Schlagwort: Barrierefreiheit

  • Blue Beanie Day 2015

    Ein Web für alle!

    Damals. Damals gab es Modems und für jeden Dienst musste man sich neu einwählen. Es gab da und dort grafische Oberflächen für Netzwerke. Und jedes funktionierte anders. Und dann kam das Internet und ein wenig später das Web


    Wir hatten einen Browser mit dem wir eine Adresse aufriefen. Dort gab es Texte, Fotos und Links. Ein Klick auf einen Link und ich kam auf eine andere Seite, auf der ich wiederum Text lesen konnte. Dann kamen andere Browser, jeder versuchte den anderen zu verdrängen. Manch Hersteller versuchte den Websites spezielle Fähigkeiten aufzunötigen, die nur mit seinem Browser klappten.

    Aber die Basis war immer dieses sogenannte HTML. HTML ist frei, jeder und jede kann es verwenden, jede und jeder kann es lernen. Es ist ein Standard.

    Standards

    Das Web lebt von solchen Standards. Nur so kann unser Browser quer durch die Welt Websites aufrufen. Auf diesen können wir lesen, Videos ansehen, spielen und vieles mehr. Hauptsache wir haben einen Browser.

    Aber immer wieder passiert es, dass Standards nicht eingehalten werden. Dann kann mein Browser etwas gut darstellen und in deinem siehst du es ganz anders. Oder noch schlimmer. Menschen, die z.B. auf Vorlesegeräte (weil sie sehbehindert oder blind sind) angewiesen sind, wird der Zugang ganz verwehrt. Websites, die sich nicht an Standards halten, verhindern, dass solche Geräte sie nutzen können. Oder jemand denkt nicht nach und schreibt dunkelgraue Schrift auf hellgrauen Grund und schon habe ich oder du Probleme das zu lesen.

    Heutzutage haben Apps die Smartphone Welt erobert. Statt einer Website gibt es eine App. Dann kann ich diese zwar auf meinem Smartphone nutzen aber nicht du mit deinem von einem anderen Hersteller. Für das gibt es die App nicht. Dasselbe Angebot könnte auch auf einer Website laufen und wir hätten beide etwas davon.

    Wie offen ist das Web

    Die einen bieten Texte, Bilder und Daten so an, dass viele Menschen sie nutzen können. Sie bieten ihre Daten über offene und standardisierte Schnittstellen an, sodass viele Programme, Browser, Apps sie nutzen können.

    Die anderen nehmen ihre Texte aus dem Web und sperren sie in eigene Magazin-Apps. Sie legen Zäune um ihre Daten oder stellen sie so ins Netz, dass du es nutzen kannst, ich aber nicht.

    Wir müssen immer darauf achten, dass dieses Web nicht eines wird, das sich in viele teilt, in dem Grenzen durch Apps, Betriebssysteme, Firmen etc. gezogen werden. Grenzen, die man kaum oder nur mühselig überwinden kann.

    Wir müssen darauf achten, dass Menschen nicht aus dem Web ausgegrenzt werden. Mag es sein, weil sie aufgrund ihrer Behinderung eine Website nicht lesen können, weil sie sich eine bestimmte Anwendung nicht leisten können, weil sie ….

    Wir sind alle gefragt

    Was kann ich tun? Ich bin einfacher Nutzer. Ich möchte ein Web nutzen, dass so wenig Hindernisse wie möglich vorweist, das weiterhin mich von Link zu Link trägt.

    Was kann ich tun? Zum Beispiel am 30. November 2015 eine blaue Mütze aufsetzen!

    Blue Beanie Day

    Denn am Montag, dem 30. November 2015, findet zum neunten Mal der Blue Beanie Day statt. Die Übersetzung „Blauer Mützen Tag“ passt. Denn an diesem Tag tragen weltweit Menschen blaue Mützen um für Webstandards und Barrierefreiheit im Web einzutreten bzw. öffentlich aufzutreten.

    Blaue Haube mit Aufschrift "Blue Beanie Day"

    Warum eine blaue Mütze?

    Autor und Webdesigner Jeffrey Zeldman hat vor etlichen Jahren ein Buch über Webstandards geschrieben und sich dabei mit einer blauen Mütze für das Cover abbilden lassen. Einige Menschen nahmen diese Idee und setzen am 30. November eines jeden Jahres eine blaue Mütze auf.

    Wenn es interessiert. Ich schrieb vor einiger Zeit auch Wie der Blue Beanie Day nach Österreich kam.

    Einen Tag mit blauer Mütze

    Der Blue Beanie Day 2015 (#bbd15) ist der Tag ein (kleines) Zeichen zu setzen. Eine blaue Mütze (es darf auch eine Kappe sein) aufsetzen, sich fotografieren und das Foto als Profilbild auf Facebook, Twitter und Co. verwenden. Natürlich darf man auch darüber bloggen, twittern, die Idee in Foren weiterverbreiten. Andere treffen sich auch, überreichen Entscheidungsträger/innen blaue Mützen oder verteilen diese auf der Strasse. Viele Ideen sind möglich.

    Ist das nicht ein wenig schräg? Nun, vielleicht. Aber es macht Spass, bringt Menschen zusammen. Viele blaue Mützen können auch einige diejenigen erreichen, die sich noch nie mit dem Thema auseinander gesetzt haben.

    Nochmals: Webstandards?

    Es gibt Organisationen wie das World Wide Web Consortium (W3C), das Standards festlegt, wie Webseiten technisch zu gestalten sind. Für behinderte Menschen sind dabei insbesondere die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) von Bedeutung. Denn nur wenn Webdesigner sicherstellen, dass sie die WCAG anwenden, können viele behinderte Menschen das Web ohne Einschränkung nutzen.

    Wir verändern nicht die Welt, aber uns!

    Wie ich schon mal schrieb. Eine blaue Mütze verändert nicht die Welt. Aber der Mensch darunter kann viel bewirken. Im Großen wie im Kleinen.

    #bbd15 im Netz

    Für alle Aktivitäten auf Facebook, Twitter, Flickr und Co. gibt es eine eigene Social Media Wall. Herzlichen Dank dafür an die Die Socialisten, die mir/uns jährlich dieses Feature kostenlos zur Verfügung stellen.

    Es gibt natürlich für alle FacebookerInnen eine eigene Facebook Gruppe.

    Zusätzlich werde ich diesen Artikel immer wieder um Links zu speziellen Seiten erweitern bzw. noch weitere Artikel veröffentlichen.

    Und wer auf diese Seite verweisen möchte: roblen.at/bbd15.

    Dokumentation

    Nachfolgend ein paar Artikel, die ich rund um den Blue Beanie Day 2015 gefunden oder selbst geschrieben habe.

  • Blue Beanie Day in ÖAR Zeitung monat

    Martin Ladstätter hat mich auf die Ausgabe 4/2014 der Zeitung „monat – Sozialpolitische Rundschau“ hingewiesen. „Monat“ wird vom ÖAR, der Dachorganisation der Behindertenverbände in Österreich herausgegeben.

    In der Ausgabe 4 (muss man sich kaufen) findet sich auch eine kurze Erwähnung des Blue Beanie Day 2014.

    Nachfolgend eine „Kopie“ des Artikels. Hoffe das ist ok. Pssst: Beim Foto im Artikel ist meine Urheberschaft auch nicht angegeben 😉

    Screenshot Artikel "Monat - Sozialpolitische Rundschau", Ausgabe 04/2014

    Aber fein, dass das Thema dieses Jahr es mehr in Printmedien geschafft hat.

  • Das war der Blue Beanie Day 2014

    Der 30. November 2014 und somit der Blue Beanie Day liegt hinter uns.

    Ein paar Zahlen:

    • Die Social Media Wall zählte über 1.500 Tweets, Retweets, Instagram Fotos, Facebook Einträge,… eine genaue Auswertung folgt
    • Sylvia Eggers Twitterliste zählt 224 Menschen, die auf Twitter eine blaue Haube aufsetzten
    • In der Flickr Gruppe finden sich leider nur 23 Fotos

    Dies ist ein älterer Artikel. Leider sind einige verlinkte Seiten nicht mehr erreichbar. Wenn möglich, findest du einen Link zur archivierten Seiten in der WayBack Machine. Wenn du etwas zu dem Inhalt ergänzen möchtest, schreib mir oder kommentiere diesen Artikel.

    Auf meine Chronik-Seite Blue Beanie Day 2014 sammle ich alle Blogartikel zu diesem „Feiertag“. Da gibt es schon ein paar interessante darunter.

    Persönliches Fazit

    Ich bin leider später als geplant (zu viel anderes zu tun) mit meinen Aktivitäten zum #bbd14 gestartet. Dafür gab es dann doch einiges an Artikeln, an Austausch, Kommentaren,…

    Aber ein Tag ist nur ein Tag. Oder: Nach dem Blue Beanie Day 2014 ist vor dem Blue Beanie Day 2015. Daher nehme ich mir mal ein wenig vor:

    • Es braucht noch mehr Texte, Bilder,… die InternetanwenderInnen erklären, warum Webstandards für sie wichtig sind – und warum es Sinn macht (macht es?) auch dafür einzutreten
    • Die Facebookseite würde ich gerne mehr und „multilingual“ (zumindest englisch/deutsch) bespielen
    • Vielleicht braucht es auch eines speziellen Themas um bei der Bewerbung des Tags darauf zu fokussieren und damit zu werbe

    Danke!

    Aber jetzt DANKE an alle die mitgemacht haben, die gebloggt und getwittert haben, die Fragen stellten oder sich in ganz anderer Weise einbrachten.

    Wer auch immer im Jahr 2015 mitwirken möchte: Schreib mir doch einfach.

  • Heute ist Blue Beanie Day 2014

    Heute, 30. November 2014, ist der 8. (jährliche) Blue Beanie Day.

    Menschen setzen Blaue Mützen (Blue Beanies) auf um ein Zeichen für Webstandards zu setzen. Es ist auch ein Zeichen für ein Web für alle, für ein barrierefreies Web.

    Wer den Tag per Social Media folgen will, wer mehr wissen will oder wer Aktionen sucht um auch konkret etwas zu tun: roblen.at/bbd14

    Also: Mütze aufsetzen. Profilfoto ändern. Ein Zeichen setzen.

  • Sylvia Egger zu HTML5

    Vor ein paar Tagen habe ich Sylvia Egger um Antworten zu HTML ersucht. Heute bloggt Sylvia HTML 5 Semantik – ein Blick auf den Blue Beanie Day. Darin schreibt sie über

    • Wie beurteile ich HTML 5 (Vorteile / Nachteile)?
    • Ist HTML 5 auch förderlich für die Barrierefreiheit im Web?

    Danke Sylvia!

    Siehe dazu auch Eric Eggert zu HTML5.

    Blaue Mützen auf Twitter

    Sylvia hat – wie jedes Jahr (auch danke dafür) – ihr BBD14 Liste auf Twitter eingerichtet. Auf dieser finden sich TwitterantInnen, die eine blaue Mütze aufsetzen.

  • Für so eine kleine Zielgruppe? #bbd14

    Heute kommentierte ich im „Stufenlos Blog“ (Artikel zum Blue Beanie Day).

    Nachfolgend nochmals mein Text – ein klein wenig erweitert.

    Immer wieder kommt der Hinweis, dass für so eine kleine Zielgruppe (gemeint sind behinderte Menschen) der Aufwand und die Kosten für eine barrierefreie Website zu hoch wären.

    Es ist prinzipiell eine gesellschaftliche und persönliche Einstellung ob man Gruppen von Menschen – egal welcher Größe – ausschliessen will.

    Es hängt natürlich auch vom Webangebot ab. Der/die “kleine” BloggerIn mit ihren privaten Gedanken hat vielleicht auch gar nicht die Ressource, ihr Blog barrierefrei zu trimmen. Die Behörde y bzw. die Firma x hat dafür wohl das Geld und muss andererseits auch den Anspruch haben, dass jede/r Bürger/in sie erreichen kann.

    Wobei ich im Rahmen einer BloggerInnenaktion vor einigen Jahren durchaus gesehen habe, dass man mit kleinen Schritten und kleinen Maßnahmen (ohne viel Geld) schon einiges erreichen kann. Muss es z.B. das grafische Captcha Modul für Kommentare sein oder gibt es für mein Blog nicht auch ein anderes – oder geht´s nicht noch besser.
    Zur Aktion siehe Der lange Weg eines Bloggers zur Barrierefreiheit.

    Es ist nicht nur eine Frage des Geldes – oder oft geht es gar nicht um Mehrkosten – es ist auch eine Frage der eigenen Einstellung zum Thema.

    Blue Beanie Day will hier gar nicht den Zeigefinger hochhalten. Für mich ist es eine Aktion die ein wenig Aufmerksamkeit erzeugen will. Es geht um ein Nachdenken, was man – mit seinen eigenen Möglichkeiten und innerhalb der eigenen Grenzen – nicht vielleicht doch tun könnte.

    Auch wenn ich ungern mit Größenordnungen argumentiere. Die Zielgruppe für ein barrierefreies Web ist ungemein größer. Ältere Menschen, die nicht mehr gut sehen oder mit der Maus nicht mehr ganz zielsicher sind. Viel mehr Menschen mit einer Farbfehlsichtigkeit als man denkt. Und in manchen Bereichen ist Barrierefreiheit und Gebrauchsfähigkeit dasselbe.
    Nehmt nur das Beispiel der grafischen Captchas. Wieviele von uns konnten in dem Pixel-Salat oft nicht die richtige Zahl, den richtigen Buchstaben erkennen (siehe Captchas – Nein danke)

    Wer ein wenig über Barrierefreiheit nachdenkt, denkt vielleicht auch mehr darüber nach, was seine LeserInnen, BesucherInnen, NutzerInnen brauchen, benötigen – egal ob (und wie) behindert oder nicht.

  • Blue Beanie Day 2014

    In diesem Artikel dokumentiere ich den Blue Beanie Day 2014. Daher gibt es sicherlich bis nach dem 30. November noch einige Aktualisierungen.

    Blue Beanie Day?

    Blaue Haube mit Aufschrift "Blue Beanie Day"

    An diesem Tag setzen (einige) Menschen weltweit blaue Hauben auf, um ein wenig Awareness für Webstandards zu schaffen. Im deutschsprachigen Raum haben wir dies immer auch mit dem Thema „barrierefreies Web“ verbunden. Dazu findet ihr in diesem Blog ein paar Artikel unter dem Schlagwort „Blue Beanie Day“.

    Social Media und Übersichten

    Und nun zur …

    Dokumentation

    Wird rund um den #bbd14 erweitert

    Kennt ihr einen Artikel, der hier nicht zu finden ist – dann schickt mir bitte eine E-Mail.

    Dies ist ein älterer Artikel. Leider sind einige verlinkte Seiten nicht mehr erreichbar. Wenn möglich, findest du einen Link zur archivierten Seiten in der WayBack Machine. Wenn du etwas zu dem Inhalt ergänzen möchtest, schreib mir oder kommentiere diesen Artikel.

  • Der Webkrauts Adventskalender

    Gleich nach dem Blue Beanie Day 2014 geht es mit dem Thema Webstandards, Accessibility,… nahtlos weiter.

    Die Webkrauts starten mit 1. Dezember ihrem Adventskalender 2014.

    Webkrauts?

    Die Webkrauts sind ein Zusammenschluss deutschsprachiger Webworker. Sie setzen sich dafür ein, die Vorteile moderner Webstandards stärker zur Geltung zu bringen. Damit sind sie quasi Menschen, die das ganze Jahr eine blaue Haube (im Geheimen 😉 tragen.

    Der jährliche Adventskalender der Webkrauts bietet 24 Artikel bis Weihnachten, jeden Tag ein wenig nachdenkliches, wissenswertes… Die Webkrauts schreiben zur Ausgabe 2014:

    In diesem Jahr gibt es zum Beispiel Datenvisualisierung, Responsive Webdesign, Barrierefreiheit, Web Components und einige Überraschungen.

    Also, freuen wir uns darauf.

  • BIZEPS zum Blue Beanie Day 2014

    BIZEPS hat dankenswerter Weise – es wird schon Tradition – einen Artikel von mir zum Blue Beanie Day 2014 veröffentlicht: „Am 30. November 2014 ist wieder Blue Beanie Day – Der Tag der blauen Hauben„.

    Mit „Setzen Sie eine blaue Haube auf und …“ gebe ich ein paar Hinweise, was man noch so tun könnte um Webstandards und barrierefreies Web zu unterstützen. Wem das nichts sagt, der/die kann sich an diesem Tag auch ein wenig schlau machen.

    Hauben aufsetzen und etwas tun!

    PS: Der Verein Behindertenberatungszentrum-BIZEPS: Zentrum für Selbstbestimmtes Leben betreibt eine Beratungsstelle für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige in Wien, die nach den Kriterien der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung organisiert ist und nach deren Wertvorstellungen arbeitet.

  • Eric Eggert zu HTML5

    Vor kurzem habe ich Eric Eggert ob der Veröffentlichung von HTML5 als „Recommendation“ drei Fragen gestellt, die er in seinem Blog beantworten hat. Eric hat mir nun gestattet, seine Antworten auch an diesem Ort nochmals zu veröffentlichen. Danke dafür.

    Eric gehört zum W3C-Team und war vor Jahren kurz aktiv in der HTML5-Arbeitsgruppe des W3C. Die Antworten spiegeln persönliche Meinung wider.

    Mit HTML5 geht es um einen Webstandard. Der Artikel ist somit auch als Beitrag zum Blue Beanie Day 2014 zu verstehen. (mehr …)