In Zeiten von KI-generierten Texten stellt sich langsam (oder schneller) die Frage, wohin sich Blogs entwickeln. Werden wir nur noch künstlich generierte Artikel lesen? Werden künstliche Intelligenzen das Bloggen gleich ganz übernehmen und auch auf Kommentare reagieren?
Oder sind Blogs dann einfach tot, weil sich in der Flut der täglich neu generierten Inhalte sowieso niemand mehr für unsere Texte interessiert?
Eine ähnliche Frage hat sich auch Maurice gestellt.
Sein Fazit ist positiver und konzentriert sich aus meiner Sicht auf zwei Dinge. Das eine ist, dass es vielleicht mehr dazu führt, dass wir Blogger:innen uns untereinander mehr austauschen, uns vernetzen und das schon einen Mehrwert für alle bildet.
Das andere sind die Blogger:innen, die ihre ganz individuellen Texte erstellen, Nischen besetzen und nicht nur 08/15 Inhalte von sich geben. Die werden auch weiterhin ihr Publikum haben.
Ich traue mir da keine wirkliche Prognose zu. Blogs wurden schon fast kurz nach ihrem Aufkommen immer wieder totgesagt, um dann wieder ihre Renaissance zu feiern.
Vielleicht sind die Blogs der Zukunft entweder hochspezialisiert, KI-gestützt und Informationsaggregatoren, oder sie sind die Spielwiese von Privatpersonen, die hier ihre ganz eigene Sicht der Welt und ihre speziellen Informationshäppchen wiedergeben.
Vielleicht muss „echtes“ Bloggen wieder kantiger werden, experimenteller, aus dem Bauch heraus und doch mit Hirn gemacht. Als Leser muss ich das Gefühl haben, hier bloggt ein Mensch mit Gefühlen und eigener Meinung.
Ich bin ein Open Blogger, ich schreibe für meine Leser:innen und ich schreibe für mich.
Letzteres kann mir keine KI nehmen. Wenn ich nicht auf Zugriffszahlen und Likes aus bin, dann kann ich einfach bloggen. Wenn mein Blog meine Insel ist, dann ist es mein Ort, den ich lebendig halte.
Vielleicht liegt die Zukunft des Bloggens nicht in der Technologie. Vielleicht ist es das, was das Bloggen schon immer zum Bloggen gemacht hat. Dass da Menschen sind, die etwas erzählen wollen und die Freude am Austausch haben.

Vielleicht werden die Blogs, die Kochrezepte gegen Werbeeinnahmen posten, einfach verschwinden, weil die KI das billiger kann. Die Smartphones gegen Werbeeinnahmen „testen“, weil das die KI billiger kann. Die Corporate Blogs, die einfach so bleiben, weil KI es billiger und öfter kann.
Vielleicht werden Weblogs wieder weniger Hochglanzmagazine (außer dort, wo KI es billiger kann), sondern das, was der Name ein wenig früher sagte: Tagebücher im Internet. Zu ganz persönlichen Geschichten.
Vielleicht wird KI auch das gut imitieren.
Dann werden wir Blogger:innen uns wieder bei Stammtischen treffen, Barcamps und Webmontage gestalten oder Fedi-Lunches organisieren. Wir werden Bloggen nicht nur als Website mit Einträgen in chronologischer Reihenfolge verstehen. Dann sind Blogs nur ein Mittel derer, die sich Blogger:innen nennen. Menschen, die der Kommunikation, dem Teilen und dem Austausch frönen.
Hast du einen Blog, fragt kaum noch jemand. Aber vielleicht lautet die Antwort auf die Zukunft des Bloggens: „Ich bin ein Blog„. Bloggen ist dann eine Lebenseinstellung.

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