Das eBildungslabor – Unterstützung für zeitgemäße Bildung gibt 7 Tipps für produktives Lernen bei Online-Barcamps. Punkt 3 „Non-verbale Kommunikation ausbauen“ ist mir selbst schon in Online-Konferenzen aufgefallen. Das zustimmende Nicken, das aufmunternde Lächeln sind gerade bei mehreren Teilnehmenden kaum mehr wahrnehmbar. Offline vollkommen ungewohnt könnte und sollte man online zu „drastischeren“ Mitteln greifen. Arme hoch, breit Winken, etwas auffälliges hochhalten. Gewöhnungsbedürftig, aber eine Form der Teilnahme, des Feedbacks und des emotionalen Support-Gebens.
Spannend, was da tagtäglich bei mir auf unterschiedlichen Wegen reinschwappt. Langsam verliere ich bei schon acht Beiträgen die Übersicht. Ich glaube, es wird wieder Zeit für ein erstes Resümee und eine Zusammenfassung. Aber bis dahin: Wer immer etwas findet, bitte schickt es mir. Damit ich noch viele neue Ausgaben dieser kleinen Serie zusammenbringe.
Es ist wieder einmal Zeit für ein kleines Update zu den Aktivitäten rund um Online Barcamps.
Großveranstaltung angesagt (digitales WelcomeCamp 2020) titeln die Veranstalter eines langjährigen Barcamps, das sich den Themen Flucht, Solidarität, etc. widmet. Man hat noch wenig Erfahrung mit Online Barcamps und macht sich daher viele Gedanken um die Organisation. Voraussichtlich wird es eine Kombination von Diskussionsmöglichkeiten auf Zoom und Twitch, um größere Diskussionen, aber auch vertraulichere Gespräche (Safe Spaces) in kleinen Gruppen zu ermöglichen.
Das Virtuelle Barcamp #LeadershipCircles: agile Führung und Zusammenarbeit arbeitet mit Conceptboard – Visual Collaboration Workspace for Teams. Eine Woche vor dem Barcamp gibt es dazu eine eigene Einführungssession. Das ist für mich eine gute Idee. Nicht jedeR ist mit der jeweiligen Technik vertraut. So kann ich mich noch vorbereiten, Fragen stellen und kann mich dann am Tag des Barcamps mehr auf den Inhalt konzentrieren.
Wie immer zum Schluss der Aufruf. Wenn ihr von einem Online Barcamp lest, wenn ihr einen Artikel über das Thema lest: Bitte informiert mich. Dann kommt es in die nächste Ausgabe dieser kleinen Reihe.
Zwar nicht ganz barcampkonform wird schon jetzt die Sessionplanung durchgeführt. Aber ich finde das ok. Das ist wohl am selben Tag nicht so einfach zu gestalten. Und man plant eine spezielle Vorstellungsrunde. Nun, ich bin gespannt.
Interessant ist auch die verteilte Technik. JedeR Sessiongebende darf das eigene System verwenden, um die Menschen zusammenzubringen. Wer sich schwer tut, dem stehen Technikengel zur Seite. Im obigen Beitrag wird die Funktion der Technikengel genauer beschrieben sowie der weitere Ablauf von Sessionplanung, zu Session-Gestaltung bis hin zur Session-Dokumentation.
Wenn ich all die Beiträge lese, dann höre ich insbesondere folgendes heraus.
Ja, online Barcamps funktionieren. Sie sind für viele von uns neu, aber was soll´s. Barcamps waren schon immer eine Form zum experimentieren, zum darauf einlassen. Und mit Online kommen wir vielleicht ein wenig zu manchen Ursprüngen zurück. Nichts muss perfekt sein, nicht mal der Hintergrund des Zimmers in dem ich sitze und mitwirke.
Online Barcamps brauchen mehr Betreuung. Diskussionen müssen moderiert werden weil unsere klassischen Umgangsformen und Sensorien nicht so ganz funktionieren. Aber wer weiß, ob wir in ein, zwei Jahren sagen: Damals, aber heute wissen wir, wie es geht.
Online Barcamps haben Hürden, im technischen Sinne. Man braucht Equipment. Aber die sind nicht so hoch. Jedes halbwegs fähige Smartphone mit ein wenig Datenrate kriegt das hin. Und man muss sich trauen, sich einlassen auf diese für viele neue Form der Kommunikation.
Online Barcamps senken andererseits die Zugangsschwellen. Ich brauche kein Zugticket, kein Hotelzimmer, ich muss nicht mal meine Wohnung verlassen. Ich kann mich einklinken oder ausklinken wann ich will (wobei ein wenig Zeitdisziplin schon fair wäre) – und damit einfach auch mal Barcamp ausprobieren, ob das etwas für mich wäre.
Gerade die Senkung des Perfektionsanspruchs freut mich. Mit dem (offline) Mini-Barcamp 11.04.2019 konnten wir zeigen, dass Barcamps nicht sehr aufwendig sein müssen. Also warum nicht einfach das eigene Smartphone, Tablet, … schnappen und mit ein paar Bekannten ein Mini-Barcamp starten. Und wenn, dann schreibt mir bitte doch wie es war.
Das Kompetenznetzwerk Gesundheit veranstaltet das Barcamp GesundheitsKUNST nunmehr auch online. Wer es noch nicht erkennt. Sie verweisen dabei auch auf das Video Was ist ein Barcamp? – Einfach erklärt. – YouTube Das Video fokussiert dabei nicht so sehr auf den formalen Ablauf sondern die Unterschiedlichkeit der Beiträge.
Das HSMA Online Barcamp powered by HTF | hotelier.de versammelte rund 50 Hoteliers. Das Camp fand am 2. April statt. Und morgen ist schon das 2. Online Barcamp geplant. Es dürfte also gut funktionieren. Und Hoteliers haben sicherlich derzeit einiges zum austauschen und können ein Barcamp zum Ideen finden nutzen.
Das Healthcare-Marketing BLOG erzählt in Wie man ein Barcamp virtualisiert – 7 Erfolgsfaktoren wie sie selbst ihr erstes Barcamp online gestaltet haben. Einfach gestalten und durchaus kommunizieren, dass man selbst experimentiert sind zwei von mehreren „Learnings“ (wie das schön heißt).
Und wie immer am Schluss: Habt ihr weitere Hinweise, Tipps zu Online Barcamps. Nur her damit. Diese Reihe darf ruhig länger werden…
Mein erstes digitales Barcamp – der Wortladen berichtet und das noch sehr persönlich. Finde ich gut, da man so mehr Einblick in die Höhen und Tiefen eines Online Camps bekommt. Nicht alles klappt. Aber ein digitales Barcamp holt einige Menschen ab, die sich nicht für „Menschenmengen“ erwärmen können oder denen die Anreise nicht möglich wäre.
Nochmals die Bitte. Wenn ihr ein Barcamp in Österreich durchführt, dann tragt euch doch bitte auf BarCamp Austria – barcamp.at ein. Die offene Seite versucht bis heute alle österreichischen Barcamps zu dokumentieren. Wann ein digitales Barcamp eines „in“ Österreich ist, dass überlasse ich euch. Denke, zumindest ein Teil der Veranstalterinnen sollte in Österreich seinen Wohn- oder Arbeitssitz haben.
Ja, Barcamps unterstützt Barcamps, nehmt teil, teilt etwas von eurem Wissen und euch euren Fragen.
Sascha schreibt:
Barcamps fühlen sich wie die IRC-Chats und Forenszenen der 90er an. Diese herrlich chaotischen und kreativen Fundamente des Netzes….
Ich stimme ihm zu. Die 90er waren so Aufbruchstimmung und „im Netz ist vieles möglich“. Und das sind auch die schönsten Momente bei Barcamps.
Ob sie chaotisch sind? Nun, sie sind strukturiert (Sessions) und meistens das rundherum gut geplant. Aber in der Struktur ist (gutes) Chaos möglich. Allein das Chaos, dass bei der Sessionplanung eine Vielzahl von ganz, ganz unterschiedlichen Themen auftauchen. Das Chaos im Kopf bei der Wahl der richtigen Session. Und das kreative Chaos in mancher Session, die ganz anderes endet als sie begann. Und wenn es gut lief, kommt man motiviert oder mit der einen Idee oder mit der anderen Erkenntnis heraus.
Und wenn ihr gerne an einem Barcamp teilnehmen möchtet, dann gibt es in Österreich derzeit 8mal die Möglichkeit, alle auf barcamp.at gelistet.
Im Rahmen des Tweetup gab es auch ein Barcamp. Wir hatten nicht viel Zeit bzw. sollte es auch Zeit zum plaudern in kleiner und großer Runde geben. Nachdem ein Barcamp eine gute alte Tradition hat beschlossen wir ein Mini-Barcamp daraus zu machen.
Mini-Barcamp?
Nun es galten weiterhin die Barcamp-Regeln:
Sprich über das BarCamp
Blogge über das Barcamp
Wenn du präsentieren möchtest, schreib dein Thema und deinen Namen in einen Präsentationsslot
Nur 3 Wörter um dich vorzustellen
So viele Präsentationen zur gleichen Zeit wie es die Räumlichkeiten ermöglichen
Keine vorab vereinbarten Präsentationen, keine Touristen
Präsentationen dauern so lange wie sie müssen oder bis der nächste Präsentationsslot beginnt
Falls dies dein erstes BarCamp ist musst du präsentieren. (Ok, du musst nicht wirklich, aber finde vielleicht jemanden mit dem du gemeinsam präsentieren kannst oder stelle zumindest Fragen und sei einE aktiveR TeilnehmendeR
Die Rahmenbedingungen definierten wir dann so:
Jede Präsentation dauert nur drei Minuten
Nach drei Präsentationen gibt es sechs Minuten Zeit für Fragen oder Diskussion
Danach geht es weiter oder es gibt eine kurze Pause
Papier-Wiki
Die Vorstellungsrunde bestand wirklich nur aus Namen und drei Tags (Wörtern). Die meisten kannten sich zwar, aber es gab dann doch auch interessante Stichworte für spätere Gespräche. Dann kam das Befüllen des Papier-Wikis. JedeR nannte sein Thema, dass er bzw. sie gerne präsentieren wollte und suchte sich einen Platz auf den eingezeichneten Slots. Am Schluss sah das dann so aus:
3 Minuten? Das funktioniert?
Ja, ich war selbst überrascht. Aber in drei Minuten kann man viel erzählen bzw. zeigen. „Zeittakterin“ Jana gab je nachdem zwei Minuten aus den nachfolgenden sechs Minuten Frage-/Diskussionszeit gleich bei der Session dazu, wenn es gerade besonders interessant war.
Drei Minuten heisst, nur ein oder zwei Kernaussagen zu präsentieren. Sich auf das Wesentliche zu fokussieren. Damit kann man in ein, zwei Stunden eine Vielzahl an Ideen, Infos und Anregungen einsammeln. Für alles weitere gab es dann Platz beim plaudern, essen und trinken.
Ich will nicht behaupten, dass ab jetzt alle Barcamps so gestaltet sein sollen. Aber die Begeisterung etlicher Teilnehmenden zeigt vielleicht einen Haken von manchen Barcamps heutzutage (oder von den klassischen Tagungen, die wir alles so erleben): zu viel Präsentation und zu wenig Diskussion.
Die klassischen 45 Minuten werden von manchen mit zig Powerpoint-Folien zum Tod aus Langeweile gequetscht.
Es müssen nicht die 3-Minuten-Sessions sein, aber sie sind die Anregung sich aufs Wesentliche, den Kern einer Idee, einer Anregung, einer Frage, einer Info zu konzentrieren. Und wenn dieser Kern interessant und spannend genug ist, dann wird es Diskussion und Fragen geben und die 45 Minuten wie im Nu verfliegen.
Und wenn nicht, dann gilt Regel 7: „Präsentationen dauern so lange wie sie müssen…“.
Die Sessions
Es gab insgesamt 15 Präsentationen. Ein paar kurz ausgeführt:
Ein wunderbarer selbst gemachter Film über die Frage „War früher alles besser?“, dem wir alle verziehen, dass er mit 40 Sekunden länger war als die vorgegebene Session Zeit
Und eine Schlusssession, die Andi „nur“ dafür nutzte einfach mal Danke zu sagen für das viele, was manche von uns in den letzten Jahren angeregt und bewegt haben. Ein wirklich schöner Abschluss des Mini-Barcamps
Fazit
Ich habe eigentlich schon alles geschrieben. Aber vielleicht noch ein Punkt.
Beim Barcamp heisst es:
Barcamp ist das, was du draus machst.
Und wenn alle barcampen wollen, dann wird etwas draus.