Schlagwort: OpenBlogging

OpenBlogging beinhaltet meine Grundsätze des Bloggens. Dazu gibt es auch ein Open Blogging Manifest

  • Das Open Blogging Manifest – Ein Ansatz für mich? – ein erster Rückblick (BlogWochen 2025)

    Nachfolgend habe ich die Beiträge zum Thema „Das Open Blogging Manifest – Ein Ansatz für mich?“ der BlogWochen 2025 gesammelt. Das Open Blogging Manifest wurde vor etlicher Zeit von mir entworfen. Daher ist es für mich doppelt schwierig – wie sonst immer – ein einzelnes Textstück pro Beitrag herauszuholen. Aber ich probiere es mal. Manchmal bringe ich dann doch lieber einen Kommentar an.

    Benedikt.io: Das Open Blogging Manifest – Ein Ansatz für mich?

    Wobei ich mir hier echt wünschen würde, dass Unternehmen und Studios z.B. Produktfotos einfacher zur Verfügung stellen würden. 

    Jansens Pott: Open Blogging Manifest – brauche ich das?

    Die offene Lizenz in einem Manifest „vorzugeben“ halte ich für schwierig. Gerade Bloggende aus semiprofessionellen Bereichen werden damit ein Problem haben.

    51 Nord: Das Open Blogging Manifest

    Auch ohne das Open Blogging Manifest vorher zu kennen, habe ich mich in großen Teilen danach gerichtet und werde es auch weiterhin machen. 

    Das BlaBlog Blogwochen – Das Open Blogging Manifest – Ein Ansatz für mich?

    Bla vermerkte, dass er nicht Meinung und Information trennen möchte. Aber wir haben uns hier wohl mißverstanden, was ich im Kommentar des Beitrags klären konnte.

    Onli Blogging: Passt hier das Open Blogging Manifest?

    Die LeserInnen meines Blogs sind Mitmachende. Da würde ich nicht ganz mitgehen. Der Blog ist zu sehr nur meiner. Ich reagiere auf fast alle Kommentare und versuche mit Kritik ordentlich umzugehen, Fehler transparent zu kennzeichnen. Aber darüber hinausgehendes wie Umfragen oder andere Aktionen für Leser habe ich nicht drauf.

    Das Manifest ist eine Grundlage für die eigene Reflexion. Wie weit man Leser:innen im eigenen Blog mitwirken lassen möchte, wird von vielen Faktoren abhängen.

    Nur ein Blog: Das Open Blogging Manifest – Ein Ansatz für mich?

    Ich habe einen Realitätscheck probiert, inwieweit ich nach all den Jahren noch meinem eigenen Manifest folge. Ich hätte es recht positiv gesehen. Aber sich selbst immer wieder hinterfragen und weiter entwickeln ist immer angebracht.

    Nur ein Blog: Open Blogging Manifest – Weitere Gedanken

    Hier bin ich ein paar Tage später auf die Fragen in den obigen Artikeln rund um Offene Lizenzen sowie der Trennung von Information und Meinung eingegangen.

    Dirks Logbuch: Das Open Blogging Manifest – Ein Ansatz für mich?

    Mir gefällt die Idee ziemlich gut und ich gehe da gerne mit. Allerdings – wie immer – halte ich mich nicht immer an alle Punkte, aber, ich bin stets bemüht.

    Damit endeten die BlogWochen 2025. Es kommt von mir aber noch ein Rückblick zu den Rückblicken.

    Fediverse reactions
  • Open Blogging Manifest – weitere Gedanken

    Gestern schrieb ich meine Gedanken (im Rahmen der BlogWochen 2025) zum Open Blogging Manifest.

    Nachdem einige Blogger:innen erst später ihre Artikel veröffentlichen warte ich noch auf einen Rückblick.

    Zwei diskutierte Punkte

    Was ich aber aus den ersten Artikeln mitnehme sind insbesondere zwei Punkte des Manifest, die widersprüchlich reflektiert werden:

    Die Inhalte meines Blogs unterliegen einer offenen Lizenz

    Das ist ein Punkt, der für mich vollkommen passt. Für andere ist das radikal. Wenn sie hauptsächlich Privates bloggen, sehen sie auch keine Notwendigkeit. Wer soll diese Texte weiterverwenden? Außerdem: Will ich, dass meine – vielleicht doch sehr – privaten Texte von anderen vereinnahmt werden?

    Ich trenne Information und Meinung

    Hier habe ich im BlaBlog einen Kommentar hinterlassen (ich habe ihn hier nur ein klein wenig ergänzt):

    Zu „Ich trenne Information und Meinung“. Vielleicht haben wir uns da mißverstanden. Ich meinte nicht, dass du nicht deine Meinung niederschreiben sollst, nicht ganz subjektiv über Dinge, Geschehnisse etc. berichten kannst.

    Es sollte nur klar sein, dass es eben deine Meinung und subjektiv ist und sich deine Meinung nicht in einem Textteil wiederfinden sollte, der so tut als wäre er eine „objektive“ Information.

    Gerade in Zeiten von Fake News, Desinformation etc. halte ich das (für mich) für besonders wichtig. Gerade in Zeiten, in denen Informationen so verbogen werden, dass sie in das eigene Weltbild passen, möchte ich da noch ein wenig sensibler sein.

    Damit will ich sagen: Mir ist wichtig, zwischen objektiver Information und subjektiver Meinung klar (auch mitten in einem Text) zu unterscheiden. Ich will weiterhin meine persönlichen Ansichten äußern, aber sie sollen als solche erkennbar bleiben – besonders in Zeiten, in denen Fakten oft verzerrt oder ideologisch gefärbt dargestellt werden.

    Braucht es überhaupt ein Manifest?

    Das war auch eine Frage, die sich manche stellten.

    Für manche mag ein Manifest sogar eine große Hürde sein. Jede:r soll bloggen dürfen. Ich möchte mit einem Manifest nicht noch weitere Hürden aufstellen. Für diejenigen gelten dann wohl eher die Blog Club Regeln.

    Das Manifest richtet sich an diejenigen, die sich mit Bloggen als Teil netzpolitischer Aktivitäten auseinandersetzen oder es als Teil ihres Kommunikations- oder Informationsaufbereitungs-Konzepts betrachten.

    Diese Menschen müssen dann aber nicht gleich das Manifest unterstützen oder selbst eines verfassen.

    Mir war es halt immer wichtig, dass ich die Art meines Bloggens für mich selbst reflektiere, niederschreibe. Damit kann ich mich immer wieder selbst an meinem Text, an meinem Manifest messen. Wie eben im gestrigen Artikel.

    Manifest 2.0

    Ein wenig habe ich auch mit Dirk und anschließend mit mir selbst diskutiert. Ich habe mich gefragt, ob es vielleicht eine Version 2.0 des Manifests brauchen würde.

    Ich habe das Manifest damals geschrieben, um mich von den zunehmenden kommerziellen Tendenzen unter Blogger:innen abzugrenzen. Daher war die Frage der offenen Lizenz auch Punkt eins im Manifest.

    Heutzutage würde ich das „Open” viel mehr im Gegensatz zu den klassischen Social-Media-Plattformen sehen, aber auch als Gegenbewegung zu Desinformation und Fake News. Es wäre auch ein „Open” in Richtung Fediverse.

    Vielleicht nenne ich es dann auch nicht mehr Manifest, sondern „Meine Haltung …”. Dann ist klar, dass es meine Haltung ist. Ob du sie übernehmen willst, ist dann ganz deine Sache.

    Fazit #2

    Trotz all der Gedanken in diesem Text ist das „Open Blogging Manifest” für mich noch immer eine gute Richtschnur für mein Bloggen. Es ist – und war es für mich auch nie – kein starrer Rahmen, sondern eher eine Anregung zum Nachdenken, die man immer wieder mit der Realität abgleichen und anpassen muss.

    Fediverse reactions
  • Das Open Blogging Manifest – Ein Ansatz für mich?

    Das heutige Thema der BlogWochen habe nicht ich ausgewählt. Insbesondere Dirk wollte es gerne in der Liste sehen.

    Denn das Open Blogging Manifest stammt von mir. In dem verlinkten Artikel findet ihr mehr Hintergründe, wie ich dazu kam und was ich zu den einzelnen Punkte denke.

    Das Manifest selbst lautet:

    1. Die Inhalte meines Blogs unterliegen einer offenen Lizenz
    2. Ich verlinke auf meine Quellen
    3. Kommentare in meinem Blog sind möglich und erwünscht
    4. Ich schaffe keine künstlichen Barrieren für Lesende
    5. Die LeserInnen meines Blogs sind Mitmachende
    6. Kooperationen stelle ich transparent dar
    7. Ich wahre die Rechte anderer
    8. Ich suche und pflege Kooperationen mit anderen BloggerInnen
    9. Ich stehe als BloggerIn für mein Blog
    10. Ich trenne Information und Meinung

    Es ist meine persönliche Einstellung zum bloggen an sich.

    Das Manifest ist mein Ansatz. Ich lade euch gerne ein, eure Art des Bloggens mit diesen Punkten zu reflektieren. Wie ihr es für euch anpasst, das ist ganz eure Entscheidung.

    Ein Realitätcheck

    Den ersten Entwurf schrieb ich vor rund zehn Jahren. Lasst mich daher kurz nachsehen, wie meine Art des Bloggens im Jahr 2025 dem Manifest weiterhin entspricht – oder auch nicht?

    Offene Lizenz

    Die Inhalte meines Blogs unterliegen einer Creative Commons Lizenz (CC BY-SA 4.0). Ich hatte einige Zeit noch die Einschränkung, dass kommerzielle Verwertung nicht erlaubt sei. Das schloss eigentlich jede:n Blogger:in aus, die einen Affiliate-Link im Blog eingebaut hatte. Mit der Ergänzung, die Inhalte unter gleichen Bedingungen weitergeben zu müssen, ist ohnehin fast jeder kommerziellere Anbieter abgeschreckt. Seit 2020 habe ich daher meine Creative Commons Lizenz entsprechend geändert.

    Quellen

    Auf meine Quellen zu verlinken nehme ich bis heute ernst. Ich muss mich nicht mit fremden Federn schmücken. Und manchmal lernt man durch das Verlinken der Quelle auch gleich die Person dahinter kennen – was nicht selten zu spannenden neuen Verbindungen führt.

    Kommentare

    Über Kommentare freue ich mich weiterhin. Mein Kommentarformular macht das Kommentieren nicht durch Captchas schwer. Im Rahmen der BlogWochen 2025 habe ich das Thema nochmals intensiver behandelt: Kommentare – Das Salz in der Blogsuppe. Und seit einiger Zeit kann man sogar über das Fediverse meine Artikel kommentieren – was für mich ein echtes Stück „offenes Internet“ ist.

    Barrierefreiheit

    Das mit den Barrieren ist so eine Sache, wie ich zuletzt im Rahmen der BlogWochen 2025 geschrieben habe. Ich bemühe mich immer wieder, technische oder sprachliche Hürden so klein wie möglich zu halten. Perfekt ist es nie – aber das Ziel bleibt.

    BlogDasRobert

    Ich freue mich auch heute noch über Anregungen meiner Blogleser:innen. Mit der Aktion „BlogDasRobert“ lade ich immer wieder ein, mir Themenvorschläge zu schicken. Das ist für mich eine einfache, aber schöne Form gelebter Beteiligung.

    Transparente Kooperationen

    Werbung und kommerziellen Kooperationen kommen in meinem Blog seit Jahren nicht mehr vor. Und wenn es sie gäbe, würde ich sie immer klar deklarieren. Ich möchte, dass man meinen Worten vertraut – und das geht nur mit Offenheit. Werbung im Verborgenen hat im offenen Bloggen keinen Platz.

    Aber ich kann mir das auch leisten, kein Geld einzunehmen.

    Deine Rechte

    Ich respektiere die Rechte anderer, egal ob Text, Foto oder Idee. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, und gerade wer auf Offenheit setzt, sollte auch mit Respekt veröffentlichen.

    Das ist auch der Grund warum manches in meinem Blog nicht genannt wird.

    Blogger:innen-Kooperationen

    Kooperationen mit anderen Blogger:innen sind für mich ein Herzstück der Blogkultur. Ob durch Verlinkungen, gemeinsame Themenwochen oder Gastbeiträge – Bloggen lebt vom Miteinander. Auch die BlogWochen 2025 selbst sind ja genau das: ein kollektives, offenes Projekt.

    Einstehen für mein Blog

    Ich stehe hinter dem, was ich schreibe. Mein Blog ist persönlich, und das soll es bleiben. Ich kann meine Meinung ändern, aber ich verstecke mich nicht hinter Anonymität oder automatisierten Accounts. Mein Blog ist mein digitales Zuhause – und ich bin sein Gastgeber.

    Darüberhinaus ist bloggen für mich auch eine Einstellung geworden. Darüber habe ich auch ein wenig im Rahmen der BlogWochen 2025 geschrieben:

    Ein anderer Aspekt ist für mich die Verknüpfung meines Blogs mit dem Fediverse. Damit ist bloggen und das posten im Fediverse sehr nah aneinander. Mein Blog ist somit auch Teil meines Auftritts in sozialen Netzwerken. Damit gibt es keine Trennung mehr für mich zwischen diesen Welten.

    Meinung ist keine Information

    Die Grenzen zwischen Meinung und Information verschwimmen heute leicht – vor allem in sozialen Netzwerken. Ich halte es für wichtig, sie bewusst zu trennen. In meinem Blog schreibe ich beides: Fakten, soweit ich sie kenne, und meine persönliche Sicht darauf. Aber ich versuche, das eine nicht als das andere auszugeben. Meinung ist wertvoll, solange sie kenntlich bleibt – und respektvoll formuliert wird.

    Neu: Ich lege meinen Umgang mit Künstlicher Intelligenz offen

    Künstliche Intelligenz ist längst Teil meines digitalen Alltags – auch beim Bloggen. Ich nutze sie, um Ideen zu sortieren, Formulierungen zu prüfen oder Fakten nachzuschlagen. Aber das Schreiben, die Haltung, die Auswahl der Themen – das bleibt meine Aufgabe. Offen zu bloggen heißt für mich auch, offen zu sagen, wenn KI mitgearbeitet hat. Sie ist für mich Werkzeug, nicht Stimme.

    Das hat mich auch zu meiner Kreativitätserklärung im Blog geführt.

    Fazit

    Zehn Jahre später erkenne ich mich in allen Punkten meines Manifests noch wieder. Manches habe ich nachgeschärft, anderes lebt einfach im Alltag weiter. Vielleicht ist genau das der Sinn eines Manifests: nicht ein starres Regelwerk zu schaffen, sondern eine Einladung, immer wieder neu über das eigene Tun nachzudenken.

    Wie haltet ihr es mit dem offenen Bloggen?
    Vielleicht ist heute ein guter Tag, um euer eigenes kleines Manifest zu schreiben.

    Hinweis:

    Künstliche Intelligenz hat an diesem Artikel mitgewirkt. Ich habe einige Punkte im „Gespräch“ mit einer KI reflektiert und mir bei der Rechtschreibung helfen lassen. Der Text, seine Gedanken und die Auswahl der Inhalte stammen aber von mir.

    Fediverse reactions
  • Threads, Twitter und Open Blogging

    Jetzt hat also Meta (die Firma hinter Facebook, Instagram und Co) seine Idee wahrgemacht und einen „Twitter-Klon“ in den USA veröffentlicht. Angeblich sind schon zwanzig, dreißig oder hundert Millionen Menschen mit an Bord. Nun, mit Threads – so heißt die App – macht es Meta einem auch einfach. Wer einen Instagram Account hat, der kann sich mit den Login-Daten auch in Threads einloggen.

    Threads kann anscheinend noch nicht viel, bietet aber immerhin 500 Zeichen Text und die Möglichkeit Bilder und Videos einzubinden. Damit ist es in Zeiten eines immer seltsamer werdenden Twitter wohl eine attraktive Alternative für einige. Man kommt schnell rein, viele (angebliche) „Berühmtheiten“ sind auch an Bord, und schon kann man da fortsetzen, wo man in Twitter aufgehört hat.

    Ich selbst werde mir genau überlegen, ob ich Threads überhaupt ausprobieren soll – sofern es später offiziell in den EU-Raum kommt.

    Denn Threads ist wie Twitter ein geschlossenes Haus – oder auch „Walled Garden“ genannt, trotz der Schnittstelle in das Fediverse. Dazu aber etwas später mehr.

    Twitter sperrt sich ein

    Twitter war einmal ein relativ offenes System. Man konnte per API (Schnittstelle) alles mögliche an Apps dranhängen und damit Tweets auslesen und posten. Spätestens mit der Übernahme durch Elon Musk ist das immer schwieriger geworden. Und in den letzten Wochen hat dann Twitter auch die Möglichkeit abgedreht, einzelne Tweets über das Web zu lesen – sofern man nicht einen Account besitzt und angemeldet ist.

    Damit sind all meine Tweets für Außenstehende nicht mehr lesbar. Jeder Link, den ich jemals von meinem Blog oder sonst wo zu einem Tweet gesetzt habe, geht auf eine Anmeldeoberfläche. Würde ich jetzt noch twittern, könnte niemand Außenstehende:r meine Tweets lesen.

    Lest ruhig mit

    Logo "open blogging"

    Das entspricht nicht meinem Verständnisses eines offenen Webs, wie ich es auch in meinem Open Blogging Manifest festgehalten habe.

    „Nur ein Blog“ kann jede:r lesen – ob mittels Web Browser oder über RSS Feed.

    Mein Microblog (microblog.at) ist ebenfalls öffentlich. Wer mag, kann meine Einträge in das Fediverse jederzeit auch über Web Browser unter @roblen@microblog.at nachlesen.

    Man muss also weder mein Blog abonnieren noch einen Account auf einer Mastodon Instanz besitzen, um zu lesen, was ich so von mir gebe.

    Threads

    Jetzt kommt Threads. Auf der einen Seite gibt es sich offen, denn Meta will in Zukunft auch die AcitvityPub Schnittstelle unterstützen, mittels derer das Fediverse (so auch Mastodon, Peertube, Pixelfed und andere) miteinander kommuniziert. Damit besteht die Möglichkeit, dass Thread Nutzer:innen meinen Beiträgen auf microblog.at folgen könnten oder ich denen von Thread Nutzer:innen.

    Das klingt zwar schon mal besser. Aber die Macht über diese Offenheit hat noch immer Meta. Auch Twitter war einmal offener. Gefällt Mark Zuckerberg diese Offenheit nicht mehr, dann schließt er diese Verbindung in das Fediverse. Und wie sieht es mit der Offenheit der Nachrichten in Threads selbst aus? Mein Aufruf von threads.net führt nur zu einer statischen Seite.

    Im EU-Raum ist Threads noch gar nicht erhältlich, weil Meta Schwierigkeiten hat den Datenschutzbestimmungen hierorts nachzukommen. Und damit sind wir bei einem weiteren Problem all der Netzwerke, die sich gratis und kostenlos nennen und eigentlich auf unsere Kosten Geld verdienen, in dem sie unsere Nutzer:innen-Daten verwerten und unsere Timelines mit Werbung vollspülen.

    Verliert das Fediverse?

    Und schon sind wir wieder in der Diskussion, ob durch Threads eventuell das Fediverse verlieren wird? Ob durch Threads weniger Nutzer:innen von Twitter zu Mastodon abwandern?

    Die Frage ist, ob diese Diskussion in die richtige Richtung führt.

    Eric Eggert hat für mich eine gute Antwort darauf gegeben:

    Like blogs, the Fediverse does not need to win. This is not about having the most users. Or making the most money. This is about interested people finding and connecting. It doesn’t really matter how large it is. It never mattered how many blogs there have been. But each blog is valid, even if it is only read by a handful people. And so is the Fediverse. People publishing, connecting.

    Eric Eggert

    Ich habe in dem Sinne darauf geantwortet: Ja, solange Menschen Freude an der (Weiter-)Entwicklung von Free Open Source Software (FOSS) für das Fediverse haben und solange wir dort Menschen finden, mit denen wir gerne kommunizieren, solange ist das Fediverse lebendig. Dabei spielt es keine Rolle, ob hundert, eine Million oder hunderte von Millionen Menschen aktiv sind.

    Wenn es mir „nur“ darum geht, bestimmten Personen zu folgen, die Nachrichten von Künstler:innen und „Prominenten“ zu lesen, dann muss ich mir das Medium wählen, wo diese Personen sind. Wenn es mir um Austausch, Diskussion, Ideen und gemeinsames nachdenken geht, dann sind meine Möglichkeiten viel größer.

    Ein weiterer Lesetipp: Threads ist die Hoffnung der Stunde – und der falsche Weg (auf netzpolitik.org).

    Ich bleibe offen

    Threads ist keine Alternative für mich. Denn ich suche nicht mehr nach einer nur etwas besseren Alternative zu Twitter, die halt Spammer und Hassrede moderiert und ein wenig berechenbarer ist als Herr Musk .

    Mit dem Fediverse habe ich einen Ansatz gefunden, der weit über das hinaus geht. Ich kann frei meine Instanz(en) wählen. Ich kann über Anwendungen hinweg in Verbindung bleiben. Ich kann – sofern ich das technische Verständnis habe – meinen Account selbst hosten. Meine Daten gehören dann mir, sofern ich sie nicht selbst preisgebe.

    Viel mehr dazu habe ich schon in Was für das Fediverse spricht (abseits von Elon Musk) geschrieben.

    Zu Threads möchte ich aber vorerst insoweit auch offen bleiben, dass deren Nutzer:innen über ActivityPub auch meinem Microblog folgen können. Warum sollte ich sie aussperren, wenn ich dies auch für den Rest des Webs nicht tue. Das mache ich solange, solange ich nichts problematisches über den Zugang vernehme. Wobei manche schon jetzt unken, dass Zuckerberg Thread nur in Richtung Fediverse öffnet, um Daten abzusagen. Nun, schauen wir einmal. Die Verbindung kann ich noch immer kappen, falls sich da konkrete Vorwürfe bzw. Probleme auftun.

    Ich für meinen Teil versuche das Beste, um dem Open Blogging Gedanken treu zu bleiben.

  • Open Blogging Manifest


    Logo "open blogging"

    Dies ist die Fortsetzung einer ersten Definition aus 2014.

    Open Blogging ist primär kein Regelwerk sondern eine Grundeinstellung.

    Open BloggerInnen wollen den freien Austausch von Gedanken und Ideen fördern. Sie beteiligen sich aktiv an der Weiterentwicklung dieser Idee.

    Das Open Blogging Manifest

    Open Blogging folgt zehn Leitlinien:

    1. Die Inhalte meines Blogs unterliegen einer offenen Lizenz
    2. Ich verlinke auf meine Quellen
    3. Kommentare in meinem Blog sind möglich und erwünscht
    4. Ich schaffe keine künstlichen Barrieren für Lesende
    5. Die LeserInnen meines Blogs sind Mitmachende
    6. Kooperationen stelle ich transparent dar
    7. Ich wahre die Rechte anderer
    8. Ich suche und pflege Kooperationen mit anderen BloggerInnen
    9. Ich stehe als BloggerIn für mein Blog
    10. Ich trenne Information und Meinung

    Nachfolgend ein paar Gedanken zu den einzelnen Leitlinien.

    Die Inhalte meines Blogs unterliegen einer offenen Lizenz

    Möge es Creative Commons oder eine andere Lizenz sein. Mein Texte sind für andere verfügbar, sie dürfen sie weiter verwenden, nutzen. Es mag Einschränkungen geben – für Texte und Bilder Dritter, die ich verwende. Eventuell gebe ich meine Inhalte nur für nicht-kommerzielle Nutzung frei.

    Ich verlinke auf meine Quellen

    Das sollte wohl alles sagen. Wenn ich den Hinweis auf einen guten Artikel bei jemanden anderen gelesen habe, dann bekommt dieseR einen Link. Ich habe es nicht nötig so zu tun, als hätte ich alles selbst gefunden, alles selbst recherchiert.

    Kommentare in meinem Blog sind möglich und erwünscht

    Es gibt eine Kommentarmöglichkeit in meinem Blog. Ich rege immer wieder mit Fragen an, in meinem Blog zu kommentieren. Ich reagiere auf Kommentare, in dem ich antworte, Anregungen aufnehmen, Fragen beantworte.

    Ich schaffe keine künstlichen Barrieren für Lesende und Kommentierende

    Für mein Blog ist keine Anmeldung notwendig, weder als LesendeR noch als KommentierendeR.

    Die Kommentarfunktion meines Blogs hat keine Captcha-Funktion. Denn diese hält vom kommentieren ab. Sie verschiebt die Spamabwehr von mir als Blogger zum Kommentierenden. Und Captchas sind nicht barrierefrei.

    Ich strebe ein barrierefreies Blog an.

    Mögen es technische Barrieren für behinderte Menschen sein, die ich zu vermeiden suche.

    Mögen es inhaltliche Barrieren sein. Das heißt, ich versuche so gut es mir möglich ist, verständlich zu schreiben, Inhalte zu erklären.

    Wer mag, der kann die Inhalte meines Blogs auch per RSS Feed abonnieren – vollständig und nicht nur mit einem Anreissertext.

    Die LeserInnen meines Blogs sind Mitmachende

    Ich reagiere auf Kommentare. Ich nehme Anregungen und Kritik auf und versuche diese umzusetzen. Das heißt auch, ich lasse mich korrigieren und gestehe Fehler ein, wenn sie mir passieren. Ich versuche lernfähig zu bleiben.

    Ich überlege mir Aktionen für LeserInnen: Umfragen, Gastbeiträge oder auch Interviews.

    Meine LeserInnen sind somit Menschen, die mein Blog mitgestalten und mir immer wieder Input für neue Ideen geben.

    Kooperationen stelle ich transparent dar

    Sollte ich bezahlte Inhalte schreiben, dann werde ich diese kennzeichnen.

    Nicht jede Kooperation ist bezahlt. Ich schreibe über Geräte oder Dienste, weil sie mir gefallen – aber aufgrund einer Kontaktaufnahme durch die Firma. Auch das stelle ich dar.

    Ich wahre die Rechte anderer

    Ich nutze keine Texte, Bilder,… von denen ich weiß, dass ich sie nicht nutzen darf. Nutze ich Inhalte mit offeneren Lizenzen, dann wahre ich die Vorgaben, nenne Autoren oder ähnliches.

    Der Schutz der Daten meiner LeserInnen ist mir wichtig, wie auch ihre Privatsphäre. Bei Mails und anderen Kommentaren, die nur an mich gerichtet sind, wäge ich ab, ob und in welcher Form ich sie auch veröffentlichen darf und sollte.
    Die Privatsphäre von Menschen wahre ich auch in meinen Texten und von mir genutzten Fotos.

    Ich suche und pflege Kooperationen mit anderen BloggerInnen

    …insbesondere mit denjenigen, die sich der Grundidee des Open Blogging verbunden fühlen – auch wenn sie den Begriff gar nicht kennen 😉

    DIE Blogosphäre gab es wohl nie so in der Form. Aber sich mit anderen BloggerInnen zusammentun, mit ihnen gemeinsam etwas gestalten, Ideen weiter entwickeln, … all das heißt offen sein, für eine positive Weiterentwicklung des Bloggens, des Web.

    Ich stehe als BloggerIn für mein Blog

    Ich selbst, meine Engagement und meine Interessen sind in meinem Blog, in meinen Artikeln spürbar. Das heißt nicht, dass ich dauernd im Vordergrund stehen muss, dass ich nicht auch eine Privatsphäre habe.

    Es gibt auch gute Gründe anonym und mit einem Pseudonym zu bloggen. Aber auch hier kann man spüren, ob eine Person dahinter steht, sich den anderen Leitlinien verpflichtet fühlt und sich mit seinen Lesenden und Kommentierenden auseinander setzt.

    Es kann andersrum auch heißen, dass ich mein Bloggen nicht nur als Veröffentlichen von Artikeln verstehe. Ich trage meine Ideen, meine Anliegen nicht nur in mein Blog hinein. Ich vertrete diese auch anderweitig, mag es online wie offline sein.

    Ich trenne Information und Meinung

    Blogs sind persönlich, sie leben davon nicht nur Fakten abzubilden. Aber dort wo ich angebe zu informieren, sollte es sich auch um solche handeln. Das bin ich mir und meinen LeserInnen schuldig.

    Und jetzt?

    Das Open Blogging Manifest ist meine Art zu bloggen. Vielleicht ist es für dich als BloggerIn Anregung, vielleicht magst du dich dem sogar anschließen.

    Denn bloggen heißt für mich, meine Art des bloggens immer wieder zu hinterfragen, neu zu entwickeln, lernfähig zu bleiben – und auch den Spaß am bloggen nicht zu verlieren. Aber für das letztere solltest du deine eigene Leitlinie finden…