Schlagwort: Bloggen

  • Darf man alte Blogartikel verändern

    Früher gab es in der „Blogosphäre“ ein ungeschriebenes Gesetz. Wer einen schon veröffentlichten Artikel verändert muss das kennzeichnen. Nicht nur das. Anstatt Wörter zu löschen wurden sie durchgestrichen. Das Datum der Änderung wurde daneben gesetzt.

    Ich kannte viele BloggerInnen, die dies so machten. Es war ein Teil des „Bloggen ist authentisch“ Ansatzes.

    Renovierungsarbeiten

    Nun stehe ich selbst vor einer Herausforderung. Ich gehe langsam durch mein Blog und schaue mir ältere Artikel an. Neben dem hin- und herspringen – bei Artikel, die ich aus bestimmten Gründen früher aktualisieren möchte – bin ich jetzt beim Jahr 2014 angelangt.

    Über 6 Jahre sind eine lange Zeit. Insbesondere im Internet.

    Dass ich verlorengegangene Fotos wieder einfüge ist natürlich klar. Das ist keine Manipulation sondern die Herstellung des Originalzustands. Aber im Gegensatz zu früher erhalten die Fotos auch Alternativtexte. Hier steht die Barrierefreiheit wohl im Vordergrund.

    Fehlerhafte Links

    Gleichzeitig finde ich viele Links, die einfach nicht mehr funktionierten. Die Seiten sind nicht mehr vorhanden oder die ganze Website ist nicht mehr im Netz. Wie schon beschrieben versuche ich zu retten, was zu retten ist und nutze die WaybackMachine des Internet Archive. Wenn dem so ist gibt es auch eine nette Box, die darauf hinweist:

    Dies ist ein älterer Artikel. Leider sind einige verlinkte Seiten nicht mehr erreichbar. Wenn möglich, findest du einen Link zur archivierten Seiten in der WayBack Machine. Wenn du etwas zu dem Inhalt ergänzen möchtest, schreib mir oder kommentiere diesen Artikel.

    Was darf geändert werden

    Aber was ist mit tiefergehenden Eingriffen. Da hadere ich oft mit mir. Einerseits ist mein Blog mein Archiv, zumindest für mich persönlich ein Stück (meiner) Zeitgeschichte. Da sind halt Texte, wie sie sind. Auch Meinungen können sich ändern und einiges würde ich heute etwas anders schreiben. Wobei ich bisher nichts gefunden habe, dessen ich mich schäme und es lieber löschen würde.

    Einen Artikel einfach zu löschen – mag er noch so veraltet sein – das würde für mich nicht passen.

    Andererseits sind viele meine Blogartikel auch Informationstexte – zumindest so gedacht. Sie sollen anderen helfen, Tipps geben, auf interessantes verweisen. Und hier greift der alte Blogger-Codex für mich nicht nur mehr halb. Da ändere ich lieber einen Link auf die nunmehr richtige Adresse, bessere etwas aus, wenn die Info einfach falsch ist.

    Sofern ich hier stärker eingreife, dann kommt die alte Blogger-Ehre doch wieder hoch. Ich vermerke das Änderungsdatum.

    Was ist ein Blog

    Verstehe ich mein Blog als Tagebuch, dann sind Änderungen schwierig. Begreife ich mein Blog als lebendiges Projekt, meine Blogartikel als gesammelte Sammlung von Lesens- und Wissenswerten, dann darf auch älteres mal erneuert werden.

    Dabei wäre es natürlich auch interessant, noch tiefer hineinzugehen und alte Artikel mit neueren zu verlinken. Immerhin tue ich das, in dem ich da und dort ein neues Schlagwort schaffe und so eine neue Liste von Artikeln.

    Wie seht ihr das?

  • Mein Blog-Codex aus dem Jahr 2007

    Gerade wiedergefunden. Am 1. Jänner 2007 veröffentlichte ich einen Codex für mein Blog.

    Irgendwann habe ich diesen Artikel einfach vergessen. Im Jahr 2016 gab es dann mein Open Blogging Manifest.

    Wenn ich nun den Codex lese, dann hoffe ich, dass ich mich die letzten 13 Jahre meistens daran gehalten habe. Auch wenn ich mich erst jetzt wieder an den Artikel erinnere. Er zeigt mir eines:

    Bloggen besteht nicht hauptsächlich aus Regeln, bloggen ist eine innere Einstellung.

    Quelle: Wahrscheinlich die Sammlung dessen, was ich gelesen bzw. erfahre habe und in dem Satz zusammenfüge 🙂

    Ich bin gespannt, ob ich in 13 Jahren diesen Eintrag noch lesen kann und was ich dann dazu schreibe.

    Wenn ich noch blogge …

  • Paper Blogging

    Bei Peter Pfläging lese ich etwas über Paper Blogs. Diese spezielle Form des bloggens kannte ich noch nicht.

    Peter beschreibt es so:

    Ein PaperBlog ist ein Blog in dem die Artikel nicht als normaler Text geschrieben werden, sondern als Handschrift in ihrer analogen Form veröffentlicht sind. D. h. ein PaperBlog besteht aus gescannten handgeschriebenen Artikeln!

    Als ich zu Peters Paper Blog surfte, hatte ich schon Bedenken, dass die Barrierefreiheit massiv zu kurz kommt. Der erste Blick ins Blog hat mich ein wenig beruhigt. Das Bild des gescannten handschriftlichen Textes hat zwar keinen Alternativtext. Aber unterhalb des Fotos hat Peter den gesamten Text nochmals abgetippt.

    Paper Blogging. Wieder was gelernt.

  • 15 Jahre „Nur ein Blog“

    Am 8. Mai 2005 schrieb ich einen Artikel mit dem Titel „Online“. So kurz der Titel, so kurz der Inhalt:

    Dieses Blog ist erstmals online…mal sehen was aus ihm so wird.

    Das war die Geburtsstunde (21:05 Uhr, MEZ) von „Nur ein Blog“.

    Dass ich Jahre später mit derselben Software (Serendipity) noch immer „Nur ein Blog“ betreibe und es mir noch immer Freude macht, hätte ich damals nicht geahnt.

    Ich mache es hier auch kurz: Danke an alle, die ich in diesen Jahren kennenlernen durfte, die mit mir Ideen gewälzt und Projekte durchgeführt haben, die hier kommentierten. Danke an alle, die an der Software werken, die das möglich macht. Und danke an alle, die mein Blog noch immer gerne lesen.

    Jetzt kann ich nur mehr schreiben:

    Dieses Blog ist 15 Jahre online. Mal sehen, was weiter aus ihm so wird.

  • BloggerInnenbefragung 2020 (Österreich)

    Die Blogheim.at (respektive deren Betreiber Jürgen Koller) veröffentlichte vor ein paar Tagen ihre Befragung von Österreichs BloggerInnen 2020.

    Die Befragung war als Online-Fragebogen gestaltet. Nachdem jedeR mitmachen konnte, der/die wollte ist sie natürlich nicht repräsentativ. Aber sie gibt vielleicht doch ein paar Eindrücke wieder.

    Ich will hier nichts wiederholen, was ihr auf der blogheim.at sowieso nachlesen könnt. Ich probiere nur mal einen Vergleich mit meinem eigenen Blog.

    Ich glaube ich liege voll im Trend: BloggerInnen sind älter geworden, sie konzentrieren sich auf nur mehr ein Blog. Im Vordergrund steht das Interesse am Thema und der Spaß am Schreiben. Und die Mehrheit (auch da gehöre ich dazu) findet, dass bloggen eine positive Auswirkung auf ihr Leben hat.

    Allein bei der genutzten Blog-Engine setze ich mich ab. Während mehr als 80 Prozent WordPress nutzen, bin ich wohl mit [[Serendipity]] eher eineR der wenigen. Und ich gehöre derzeit zu dem Drittel mit maximal 5.000 Seitenaufrufen im Monat. Das ändert sich bei mir andauernd. Blogge ich mal längere Zeit nichts sind es so 40 herum (manchmal auch weniger) täglich. Im März/April schwankte es sehr stark zwischen 20 (absoluter Tiefpunkt) bis 200. Aber ich lebe ja nicht davon 🙂

    Lest die weiteren Zahlen zur Befragung auf der Blogheim.at nach.

    Zum Schluss noch einen Dank an Jürgen Koller, der mit der Blogheim.at seit etlichen Jahren Österreichs BloggerInnen einen feinen Platz zum diskutieren und bewerben gibt. Allen Interessierten bietet die Seite viele Möglichkeiten, neue Blogs und ihre BetreiberInnen kennenzulernen.

    Danke Jürgen!

  • In Micro-Blog steckt das Wort Blog drinnen

    Auf Twitter bin ich auf folgenden Tweet von Simon Willison:

    How about if, instead of ditching Twitter for Mastodon, we all start blogging and subscribing to each other’s Atom feeds again instead? The original distributed social network could still work pretty well if we actually start using it

    Diese Anregung muss ich natürlich aufgreifen. Dabei geht es nicht um einen Ersatz von Twitter und Co. Aber in dem Tweet steckt für mich auch eine Rückbesinnung auf das was Blogs können.

    Es ist mein Blog

    Es sind meine Daten, die ich in meinem Blog verwalte. Auch wenn mich mein Provider nicht mehr hosten kann/will. Dann geht ich halt zu einem anderen, spiele mein Backup auf und blogge weiter.

    Mein Blog hat eine eigene Domain, die – egal wo ich hoste oder hosten lasse – immer mit mir verbunden bleibt.

    Die Oberfläche die mir gefällt

    Bei einem Blog wähle ich das Content Management System, dass mir gefällt. Ich wähle auch das Layout und bin da nicht an Vorgaben von Twitter und Co. gebunden.

    Third Party Apps

    Twitter wird gerade kritisiert, dass sie die API so verkümmern lassen, dass Anbieter von Twitter-Apps viele Features nicht mehr anbieten können.

    Für Blogs gibt es viele Apps, mit denen ich Inhalte erarbeiten kann. Ich kann mein Blog auch mit den Apps – sogar Twitter – verbinden, die mir belieben.

    Mein Blog ist somit offen.

    Das Netzwerk

    Die obigen Punkte beziehen sich auf die Gestaltung meines eigenen Bereichs. Aber das macht noch keinen Ersatz für Twitter. Das braucht

    • Menschen, mit denen ich mich verbinden kann
    • Möglichkeiten, den Nachrichtenstrom zu lesen und zu kommentieren.

    Auch all das haben wir BloggerInnen schon lange im Angebot.

    Es gibt noch immer tausende Blogs allein im deutschsprachigen Bereich. Man muss sie nur finden. Ein gute Möglichkeit für Österreich ist dabei die Blogheim.at und ihre Blogliste.
    Um all den Blogs, die man gerne lesen möchte zu folgen, dafür gibt es noch immer das geniale Format RSS mitsamt einer größeren Anzahl an Feedreadern, die dieses Format verarbeiten können.

    Dann gäbe es auch noch die Trackbacks mit denen Blogs sich gegenseitig informieren können, wenn in einem Artikel das jeweils andere Blog (eigentlich ein spezifischer Artikel) verlinkt wurde.

    Damit hätten wir schon ein Netzwerk, dass sich früher Mal Blogosphäre genannt hat, sofern es diese jemals gegeben hat.

    Blogosphäre 2.0

    Vielleicht klingt das alles ein wenig zu „retro“. Der Taktschlag, der neuen Sozialen Medien ist schneller.

    Was es vielleicht noch bräuchte wäre so etwas wie „RSC“. RSC in Anlehnung an RSS als „Really Simple Commenting“. RSS erlaubt das auslesen von Artikel aus jedem Blog. RSC erlaubt das Kommentieren von Blogartikeln aus anderen Orten heraus.

    Keine Ahnung ob das so einfach wäre. Ein ganz offenes System öffnet auch Spam Tür und Tor. Vielleicht kann man einzelnen Seiten seinen RSC Kanal freigeben. So z.B. Feedly für seine registrierten User.

    Social Blog

    Es stellt sich die Frage, ob Blogs so bleiben können bzw. sollen, wie sie sind. Eigene Inseln, unbeirrt wie die Social Media Welt sich um sie herum gestaltet. Oder ob Blogs sich da und dort mehr vernetzen und vielleicht sogar die eine oder andere Aufgabe übernehmen, bei der wir Facebook und Co. nicht mehr vertrauen.

  • Dein Blog auffrischen

    Bei conterest.de habe ich 25 Dinge, die du in einer Stunde für dein Blog tun kannst gefunden.

    Es sind aus meiner Sicht ein paar gute Tipps dabei.

    Alte Artikel zu löschen (Tipp 7) würde für mich nicht passen. Für mich ist mein Blog ein Notizbuch, eine Erinnerung und ein Teil meiner Webhistorie. Und oft weiß ich selbst gar nicht – oder lese/höre es viel später – ob ein Artikel noch für jemanden Sinn gibt. So gibt es Menschen, die noch immer einen MP3 Player verwenden über den ich vor zig Jahren geschrieben habe.

    Meiner einer ist vor Monaten von Textile zu Markdown als Markup umgestiegen. Daher schauen manche alte Texte recht schrecklich aus, da sie mein Blog nunmehr falsch interpretiert. Daher schaue ich immer wieder welche Artikel aufgerufen werden und ändere deren Format.

    Was man in einer Stunde auch machen kann: z.B. woanders kommentieren. Das hilft nicht gleich deinem Blog. Aber es dient der Vernetzung. Und das ist für mich auch ein wichtiger Teil meiner Art zu bloggen.

  • Franz Supersberger bloggt und bloggt und bloggt

    Vor ein paar Tagen hat es einen Artikel der Kleinen Zeitung bei mir reingespült: Sein Blog gehört zu den ältesten in Österreich.

    Die Rede ist von Franz Supersberger und sein Blog schlagloch.at.

    Franz trägt eine „Mitschuld“ daran, dass ich Barcamps so schätze. Es war mein erstes Barcamp, 2007 in Kärnten, und die erste oder zweite Session.

    Vor uns saß ein Mann, der sich als Literat vorstellte. Er hätte eine Präsentation vorbereitet. Nur kenne er sich mit Powerpoint nicht aus und daher würde er Word verwenden.

    So schilderte Franz, wie er seine Literatur in sein Blog bringt in dem er Seite für Seite in Word blätterte.

    In der Runde saßen App Entwickler (nannten sich damals noch Programmierer), Web 2.0 „Expert/innen“, etc.

    Ich war fasziniert, wie wir dann mit Franz und miteinander über den Umgang mit Kommentaren, Postingfrequenzen und vieles mehr diskutierten. Es war eine höchst interessante Stunde (oder 45 Minuten).

    Ich saß da und dachte mir: Das geht? Das geht wirklich?! Das geht!!

    Diese Session brachte mir das Prinzip „Barcamp“ näher als hundert Artikel. Es braucht nicht High Tech, tolle Präsentationen, angebliche ExpertInnen. Jemand, wie Franz, wäre zu einer Web 2.0 Tagung wohl nie zu einem Vortrag eingeladen worden. Aber hier war es möglich, dass wir ihm zuhörten, von seinen Erfahrungen lernten und uns gemeinsam austauschten und voneinander lernten.

    Eigentlich wollte ich über den Blogger Franz Supersberger schreiben. Habe ich auch schon öfters in meinem Blog. Hier mein erster Artikel zu Franz in Nur ein Blog.

    Aber lest lieber in seinem Blog.

    Hier wollte ich euch lieber die Geschichte erzählen, wie Franz mich zu einem glühenden Barcamper machte.


    Kleine Ergänzung: Ernst Michalek hat mich auf Facebook hingewiesen, dass es 2005 schon etliche BloggerInnen in Österreich gab und dass mancheR schon früher starteten. Da hat er natürlich recht. Nur ein kleines aber: „Damals“ war bloggen für die „breite Masse“ etwas Neues. Man musste den Begriff immer wieder erklären. Und egal welches Datum Schlagloch.at trägt. Franz ist für mich aus einem ganz anderen Grund wichtig – siehe oben 🙂

  • Bloggen: jetzt und anders

    Beim Mediencamp 2017 ging es sich nicht aus, daher probiere ich es 2018 nochmals. (mehr …)

  • Blog as you can blog

    Michaela („littlebee“) schreibt über Bloggen für Anfänger – meine 5 Tipps.

    Schön mal wieder so einen Text zu lesen. Nicht ganz so radikal wie Plain Blogging aber für mich die Art, wie ich mein eigenes bloggen sehe.

    Was Michaela in Punkt 2 anspricht ist, dass es keinen Sinn macht Nischen zu suchen, sich somit in irgendeine Ecke zu setzen, zu pressen, die (thematisch) nicht besetzt ist. Genau! Ich habe meine Thema, meine Botschaft und es bin ich als BloggerIn, die daraus etwas persönliches und somit unverwechselbares mache (machen kann). Und da kann das Thema noch so von hunderten anderen schon besetzt sein.

    Also: Bloggt so wie ihr bloggen könnt. Lernt jeden Tag dazu und bloggt mit Freude weiter.