Schlagwort: Barcamp

  • Mein Leben als Barcamper

    Die @hzirl hat meine Aktion sehr ernst genommen und mir weitere Fragen zum Thema „barcampen“ geschickt, die ich gerne beantworte.

    T-Shirts

    Lampe, davor liegen auf einem Tisch übereinander gestapelt und zusammengerollte T-Shirts

    Frage: Du hast ja mal ein Bild von deinen ganzen Barcamp T-Shirts gepostet – trägst du die auch oder sind die mehr ein Souvenir für dich? Die sahen ja fast makellos aus :).

    Nun, ich trage sie nicht so oft. Es gab früher nur maximal XL-Shirts, noch dazu eng geschnitten. Mit meiner wohlabgerundeten Figur pass(t)e ich einfach nicht hinein. Mit der Umstellung meines Lebensstils wurde und wird das aber anders. Ein Shirt habe ich aber schon so oft getragen, dass „Barcamp Vienna“ nicht mehr zu lesen ist – die Waschmaschine ist schuld.

    Am Barcamp Traunsee 2008 gab es für mich eine besondere Überraschung. Ein einziges Mehrfach-X-L-Shirt, nur für mich. Nochmals danke an die OrganisatorInnen für diese kleine inklusive Geste 🙂

    Barcamp-Nomade

    Frage: Würdest du dich als Barcamp-Nomade bezeichnen? 😉

    Was sagt die Wikipedia zu Nomaden:

    Als Nomaden (altgr. νομάς nomás, „weidend“, „herumschweifend“) werden Menschen und Gesellschaften bezeichnet, die aus kulturellen, ökonomischen oder weltanschaulichen Gründen eine nicht sesshafte Lebensweise führen. In übertragener Bedeutung, unter Abhebung auf das Umherziehen von Ort zu Ort, wird das Wort in jüngerer Zeit auch für sogenannte „Mietnomaden“ oder „Jobnomaden“ verwendet, letztere verstanden als Personen, die aus eigener Entscheidung keine dauerhafte berufliche Anstellung anstreben, sondern die Stellung und in Verbindung damit auch den Wohnort häufig wechseln.

    Wikipedia

    Nun, in diesem Sinne bin ich keiner, da ich meinen Mac zu Hause stehen habe und von zu Hause blogge, twittere,…

    Andererseits treibt es mich immer wieder hinaus. Ich möchte mit Menschen zusammentreffen, mich direkt vor Ort vernetzen und Neues kennenlernen. Mobile Geräte wie mein iPad ermöglichen mir dabei auch digital vernetzt zu bleiben und die Erfahrungen und Erkenntnisse ins Netz zu vermitteln bzw. auch andere Menschen in meine kleinen Reisen einzubinden.

    Ever and ever

    Frage: Warum fährst du immer wieder auf Barcamps?

    Eintausend Gründe. Das Veranstaltungsformat ist für mich immer wieder faszinierend. Was machen die einzelnen OrganisatorInnen und die TeilnehmerInnen (bzw. TeilgeberInnen) daraus.

    Ich lerne neue Menschen kennen, sehe manches Twitterprofil zum ersten mal auch offline als Menschen und freue mich „alte“ Bekannte wieder einmal zu treffen.

    Barcamps sind für mich die Sessions, in denen ich neues erfahre. Manchmal setze ich mich zu einem Thema, dass mir so rein gar nichts sagt, dass mich auf den ersten Blick gar nicht so interessiert – einfach um meinen Horizont ein wenig zu erweitern. Im schlimmsten Fall hat mich das 40 Minuten Lebenszeit gekostet. Und schlussendlich gibt es bei Barcamps die Abstimmung per Fuß, d.h. ich kann mittendrin noch immer rausgehen.

    Es sind auch die Pausengespräche, die Gespräche nach den Sessions. Manch eineR hat beim Barcamp einfach mehr Zeit. Man kommt ins Reden, entwickelt aus dem gesamten kreativen Umfeld heraus eine neue Idee, ein neues Projekt.

    Barcamps sind für mich auch ein Aussteigen aus dem Alltagstrott, ein paar Stunden oder Tage in denen ich alte Bahnen verlasse (zumindest teilweise) und mich auf Neues einlassen kann.

    Ich glaube ich sollte mal ein längeres Plädoyer für Barcamps verfassen um meine Argumente ein wenig tiefgründiger darzulegen.

    Eines kann ich für mich nur festhalten. Ich bin noch von keinem Barcamps zurückgekommen ohne neue Ideen, Anregung oder zumindest die Motivation wieder aktiv werden zu können.

    Barcamps sind daher für mich auch ein wenig die Inseln zum auftanken in meiner Fahrt meinem kleinen Schiff namens „Nur ein Blog“ 🙂

    Danke

    Danke Henriette für die Fragen. Ich freue mich immer wieder aus Fragen heraus etwas zu bloggen. Wenn du auch eine hast, dann schreib mir einfach.


    Das ist ein Artikel im Rahmen meiner Aktion Blog das Robert. Du kannst mir eine Frage stellen, die ich in meinem Blog beantworte. Das kann auch anonym geschehen. Es muss keine Frage sein, auch ein Themenvorschlag wäre interessant.

    Alle bisherigen Antworten findest du unter dem Schlagwort BlogDasRobert.

  • Barcamps im Aufwärtstrend

    Vor kurzem wurde ich zum Thema Barcamps interviewt. Eher aus dem Bauch heraus habe ich dabei festgestellt, dass die Anzahl der Barcamps (insbesondere die thematischen) im steigen begriffen ist. Aber stimmt das so?

    Die Liste ist sicherlich nicht vollständig, aber auf barcamp.at finden sich wohl die meisten größeren Barcamps in Österreich, die öffentlich zugänglich sind. „Barcampartige“ interne Veranstaltungen von Bildungseinrichtungen, Firmen etc. – darüber hat wohl niemand eine Übersicht.

    Die auf barcamp.at gelisteten Barcamps habe ich zusammengezählt und versucht nach vollständig themenoffenen Barcamps und themenspezifische Barcamps zu trennen. Das ist nicht immer ganz einfach. Ist ein CreateCamp (ohne Themenvorgabe) in die erste oder zweite Kategorie zu reihen? Aber es geht hier nicht um eine Fachstudie sondern nur darum einen Trend zu erkennen.

    Barcamps in Österreich

    JahrThemenoffenThematischInsgesamt
    2006101
    2007404
    20087310
    200961117
    201061723
    201151924
    201271926
    201391928
    201421315

    Eine Anmerkung zum Jahr 2014. Bis 25. Mai wurden 9 Barcamps durchgeführt und 6 sind auf barcamp.at angekündigt. Ob es mit der im Vergleich zu 2013 geringeren Zahl bleiben wird oder noch einige weitere auftauchen, wird man sehen.

    Auf alle Fälle kann man bis 2013 von einer (in kleinem Rahmen) steigenden Anzahl von Barcamps sprechen, wobei die thematischen Barcamps überwiegen.

    Es wäre interessant sich nun noch die einzelnen Sessions, die Anmeldungen etc. auszuwerten. Vielleicht mache ich das noch einmal.

  • Interview zum Barcamp Graz 2014

    Über das Barcamp Graz 2014 habe ich bisher gebloggt:

    Aber einen allgemeinen Rückblick habe ich noch nicht geschafft. Mit Henriette Zirl habe ich nun über Twitter eine Idee entwickelt. Sie stellt mir 4 Fragen und ich ihr ebenfalls. Gemeinsam gibt das vielleicht den einen oder anderen subjektiven Einblick in drei Tage Barcamp. (Nachtrag: Meine Fragen und Henriettes Antworten findet ihr unter „Vier Fragen zum Barcamp Graz 2014„)

    Dies ist ein älterer Artikel. Leider sind einige verlinkte Seiten nicht mehr erreichbar. Wenn möglich, findest du einen Link zur archivierten Seiten in der WayBack Machine. Wenn du etwas zu dem Inhalt ergänzen möchtest, schreib mir oder kommentiere diesen Artikel.

    Also fangen wir an.

    Henriette: Welche Session hat dir am diesjährigen Barcamp am besten gefallen?

    Robert: Das ist wohl die schwierigste Frage. Irgendwer hat einmal gesagt, dass die besten Sessions immer die sind, in denen man gerade nicht sitzt 😉 Aber ein gutes Barcamp zeichnet sich andererseits dadurch aus, dass man zumindest in zwei parallel Sessions gehen möchte.

    Aber zurück zur Frage. Fast jede Session hat mir einen Impulse zum weiterdenken oder Handeln gegeben. Exemplarisch herausheben möchte ich „Design und Demenz“. Anliegen war ein Spiel für Demenzkranke zu konzipieren. Nicht, dass wir einen großartigen Beitrag geleistet haben, aber ich habe einiges zum Thema erfahren und ein wenig eine Welt kennen gelernt, die jedeN von uns direkt oder indirekt betrifft oder betreffen kann. Außerdem war die Session ein gutes Beispiel, dass all dieses Design-, Internet- und Socialmedia“dingens“ sehr nah am Leben sein kann.

    Was macht für dich den Reiz des Grazer Barcamps aus? Im Vergleich zu anderen Barcamps, meine ich.

    Ich war die letzten Jahre nicht in Graz dabei. Was mich beeindruckte war die große Anzahl an BesucherInnen – dazu später ein wenig mehr – und die Themenbreite. Nachdem das Barcamp Linz unterschiedliche Themencamps vereint ist es schlussendlich ein klassisches Barcamp in dem eigentlich jedes Thema irgendwo willkommen ist.

    Ich betone in Gesprächen über Barcamps immer wieder, dass auf diesen Neues entstehen kann und es besonders dann interessant wird, wenn direkt vor Ort Projekte entwickelt werden oder außerhalb der Sessions einiges passiert. So gab es z.B. jeden Tag eine eigene Podcast Ausgabe mit Rückblick und Gästen (siehe Tag 1, Tag 2 und Tag 3).

    Beim Barcamp Graz erlebte ich jetzt nicht großartig neue Gestaltungsideen – aber es vereinte einige gute Dinge anderer Barcamps: professionelle Organisation, Dokumentation, viele Sessionräume, Moderation,…. und hatte damit es alles, um gemeinsam ein inspirierendes Camp gestalten zu können.

    Gut fand ich die Einbindung der so genannten „Newbies“. Jeden Tag wurde aufs Neue das Barcamp Prinzip erklärt und es gab für Neulinge eine eigene „Einführungssession“, die ich leider nicht besuchen konnte – nun, weil gleichzeitig anderes lief.

    Gibt es etwas, das du bezüglich des Grazer Barcamps verändern oder verbessern möchtest?

    Das ist jetzt „nörgeln auf hohen Niveau“. Ich weiß, es ist nicht einfach geeignete Räumlichkeiten zu finden. Mancher Sessionraum war vom zentralen Meetingraum relativ weit entfernt. So ging man eher von Sessionraum zu Sessionraum anstatt immer wieder an den einen Punkt zurückzukehren.

    Ich habe Barcamps in Erinnerung da waren die Sessionräume rund um den zentralen Raum angeordnet. Man traf sich so in allen Sessionpausen, hatte zwischen den Sessions etwas mehr Zeit für den kurzen Austausch zu zweit oder in kleinen Gruppen.

    Zweiter Punkt: Die lange Schlange beim Mittagessen – da war die Zeit schon etwas länger. Aber Barcamper sind gesellige Menschen – da hat man Zeit mit den Personen vor und nach einem zu plaudern, diskutieren und macht quasi eine Pre-Lunch-Session.

    Barcamp ist, wenn du aus den Gegebenheiten eine Vernetzungsstruktur „bastelst“.

    Findest du die Teilnehmerzahl des Grazer Barcamps (200+ Leute) zu viel oder angemessen?

    Ich hatte nie den Eindruck, dass es zuviel Menschen waren – außer eben ein vor dem Mittagsbuffet 😉 Auch mit 120 Personen war die Vorstellungssession nicht zu lang – Die Nennung allein von Name und drei Hashtags verhinderte das. Bei kleineren Barcamps hat man natürlich den Eindruck, dass man mit jedem und jeder mal ins Gespräch kommt. Am Barcamp Graz habe ich mit vielen Menschen nicht einmal ein Wort gewechselt. Aber als Problem habe ich das für mich nicht gesehen. Aufgrund der Vorstellungsrunde hatte ich einen ersten Überblick und konnte – für mich – interessante Menschen direkt ansprechen.

    Nachdem es doch 5+ Sessionräume gab war es meistens auch nicht zu überfüllt in den jeweiligen Sessiosn – somit war Diskussion und Austausch fast immer möglich.

    Kurz gesagt: Kleine wie auch große Barcamps haben ihren jeweiligen Reiz.

    Zum Schluss. Danke nochmals an alle, die das Barcamp Graz 2014 ermöglichten. Ich freue mich schon auf das Nächste.

  • BloggerInnenmotivation (Barcamp Graz 2014)

    Ich war beim Barcamp Graz – einen Rückblick zum Barcamp Graz 2014 gibt es dann ein wenig später. Zuerst möchte ich über einzelne Sessions bloggen.

    Am Samstag schlug ich eine Session über die Motivation von BloggerInnen vor.

    Die Session startete mit meiner Präsentation der Regeln des Blog Club – näheres dazu im damaligen Blogartikel.

    Weil es dazu Missverständnisse gab. Der „Blog Club“ ist kein wirklicher Club und auch nicht die Idee so etwas wie einen Verein zu schaffen. Es sind 8 Regeln, denen man folgen kann, die vielleicht ein wenig Inspiration sind oder auch Anregung zur Diskussion.

    Nachfolgend daher ein wenig die Diskussion – gegliedert nach den Regeln des Blog Club.

    1. Regel: Ihr verlinkt auf eure Quellen

    Der anwesende Journalist verwies natürlich darauf, dass Quellen nennen teilweise schon aus rechtlichen Gründen notwendig ist.

    2. Regel: Ihr VERLINKT auf eure Quellen

    Neben der rechtlichen Dimension ist es auch eine Frage der – sagen wir es mal fast pathetisch – Ethik. Ich lese einen Blogartikel in dem jemand auf ein interessantes Video hinweist. Rein rechtlich kein Problem in meinem Artikel allein auf das Video hinzuweisen. Aber es wäre doch ein freundliches Zeichen, wenn ich schreibe, in welchem Blog ich über das Video erfahren habe. Früher hat man das „Blogosphäre“ genannt.

    3. Regel: Wenn der Kopf Stop ruft, schlappmacht, abklopft, musst du nicht bloggen

    Manch eineR hat ein schlechtes Gewissen, wenn mal zwei, drei Wochen nichts im Blog erscheint. Dann wirkt das wie ein großer weißer Fleck, in dem man sich doch wiederum nicht traut einfach so etwas hinein zu schreiben. Und so vergehen wieder zwei, drei Wochen, in denen man nicht bloggt.

    Meiner einer hat dazu kein Rezept. Manchmal hilft es etwas ganz profanes, zwei oder drei Zeilen zu schreiben und zu veröffentlichen. Damit ist der Bann gebrochen.

    Passend dazu stellten sich In der Session auch die [IronbloggerInnen Steiermark](http://steiermark.ironblogger.at) vor.

    Iron Blogging? Die Regeln in Kurzfassung:

    • JedeR TeilnehmerInnen schreibt einen Blogpost pro Woche
    • Für jede Woche, in der man nichts schreibt, muss ein Betrag von 5 € entrichtet werden
    • 4 Wochen „Urlaub“ sind erlaubt
    • Von dem gesammelten Geld wird dann ein gemeinsames Treffen (Essen und Trinken) finanziert

    Ironblogger sind auch in anderen Ländern und Städten zu finden. Wofür man das Geld zusammenlegt – ob für Bier oder einen guten Zweck – ist jeder Gruppe selbst überlassen.

    Die anwesenden IronbloggerInnen sahen es nicht so sehr als Druck sondern als Motivation, als den entscheidenden wöchentlichen Stups, um ihre Ideen auch in die Tastatur zu tippen.

    4. Regel: Es bloggt nur eineR

    Es ist mein Blog, meine Entscheidung was veröffentlicht und was nicht. Das ist etwas was einige der Anwesenden bestätigten, was den Reiz des bloggens ausmacht. Niemanden fragen zu müssen, selbst über Inhalt, Frequenz und Aussehen zu entscheiden.

    5. Regel: Nur ein Artikel auf einmal

    Haben wir nicht direkt angesprochen. Was die Regel besagt ist, dass man sich irgendwann auf den einen Artikel konzentrieren sollte. Nicht einhundert Entwürfe schreiben, sondern irgendwann entscheiden, dass es jetzt der eine Artikel ist, den man fertig stellt und veröffentlicht.

    6. Regel: Keine Lügen, keine Phrasen

    Ein wenig Moral ist schon wichtig. Was dazu gehört ist auch der Umgang mit „bezahlten“ Beiträgen. Manch BloggerIn erhält hin und wieder Produkte zum testen. Die SessionteilnehmerInnen waren sich einig, dass man das auch kenntlich machen sollte, wenn man das Produkt im eigenen Blog bespricht.

    Was eine Phrase ist, was herumreden „um den Brei“, das muss jeder selbst überlegen. In meinem Blog kann ich mich klar ausdrücken … aber natürlich geht nicht alles. Auch hier stiessen wir ein wenig bei der Diskussion an die rechtlichen Fragen.

    7. Regel: Die Artikel sind genau solange, wie sie sein müssen

    Es gibt nicht die perfekte Länge. Manch eineR (auch seitens der TeilnehmerInnen) tüftelt lange an einem Artikel, recherchiert und schreibt und schreibt. Es werden lange und ausführliche Texte. Andere tippen quasi überlange Tweets – und beides kann interessant und lesenswert sein.

    8. und letzte Regel: Wer neu ist im Blog Club, muss bloggen

    Auch in der Runde zeigte sich. Es gibt die, die lange an einem eigenen Blog basteln. Mag es nur in Gedanken sein, in dem man lange Zeit überlegt, ob man soll oder nicht. Andere feilen am Design des Blogs über Monate hinweg und andere überlegen Konzepte: was wird gebloggt, wie wird gebloggt … Das mag passen. Aber manche sind so sehr darin „gefangen“, dass sie nie beginnen. Manchmal wäre es besser, einfach mal einen Artikel zu schreiben und dann den nächsten … und dann den nächsten … und dann …

    Manchmal entwickelt sich ein Blog erst im Schreiben, im Kontakt mit den Lesenden.

    Fazit

    Bloggen macht Freude. Aber die Schreibhemmung schlägt schon manchmal zu. Dann braucht man die richtige Motivation bzw. Anregung weiter zu machen.

    … und was sind eure Motivatoren?

  • Die Zukunft der Barcamps (Barcamp Graz 2014)

    Ich war beim Barcamp Graz – einen Rückblick zum Barcamp Graz 2014 gibt es dann ein wenig später. Zuerst möchte ich über einzelne Sessions bloggen.

    Am Freitag schlug ich eine Session über die Zukunft der Barcamps vor. Hintergrund waren die Diskussionen zuvor:

    Da kamen doch einige Fragen, Enttäuschungen und Hoffnungen zusammen, die es galt weiter zu diskutieren.

    Die rund 60 Minuten gingen „quer durch den Barcampgarten“, daher möchte ich nur ein paar Punkte aufzählen, die für mich so hängen blieben.

    Jede Bewegung hat die Gefahr der „Kommerzialisierung“ in sich – von Sport bis Musik. Dass das auch mit Barcamps passiert, sahen die meisten als nicht problematisch an – im Sinne, dass auch Firmen den Namen „okkupieren“ aber ohne auf freien Zugang, Gestaltung durch die TeilnehmerInnen etc. zu achten. Wichtig sei, dass es daneben noch eine Bewegung gibt, die den „Geist des Barcamps“ weiter lebt und Barcamps offen gestalten.

    Für mich neu war die Frage, ob Unis/FHs als Ort von Barcamps eine Hemmschwelle wären. Dies wurde aber dann doch von den meisten eher verneint. Die Schwierigkeit besteht noch dazu, dass man um wenig Geld (oder kostenlos) geeignete Räumlichkeiten erst mal finden muss.

    Zum Thema Bewerbung gab es zwei Anregungen:

    1. Mehr Offline Werbung: Plakate, Flyer, … aber auch das ist eine Frage des Geldes (zumindest teilweise)
    2. „Bring an offliner“ – Bring jemanden aus deinem Bekanntenkreis, der nicht so webaffin ist

    Ansätze, die man weiterdenken kann.

    Was immer wieder als Frage kommt ist die nach den 8 Barcamp Regeln. Für die einen sind sie zu strikt, halten Menschen vom Besuch ab, da sie unterschiedlich interpretiert werden können. Insbesondere „Wenn das ein erstes Barcamp ist musst du präsentieren“ gilt als abschreckend. Meiner einer hat dazu schon vor einiger Zeit mit Barcamp? Wie ist das mit dem präsentieren müssen? einen Versuch unternommen, diese zeitgemäß zu interpretieren.
    Schlussendlich überlege ich mir, ob wir doch einen Versuch unternehmen sollten die 8 Regeln ein wenig zu adaptieren – im Geiste der Grundidee – aber doch verständlicher. Aber so sicher bin ich mir dazu noch nicht.

    Eine No-Show-Diskussion hatten wir nicht. Auch wenn ich keinen Gesamtüberblick habe: Der Meeting Room war immer voll, die Sessions teilweise überbelegt (im Sinne von mehr Menschen als Stühle). Zumindest konnte man so nicht den Eindruck erlangen, dass zuwenige TeilnehmerInnen anwesend waren.

    Aber die Diskussion geht weiter. Und wie ich mal schrieb: „Barcamps müssen sich immer wieder neu erfinden“. In diesem Sinne ist es vielleicht gut, wenn man bei jedem Barcamp auch eine Session über Barcamps abhält. Solange diese nicht nur ein „braten im eigenen Saft“ sind sondern zumindest den Versuch unternehmen auch neue Ideen zu finden, wie man Barcamp gestalten kann.

  • Heute beginnt das Barcamp Graz 2014

    Eigentlich wollte ich … aber erstens … und anders als man … Sprich, ich hätte eigentlich vorgehabt mehr für das Barcamp Graz 2014 zu planen, aber wieder mal kam mir einiges dazwischen. Aber genug gejammert.

    Heute (11. April 2014) beginnt das Barcamp Graz und es dauert bis Sonntag. Über 250 Anmeldungen machen es spannend, wieviele #noshows es geben wird und wie trotz allem ein so großes Barcamp funktioniert.

    Auf alle Fälle habe ich trotzdem ein paar Dinge am Barcamp vor:

    Da ich auch noch zuhören, nachdenken und diskutieren will sollte diese Themen reichen – denn es gibt zahlreiche Vorschläge für Sessions, von denen ich hoffe, dass sie sich auch realisieren.

    Natürlich werde ich auch twittern, instagramen – und wenn geht auch ein wenig bloggen.

    Kurzfristig habe ich dann noch meine Barcamp Graz: LeserInnenaktion 2011 wiederbelebt – also wer das liest und mich beim Barcamp trifft …

  • Der Geist der Barcamps weht wo er will

    Vor kurzem stellte ich die Frage: Sind Barcamps in Österreich anders?

    Monika Meurer hat die Frage aufgregriffen und darüber in Barcamp-Kultur – einst und jetzt gebloggt. Monika ist begeisterte Barcamperin und beschreibt ihre positiven Erfahrungen jedoch auch die Änderungen, die sie in den letzten Jahren erfahren hat.

    Es gibt sehr sehr viele Barcamp-Touristen und leider immer mehr No-Shows. Und es gibt viele Mitteilungen à la: “Muss jetzt noch einkaufen, geh dann zu nem Freund und schau am Nachmittag mal am Barcamp vorbei” oder “Die Sonne hat gesiegt! Bin am Strand! Wünsche allen Barcamp-Teilnehmern einen tollen Tag!”

    Abgesehen von der Beliebigkeit der Anmeldung und des Teilnehmens (statt teil-gebens) würden sich auch die Prioritäten verschieben:

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Barcamps zur Unterhaltung verkommen, wenn ich Ankündigungen lese, die als Argument für z. B. das Barcamp Graz anführen, dass es dort Makava und Catering vom Gingko gibt…

    Das Barcamp Graz habe ich die letzten Jahre nicht besuchen können. Dieses Jahr ist es aber soweit. „Barcamp Graz 2014“ (11. bis 13. April 2014) wird von mir definitiv „besucht“ – das Hotelzimmer ist schon gebucht. Dann werde ich mal selbst ausprobieren, ob sich hier etwas geändert hat.

    Vielleicht ist diese Entwicklung ganz normal. Am Anfang entwickeln „IdealistInnen“ ein Format, eine Idee. JedeR fühlt sich mit der Idee verbunden und lebt diese bei der Teilnahme am Barcamp auch. Irgendwann folgen die, die nur ein wenig davon gelesen haben, die von anderen gehört haben, die mal etwas barcampartiges irgendwo erlebt haben. Und dann folgen auch die, die merken, dass Barcamps funktionieren, dass mit Ihnen direkt und indirekt ein Geschäft gemacht werden kann.

    Wie schreibt die Wikipedia so schön über „Jugendkulturen“ und deren Kommerzialisierung:

    Oft werden jedoch die äußeren Merkmale einer solchen Kultur nach kurzer Zeit von einer breiten Masse aufgenommen, und innere Werte und kreative Aspekte bleiben auf der Strecke: Die Jugendkultur wird so zu einem Teil der Konsumgesellschaft. Diese Entwicklung hat seit Ende der 1980er Jahre stark zugenommen, als Jugendliche zunehmend zum Zielpublikum der Wirtschaft geworden sind. Immer schneller saugen die interessierten Industrien entstehende Jugendkulturen auf und nehmen ihnen so Inhalt und Authentizität.

    Das kann man bejammern und beklagen oder … egal ob Jugendkultur, Musikrichtung, … alles muss sich immer wieder neu ausrichten, in Frage stellen und neu erfinden. Was heute funktioniert muss es morgen nicht mehr. Manch einer hat auf Barcamps schon bemäkelt, dass es immer eine Session zu „no shows“ gab (z.B. Barcamp Vienna: Umgang mit no-shows). Aber vielleicht ist das gut so. Man muss die Frage immer wie neu stellen und immer wieder neue antworten. Daher finde ich es auch gut, dass Monika ihren Blogbeitrag geschrieben hat und die Diskussion eventuell neu aufrollt.

    Und man muss vielleicht Barcamps immer wieder neu ausprobieren, wie am Barcamp Salzkammergut 2013.

    Ich denke, Barcamps lassen vieles zu, auch Adaptionen wie die „CreateCamps“. Einige Gedanken habe ich vor über einem Jahr in Barcampgedanken zusammen gefasst bzw. auf ältere Artikel verlinkt.

    Für mich selbst gelten drei Regeln:

    1. Jedes Barcamp ist ein neuer Versuch
    2. Barcamps müssen Experimente mit sich selbst zulassen
    3. „Offen“ bleibt ein wichtiges Stichwort – für den Zugang wie auch für die Haltung der Teilnehmenden/Teilgebenden

    Nicht alles muss ein Barcamp sein. Als jemand ein Barcamp initiierte und die TeilnehmerInnen nach Anmeldung selektiv auswählen wollte habe ich mir erlaubt dies zu thematisieren. Die Veranstaltung blieb, der Begriff „Barcamp“ verschwand aber aus der Einladung.

    Und da auch das Barcamp Graz ein Barcamp ist könnten Monika und ich (unabgesprochen) uns überlegen, wie wir unsere Wahrnehmung auf kreative Weise in einer Session (oder in den Pausen) thematisieren bzw. in Diskussion bringen.

    … zurück zu den Wurzeln könnte wir auch gehen in dem wir 2, 3, 5 Menschen einladen um gemeinsam die österreichische Version eines #pubcamp abzuhalten. Sprich wir treffen uns in kleiner Gruppe in einem Lokal und jedeR erzählt etwas, bringt etwas ein. Vielleicht lässt sich so auch der Geist des Barcamp wieder einzelnen Menschen näher bringen.

  • Sind Barcamps in Österreich anders?

    Torsten schreibt in seinem Artikel Quo vadis, Barcamp, dass bei Barcamps in Deutschland „die Luft draußen“ sei. Viele OrganisatorInnen verlangen anscheinend immer höhere Eintrittsgebühren. Andere wählen aus den Anmeldelisten die TeilnehmerInnen aus um den richtigen „TeilnehmerInnen-Mix“ zu erreichen.

    Ich gebe Torsten recht. Auch für mich ist das nicht mehr der Barcamp-Gedanke.

    Nun, das ist Deutschland (ganz Deutschland?). Wie schaut es in Österreich aus. Laut barcamp.at gab es 30 (zumindest angekündigte) Barcamps in Österreich. Durch etliche habe ich mich geklickt, kein einziges von diesen verlangte eine Teilnahmegebühr. Dass man seine An- und Abreise selbst zahlen muss ist klar, ebenso etwaige Nächtigungen. Manche haben weniger Sponsoren und so zahlen sich die TeilnehmerInnen auch die Verköstigung. Das halte ich ebenso für vertretbar.

    „First come, first serve“ ist das Motto eigentlich jeden Barcamps gewesen. Allein das „Wiener Linien CreateCamp“ verlangte eine Anmeldung mit Nennung des Themas an dem man arbeiten möchte – und danach wurden die TeilnehmerInnen erst eingeladen. Immerhin waren die Anmeldelisten transparent im Web zu finden. Ein CreateCamp ist dabei auch ein wenig anders als ein klassisches Barcamp.

    Ich hoffe, dass diese Grundregeln auch 2014 für Barcamps gelten werden (und freue mich nebenbei schon auf meine Teilnahme beim „Barcamp Graz 2014„). Vielleicht liegt dieser Unterschied zu Deutschland auch an der Größe der Barcamps. 300, 400 TeilnehmerInnen hat man in Österreich – im Vergleich zu unseren deutschen Nachbarn – nie bei einem einzelnen Barcamp gezählt. Das bedeutet auch weniger Organisationsaufwand, weniger notwendige Sponsoren, …

    Oder ist Torstens „Analyse“ nur subjektiv und es gibt viele anderweitige Gegenbeispiele?

  • Blue Beanie Barcamp 2014 – erste Ideensplitter

    Der „Blue Beanie Day“ ist vorbei. Danke an alle fürs mitmachen und mitreden.

    Manch eineR bemäkelte, dass der Schwung ein wenig nachgelassen hat. Von @yatil kam dann die Idee eines #bbbc14 – ein BlueBeanieBarCamp2014. Dabei soll es natürlich – im Format eines Barcamps – um Webstandards und barrierefreies Web gehen … und online soll es werden.

    Wir diskutieren auf Facebook schon, wie das gehen könnte. Ist Hangout eine Möglichkeit? Ist das überhaupt barrierefrei? Wie kann man gebärdende Menschen einbinden (oder reicht ein zusätzlicher Textchat?)? Sind MOOCs ein gutes Beispiel dafür? Kann uns ununi.tv. dabei helfen bzw. die Plattform sein?

    Daher suche ich jetzt gleich einmal Menschen mit Erfahrungen mit Barcamps, die nur online stattfanden. Danke an alle, die schon erste Gedanken und Hinweise äußerten. Weitere sind mehr als willkommen.

    PS: Fein, dass nicht alle in Trübsal und sudern ausbrachen, sondern das der Mangel an Teilnahme (im Vergleich zum Vorjahr) zu einem mehr an Ideen für eine Neubelebung führte.

  • Mein erstes Barcamp

    Lanyard "Barcamp Klagenfurt, Robert Lender, robertlender.info/blog

    Cortex Digital ruft zu einer Blogparade Dein erstes Barcamp auf.

    Monika Meurer schreibt über ihr erstes Barcamp, nämlich das Barcamp Kärnten im Februar 2007. Dies war auch mein erstes.

    Der Weg dorthin war voller Zweifel, das Ergebnis mehr als positiv.Lange haderte ich mit mir. Ich war nur ein „einfacher“ Blogger, hatte keinerlei Fachkenntnisse mit Web 2.0, Programmierung, etc. Und dann soll man auch gleich etwas präsentieren. Die berühmte Hemmschwelle lag schon sehr hoch bei mir.

    Aber dann nahm ich mir einen Ruck und dachte mir, dass jedeR von jedem/jeder lernen kann und trug mich am Barcamp Wiki ein, fuhr nach Klagenfurt und war zumindest offen, was da kommen mag.

    An die Planung mit dem „Papierwiki“ kann ich mich fragmentarisch erinnern. Es war schon beeindruckend, was da an Themen kam, wie diskutiert wurde, was wann in welcher Session behandelt wird. Das allein war schon eine neue Erfahrung. Ansonsten wählte ich Veranstaltungen anhand des Programms und der Referent/innen, hier entstand das erst vor Ort.

    Die erste Session zur Wisdom of the Crowd ist mir nicht mehr sehr stark in Erinnerung.

    Den „Geist des Barcamps“ spürte ich dann in der Session von Franz Supersberger. Da saß einer vorne und präsentierte mittels Word und scrollen der Seiten. Er plauderte über sein Literaturblog, über seine Erfahrungen. Und da saßen Techno-Freaks, Geeks, Nerds (ich übertreibe jetzt mal) im Publikum, hörten interessiert zu und diskutierten über Länge von Blogartikeln, wie man mit Kommentaren umgeht,… Nie hätte jemand Franz zu einer klassischen Veranstaltung zum Thema Internet/Web als Vortragenden eingeladen …

    Da spürte ich es (ernsthaft): DAS ist Barcamp. Du musst nicht DER oder DIE Wissende sein, du bringst einfach das ein, was du weißt, was du tust, was du bist. Niemand ist ExpertIn überall, jedeR kann etwas dazu lernen. Wichtig ist der Austausch.

    Ohne Übertreibung. Nach dieser Session war ich Barcamp-Fan.

    Monika Meurers Session habe ich noch ein wenig im Kopf, ihr Mann Achim blieb mir mit „Ganz nah ran“ in seiner Session Fotografieren fürs Web für immer im Gedächtnis. Danach kam ich auch mit Photowalks in Kontakt und photowalke seither mit Begeisterung.

    Obwohl ich nicht darüber bloggte war die Session über Barrierefreies Web mein erster Kontakt mit Beate Firlinger und der Beginn von etlichen gemeinsamen Projekten bis hin zum logbuch accessibility.

    Damals hatte ich mir Notebook und WLAN-USB-Stick ausgeborgt um überhaupt ein wenig live zu berichten. Kurz nach dem Barcamp kaufte ich mir mein erstes Macbook.

    Nach diesem eindrucksvollen Samstag (mit noch weiteren interesssanten Sessions) entschloss ich mich sonntags selbst eine Session anzubieten. „Serendipity aus Sicht eines Nutzers“ war für mich sehr kribbelig. Da stand ich nun vor einigen Webentwicklern und präsentierte – mit wenig technischer Kenntnis – eine Blogengine. Was ich nicht wußte ergänzten andere oder wir schauten ins Web, ansonsten wurde diskutiert und ausgetauscht. Es war nach meinem Empfinden eine gute Session, die mich darin bestärkte, was Barcamp ausmacht.

    Fazit

    Mit etlichen der Menschen die ich damals kennenlernte bin ich noch immer in Kontakt. Barcamps selbst haben mich nicht mehr losgelassen. Neben weiteren Besuchen in Klagenfurt war ich auch in Wien, Linz, Graz, Vöcklabruck,… auf Barcamps bzw. wurde ich auch Mitorganisator.

    Barcamps sind noch immer lebendig, sie wandeln sich und eine Aussage hat noch immer ihre Berechtigung:

    Barcamp ist das, was du daraus machst!

    Eben. Also scheut euch nicht , einfach mal zu einem Barcamp zu gehen. Es ist nicht so schwer als man denkt, nicht mal DAS mit dem präsentieren 🙂

    … und wer es lieber optisch mag, findet noch mein Flickr Album zum Barcamp Klagenfurt 2007.