Schlagwort: Fediverse

  • Fediverse und Barrierefreiheit

    Ist das Fediverse auch für behinderte Menschen gut nutzbar. Eine erste Auskunft gibt Eric Eggert in seinem Blogartikel Accessibility in the Fediverse (and Mastodon).

    Für mich interessant ist die relative lange Liste an Menschen, die sich mit „Accessibility“ beschäftigen und ein Profil im Fediverse haben. Was mir auffällt: Durchwegs alle verwenden eine Mastodon Instanz, die meisten sind bei der größten Instanz mastodon.social. Irgendwie schade. Wäre wirklich interessant, wie es sich für Menschen mit Seh- und anderen Behinderungen auf Friendica, Hubzilla oder Pleroma anfühlt.

  • Das war der #FediJune 2022

    Die Zeit verrast. Gerade war noch der Juni 2022, in dem ich einen #FediJune einlegte.

    Was in dem Monat anders war habe ich damals schon beschrieben:

    In diesem Monat möchte ich nicht aktiv auf Facebook, Instagram und Twitter posten. Das heißt, von meiner Seite aus Postings beginnen. Antworten werde ich natürlich, weil ich verweigere mich ja nicht der Kommunikation an sich. Und mein WordPress wird weiter automatisiert Artikel nach Twitter werfen.

    Aber alles was ich von mir aus poste, das sind Texte und Bilder, werde ich allein im Fediverse machen. Meine Hauptplattform wird mein @roblen Account auf microblog.at sein. Mein Blog lasse ich nicht allein – weil das ist und bleibt das Kernstück meines Schreibens.

    Nur ein Blog

    Was habe ich in dem einen Monat erfahren und für mich Rückschlüsse gezogen. Darum geht es in dem heutigen Artikel

    Das Fediverse

    Das Fediverse ist quasi die Gesamtheit alle Webservices, die mittels des Activitypub Standards verbunden sind. Ein wenig habe ich das in Ist Mastodon viel zu kompliziert? erklärt. Kurz gesagt. Stellt euch vor, ihr könntet in Twitter auch Einträge (Text und Video) aus YouTube sehen (und kommentieren) und in Instagram auch Twitterartikel mitsamt Fotos.

    Den Dienst den ich verwende (einen Überblick über das Fediverse bietet unter anderem fediverse.party) kann ich dabei all als Sendekanal verwenden oder auch als Empfangskanal für Kommentare, Folgende und für Likes. All das funktioniert über das gesamte Fediverse hinweg.

    Wobei ich im #FediJune merkte, dass das manchmal auch ein wenig Theorie ist. Es gibt da und dort Inkompatibilitäten. Mal werden längere Texte nicht in meiner Timeline angezeigt und ich muss zum anderen Dienst springen (was aber recht einfach geht) oder Fotos werden nur begrenzt mitübertragen. Auch erlaubt mancher Dienst Textformatierungen wie Überschriften oder Fettschrift, die dann im anderen Dienst nicht angezeigt werden. Das ist alles verkraftbar, aber könnte besser laufen. Andererseits muss ich feststellen: Immerhin „redet“ man miteinander.

    Zielgruppe(n)

    Auch wenn das Fediverse mehrere Dienste vereint, so ist die Gesamtzahl der Nutzenden viel geringer als allein bei Twitter oder Instagram oder … Aber was sagt das schon.

    Aufgrund dessen, dass sich das Fediverse als Alternative zu kommerziellen Social Media Netzwerken präsentiert, haben viele der Nutzenden dieses Netzwerk ganz aktiv gesucht. Das heißt, hier finden sich durchaus Expertinnen, Interessierte und Aktivist:innen zu vielen Themen. Aufgrund der Dezentralität gibt es auch ganze Server/Instanzen, die für die jeweilige Zielgruppe eingerichtet wurden. So habe ich unter meinen Folgenden und denen ich folgenden Menschen, die aktiv zu Themen posten wie

    • Nachhaltigkeit und Mobilität
    • LGBTIQ+
    • Barrierefreiheit und Selbstbestimmtheit
    • Netzpolitik
    • Fediverse und seine Implikationen
    • Programmieren, App Entwicklungen
    • Datenschutz und Privatsphäre
    • Webtechnologien
    • Literatur: So fand ich schon Krimi- und Science Fiction Autor:innen, deren Bücher ich dann im Urlaub nach dem #FediJune gerne gelesen habe – und diese Menschen sind dort wirklich noch ansprechbar 🙂
    • Fotografie: Es gibt viele Fotos (auch Katzen und Faultiere), viele Tipps und Austausch und auch einen #FotoMontag

    Beispiel Mastodon

    Über die Mastodon App betreibe ich auch mein eigenes Microblog. Ihr findet mich unter microblog.at/@roblen – ganz ohne anmelden ist alles lesbar und somit wirklich ein Microblog.

    Jede:r kann einen Mastodon Server (Instanz genannt) aufsetzen und anderen den Platz für einen eigenen Account bieten. Der Vorteil ist, dass sich so auch Gemeinschaften mit gemeinsamen Interessen eine eigene Instanz einrichten können. Dort gibt es dann eigene Regeln (wie es das mit sensibler Sprache, Nacktfotos, etc.) und sie entscheiden selbst, mit welchen anderen Servern sie sich im Fediverse vernetzen oder nicht. Viele Instanzen sind für Nutzer:innen offen. So habe ich die Qual der Wahl, wo ich mich einrichte.

    Instanzenbetreiber:innen können natürlich auch entscheiden, dass sie den Server zusperren. Das ist so eines der Argumente gegen das Fediverse. Aber wieviel kommerzielle Plattformen habe ich schon benutzt, wo mir das auch passiert. Und ich rede nicht nur von kleinen Anbietern, siehe Google Plus!

    Und man kann relativ einfach Instanzen wechseln oder eben selbst eine betreiben oder so wie ich einen Hoster suchen, der sich um die Technik kümmert. Ich bin dann zwar der Betreiber, muss aber nur mehr die Verwaltung übernehmen.

    Twitter kennt den Blue Button um zu bestätigen, dass die Person echt ist. Mastodon kennt was viel einfacheres. Wer z.B. einen speziellen Code im eigenen Blog anbringt und dann im Mastodon Profil auf sein Blog verlinkt sieht dort, dass es ein verifizierter Link ist. Somit habe ich als Besucher:in die Bestätigung, dass der angegeben Link wirklich zu einer Website führt, die mit dem Mastodon Account etwas zu tun hat.

    Jede:r eine eigene Instanz

    Manche finden die Idee, dass ich nur für mich selbst eine Instanz betreibe abstrus. Warum so etwas tun. Nun, man kann damit ganz selbst entscheiden, welche Inhalte am Server zu finden sind. Man betreibt diese unter einen eigenen Domain, wie z.B. ich mit microblog.at. Seht es so wie WordPress. Die einen gehen zum WordPress.com und lassen die Firma Automattic das eigene Blog hosten. Viele installieren aber WordPress lieber auf ihrem eigenen Webspace/Server.

    Eine eigene Instanz im Fediverse ist dann der Ausgangspunkt um sich mit zig anderen zu vernetzen und auszutauschen. Damit ist das Fediverse auch nicht in der Hand einer Person / einer Firma. Sperrt eine Instanz zu, sind da noch viele andere bzw. habe ich ja meine eigene.

    Anmerkung: Mit Friendica habe ich nun eine Software entdeckt, die das hosten einer Instanz technisch einfacher gestaltet. Wer WordPress installieren kann, kann das auch mit Friendica.

    Reichweite

    Manche erklären mir, dass man im Fediverse keine Reichweite hätte und daher ein Auftritt von geringem Interesse sei. Nun, dass ist wohl alles relativ.

    Auf manchen Sozialen Netzwerk entscheidet (auch) ein Algorithmus, wie oft und wo ein Beitrag von dir angezeigt wird. Im Fediverse gibt es das nicht. Alle Beiträge landen im Gesamtstream, der zwischen Instanzen geteilt wird. Je mehr Menschen man folgt oder gefolgt wird, umso mehr Server lernen den eigenen Account kennen und streamen ihn.

    Aber es gibt keine Wertung über die Bedeutung des Beitrags. Das heißt jeder Push (neue Beitrag) ist eine neue Chance entdeckt zu werden, Likes zu bekommen oder von anderen re-postet (geboostet) oder auch kommentiert zu werden.

    Auch wenn ich derzeit unter 200 Follower habe wurden schon etliche Beitrage von mir geliked, geboostet und kommentiert. Und das oft von Personen, die mir nicht folgen und denen ich nicht folge.

    So gibt es im Umfeld meines Profils viel Austausch und Diskussion.

    Was hilft sind die passenden Hashtags. Die fallen auf und werden von manchen auch gesucht bzw. kann ich Hashtags auch als RSS Feed in meinem Feedreader laden. Mastodon wird in Bälde auch eine Möglichkeit bieten, Hashtags zu folgen. Das macht diese noch interessanter und eine gute Möglichkeit Themen zu folgen. So habe ich selbst über Hashtags schon manch interessanten Beitrag oder Diskussion entdeckt.

    Meine Social Media Welt

    Nach einem Monat des #FediJune kamen mir auch paar Gedanken zu meiner Social Media Nutzung.

    Twitter

    Dort habe ich rund 1.600 Follower. Aber wieviel Interaktion erzeugen dort meine Tweets? Oft weniger oder nicht viel mehr. Was ich auf Twitter dann mehr nutze sind Direktnachrichten (die teilweise auch im Fediverse funktionieren) oder Gruppenfunktionen. Zu letzteren gibt es im Fediverse immer wieder Ansätze, aber so richtig haben sich diese noch nicht (technisch) etabliert.

    Mit den Ankündigungen von Elon Musk Twitter zu übernehmen schreckt mich das Soziale Netzwerk noch mehr ab. Denn Musks Redefreiheitsbegriff dürfte ein anderer als meiner sein. Die Absicht tausende Mitarbeiter:innen zu entlassen geht auch in die Richtung, Twitter als Ort für Trolle und Co. weiter zu öffnen.

    Instagram

    Wenn ich Instagram derzeit beschreiben müsste: 1. Werbung, 2. Werbung, 3. Werbung. Es nervt einfach. Noch habe ich dort nette Kontakte und finde feine Fotos, einige gute Stories.

    Facebook

    Facebook ist halt der öffentliche Dorfplatz, wo man jede:n trifft. Hier halte ich Kontakt auch mit Bekannten, alten Schuldfreund:innen, Ex-Kolleg:innen. Man bleibt ein wenig in Kontakt oder findet sich wieder.

    LinkedIn und XING

    In beiden war ich nie richtig aktiv, habe kaum gepostet oder mich bemüht präsent zu sein. Es sind halt meine Visitenkarten, wenn mich jemand dort sucht. Nicht mehr.

    Um Kontakte bemüht

    Dieses Kontakt halten ist etwas, was sich bei mir durch alle Netzwerk zieht. So wie ich unterschiedliche Instant Messenger brauche um mit allen in Kontakt zu bleiben, so braucht es unterschiedliche Netzwerke. Manches lässt sich aber leicht ändern. So werde ich mal den einen oder anderen Geburtstag auch in meiner Kontakte App notieren und brauche dazu nicht mehr Facebook oder XING.

    Fazit

    Ich habe im #FediJune und darüber hinaus die Nutzung von Twitter und Co. massiv reduziert. Siehe da, es ging mir gar nicht so ab, wie ich dachte. Ich bleibe trotzdem über Neuerungen und politische Entwicklungen informiert. Mancher Diskurs geht mir gar nicht ab, da er eh mehr Streiterei und untergriffiger Kommentar war.

    Aus dem #FediJuni ist quasi ein #FediYear geworden.

    Noch scheue ich darüber nachzudenken, ob ich einen anderen Dienst vollständig verlasse bzw. ich ihn sogar kündige. Mit dem Fedijune habe ich zumindest gelernt, dass es Alternativen gibt, dass ein förderiertes System nicht das perfekte System ist aber es ein spannender (auch) netzpolitischer Ansatz ist. Ich habe außerdem wieder erfahren, dass mir der Austausch mit Menschen Freude macht, aber es nicht die großen Plattformen sein müssen.

    Nachsatz: Wenn irgendjemand von euch überlegt, sich das Fediverse einmal anzusehen, sich selbst einen Account oder eine Instanz anzulegen und dabei noch Fragen hat. Dann fragt mich gerne. Ich werde versuchen, zu antworten oder eine Antwort für euch zu finden.

  • Friendica: eine Fediverse Instanz einfach selbst hosten

    Ich bin nun mit meinem Microblog schon seit einigen Monaten im Fediverse. Microblog hoste ich dabei nicht selbst, sondern lasse den Server hosten. Denn die Administration der Mastodon Software ist mir doch zu komplex. Immerhin verlangt Mastodon einen eigenen Server.

    Aber das Fediverse – als föderiertes System – ist groß. So gibt es etliche Anwendungen, die untereinander über das ActivityPub Protokoll kommunizieren.

    Mit Friendica habe ich nun ein Selfhosting probiert.

    Anforderungen

    Denn Anforderungen für eine Friendica Installation sind nicht so hoch. Kurz gefasst reichen die gleichen Anforderungen, wie sie auch WordPress braucht:

    • Ein Share Webspace (keine dezidierter Server)
    • PHP und eine mySQL Datenbank
    • die Möglichkeit einen Cronjob (zeitgesteuertes aufrufen einer Datei / eines Programms) zu implementieren.
    • Eine eigene (Sub)Domain für die Friendica Instanz

    Die ersten beiden Punkte erfüllt mein Provider. Über dessen Verwaltungsoberfläche gibt es auch die Möglichkeit Cronjobs einzurichten.

    Installation

    Die Installationsanleitung ist dann nicht allzu schwierig zu befolgen:

    • MySQL Datenbank (leer) anlegen und Dateien auf den Webspace verschieben
    • Über den Browser die (Sub)Domain anrufen
    • Ein paar Infos angeben, inklusive Mailadresse
    • Zugangsdaten für die mySQL Datenbank eingeben
    • Admin Account anlegen

    Dann braucht es ein wenig Zeit und es begrüßt einem die Oberfläche von Friendica. Diese läuft über meinen Webspace ausreichend flüssig. Wer die Instanz aber nicht nur für sich sondern für hunderte oder tausende Nutzer:innen verwenden will, wird dann aber wohl einen eigenen Server brauchen.

    Ein erster Blick ins System

    Apropos Oberfläche. Sie wirkt auf den ersten Blick ein wenig altbacken. Mit der Installation kommen ein paar Themes mit, sodass man schon das eine oder andere ändern kann.

    Auch die Usability ist auf den ersten Blick nicht perfekt. Die Administration im Backend bietet viele Möglichkeiten. Wo aber was zu finden ist, erschließt sich nicht immer gleich. Dasselbe gilt für das Frontend. Aber daran gewöhnt man sich wohl nach ein wenig Übung sicher.

    Für Außenstehende wirkt die Oberfläche aber aufgeräumt und man kann damit leicht seinen eigenen Microblog aufbauen und sich mit anderen im Fediverse verknüpfen. Friendica ist im Vergleich zu Mastodon in manchem mächtiger. So kann ich mehr als 500 Zeichen in Beiträgen verwenden und auch entsprechende mit Markups (BB Code oder Markdown) versehen. Damit gibt es Überschriften, fette und kursive Schrift etc. Friendica ist somit durchaus eine Möglichkeit auch sein Blog dorthin zu verlegen.

    Ebenso kann man RSS Feeds (quasi als eigenen Kontakt) folgen und somit Friendica als Feedreader verwenden.

    Eine Vielzahl von Addons erlauben das hinzufügen von vielen Funktionen. So habe ich eines entdeckt, dass Friendica mit Twitter verbindet und das crossposten zu Twitter (und andersrum) ermöglicht.

    Friendica ist jetzt gerade erst 24 Stunden installiert. Vieles muss ich noch ausprobieren, testen und üben. Außerdem gibt es noch ein kleines Problem mit der Darstellung von einzelnen Bilder. Aber ich bin schon jetzt sehr begeistert, dass es mit Friendica eine Software gibt, die auch nicht so erfahrenen Nutzer:innen den Einstieg mit einer eigenen Instanz in das Fediverse ermöglicht.

  • #FediJune

    MIt Ende April bin ich ein wenig in das Fediversum eingetaucht und habe insbesondere das soziale Netzwerk Mastodon kennengelernt.

    In dem einem Monat konnte ich viel dazu lernen und auch einiges zum Nachdenken über geschlossene und offene System bekommen.

    Für den Monat Juni habe ich mir nunmehr selbst ein Experiment „verordnet“. Ich probiere einen #FediJune.

    In diesem Monat möchte ich nicht aktiv auf Facebook, Instagram und Twitter posten. Das heißt, von meiner Seite aus Postings beginnen. Antworten werde ich natürlich, weil ich verweigere mich ja nicht der Kommunikation an sich. Und mein WordPress wird weiter automatisiert Artikel nach Twitter werfen.

    Aber alles was ich von mir aus poste, das sind Texte und Bilder, werde ich allein im Fediverse machen. Meine Hauptplattform wird mein @roblen Account auf microblog.at sein. Mein Blog lasse ich nicht allein – weil das ist und bleibt das Kernstück meines Schreibens.

    Warum?

    Weil ich es kann, würde ich sagen. Ich bin kein Influencer, der unbedingt Likes braucht. Ich nehme kein Geld über das Netz ein und brauche mich nirgends zu beweisen.

    Ich möchte einfach nur schauen, ob sich meine Kommunikation verändert. Microblogge ich anders? Gehen mir Facebook, Twitter und Instagram ab?

    Eigentlich ist der Juni kein guter Monat. Ich weiß jetzt schon, dass ich beruflich viel zu tun habe und ich vielleicht gar nicht viel Lust und Laune habe, um mich auf Mastodon zu bewegen. Andererseits erwartet dort niemand, dass ich viel poste. Und kein Algorithmus bestraft mich dafür.

    Was mache ich in Mastodon?

    Ich schreibe zwar manchmal vom Fediverse, also all den Diensten, die untereinander verknüpft sind. Aber hauptsächlich habe ich Mastodon kennengelernt und schreibe daher lieber vorerst nur darüber.

    Wie ich oben schon schrieb. Es gibt keinen Algorithmus. Artikel kommen in meinem Timeline, in dem Moment in dem sie gepostet werden. Allein wenn jemand den Artikel boostet (was einem Retweet auf Twitter entspricht) kann er in meiner Timeline später auftauchen. Möchte ich mehr lesen, gehe ich in die Zeitleiste der miteinander verbundenen Server oder auf einen bestimmten Server.

    Auf Mastodon fand ich schon etliche Fotobegeisterte Menschen. Folgt man manchen Profilen, so bekommt man kreative Fotos in seine Zeitleiste, Tipps zum fotografieren und interessante Geschichten über Fotograf:innen und das Thema Fotografie.

    Das zweite für mich interessante Thema ist Open Source. Es finden sich etliche Entwickler:innen und Anwender:innen. Und als ich eine Frage zum Thema Hosting stellte, waren da gleich etlichste Antworten. Und – siehe Thema Algorithmus und Zeitleiste – viele der Antwortenden folgen mir nicht, noch folge ich ihnen. Sie haben meine Frage in der allgemeinen Zeitleiste gesehen und geantwortet.

    Ja, das Antwortverhalten ist generell hoch und das Gesprächsklima in den meisten Ecken sehr gut. Dort, wo es besonders schlimm abgeht, sind es Server, die die anderen Serverbetreiber schon blockiert haben. Damit kommen deren Diskussionen gar nicht bis zu mir.

    Schlußendlich fasziniert mich der technische Ansatz von Mastodon bzw. des Fediverse. Es gibt keinen Besitzer des Netzwerks, keine einheitliche Software. Jede:r kann mit einem eigenen Werkzeug mitmachen, mitreden, sofern dieses Werkzeug die gemeinsame Schnittstelle AcitivityPub verwendet.

    Das ist aber nicht nur technisch interessant, sondern auch eine netzpolitische Frage. Das Fediverse unterstützen, heißt auch ein Netz von vielen für alle zu unterstützen und nicht den Monopolisten in die Hand zu spielen. Naja, so mal die Theorie.

    Mein Juni im Fediversum

    Vielleicht bietet mir mein #FediJuni die Möglichkeit ein wenig tiefer in das Fediversum einzutauchen um mir klar zu werden, wie ich weiter mit den großen kommerziellen Anbietern umgehen möchte. Vielleicht schaffe ich es auch ein paar andere Dienste des Fediversums kennenzulernen.

    Soweit ich Zeit finde möchte ich einzelne Lernschritte gerne mit euch auch hier im Blog teilen.

    Und wer jetzt Interesse hat und ebenfalls einen #FediJuni probieren will. Ja, für den oder die stehe ich gerne für Fragen oder Hilfestellung (soweit ich mich schon auskenne) zur Verfügung.

  • Von Shaarli zu Mastodon posten

    Nachdem ich jetzt Shaarli reaktiviert habe, ist mir auch das „Shaarli2Mastodon“ Plugin aufgefallen.

    Die Funktion ist ganz einfach. Beim Anlegen eines neuen Links in Shaarli kann ich per Checkbox auswählen, ob dieser auch auf meinem Mastodon Profil gepostet werden soll. Das funktioniert natürlich nur, wenn ich den Link auch als öffentlich markiere (bzw. die „Privat“ Checkbox deaktiviere).

    Die Installation ist nicht schwierig. Den Ordner mit den Plugin Dateien schiebt man in das entsprechende Verzeichnis am Webspace. Danach muss man das Plugin noch als Anwendung in Mastodon registrieren. Damit erhält man entsprechende Schlüssel (Codes), die man in die Settings in Shaarli einträgt. Und schon verstehen sich die beiden Dienste miteinander.

    Einstellungen

    Weil ich doch kurz mit den Einstellungen im Plugin gehadert habe:

    • MASTODON INSTANCE: Das ist die URL deiner Instanz, aber ohne „https://“, in meinem Fall zum Beispiel „microblog.at“.
    • MASTODON APPID: nennt sich in Mastodon „Client-Schlüssel“
    • MASTODON APPSECRET: nennt sich in Mastodon „Client-Secret“
    • MASTODON APPTOKEN: nennt sich in Mastodon „Dein Zugangs-Token“

    In der Beschreibung des Plugins findet sich der Hinweis, dass man bei den „Befugnissen“ allein „write“ auswählen solle. Da das Plugin aber nur Posten soll, habe ich als einziges die Checkbox „write:statuses Beiträge veröffentlichen“ ausgewählt. Das reicht nach ersten Tests auch.

    Als letzte Einstellung findet man „MASTODON TOOT FORMAT“. Damit legt man fest, was das Plugin in ein Posting bei Mastodon schreiben soll. Dies kann einerseits normaler Text sein und andererseits gibt es noch ein paar Platzhalter, die man verwenden kann, aber nicht muss.

    • ${url}: Es wird der gespeicherte Link angezeigt, sodass man im Mastodon Posting direkt zur erwähnten Website wechseln kann.
    • ${permalink}: Dies verweist auf den Eintrag in der Shaarli Anwendung. Ihr landet z.B. bei mir auf link.roblen.eu und dort direkt beim erwähnten gespeicherten Link mit all seinen Daten.
    • ${title}: Das ist der Titel, den ich dem Link in Shaarli gegeben habe.
    • ${tags}: Sofern ich auch Tags mitgespeichert habe, werden diese auch in das Posting übertragen
    • ${description}: Falls ich eine Beschreibung des Links im entsprechenden Feld verwende, wird sie hier angezeigt. Wobei der Text dann irgendwann abgebrochen wird, da mehr als 500 Zeichen auf Mastodon nicht erlaubt sind. Bedenkt das immer mit.

    Erste Tests liefen erfolgreich. Siehe z.B. dieses Posting.

    Mini-Blog

    Shaarli erlaubt auch Notizen zu erfassen. Und diese auch mit Markdown zu formatieren (Beispiel – Anmerkung vom 30. Dezember 2024: Ich hab Shaarli zu wenig genutzt und daher die Installation gelöscht). Damit lässt sich Shaarli – wenn man es will – auch als kleines Blog verwenden. Immerhin gibt es auch RSS-Feeds. Und mit dem Shaarli2Mastodon Plugin kann man seine Posts auch ins Fediverse bringen.

    Anmerkung: Etwas Markdown Formatierungen werden nicht nach Mastodon übernommen. Hier werden die Formatierungsanweisungen als reiner Text dargestellt.

    Kleiner Wermutstropfen. Die Option zum posten nach Mastodon bietet sich nur beim Erfassen des Links oder des Textes. Nachträglich geht das nicht mehr. Wobei das vielleicht relativ leicht im Plugin zu ändern wäre – wenn man sich ein wenig mit PHP und Co. auskennt.

  • Ist Mastodon viel zu kompliziert?

    Nachdem ich auf Twitter über Mastodon tweetete antwortete mir Michi:

    Allein schon beim Öffnen der App gefragt zu werden wo ich hin will und was auswählen. Viel zu kompliziert, zu nerdig, wer versteht schon den Begriff Instanz… nicht massentauglich.

    Michi Endemann Tweet

    Vorab: Wenn etwas für jemanden zu kompliziert ist, dann ist es mal so. Da kann ich nicht sagen: Nein, es ist ganz einfach. Da reden wir nur aneinander vorbei. Dieser Artikel ist noch nicht der Versuch einer ganz einfachen Erklärung. Ich versuche hier nur mal ein wenig dem „Vorwurf“ zu folgen und ein paar Gedanken dazu zu sammeln.

    Die Frage ist, oder eigentlich die Fragen sind:

    • Wie schwer ist das Konzept von Mastodon zu verstehen?
    • Wie leicht oder schwer fängt „Neulingen“ der Einstieg?
    • Und ginge es vielleicht einfacher?

    Ich stellte mir auch die Frage, ob es uns 2007 und die Folgejahre nicht auch so ging. Viele fanden Twitter unverständlich und unnütz. Ich schrieb (etwas ironisch) im Jahr 2007 sogar:

    Twitter hat keinen Sinn, außer man findet ihn selbst heraus.

    Aber der Sinn und die Bedienung eines Netzwerks sind natürlich ein Unterschied.

    Update vom 21. Mai 2022: Etliche Mastodon Nutzer:innen haben meinen Artikel gelesen und hier bzw. insbesondere auf Mastodon kommentiert. Bei ein paar Punkte war ich nicht so präzise. Daher habe ich den Artikel etwas aktualisiert. Die Kernaussage bleibt aber dieselbe.

    Die andere Philosophie

    Ich habe unter Willkommen bei microblog.at schon versucht ein wenig den Hintergrund zu erklären. Natürlich ist der Ansatz eines föderierten Systems einfach etwas anderes, als das, was wir oft kennen. Bei Twitter, Facebook, Instagram, … sind Produkt und Anbieter eigentlich ident. Wenn ich bei Twitter einsteigen möchte, gehe ich auf twitter.com und registriere mich.

    Mastodon ist nicht nur ein anderes Produkt, sondern eben auch eine andere Philosophie, die aus meiner Sicht nichts mit Geek-tum zu tun hat. Die Software „Mastodon“ ist Open Source und somit ist sie nicht Eigentum einer einzelnen Person oder Firma. Sie läuft auf vielen Servern. Jede:r, die:der „ein wenig“ Kenntnisse hat, kann einen Server betreiben. Unabhängig von allen anderen Servern.

    Das geniale daran ist, dass es einen Kommunikationsstandard gibt, namens Activitypub. Über diesen können die einzelnen Server miteinander kommunizieren und sich deren Nutzer:Innen miteinander verbinden, gegenseitig kommentieren und vieles mehr. Und auch dieser Kommunikationsstandard ist nicht Eigentum einer Firma, sondern wird vom W3C verwaltet. Das ist das große Gremium, dass auch viele andere Standards definiert, die das Internet und das Web nutzbar machen.

    Dieser Ansatz macht natürlich manches ein wenig komplexer. Oder sagen wir: anders. Und an das anders müssen wir uns erst gewöhnen. Dazu später mehr.

    Eigentlich kennen wir das schon

    Wobei: eigentlich kennen wir das schon. Wenn ich im Internet eine Mail verschicken will, kann ich auch nicht einfach ein Mail-Programm aufmachen, meinen Namen und ein Passwort wählen und dann gleich Mails verschicken. Ich muss mir zuerst einen Mailanbieter suchen. Sei es Gmail, Yahoo, GMX oder … oder …

    Dann muss ich dem Mailprogramme sagen, wer meine Mails verwaltet und dann erst kann es losgehen mit den Nachrichten. Und die kann ich dann an jede:n schicken, der:die eine Mailadresse hat, egal ob bei Google, Yahoo, GMX oder …

    Bei Mastodon ist es genau dasselbe. Ich muss mir zuerst eine Instanz wählen. Ok, das Wort „Instanz“ ist adhoc mal unverständlich, das muss man „lernen“. Man kann auch Server oder Anbieter sagen. Wenn man nicht viel suchen will, dann nimmt man vorerst mastodon.social, einen der größten Instanzen/Server/Anbieter. Dann wählt man Username und Passwort, hinterlässt seine Mailadresse und das war es dann auch schon.

    Ich bin drinnen und jetzt?

    Innerhalb der eigenen Instanz, wie z.B. mastodon.social, ist man einfach über seinen Profilnamen auffindbar und anschreibbar. Ganz genau wie auf Twitter, also z.B. mit @roblen.

    Ein klein wenig komplexer wird es wenn man jemanden auf einer anderen Instanz anschreiben möchte. Dann muss man seine „Mailadresse“ kennen, sprich auch die Instanz, auf der er:sie ist. Also z.B. mastodon.social oder social.wien.rocks oder … oder … Und dann kann man die Person adressieren. Mich findet man mit @roblen.

    Sobald man jemanden folgt, geht das noch einfacher. Da genügt dann oft das @roblen und die (Web-)App schlägt einem den richtigen vor. Oder es gibt die zwei @roblen, die auf unterschiedlichen Instanzen zu Hause sind – und auch nicht die dieselbe Person sein müssen. Genau wie bei E-Mails. Da muss ein Name@yahoo.de nicht dieselbe Person sein, wie diejenige, die über Name@gmx.at mailt.

    Natürlich gibt es noch ein paar Unterschiede. Dinge werden anders genannt: man trötet statt zu twittern, man boostet statt zu retweeten. Und auch die Funktionalität unterscheidet sich aus manchen Gründen voneinander. Aber das ist wohl bei jedem Netzwerk so. Und erinnern wir uns. A ls Facebook seine Oberflächen immer wieder umstellte saßen wir auch verwirrt davor.

    Die Föderation

    Aber nochmals zurück zum E-Mail-Vergleich. Es gibt somit nicht die eine Mailfirma, bei der sich alle registrieren müssen und die eines Tages, vielleicht entscheidet, dass sie keine Katzenfotos mehr versenden will. Und das war es dann mit Cat Content über Mail. Die einzelnen Mastodon Instanzen sind somit die Yahoos, GMails und die anderen privaten Mailanbieter dieser Welt.

    Ein großer Unterschied ist aber, dass diese Instanzen (bisweilen) von Privatpersonen und Vereinen betrieben werden. Ich betreibe ja auch eine, habe sie aber für niemanden anderen freigegeben.

    Das ist noch so ein Punkt. Man kann sich nämlich die Instanz aussuchen, die einem gefällt. Wie geschrieben, ist mastodon.social ein recht zentrale Instanz, auf der halt mal viele landen, die nicht wissen, wo sonst hin. Das ist auch in Ordnung so, denn ich kann jederzeit wechseln. Noch etwas, was mir Twitter nicht ermöglicht. Gefällt es mir dort nicht, dann muss ich gehen, hinterlasse alle meine Follower und muss schauen, ob ich ein neues Netzwerk finde.

    Bei Mastodon, kann ich jederzeit ein neues Profil auf einer anderen Instanz aufmachen. Wenn ich mag, kann ich diese getrennt voneinander betreiben und so verteilt auf mehrere Accounts auf unterschiedlichen Instanzen unterwegs sein. Ich kann aber auch mein Profil auf mastodon.social umleiten auf social.wien.rocks (nur als Beispiel) und meine Follower dorthin mitnehmen.

    Warum das auch wichtig ist (neben der Wahlfreiheit)? Vielleicht entscheidet der:die Admin/Betreiber:in meiner Instanz, dass er keinen Cat Content mehr haben möchte. Dann ziehe ich relativ einfach um.

    Instanzen wählen

    Die Auswahl der Instanz kann davon abhängen, welche Inhalte der:die Betreiber:in erlaubt oder welche Gruppe von Menschen dort unterwegs ist. So gibt es Instanzen/Server, die Menschen versammeln, die sich mit Nachhaltigkeit beschäftigen. Andere sind für Menschen mit Interesse an Technik, Comic, … offen.

    Ich bin dort aber nicht „eingesperrt“.

    Soweit es mein:e Betreiber:in erlaubt, kann ich mich mit Menschen aus vielen anderen Instanzen verbinden und so auch in eine Technik-Themen-Instanz Nachhaltigkeitsthemen für mich reinbringen – ohne dass ich auf mehreren Instanzen registriert sein muss.

    So, jetzt war ich wohl schon zu lange und ausschweifend.

    Die Einfachheit

    Noch zur Frage der Unverständlichkeit.

    Ja, es wird wohl so sein, dass man sich ein klein wenig einlesen muss. Man kann sich ein, zwei gute Erklärvideos ansehen oder jemanden fragen (fragt mich :-), damit man die doch andere Philosophie des Mastodons versteht.

    Da und dort können sicherlich auch die Entwickler:innen an den Formulierungen und den Bedienelementen schrauben. So wird gerade umgestellt, wie „Direktnachrichten“ auf Mastodon funktionieren, da manche das anscheinend öfters mißverstanden haben.

    Das eine ist die Technik und die Bedienoberfläche, das andere ein für uns (teilweise) ungewohnter Ansatz. Nämlich der, dass nicht einer Firma ein Netzwerk gehört. Leider haben wir uns schon zu sehr an diesen monolithischen Ansatz gewöhnt. Dabei sollten wir die Idee der föderierten Netzwerk viel stärker internalisieren und fördern. Aber das ist ein Thema für einen neuen Artikel.

    Und dann kommen wir noch zum Fediverse. Aber das ist nochmals ein ganz anderes Thema …

    Nochmals: Der Einstieg

    Es braucht wohl eine Vielzahl von Ansätzen, um Menschen den Einstieg zu erleichtern. Denn Menschen sind unterschiedlich und lernen auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Es braucht

    • einfache Anleitungen, gut bebildert und in vielen Sprachen.
    • einen guten Überblick, welche Instanzen es gibt und Hinweise, warum man die eine oder die andere wählen sollte.
    • gute Erklär(Bär)videos, die die Philosophie von Mastodon und dessen Benutzung erklären.
    • Menschen, die sich der Usability der Software widmen.
    • auch Begleiter:innen, die einem in Mastodon empfangen und weiterhelfen. Ich selbst habe beim Einstieg freundliche Menschen kennengelernt, die mir mit meinen Fragen halfen.
    • noch viel mehr.

    Darüber hinaus

    Man merkt vielleicht, dass ich von Mastodon recht fasziniert bin. Natürlich sehe ich, wo das eine oder Problem liegt bzw. wo einfach (Wo)manpower fehlt, um manches aktuell bzw. rasch weiter zu führen, zu verbessern oder auszubauen.

    Es gibt aber das jetzige Momentum, dass sich viele für Mastodon interessieren. Ich hoffe, dass doch einige bleiben, die auch bereit sind, an der Entwicklung mitzuwirken. Und mitwirken kann man schon, wenn man einfach hilfsbereit ist und das, was man schon weiß, an Neulinge und Interessierte weiter gibt.

    Zuletzt: Das wird jetzt nicht der letzte Artikel zu Mastodon und dem Fediverse gewesen sein.

  • Bloggen und Microbloggen

    Verzeiht, wenn ihr in nächster Zeit öfters etwas über Mastodon und das Fediverse lesen werdet.

    Beim bloggen habe ich seit Beginn an auf Eigenständigkeit geachtet und mich nie auf gehostete Blogs wie WordPress.com verlassen. Mein Blog, meine Insel, war mein Motto.

    Web 2.0 Dienste gingen (Myspace, Delicio.us, …) und auch im Social Media Bereich gibt es ein kommen und gehen. Ich schreibe hier nur mal Google+

    Was für mein Blog gilt, habe ich mit der Einrichtung von microblog.at nach einer langen Zeit konsequent fortgesetzt.

    Die Diskussion um die Übernahme von Twitter hat das Ganze vielleicht beschleunigt. So oder so bleibt unsicher, wohin sich das tweeten entwickeln wird.

    Die letzten Tage habe ich schon einige mir bekannte Menschen auf Mastodon wieder gefunden und auch den:die ersten neuen Gesichter (eigentlich: Profile) kennen gelernt.

    Ein Tröt hat mich dabei zum nachdenken gebracht:

    Making an account because you want to „reach“ an „audience“ is fundamentally different from making an account because you want to post, and maybe *connect* with *people.*

    The first is fundamentally tainted with an advertising and marketing mindset. It affects how you use the space and and how you view everyone else who uses it.

    @lawremipsum@mspsocial.net 

    Diese Frage ist eine Grundfrage für mich und meine eigene Art zu bloggen. Möge es bloggen oder mikrobloggen sein. Ja, ich möchte manchmal etwas loswerden, etwas sagen, in die Welt hinaustragen. Ob und wieviele zuhören ist dann erst mal sekundär.

    Aber von Beginn an, war mir beim bloggen – und auch auf Twitter, und auf Facebook und auf eigentlich jeder Plattform – wichtig, dass in Kontakt mit Menschen kam. Es war und ist interessant, Kommentare zu lesen, wieder darauf zu antworten. Der Austausch und das gemeinsame lernen ist es, was für mich das Internet zu einem besonderen Ort macht.

    Ein wenig davon habe ich dann auch im Open Blogging Manifest niedergeschrieben.

    Ja, es gibt Hate Speech, Fake News, Spam und Menschen, die eigentlich nur meine Geldbörse wollen, meine Stimme. Es gibt das alles, was nicht an mir selbst interessiert ist und insbesondere nicht am Weiterkommen von uns allen gemeinsam als Gesellschaft.

    Aber da muss ich nicht – oder nur begrenzt – mitmachen. Nein, ich bin wohl nicht so radikal mich all dem ganz zu entziehen. Ich werde weiterhin auf Twitter und Facebook (oder zumindest vorerst) unterwegs sein. Allein schon wegen des Austauschs mit vielen Menschen.

    Aber so wie Facebook und Co. mir nie mein Blog leidig machen konnten, so bin ich jetzt mit microblog.at im Fediverse angekommen um zu bleiben.

    Denn ich mag diesen Ansatz, dass das Netz nicht einem oder eine Firma gehört sondern uns allen. Und das mindeste ist, dass ich mit meiner Präsenz diese Idee ein wenig unterstützen kann.

    Ich bin gespannt, was ich in einem Jahr darüber schreibe. Im Jahr 2013 zitierte die Tageszeitung Kurier einen Tweet von mir aus dem Jahr 2007:

    Twitter hat keinen Sinn, außer man findet ihn selbst heraus

    Kurier, 14. Oktober 2013

    Also: Mastodon und das Fediverse haben keinen Sinn, außer man findet ihn selbst heraus. Ich habe schon die ersten Schritte in Richtung Sinnfindung gesetzt (und meine auch schon manchen gefunden zu haben). Ich würde mir wünschen, dass einige von euch, diesen Sinn ebenfalls finden … und mit mir teilen. Danke! 🙂

    PS: In diesem Sinn seht ihr (je nach Browser) in der Icon Leiste zu meinen Social Media Diensten ab nun auch das Mastodon.

  • Willkommen bei microblog.at (Mastodon)

    Nachdem ich meinen Mastodon Account reaktiviert habe, bin ich jetzt einen Schritt weiter gegangen.

    Mastodon: in aller Kürze

    Aber zuerst einmal zu Mastodon selbst. Ich versuche eine kurze Erklärung, die natürlich viele Facetten auslässt. Aber dafür gibt es ja genügend andere Artikel.

    Mastodon ist ein Mikro-Blog ähnlich wie Twitter. Über den eigenen Account kann man Nachrichten mit Text (bis zu 500 Zeichen), Bilder und Videos absetzen. Andere können diese Beiträge liken oder an ihr eigenes Netzwerk weiterleiten. Beiträge werden dabei nicht Tweets (wie bei Twitter) sondern „Tröts“ (englisch: Toots) genannt. Tröts können von allen im Netzwerk auch mit einem Kommentar versehen werden.

    Logo Mastodon
    Das Logo von Mastodon

    Wer mag, kann meinem Account auch folgen. Dann werden in dessen Timeline auch meine Beiträge aufgelistet.

    Das ist im Prinzip alles noch ähnlich wie Twitter. Der große Unterschied besteht in drei Dingen (eigentlich sind es noch mehr): Kein Algorithmus, Open Source und mehrere Instanzen. Das heißt im Einzelnen folgendes.

    Ich sehe in meiner Timeline alle Beiträge derer, denen ich folge. Und diese in chronologischer Reihenfolge. Kein Algorithmus sortiert hier etwas um, versteckt etwas oder versucht etwas zu promoten.

    Mastodon ist Open Source. Es gibt zwar einen Hauptentwickler, aber viele andere wirken mit. Wem die Entwicklung nicht gefällt, der kann die Software „Forken“ (kopieren) und eine eigene Version daraus machen. Niemand kann die Software für sich allein beanspruchen.

    Es gibt nicht den einen Mastodon Server, auf dem sich alle anmelden müssen. Jede:r kann einen eigenen Server mit Mastodon aufsetzen (dies nennt sich „Instanz“). Auf dieser Instanz gelten eigene Regeln (z.B. ob Nacktheit, bestimmte Themen, etc. erlaubt sind). Manche Instanzen sind offen für jeden, bei anderen muss man um Aufnahme ansuchen. Instanzen sind oft auch spezielle Interessengruppen, auf denen man schneller Menschen mit gleiche Interessen finden wird. Es gibt Instanzen mit einigen hunderttausend Nutzer:innen und manche mit nur ein paar Aktiven. So sucht man sich die Instanz, auf der man seinen Account anlegen möchte.

    Das interessante an Mastodon ist nun die Möglichkeit der Vernetzung von Instanzen (sofern es diese erlaubt). Im Mastodon-Universum ist jede:r Nutzer:in eindeutig auffindbar mit @Nutzername@Domainname.derInstanz. So kann ich von meiner Instanz aus auch Nutzer:innen anderer Instanzen recht leicht folgen und sehe auch deren Beiträge in meiner Timeline. Damit gibt es nicht den zentralen Server, den jemand aufkaufen kann, sondern ein vernetztes System von vielen Servern/Instanzen.

    Und ich kann auch recht einfach, die Instanz wechseln, meinen alten Account darauf verweisen und dort weiter Tröten. Es hält mich niemand auf, auf mehrere Instanzen unterschiedliche Accounts zu betreiben.

    Meine eigene Instanz (bei masto.host)

    So. Und jetzt hat mich der irgendwas gebissen. Ich wollte mal wissen, was sich so in der eigenen Instanz administrieren lässt. Und ich wollte eine eigene Domain. Den ich hatte einen Account auf mastodon.at. Diese Instanz sperrte zu und meine Aktivitäten waren weg (ich vergass umzuziehen). Bei einer eigenen Instanz kann höchstens der Hoster zusperren. Dann suche ich mir den nächsten und betreibe meine Instanz weiter. Eigentlich so wie bei einem Weblog.

    Aber wie sollte ich das konkret umsetzen. Mir Mastodon auf einem angemieteten Server einzurichten und zu administrieren übersteigt meine Kenntnisse. Aber auch dafür gibt es eine Lösung, wie ich sie nun bei masto.host gefunden habe. Hugo Gameiro bietet für ein paar Euro im Monat gehostete Mastodon-Instanzen an.

    Das Ganze geht ganz einfach. Mailadresse hinterlassen und angeben oder man eine Subdomain von masto.host haben möchte oder seine eigene Domain mitbringt. Danach noch ein Dauerauftrag z.B. per Paypal und einige Stunden später ist man Besitzer einen eigenen Instanz.

    Hugo ist ein Ein-Mann-Unternehmen. Natürlich besteht ein Risiko, dass er dieses Service mal beendet. Nun, dann kann ich mit meinem Backup zu einem anderen Hoster ziehen und dort weitermachen. Insbesondere, wenn ich eine eigene Domain verwende.

    microblog.at

    Kurz mal bei meinem Hosting Provider nachgesehen. Siehe da. Die „schöne“ Domain „microblog.at“ war noch frei. Da musst ich zuschlagen. Also Domain gesichert, masto.host kontaktiert und 24 Stunden später hatte ich meine eigene Mastodon Instanz.

    Ihr erreicht mich somit in Mastodon unter @roblen oder könnte meine Tröts auch jederzeit unter microblog.at/@roblen öffentlich im Web einsehen. Daher passt der Name microblog gut. Denn so stellt es sich nach außen für Nicht-Mastodon-Nutzer:innen dar.

    Vorerst wird diese Instanz nur mir dienen. Eventuell gibt es mal weiter Accounts, die ich für spezielle Zwecke einsetze. Vielleicht öffne ich die Instanz auch einzelnen Freunden für erste Gehversuche auf Mastodon etc. Die Zeit wird es zeigen.

    Jetzt fehlt noch der Feinschliff. Ein wenig die Darstellung verfeinern, ein eigenes Logo, etc.

    Umzug

    Wie geschrieben erlaubt Mastodon auch den Umzug zwischen Instanzen. Ein kleiner Bug – der derzeit angeblich bereinigt wird – hat den ganz sanften Umzug verhindert. So konnte ich nur eine Weiterleitung von meinem Account auf der Instanz mastodon.social zu microblog.at einrichten. Wer auf mastodon.social auf meinen dort noch ersichtlichen Account klickt, wir auf den auf microblog.at weitergeleitet.

    Aber nachdem ich erst so richtig aktiv werde, war nicht viel verhakt. Meine früheren Artikel findet man noch. Und die 15 Follower konnte ich auch „per Hand“ benachrichtigen, dass sie mir doch (wenn sie wollen) auf microblog.at auch folgen mögen.

    #TootToot

    Ich werde Twitter vorerst nicht ganz verlassen. Aber ich möchte ausloten was mit Mastodon so alle möglich ist und wie sich so ein Neuanfang anfühlt. Gerne werde ich euch hier berichten. Ebenso werde ich euch gerne Einblick in die Administration eine Mastodon Instanz (halt ohne fremde Nutzer:innen) geben.

    Habt ihr Fragen?

    Wenn jemand von euch Fragen zu Mastodon, zur Nutzung oder zur Administrationsoberfläche hat … Bitte nur her damit. Ich werde gerne probieren, sie euch so gut wie nur möglich zu beantworten.

    Ansonsten freue ich mich über jede:n, der:die mir auf Mastodon auf microblog.at/@roblen folgt.

  • Mastodon reactivated

    Eine der reichsten – oder der reichste – Männer der Welt, überlegt Twitter zu kaufen.

    Nun, Twitter war und ist ein kommerziell geführtes Unternehmen. Die Nutzung kostet nichts und damit kostet es zumindest meine Daten und Zeit, die man mir mit Werbung füllen möchte.

    Twitter nutze ich seit 2007 und es hat mir immer wieder Spaß gemacht. Ich habe interessante Menschen kennengelernt und folge Diskussionen oder Hinweisen (Links).

    Elon Musk ist mir aber nicht geheuer. Er mag innovativ sein (Elektromobilität), aber er schiesst immer wieder übers Ziel hinaus und meint allein seine eigenen Regeln definieren zu können. So etwas tut einem sozialen Netzwerk nicht gut.

    Sollte Musk Twitter übernehmen ist die Frage, wohin sich das Netzwerk entwickelt und ob ich dorthin will.

    Auch wenn es noch Zeit ist, so etwas zu überlegen. Ich habe den Impuls genutzt und wieder einmal meinen Mastodon Account unter @roblen@mastodon.social reaktiviert. Der große Unterschied von Mastodon zu Twitter ist ja, dass jeder eine entsprechende Instanz (Server) aufsetzen kann. All diese Instanzen können aber miteinander vernetzt werden und User zwischen diesen kommunizieren. So habe ich in meiner kleinen Timeline Nutzer:innen aus mehreren Instanzen.

    Die Alternative ist somit startbereit, wenn es denn sein muss.

    Und eines hat sowieso „immer“ Gültigkeit: Das eigene Blog ist die beste Insel, in der man (innerhalb von rechtlichen Grenzen) selbst entscheidet, was und wie man schreiben möchte. Auch wenn ich – wie im April – manchmal ein wenig pausiere. So kehre ich immer wieder gerne in mein Blog zurück, um dort zu schreiben.

  • Mastodon reaktivieren?

    Ich verwende Mastodon schon länger. Naja, verwenden ist zu viel gesagt, ich habe ein Mastodon Profil. Der Beitrag dient vorerst dazu meine Blog-URL bei Mastodon zu verifizieren.

    Ob ich Mastodon 2021 mehr nutzen werde? Ich will mich nicht verzetteln. Aber wer weiß …

    Wenn du magst,

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