Schlagwort: Bloggen

  • Wir feiern Blog Jubiläen

    Vor einiger Zeit sind Benedikt Müller und ich draufgekommen, dass im Jahr 2025 sein Blog und mein Blog runde Geburtstage feiern. Meines besteht dann seit 20 Jahren und seines sogar seit 25 Jahren.

    Ende Juni 2024 habe ich Nextcloud Talk angeworfen. Das war mein erster Austausch mit Benedikt über die Frage, was wir 2025 machen könnten, um diese runde Zahl blogtechnisch zu feiern.

    Einige Ideen, die wir dabei gesammelt haben:

    • Blogwochen von Mai bis Oktober 2025: regelmäßige Artikel zum Thema Bloggen auf unseren beiden Blogs
    • Blogger:innen-Stammtisch einmal im Monat: vor Ort in Wien oder virtuell. Einfach um andere Blogger:innen kennen zu lernen.
    • Wir organisieren ein Live-Event: Ein Grillfest? Ein Barcamp oder Blogcamp.
    • Wir schreiben unsere Blog-Timeline. Darin stellen wir unsere subjektiv wichtigsten Stationen vor. Das kann auch eine Serie werden.
    • Blogparade: Kennt ihr das noch? Jemand ruft ein Thema aus und viele Blogs schreiben in einem bestimmten Zeitraum darüber. Der oder die Ausrufende sammelte alle Beiträge und verlinkte sie dann in einem großen Blogpost. Passend zu unseren Jubiläen könnte sich die Blogparade mit der Frage beschäftigen „Ab wann ist ein Blog alt?
    • Oder es gäbe das Blog-Stöckchen. Quasi der „Kettenbrief“ in der Blogosphäre. Jemand schreibt über ein Thema und wirft dann das Hölzchen zwei, drei, fünf Blogger:innen hin. Wer mag, greift es auf, schreibt ebenfalls über das Thema und wirft weitere Hölzchen hin.
    • Man kann viel schreiben: Warum habe ich mit dem Bloggen angefangen? Warum blogge ich immer noch?
    • Eine Frage, der wir auch nachgehen wollten, war: Welche Blogs sind älter als unsere?
    • Auch ein Blogger-Kommentar-Tag wäre eine Idee. Ein Tag, an dem sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Ruck geben und (sinnvolle) Kommentare in anderen Blogs hinterlassen.

    Vor allem die Artikelideen könnten Benedikt und ich natürlich auch alleine umsetzen. Interessant wird es aber erst, wenn mehr mitmachen.

    Und als Open Blogger liegt es natürlich auf der Hand (Benedikt sieht das auch so), dass wir gleich fragen, ob noch jemand mitmachen möchte.

    Man muss kein rundes Blogjubiläum feiern und man muss auch nicht bei allem mitmachen.

    Die Frage ist eher. Möchtest du mit uns überlegen, was man so machen könnte und möchtest du dann vielleicht auch bei der einen oder anderen Aktion mitmachen oder sie unterstützen.

    Die zweite Frage ist dann: Was habt ihr für Ideen? Wie könnte man ein halbes Jahr lang über das Thema bloggen, Blogs und die Menschen dahinter ein bisschen in den Vordergrund rücken?

    Jeder Beitrag ist willkommen. Gerne hier in den Kommentaren oder an eine meiner anderen Kontaktmöglichkeiten bzw. gerne auch bei Benedikt.

  • Ein Blog wird zur Werbeseite

    Ich mag jetzt keine Namen nennen und schon gar nicht hier verlinken, weil ich dieser Seite nicht noch mehr Besucher:innen schenken möchte.

    Aber ich möchte hier wenigstens meine Überraschung dokumentieren.

    Ich bin gerade wieder dabei, meinen Blog zu restaurieren, indem ich alte Artikel von Textile nach Markdown umformatiere und schaue, ob sich Links geändert haben.

    Dabei bin ich auf einen Link zu einem anderen Blog gestoßen. Der verlinkte Artikel stammt aus dem Jahr 2010. Nun hat mich interessiert, ob der Blog noch aktiv ist. Also den Link aufgerufen und siehe da, der Artikel ist immer noch abrufbar. So schön, so gut.

    Im Footer fand ich ein „Copyright 2009“ und im Header sind nur zwei Links und beide haben irgendwas mit Casino zu tun. Wenn man diese anklickt, kommt man auf Seiten (innerhalb des Blogs), die Werbung für Online Casinos machen. Die Seiten machen oberflächlich einen seriösen Eindruck. Es gibt viele Informationen rund um das Thema (wie seriös diese wirklich sind, kann ich nicht beurteilen) und nur hin und wieder sind ein paar spezielle Links passend eingestreut.

    Gehe ich auf die Startseite des Blogs sehe ich genau eine Infoseite zu Online Casinos und dann noch den Link zu den Casino Unterseiten. Das war’s. Der ganze Rest der noch vorhandenen Bloginhalte ist über die Startseite nicht erreichbar.

    Es wirkt auf mich so, als ob die ganzen alten Artikel das Blog nur interessanter für Google machen sollen bzw. es für die Suchmaschine seriöser darstellen soll (mehr Content, vielleicht auch mehr Besucher:innen).

    Was ich mich frage. Hier hat jemand nicht nur die Domain übernommen, sondern auch den gesamten Bloginhalt.

    Hat der Vorbesitzer den Blog samt Inhalt verkauft? Kann natürlich sein. In der WaybackMachine habe ich einen Artikel von 2014 gefunden, in dem der Besitzer erklärte, das Blog einzustellen und nur noch als Archiv zu führen.

    Oder hat der Blogbesitzer selbst beschlossen die Seite zu „reaktivieren“ – und vielleicht damit etwas Geld einzunehmen?

    Die ganze Sache macht mich neugierig. Ich frage mich wie die Geschichte nach 2014 weitergegangen ist.

    Mal schauen, ob ich noch mehr rausfinden kann.

  • Die Zukunft des Bloggens

    In Zeiten von KI-generierten Texten stellt sich langsam (oder schneller) die Frage, wohin sich Blogs entwickeln. Werden wir nur noch künstlich generierte Artikel lesen? Werden künstliche Intelligenzen das Bloggen gleich ganz übernehmen und auch auf Kommentare reagieren?

    Oder sind Blogs dann einfach tot, weil sich in der Flut der täglich neu generierten Inhalte sowieso niemand mehr für unsere Texte interessiert?

    Eine ähnliche Frage hat sich auch Maurice gestellt.

    Sein Fazit ist positiver und konzentriert sich aus meiner Sicht auf zwei Dinge. Das eine ist, dass es vielleicht mehr dazu führt, dass wir Blogger:innen uns untereinander mehr austauschen, uns vernetzen und das schon einen Mehrwert für alle bildet.

    Das andere sind die Blogger:innen, die ihre ganz individuellen Texte erstellen, Nischen besetzen und nicht nur 08/15 Inhalte von sich geben. Die werden auch weiterhin ihr Publikum haben.

    Ich traue mir da keine wirkliche Prognose zu. Blogs wurden schon fast kurz nach ihrem Aufkommen immer wieder totgesagt, um dann wieder ihre Renaissance zu feiern.

    Vielleicht sind die Blogs der Zukunft entweder hochspezialisiert, KI-gestützt und Informationsaggregatoren, oder sie sind die Spielwiese von Privatpersonen, die hier ihre ganz eigene Sicht der Welt und ihre speziellen Informationshäppchen wiedergeben.

    Vielleicht muss „echtes“ Bloggen wieder kantiger werden, experimenteller, aus dem Bauch heraus und doch mit Hirn gemacht. Als Leser muss ich das Gefühl haben, hier bloggt ein Mensch mit Gefühlen und eigener Meinung.

    Ich bin ein Open Blogger, ich schreibe für meine Leser:innen und ich schreibe für mich.

    Letzteres kann mir keine KI nehmen. Wenn ich nicht auf Zugriffszahlen und Likes aus bin, dann kann ich einfach bloggen. Wenn mein Blog meine Insel ist, dann ist es mein Ort, den ich lebendig halte.

    Vielleicht liegt die Zukunft des Bloggens nicht in der Technologie. Vielleicht ist es das, was das Bloggen schon immer zum Bloggen gemacht hat. Dass da Menschen sind, die etwas erzählen wollen und die Freude am Austausch haben.

    Brustbild von Robert Lender, die ein T-Shirt mit der Aufschrift "Ich bin ein Blog" trägt.

    Vielleicht werden die Blogs, die Kochrezepte gegen Werbeeinnahmen posten, einfach verschwinden, weil die KI das billiger kann. Die Smartphones gegen Werbeeinnahmen „testen“, weil das die KI billiger kann. Die Corporate Blogs, die einfach so bleiben, weil KI es billiger und öfter kann.

    Vielleicht werden Weblogs wieder weniger Hochglanzmagazine (außer dort, wo KI es billiger kann), sondern das, was der Name ein wenig früher sagte: Tagebücher im Internet. Zu ganz persönlichen Geschichten.

    Vielleicht wird KI auch das gut imitieren.

    Dann werden wir Blogger:innen uns wieder bei Stammtischen treffen, Barcamps und Webmontage gestalten oder Fedi-Lunches organisieren. Wir werden Bloggen nicht nur als Website mit Einträgen in chronologischer Reihenfolge verstehen. Dann sind Blogs nur ein Mittel derer, die sich Blogger:innen nennen. Menschen, die der Kommunikation, dem Teilen und dem Austausch frönen.

    Hast du einen Blog, fragt kaum noch jemand. Aber vielleicht lautet die Antwort auf die Zukunft des Bloggens: „Ich bin ein Blog„. Bloggen ist dann eine Lebenseinstellung.

  • Wenn nichts verschwindet: Dein Teil vom Internet

    Ernst Michalek schreibt über den Moment wenn plötzlich alles weg ist.

    Es häufen sich die Geschichten, dass Menschen oder Unternehmen sich nur noch auf Facebook, X oder andere Dienste verlassen. Das eigene Wissen, die eigenen Erfahrungen sind dort gespeichert.

    Und dann sperrt dich der Dienst oder sperrt ganz zu. Alles ist weg. Jede Erinnerung.

    Deshalb ist das eigene Blog – oder heutzutage das selbst gehostete Mikroblog – definitiv der bessere Ort. Zusammen mit der eigenen Domain.

    Dort kann ich Backups anlegen, Texte jederzeit ändern oder löschen. Und sie bleiben im Netz, solange ich sie im Netz haben will.

    Das ist der Ort, auf den ich dann in Social Media Diensten verweisen kann.

    Das ist der Teil des Internets, der quasi mir gehört.

    Ergänzung von 20:47: Armin hat mich im Fediverse auf den Artikel „Your words are wasted“ von Scott Hanselmann hingewiesen, der schon 2012 in eine ähnliche Kerbe schlug. Da fiel mir auch mein Artikel Mein Blog ist meine Insel ein, in dem ich schon 2011 auf den Wert eines eigenen Blogs hinwies. Ihr seht, das Thema ist „alt“ aber immer noch top aktuell.

  • Blog mal was anderes

    Ich habe gerade „Warum ich Blogs mag“ auf hosentaschenblog.org gelesen.

    Was ich besonders schön fand, war sein Ansatz, dass er ein Blog nicht nur dafür schätzt, dass die Blogger:innen nicht nur ihr Thema bearbeiten. Nein, er mag es auch, wenn sie mal ein anderes Thema aufgreifen und es dann sozusagen mitnehmen.

    Ja, das finde ich auch immer wieder interessant, wenn mir Blogs etwas Neues näher bringen, mir neue Einblicke geben.

    Auch für mich selbst finde ich es immer wieder spannend, interessant und ein Stück weit auch lehrreich, ein neues Thema aufzugreifen, einen Text darüber zu schreiben.

    In diesem Zusammenhang darf ich euch auf meine immerwährende Aktion 10 Fragen 10 Antworten hinweisen. Kurz gesagt: Stellt mir eine Frage, zu welchem Thema auch immer, und ich versuche, eine Antwort zu finden oder zumindest einen Text dazu in meinem Blog zu schreiben. So musste ich mich erst einmal mit OpenScience vertraut machen. Auch bei Ist Mobilität ein Menschenrecht habe ich selbst einiges zum Thema gelernt. Und Gibt es ein Recht auf Sex(ualität)? war knifflig.

    Also, stellt mir eure Fragen. Gebt mir Gelegenheit, über etwas ganz anderes zu bloggen. Oder wenn ihr einen Blog habt – und sei es nur ein Microblog – dann probiert doch mal ein ganz anderes Thema aus.

    Das heißt ja nicht, dass ihr darin Expert:in sein müsst und es heißt auf jeden Fall nicht, dass ihr so tun müsst, als ob ihr es seid. Aber man kann einen eigenen Blick auf ein Thema werfen, selbst wieder Fragen stellen, auf die Suche gehen und dabei die eigenen Leser:innen mitnehmen. Sie vielleicht so zu interessieren, dass sie selbst weiter in diese Richtung gehen.

    Euer Blog ist kein Algorithmus, keine Blase.

    Viel Spaß dabei.

  • Endlich wieder bloggen …

    Schreibt Monika Meurer. Nach rund vier Jahren hat sie ihr Blog reaktiviert und bloggt wieder.

    Wer also wissen will, was es mit ihrem roten Kleid auf sich hat, warum sie einen Nähaktionstag propagiert und einen #NameThePhotographer ausruft, der lese bei ihr mit.

    Monikas Blog kann man auch im RSS-Reader abonnieren und dort im Volltext lesen.

    Inspiriert von meinem Open Blogging Manifest fragt sich Monika, ob sie selbst Blog-Regeln braucht. Ich habe meine 5 Cent schon als Kommentar hinterlassen (Apropos: Kommentiert doch mal wieder in einem Blog!)

    Monikas Blog hat sogar eine Blogroll, die man auch nicht mehr oft sieht. Eines der fünf verlinkten Blogs ist mein eigenes. Ich fühle mich geehrt.

    Und wer Monika „live“ sehen und hören möchte, kann sich die Aufzeichnung der Diskussion von Monika mit Kathrin Gärtner zum Thema „Alter und Scham“ ansehen und anhören.

    PS: im Fediverse ist sie auch vertreten.

  • Hallo mikroblog.at

    Ich betreibe seit Mai 2022 eine eigene Mastodon Instanz unter microblog.at (siehe mein Profil). Nachdem ich mit Servern noch nicht wirklich zurande komme, lasse ich mir meinen von masto.host betreuen und pflegen. Das heißt ich muß mich auch nicht um Updates etc. kümmern sondern administriere allein über die Benutzeroberfläche von Mastodon selbst.

    Es gibt einen ähnlichen Dienst auch in Deutschland, nämlich von Weingärtner IT. Nachdem ich auch mikroblog.at als Domain besitze (das „k“ macht den Unterschied), habe ich mir dort um 7 Euro das Monate ebenfalls eine Mastodon Instanz (einen Server) einrichten lassen und administriere unter @roblen@mikroblog.at.

    Warum?

    Ich möchte gerne wissen, wie gut dieser Dienst funktioniert und ob ich ihn als Fallback-Lösung verwenden kann, falls masto.host mal ausfällt. Denn beide Dienste werden meines Wissens von Einzelunternehmern betrieben. Das muss nicht schlecht sein. Ich kenne Angebot von Einzelpersonen, die schon seit einem Jahrzehnt oder länger im Web laufen.

    Außerdem überlege ich mikroblog.at eventuell für den einen oder anderen zu öffnen und dort wirklich als Admin aufzutreten. Aber ein Schritt nach dem anderen. Ich lasse mir da Zeit.

    Wobei ich mich bei Weingärtner IT noch weiter umschaue, da sie neben Mastodon auch noch andere Fediverse Anwendungen für einen betreiben. Im Moment habe ich einen Blick auf Mobilizon. Damit lassen sich Veranstaltungen planen und Gruppen darum herum bilden – und das alles mehr oder minder gut im Fediverse eingebettet.

  • Blogheim.at schließt

    Es war der 3. April im Jahr 2015, da öffnete die Blogheim.at (Blogheim.at – ein neuer Treffpunkt für BloggerInnen aus Österreich.

    Jürgen Koller hatte sich im Alleingang entschloßen eine „Die Heimat der Österreichischen Blogszene“ zu entwickeln. Zu Anfangs gab es ein Forum, Listen und Termine.

    Später kam dann ein eigenes Ranking hinzu. Tausende Blogs aus Österreich wurden dort aufgelistet und mittels einiger Kriterien gereiht. Das hat bei einigen für Aufregung gesorgt, andere hat es gefreut und einigen war es egal. Später kam dann ein Zählpixel und der Versuch, damit klarer nach Zugriffen zu reihen. Auf alle Fälle war die Liste eine gute Möglichkeit Blogs kennenzulernen und überhaupt zu sehen, wie vielfältig die Landschaft in Österreich war bzw. auch ist.

    Nun schreibt Jürgen auf der Startseite der blogheim.at

    Nach 7 Jahren ist nun leider die Zeit gekommen, Österreichs größtes Bloggerportal stillzulegen. Als 1-Mann Projekt programmiert und betrieben, ist es mir leider nicht mehr möglich, dem Projekt die nötige Aufmerksamkeit und Zeit zu widmen.

    Ich bedanke mich bei all den 3568 BloggerInnen, die sich auf Blogheim.at registriert und 620.000 Blogbeiträge verfasst haben, und bei all den Personen, die ich durch das Projekt persönlich und online kennenlernen durfte.

    blogheimat.at

    Ich sage auch Danke. Danke Jürgen, dass du das Projekt so lange betrieben hast und sicherlich hunderte oder tausende Stunden an Arbeit hineingelegt hast. Danke auch, dass du immer wieder ein offenes Ohr hattest, wenn ich dir Ideen oder Kritik vermittelte.

    Immerhin geht die einzigartige Blogliste nicht verloren:

    Die Website wird noch bis Ende November od. Dezember bestehen bleiben, der Server wird dann abgemeldet und sämtliche Daten werden vom Webserver gelöscht. Eine statische Liste der Blogs (nur URL+Kategorien) wird danach, wie früher, auf meiner privaten Website Kollermedia.at abrufbar sein. Für technische Hilfen bei euren Blogs stehe ich euch weiterhin gerne unter office@kollermedia.at zur Verfügung.

    blogheim.at

    Und vielleicht gibt es auch eine Zukunft der blogheim.at, da Jürgen zumindest eine:n Nachfolger:in sucht

    Für Fragen, nette Zeilen oder überraschende Übernahmeangebote ist die E-Mail Adresse hi@blogheim.at noch bis November aktiv.

    blogheim.at

    Ach, reizen würde es mich schon. Aber ich weiß schon jetzt, dass mir das einfach zuviel wird.

    Dann warten wir mal bis November.

    Und nochmals: Danke, Jürgen für deinen Beitrag, dass das Wort „Blogosphäre“ ein bisschen Belebung erfahren hat.

  • Bloggen und Microbloggen

    Verzeiht, wenn ihr in nächster Zeit öfters etwas über Mastodon und das Fediverse lesen werdet.

    Beim bloggen habe ich seit Beginn an auf Eigenständigkeit geachtet und mich nie auf gehostete Blogs wie WordPress.com verlassen. Mein Blog, meine Insel, war mein Motto.

    Web 2.0 Dienste gingen (Myspace, Delicio.us, …) und auch im Social Media Bereich gibt es ein kommen und gehen. Ich schreibe hier nur mal Google+

    Was für mein Blog gilt, habe ich mit der Einrichtung von microblog.at nach einer langen Zeit konsequent fortgesetzt.

    Die Diskussion um die Übernahme von Twitter hat das Ganze vielleicht beschleunigt. So oder so bleibt unsicher, wohin sich das tweeten entwickeln wird.

    Die letzten Tage habe ich schon einige mir bekannte Menschen auf Mastodon wieder gefunden und auch den:die ersten neuen Gesichter (eigentlich: Profile) kennen gelernt.

    Ein Tröt hat mich dabei zum nachdenken gebracht:

    Making an account because you want to „reach“ an „audience“ is fundamentally different from making an account because you want to post, and maybe *connect* with *people.*

    The first is fundamentally tainted with an advertising and marketing mindset. It affects how you use the space and and how you view everyone else who uses it.

    @lawremipsum@mspsocial.net 

    Diese Frage ist eine Grundfrage für mich und meine eigene Art zu bloggen. Möge es bloggen oder mikrobloggen sein. Ja, ich möchte manchmal etwas loswerden, etwas sagen, in die Welt hinaustragen. Ob und wieviele zuhören ist dann erst mal sekundär.

    Aber von Beginn an, war mir beim bloggen – und auch auf Twitter, und auf Facebook und auf eigentlich jeder Plattform – wichtig, dass in Kontakt mit Menschen kam. Es war und ist interessant, Kommentare zu lesen, wieder darauf zu antworten. Der Austausch und das gemeinsame lernen ist es, was für mich das Internet zu einem besonderen Ort macht.

    Ein wenig davon habe ich dann auch im Open Blogging Manifest niedergeschrieben.

    Ja, es gibt Hate Speech, Fake News, Spam und Menschen, die eigentlich nur meine Geldbörse wollen, meine Stimme. Es gibt das alles, was nicht an mir selbst interessiert ist und insbesondere nicht am Weiterkommen von uns allen gemeinsam als Gesellschaft.

    Aber da muss ich nicht – oder nur begrenzt – mitmachen. Nein, ich bin wohl nicht so radikal mich all dem ganz zu entziehen. Ich werde weiterhin auf Twitter und Facebook (oder zumindest vorerst) unterwegs sein. Allein schon wegen des Austauschs mit vielen Menschen.

    Aber so wie Facebook und Co. mir nie mein Blog leidig machen konnten, so bin ich jetzt mit microblog.at im Fediverse angekommen um zu bleiben.

    Denn ich mag diesen Ansatz, dass das Netz nicht einem oder eine Firma gehört sondern uns allen. Und das mindeste ist, dass ich mit meiner Präsenz diese Idee ein wenig unterstützen kann.

    Ich bin gespannt, was ich in einem Jahr darüber schreibe. Im Jahr 2013 zitierte die Tageszeitung Kurier einen Tweet von mir aus dem Jahr 2007:

    Twitter hat keinen Sinn, außer man findet ihn selbst heraus

    Kurier, 14. Oktober 2013

    Also: Mastodon und das Fediverse haben keinen Sinn, außer man findet ihn selbst heraus. Ich habe schon die ersten Schritte in Richtung Sinnfindung gesetzt (und meine auch schon manchen gefunden zu haben). Ich würde mir wünschen, dass einige von euch, diesen Sinn ebenfalls finden … und mit mir teilen. Danke! 🙂

    PS: In diesem Sinn seht ihr (je nach Browser) in der Icon Leiste zu meinen Social Media Diensten ab nun auch das Mastodon.

  • Das Ende von b2evolution

    Logo b2evolution

    Als ich mit dem bloggen begann habe ich für einige Monate auch b2evolution ausprobiert. b2evo – wie es auch genannt wird – konnte einiges. So war es damit auch möglich mehrere Bloginstanzen mit nur einer Installation zu betreiben.

    Heute finde ich in meinem Feedreader die Nachricht 2022 Update (EOL). Hauptentwickler François Planque schreibt darin in aller Kürze

    b2evolution CMS is no longer actively developed (Read more…).

    We only fix security issues when discovered on the 7.2.x-stable branch. We do not maintain older or newer (development) branches.

    We will not maintain forever…

    We strongly encourage those who are continuing to use the software to fork the project and continue development on their own.

    b2evolution

    Übersetzt heißt das: b2evolution CMS wird nicht mehr aktiv entwickelt. Wir beheben nur noch Sicherheitsprobleme, die im 7.2.x-stable-Zweig entdeckt werden. Wir pflegen keine älteren oder neueren (Entwicklungs-)Zweige. Wir werden nicht für ewig unterstützen… Wir ermutigen diejenigen, die die Software weiterhin nutzen, das Projekt zu forken und die Entwicklung auf eigene Faust fortzusetzen.

    In seinem eigenen Blog schreibt François über 18 years of b2evolution und seine Gründe die Entwicklung zu beenden.

    b2evolution lebte von der Pro Version, die von Firmen finanziert wurden. Diese Unterstützung ist während der Covid-19 Pandemie um rund 85 Prozent gesunken. Firmen wollten nicht mehr updaten aber weiterhin Support für ältere Versionen.

    François schreibt auch über die Community. Hier gäbe es einige, die nur Features verlangen, kostenlosen Support – aber nicht bereit wären, ein paar Zeilen in Anleitungen zu lesen oder sinnvolle Angaben, um bei der Behebung von Problemen mitzuhelfen.

    Darüberhinaus finden sich im Artikel noch einige weitere technische und persönliche Gründe.

    b2evolution ist eines der Systeme die aus der alten b2 Blogsoftware entstanden und eben 18 Jahre lang weiter entwickelt wurde. So wie es aussieht ist mit der Version 7.2. nunmehr Schluss.

    Aber vielleicht findet sich eine Community, die b2evo weiter entwickelt. Für die Vielfalt im Web wäre es gut.

    PS: Die Monate in denen ich b2evolution verwendete hat mich François immer gut bei Fragen unterstützt. Danke nochmals dafür.

    Dies ist ein älterer Artikel. Leider sind einige verlinkte Seiten nicht mehr erreichbar. Wenn möglich, findest du einen Link zur archivierten Seiten in der WayBack Machine. Wenn du etwas zu dem Inhalt ergänzen möchtest, schreib mir oder kommentiere diesen Artikel.