macht aber so Scans durchsuchbar.
Um ein wenig Ordnung in seine Scans zu bringen reicht es vielleicht aus, seine Notizen nachträglich mit ein paar „sauber“ geschriebenen Stichworten zu versehen, die auch Evernote erkennen kann.

Nebstbei: Für Evernote gibt es u.a. Apps für iPhone und iPad.

Kugelschreiber mit Gedächtnis

Ein paar mal konnte ich schon den „Livescribe Pulse“ ausprobieren. Ein etwas dicklich geratener Kugelschreiber, der auch Audio mit aufzeichnet. Der Clou kommt aber noch. Tippt man mit dem Kugelschreiber auf einen vorher geschriebenen Text dann wird dort mit der Audiowiedergabe begonnen, wo bzw. als man dieses Wort geschrieben hat.
Das macht den Vergleich Mitschrift mit Gesagtem einfach. Bzw. muss man nur mehr Stichworte aufschreiben und kann dann zu jedem Stichwort das Gesagte dazu hören.
Der Pulse braucht ein eigenes Papier um sich Koordinaten zu merken. Dieses kann man aber auch selbst ausdrucken.

Audio, Mitschrift, etc. lassen sich dann am Windows-PC oder am Mac weiter verarbeiten.

Das iPad kann´s auch

Eine ähnliche Funktionalität hat SoundNote für das iPad. Entweder man tippt per OnScreen Keyboard oder man zeichnet per Finger. Gleichzeitig zeichnet SoundNote das Gespräch / den Vortrag auf. Ein Tipp auf ein Wort und die Aufzeichnung wird auch wieder von diesem Punkt an vorgespielt.

Braucht man nur eine Audioaufzeichnung so gibt es auch schon fürs iPhone (und fürs iPad) gute Apps.

Problem beim tippen kann natürlich das OnScreen Keyboard sein. Gerade 10-Finger-SchreiberInnen können nicht die Geschwindigkeit erreichen wie bei einer Hardwaretastatur. Abhilfe schafft aber z.B. die Bluetooth-Tastatur von Apple. Nicht größer als das iPad und sehr leicht kann sie durchaus noch im Rucksack oder in der Tasche mitgenommen werden. Das iPad sollte man dabei in ein gutes Case stecken, sodass man es auch entsprechend aufstellen kann und so beim tippen auf der Tastatur das Display gut sichtbar bleibt.

Braucht man keinen Soundaufzeichnung so bietet sich u.a. Evernote selbst für Notizen an. Mit dem iPhone fotografiert man noch schnell Tafel oder Flipchart und fügt diese Aufnahmen nachträglich noch in die Notiz ein. Oder man fügt auf der Evernote App die Fotos in eine Notiz ein, synct ein wenig und hat kurze Zeit später diese auch in Evernote am iPad.

Wer es aufgeräumter will, der nutzt „FastEver XL“ In dieser App verfasst man Notizen, formatiert sie ein wenig und schickt sie danach in seinen Evernote Account.

Natürlich gibt es gerade im Notizbereich eine Vielzahl weiterer iPad Apps.

Empfehlung?

Im Vergleich zu Note- und Netbooks ist das iPad für einen ganzen Vortrags-, Meeting-,…Tag noch eine Spur leichter und hält dabei locker seine 9 bis 10 Stunden durch. Auch mit der externen Tastatur ist man noch immer nicht beim Gewicht des durchschnittlichen Netbooks. Für mancheN wird diese Trennung auch ein Vorteil sein. Dort wo ich schnell tippen muss, nehme ich die Tastatur mit. Ansonsten bleibt sie zu Hause und man spart Gewicht und Platz.

Die Frage ist natürlich, wie die eigenen Mitschriften aussehen. Stichworte mit Audioaufzeichnung gehen mit Apps wie SoundNote wunderbar. Längere Texte ohne Hardwaretastatur sind wohl etwas heftig.

Nur für den Anwendungsfall Mitschriften ist das iPad wohl zu teuer. Man muss sich daher sicherlich fragen, ob es noch anderes gibt – und wenn es auch die vielen Games sind – das man mit dem iPad machen könnte/möchte. Wenn ja, dann lohnt sich die Anschaffung durchaus, sofern man auf manche Funktionalität eines Note/Netbooks verzichten kann.

Natürlich ist das iPad für den Arbeitsalltag noch anderweitig gut ausgestattet – sofern man Apps hinzulädt. Recherche per Web ist da noch das mindeste.
PDFs lassen sich wunderbar lesen und mittels „iAnnotate PDF“ kann man diese sogar mit Notizen versehen und in vielfältigsten Farben markieren.

Fazit. Es gibt nicht das perfekte Gerät. Daher: Prinzipiell erfüllt das iPad durchaus etliche Anforderungen an ein „Meeting Gerät“, soferne man sich auf die „Apple-Bedien-Philosophie“ einlässt und dort Abstriche machen kann, wo Apple recht restriktive Einschränkungen macht (ein Stichwort: kein USB-Stick Anschluss).

Und vielleicht für viele Situationen kein kleiner Vorteil. Ein Druck auf den Hardwarebutton und das iPad ist betriebsbereit. Nicht einmal eine Wartesekunde. Ein Tippe auf eine App und sie ist (das gilt für die meisten) in ein bis zwei Sekunden ebenfalls betriebsbereit. So kann ich wirklich schnell die Notiz vornehmen, den Task planen, die Aufzeichnung starten oder oder…

Natürlich könnte ich auf das „aufwachen“ des Netbooks meistens warten. Aber dann lässt man das Gerät doch meistens in der Tasche und notiert sich was auf Papier etc. – Was wiederum den Kreislauf einscannen, neu tippen,.. startet. 🙂

4 Kommentare

  1. Ich stimme Dir in der Hinsicht zu.

    Meiner Meinung nach ist die Tastatur eines Ipads jedoch nicht dazu geeignet, sich flott in Vorlesungen Notizen zu machen.

    Ipad ja, aber während der Vorlesungen sollte es schon ein ganz normales Notebook sein – auch wenn das etwas schwerer mittragbar ist.

    Würde ich als ehem. Informatikstudent argumentieren 🙂

    • Ich stimme auch dir zu. Daher auch die Anmerkung, dass für Menschen die etwas schneller tippen ein zusätzliches Bluetooth Keyboard gut wäre. Die Kombination kann durchaus (für reine Tipparbeiten) mit einem Net/Notebook mithalten, da z.B. die Apple-BT-Tastatur klein, leicht und gut „betippbar“ ist.

  2. zum dicken Kugelschreiber: eine Freundin von mir kommt aus Singapur und hat das geilste Teil überhaupt: Beim Mitschreiben digitalisiert der Kugelschreiber die Mitschrift gleich, sodass man sie danach nicht noch mal abtippen muss, sondern gleich als pdf oder doc zugänglich hat… Ich find das is ne riesen Sache… 🙂

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