Schlagwort: BlogDasRobert

  • Wien und die Hunde

    Wenn ich schon zu der Aktion #BlogDasRobert aufrufe, dann ist es immer wieder spannend, was die Menschen von mir gebloggt bekommen möchten.

    Armin Hanisch hat mir im Fediverse eine Frage gestellt:

    Ja, ich hab was. So viele Leute, die ich kenne, schwärmen von Wien als Lieblingsstadt für einen Besuch mit Hund, von Mistkübeln an jeder Strassenecke bis zu extra Hundenzonen in Parks. Wie siehst Du als Wiener das? Und ist der Beisskorb in Bus und Bim wirklich nötig?

    Ich bin kein Hundebesitzer. Aber natürlich beobachte ich ein wenig Hundehalter:innen und ihre Begleiter im öffentlichen Raum.

    Vor zig Jahren war es ein Ärgernis, wo Hunde überall ihre Kothaufen hinterließen. Wie oft bin ich in so etwas hineingetreten. Die Wiener Stadtverwaltung versuchte einiges und scheiterte immer wieder.

    Dann kam die Kampagne „Nimm ein Sackerl für´s Gackerl“ (eingedeutscht ungefähr: „Nimmer eine Tüte für den Kothaufen“). Es gab Strafandrohungen und es wurden kostenlose kleine Plastiksackerln fürs Hundeprodukt angeboten.

    Derzeit gibt es laut der Stadt Wien 3.900 Hundekotsackerlspender – wie sie offiziell heißen. Auf der verlinkten Seite findet sich ein Wienkarte, auf der man die genauen Standort abrufen kann.

    Und es funktionierte. Die Hundebesitzer ergriffen die Sackerln, bückten sich und verstauten das Gackerl. Heute findet sich kaum mehr ein Hundekothaufen im öffentlichen Bereich.

    Und ja, Mistkübel gibt es etliche im öffentlichen Raum. Sie fordern auch ganz aktiv zum einwerfen auf. Laut der Magistratsabteilung 48 (die ist für den Müll zuständig) stehen rund 21.000 Mistkübel im öffentlichen Raum. Ganz subjektiv würde ich sagen, man muss nicht weit gehen um seinen Mist loszuwerden.

    In meinem Umkreis (ich wohne in einem äußeren Bezirk) gibt es einige Hundezonen. Das sind Bereiche, in denen man seinen Hund frei herumlaufen lassen kann. Die Stadt Wien bietet eine Überblick über alle Hundezonen und Hundeauslaufplätze. Es gibt mehr als 200 Hundezonen und Hundeauslaufplätze mit einer Gesamtfläche von über 1 Million Quadratmeter. 

    Ob das Wien zu einer Hundestadt macht, möchte ich aber nicht beurteilen. Das müssten Menschen mit Hunden sagen.

    Und zur letzten Frage von Armin. Ich erlebe immer wieder Hundehalter, die ihren Hund nicht im Griff haben, ihn nicht wirklich „erzogen“ haben. Da bin ich eigentlich froh, dass Beisskorb Pflicht ist. Manchmal habe ich auch Sorge um – insbesondere kleine – Hunde, wenn sie im dichten Gedränge der Bim oder U-Bahn stehen. Leicht kann man sie übersehen und auf sie treten. Und auch da wüsste ich nicht, ob sie nicht vor lauter Schreck irgendwo hin beißen.

    Zum Thema Beißkorb und Leine hat die Stadt Wien natürlich auch etwas zu sagen.

    Für Touristen mit Hund gibt es bei der Touristeninfo eine Übersicht.

    Falls du Wiener bist, wie siehst du das? Oder gibt es noch hundefreundlichere Städte.


    Das ist ein Artikel im Rahmen meiner Aktion Blog das Robert. Du kannst mir eine Frage stellen, die ich in meinem Blog beantworte. Das kann auch anonym geschehen. Es muss keine Frage sein, auch ein Themenvorschlag wäre interessant.

    Alle bisherigen Antworten findest du unter dem Schlagwort BlogDasRobert.

    Fediverse reactions
  • Der European Accessibility Act

    Im Rahmen von #BlogDasRobert hat mich Andre gefragt:

    Ist dein Land auf den European Accessibility Act vorbereitet?
    (Tritt Ende Juni in Kraft – https://www.derstandard.at/story/3000000251435/ab-2025-muessen-websites-in-oesterreich-barrierefrei-sein-was-zu-beachten-ist )

    Wir haben schon August, weil ich immer wieder überlegte, wie ich die Frage angehen soll. Einerseits fehlt mir der genaue Überblick über die Anfordernisse des EAA, andererseits habe ich keinen umfassenden Blick auf den Zustand des Webs in Österreich.

    Was ist der European Accessibility Act (EAA)

    Also beginnen wir mal beim EAA. Das ist eigentlich die

    RICHTLINIE (EU) 2019/882 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 17. April 2019 über die Barrierefreiheitsanforderungen für Produkte und Dienstleistungen

    Der wichtige Teil trat erst am 28. Juni 2025 in Kraft. Nun, die Wirtschaft braucht Vorlaufzeiten – die Frage ist, ob sie diese genutzt hat.

    Die Richtlinie verpflichtet dazu, dass bestimmte Produkte und Dienstleistungen barrierefrei sein müssen, also für alle Menschen, auch für Menschen mit Behinderungen oder ältere Personen, zugänglich sind.

    Das gilt unter anderem für

    • Computer, Smartphones, Tablets
    • Geldautomaten, Ticket- und Check-in-Automaten
    • Bankdienstleistungen
    • E-Books und E-Reader
    • Webseiten und Online-Shops
    • Apps und Telekommunikationsdienste
    • Notrufsysteme

    Barrierefreiheit bedeutet dabei unter anderem, dass

    • Texte verständlich und gut lesbar sind,
    • Webseiten und Apps mit Hilfstechnologien (z. B. Screenreader) funktionieren
    • Alternative Bedienmöglichkeiten für Menschen mit Einschränkungen bestehen und
    • eine klare, einfache Navigation und Nutzerführung bereitsteht

    Eine kurze Zusammenfassung bietet auch die Plattform BIZEPS.

    Die Situation in Österreich

    Der EAA ist eine Richtlinie der EU. Damit muss dieser noch in nationales Recht übernommen werden. Das geschah in Österreich mit dem Bundesgesetz über Barrierefreiheitsanforderungen für Produkte und Dienstleistungen (Barrierefreiheitsgesetz – BaFG). Die aktuelle Fassung kann man über das Rechtsinformationssystem abrufen.

    Ausgenommen sind (wie auch im EAA vorgesehen) „Kleinstunternehmen“. Das sind Unternehmen, das weniger als zehn Personen beschäftigt und das entweder einen Jahresumsatz von höchstens 2 Millionen Euro erzielt oder dessen Jahresbilanzsumme sich auf höchstens 2 Millionen Euro beläuft.

    Das Gesetz ist nicht ganz zahnlos. Die Einhaltung wird durch das Sozialministeriumservice überwacht. Dieses kann Einsicht nehmen und Firmen zu Berichtslegungen verpflichten. Es kann Firmen zu Änderungen verpflichten, das Verbot des In-Verkehr-Bringens aussprechen und bei Nichteinhaltung auch Verwaltungsstrafen aussprechen.

    Bürger:innen und einige Interessenvertretungen haben das Recht, sich an das Sozialministeriumservice zu wenden, um auf einen Verstoß gegen das Gesetz hinzuweisen.

    Dabei stellt sich jedoch die Frage, wie viele Ressourcen für all diese Maßnahmen bereitstehen.

    Sind die österreichischen Unternehmen vorbereitet?

    Kurz gesagt. Keine Ahnung.

    Einige werden sich wohl auf § 18 des BaFG berufen. Absatz 1 besagt:

    Die Barrierefreiheitsanforderungen gemäß § 4 gelten nur insoweit, als deren Einhaltung zu keiner unverhältnismäßigen Belastung der betreffenden Wirtschaftsakteure führt.

    Die Firma muss dazu aber diese Belastung dokumentieren und entsprechendes nachweisen.

    Ich habe damals bei Einführung des Bundes-Behindertengleichstellungsgsetzes einiges mitverfolgt. Da gab es jahrelang noch Unkenntnis wen es im Detail betrifft. Auch die Kenntnisse über barrierefreie Gestaltung waren oft nicht vorhanden. Es gab auch zu wenig gute Expert:innen und viele, die mit Halbwissen unterwegs waren.

    Ob das für die Umsetzung des EAA auch zutrifft? Man wird sehen.

    Wenn ich jedoch bei BIZEPS lese, dass in Deutschland über 95 Prozent der 2.400 Online-Shops, die im Juni 2025 untersucht wurden, nicht barrierefrei gestaltet waren, dann fürchte ich, dass Österreich nicht besser da steht. (Anmerkung: die Untersuchung ist nicht perfekt, siehe auch die Hinweise im Artikel von BIZEPS).

    Fazit

    Auch wenn ich die Frage nicht seriös beantworten kann, möchte ich mich für diese bedanken. Denn aufgrund dessen habe ich mich wieder mit Barrierefreiheit beschäftigt. Und das ist immer gut.

    Insbesondere, da 30. November wieder der Blue Beanie Day (siehe Ein Web für alle – Blue Beanie Day) ansteht.


    Das ist ein Artikel im Rahmen meiner Aktion Blog das Robert. Du kannst mir eine Frage stellen, die ich in meinem Blog beantworte. Das kann auch anonym geschehen. Es muss keine Frage sein, auch ein Themenvorschlag wäre interessant.

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  • BlogDasRobert … und ich blogge

    Ich habe die Aktion 10Fragen10Antworten zuletzt hier vorgestellt.

    Immer wieder dachte ich, dass der Titel für die Idee nicht ganz passt. Ich wollte niemanden einschränken, welche oder wieviele Anregungen meine Leser:innen mir schicken.

    Daher heißt die Aktion ab sofort „BlogDasRobert“, zu der ich auch das Schlagwort angepasst habe.

    Denn es geht nicht nur um Fragen. Es geht prinzipiell darum, dass ich dich einlade mir ein Thema (oder eine Frage) zu schicken, von dem du meinst, dass ich darüber bloggen könnte.

    Es ist für mich ein Experiment. Was kommt rein, wie gehe ich damit um und wie kreativ kann ich das in einen Artikel gießen.

    Falls du also eine Artikelidee hast oder mir eine Frage stellen möchtest, über die ich bloggen sollte. Dann schreib hier in die Kommentaren oder in das BlogDasRobert-Formular.

    Fediverse reactions
  • Blogfragen

    Jansens Pott schreibt über #blogfragen, bei dem Blogger:innen einige Fragen zu ihrem Blog antworten.

    Bei mir gibt es schon länger die Aktion Stell mir eine Frage, ich antworte. Hier kannst du entscheiden, zu welcher Frage ich eine Antwort, einen Artikel schreiben soll. Das kann zu meinem Blog oder zu einer ganz anderen Frage sein.

    Du kannst mir die Frage ganz anonym über dieses Formular auf meiner Nextcloud stellen.

    Aufgrund der Aktion habe ich sogar schon etwas zu meinem Blog geschrieben, nämlich Was mich motiviert hat, mit dem bloggen anzufangen.

    Stell mir eine Frage.

  • Was mich motiviert hat, mit dem bloggen anzufangen

    Ich habe die Frage erhalten: Was hat dich seinerzeit motiviert, mit dem Bloggen anzufangen?


    Das ist ein Artikel im Rahmen meiner Aktion Blog das Robert. Du kannst mir eine Frage stellen, die ich in meinem Blog beantworte. Das kann auch anonym geschehen. Es muss keine Frage sein, auch ein Themenvorschlag wäre interessant.

    Alle bisherigen Antworten findest du unter dem Schlagwort BlogDasRobert.

    Über die Geschichte meines Bloggens habe ich im Sommer 2024 geschrieben: Eine kurze Geschichte meines Blogauftritts

    Die Frage ist daher, ab wann habe ich wirklich gebloggt und warum?

    Ich beantworte die Frage für diesen Artikel mit: Ab dem Zeitpunkt, als ich es wirklich Blog nannte und einen Blog aufbaute, der bis heute (abgesehen vom Wechsel von Serendipity zu WordPress) läuft.

    Am Anfang waren es kleine Fundstücke im World Wide Web, die ich mit anderen teilen wollte. Damals war ich noch nicht in einem echten sozialen Netzwerk aktiv. Es gab also keinen anderen Ort als meinen eigenen Blog.

    Zu dieser Zeit hatte ich bereits einige Blogs auf meiner Leseliste, die viel bloggten und die ich daher regelmäßig besuchte. Ich fand es beeindruckend, dass man Gedanken, Ideen, Neuigkeiten, … einfach über den eigenen Blog verbreiten konnte. Es wurde kommentiert und über Trackbacks und Pingbacks fand ein Austausch zwischen den Blogs statt.

    Das hat mich fasziniert. Mich mit Menschen auszutauschen, Neues zu erfahren und vielleicht selbst Neues ins Netz zu stellen, brachte mich dazu, weiter zu bloggen und mehr Inhalte aufzunehmen.

    Die Motivation stieg, wenn ich Feedback bekam, mein Blog kommentiert wurde oder sogar die „großen“ Blogger (ja, es waren eigentlich nur Männer) mich erwähnten.

    Und über meinen Blog bekam ich auch gute Tipps zu einzelnen Artikeln.

    Etwas später haben mich auch Leute angeschrieben. Sie hatten meinen Blog gelesen und wollten aufgrund der Inhalte mit mir in Kontakt treten. Es ging um gemeinsame (ehrenamtliche) Projekte und Austausch.

    So wurde mein Blog innerhalb kürzester Zeit zu meinem Knotenpunkt für Austausch, Kommunikation, Vernetzung und vieles mehr. Damit war auch die Motivation gegeben, weiter zu bloggen.

    Nebenbei war das Bloggen auch immer ein wenig Ausdruck meiner Vorstellung vom Internet bzw. dem, was das Internet sein könnte. Nämlich ein Ort, an dem viele gleichberechtigt die Möglichkeit haben, sich auszudrücken, Informationen zu erstellen und zu finden und Gleichgesinnte zu finden.

    Das alles hat mich bis heute nicht losgelassen. Es hat sich nur auf die sozialen Netzwerke ausgeweitet. Twitter war am Anfang eine schöne Möglichkeit, zentral gesteuert, aber am Anfang noch recht offen. Als Twitter immer enger wurde, habe ich für mich rechtzeitig das Fediverse gefunden.

    Das alles hat sich auch in meinem Open Blogging Manifest niedergeschlagen.

    Und wenn ich ganz ehrlich bin: Eine ganz wichtige Motivation ist, dass ich gerne erzähle und über mein Blog die Möglichkeit bekam, dies auch auszuleben.

  • Stell mir eine Frage, ich antworte

    Ich habe vor längerer Zeit die Aktion 10 Fragen 10 Antworten durchgeführt. Ich möchte das gerne wieder tun.

    Stell mir deine Frage

    Du kannst mir hier deine Frage stellen. Dazu benutze ich die Formularfunktion meiner eigenen Nextcloud. Du musst keinen Namen oder ähnliches hinterlassen, es bleibt anonym. Wenn du deine E-Mail-Adresse hinterlässt, informiere ich dich persönlich über eine Antwort in meinem Blog.

    Ich werde jede Frage in meinem Blog beantworten. Wenn es zu privat wird, finde ich sicher einen Weg damit umzugehen.

    Was kann ich fragen?

    Eigentlich alles. Über mein Blog. Über meine Ansichten. Über die Benutzung bestimmter Apps. Über das Fediverse oder das Universum und den Sinn des Lebens.

    Wirklich? Ja!

    Ich fand die Fragen oft inspirierend. Für einige musste ich recherchieren. Manche haben mich dazu angeregt, mich mit neuen Themen zu beschäftigen. Und manche waren ein guter Ausgangspunkt für ein Gedankenspiel oder für weitere Blogbeiträge.

    Die Aktion ist somit auch eine Umsetzung meines Selbstverständnisses als Open Blogger.

    Damit du einen Eindruck bekommst, was früher so gefragt wurde (mit Links zu meinen Antworten):

    Blog das Robert

    Update vom 25. Dezember 2025: Die Aktion heißt jetzt „Blog das Robert“ und ist auch so getaggt. Daher habe ich diesen Artikel entsprechend angepasst.

    Fragt mich

    So, und nun bin ich gespannt, ob jemand eine Frage stellt und welche.

  • Stellt mir auch 2022 Fragen

    Nachdem mir die Aktion „10 Fragen 10 Antworten“ immer wieder Freude macht, bitte ich euch auch dieses Jahr um Fragen, denen ich in eigenen Blogartikel nachgehen werde.

    Im Jahr 2020 gab es kaum Fragen. Aber ich muss wohl öfters auf die Aktion hinweisen, damit sich Menschen trauen.

    Was das Ganze soll, habe ich vor einiger Zeit so beschrieben:

    Stellt mir über die Kommentarfunktion, per Twitter, per Facebook,… Fragen

    Egal welche. 

    Zumindest die ersten 10 (von 10 unterschiedlichen Personen) werde ich auf alle Fälle in Form eines Artikels beantworten. 

    Ganz sicher.

    Und wenn sie zu persönlich sind (die Fragen) finde ich schon einen Weg für eine etwas andere Antwort 😉 

    Wobei natürlich Fragen zu diesem Blog, zu meinem Webleben, … ebenfalls möglich sind.

    Warum ich so eine Aktion starte? Ich bin einfach neugierig, ob und welche Fragen so auftauchen. 

    Also, überrascht mich.

    So gilt auch für das Jahr 2022: Überrascht mich!

    Und unter dem Schlagwort 10 Fragen 10 Antworten könnte ihr auch frühere Fragen und Antworten nachlesen.

    Update vom 26.12.2025: Die Aktion gibt es immer noch, sie ist jetzt aber mit dem Schlagwort BlogDasRobert versehen.

  • Das Glück ist ein …

    Barbara fragte mich noch 2020:

    Orakel, Glücksgriff, Fortuna. Kann ich es beeinflussen?

    Was ist eigentlich Glück? Fragen wir mal wieder die Wikipedia. Da findet sich auch ein Hinweis auf den Ursprung des Wortes:

    Das Wort „Glück“, von mittelhochdeutschglücke/gelücke (ab zweiter Hälfte des 12. Jahrhunderts) bzw. mittelniederdeutschgelücke/lücke, bedeutete ursprünglich wohl „Art, wie etwas endet/gut ausgeht“. Glück war demnach der günstige Ausgang eines Ereignisses. Davon zu unterscheiden ist Glückseligkeit, die meist in Zusammenhang mit einem Zustand der (religiösen) Erlösung oder einem hohen Maß an Selbstzufriedenheit erklärt und verstanden wird.

    Quelle: Wikipedia

    Wie etwas gut ausgeht

    Auf manches Ende, auf manchen Ausgang einer Situation haben wir durchaus Einfluss, auf die eine oder andere Weise. Aber wir alle wissen, dass sich nicht alles steuern lässt. Für den Glücksgriff helfen mir sicherlich Wissen, gut gesinnte Menschen und Erfahrung. Aber dann gibt es noch immer die kleine Unsicherheit, der eine Faktor, der alles noch in eine andere Richtung drehen kann.

    Habe ich dann zugegriffen und liegt das Ergebnis vor mir, dann bin noch immer ich der Entscheider, der Richter über das Ergebnis. Ist es ein Glück, den Job bekommen zu haben, wenn ich wüßte, dass ich Jahre später mit Burnout dort aussteige. Oder liegen zwischen diesem Glück und dem Burnout noch viele (Un-)Glücksgriffe und Entscheidungen, die mich erst zu dem Endergebnis führten?

    Manche Menschen wirken, als wenn sie immer auf die Glücksseite gelangen, immer ins Glück greifen und ein wenig von der Glückseligkeit mitnaschen dürfen. Aber wirken ist nicht sein. Ich kenne viele, denen man das Glück an sich zuschreibt und die sich selbst nicht so empfinden. Manche erkennen ihr (von anderen zugeschriebenes) Glück nicht, andere suchen in Wirklichkeit etwas ganz anderes.

    Diese Fragen habe ich vor einiger Zeit auch literarischer angedacht, in meinen Texte zu Glück und Glück(2).

    Glücklich sein…

    Glück haben ist das eine, Glücklich sein manchmal das andere. Und gerade dieses kann ich durchaus beeinflussen. Auf viele Arten und Weisen. So kann ich still werden und mich selbst einmal fragen, was mich glücklich macht. Manches davon ist dann gar nicht so schwierig. Ein Essen zu zweit, ein Pflanze, die ich selbst aufziehe oder endlich mal ein Wochenende allein. Jeder von euch kennt solche Dinge.

    Das ist der kurze Glücksmoment. Was ist jedoch mit diesem Dauergefühl, diesem Wissen „ich bin ein glücklicher Mensch“. An dem kann man arbeiten.

    … kann unglücklich machen.

    Aber für das Glück gibt es keinen Automaten und es ist nicht erzwingbar. Ich kenne Menschen, die sich fast zwanghaft in Kurse und Bücher über das Glücklichsein stürzen. Menschen, die sich von jemanden anderen erklären lassen, wie denn ihr Glück und der Weg dorthin zu gestalten sei und die daran zerbrechen, dass sie genau diesen einen Weg nicht schaffen.

    Es sind diese vorgegebenen Wege, die dir erklären, dass du unter allen Umständen glücklich sein musst oder wirst, wenn du nur an dir arbeitest. Als wäre der Mensch nur eine Maschine, die perfekt funktionierten müsse, um glücklich zu sein. „Du bist schuld“ liegt in der Tiefe solcher Botschaften und ein „Du kannst glücklich werden. Und wirst du es nicht, dann bist du zu schwach, zu ungläubig“.

    So etwas macht krank, verunsichert. Solche Botschaften kommen dann oft als Weg zum Ausstieg aus unserer Leistungsgesellschaft und sind dann nur noch perfidere Mittel derselben: Nur wenn du perfekt wirst, immer das richtige tust, nicht aufhörst (an dir) zu arbeiten, wirst du glücklich.

    Das Glück begreifen

    Wenn Barbara fragt: Orakel, Glücksgriff, Fortuna. Kann ich es beeinflussen? Dann fällt mir noch etwas auf.

    Das Wort Glücksgriff. Es ist ein interessantes Wort. Überhaupt das Wort greifen im Zusammenhang mit dem Glück. Manchmal sagt man, ich kann mein Glück gar nicht begreifen. Und vielleicht ist ist das ein gutes Bild. Glück kann ich nicht angreifen. Manchmal erfüllt es mich so, dass ich das Gefühl habe, ich kann es auch nicht umgreifen, umfassen.

    Aber ich habe Einfluss darauf. Ich kann den Moment nutzen, die Chance, das Angebot. Und wenn ich in dem schönen Moment verweile, so ist es doch eine Entscheidung meinerseits. Ich gehe nicht, ich entferne mich nicht.

    Und zumindest in dieser Entscheidung kann ich mein Glück beeinflussen.

    Die Frage, was dieses Glück ist, was mich glücklich macht. Diese Frage kann ich dann nicht so leicht beantworten. Dieser Frage muss ich immer wieder nachgehen.


    Das ist ein Artikel im Rahmen meiner Aktion Blog das Robert. Du kannst mir eine Frage stellen, die ich in meinem Blog beantworte. Das kann auch anonym geschehen. Es muss keine Frage sein, auch ein Themenvorschlag wäre interessant.

    Alle bisherigen Antworten findest du unter dem Schlagwort BlogDasRobert.

  • Stellt mir Fragen

    Nachdem mich die Aktion „10 Fragen 10 Antworten“ im Jahr 2020 zu einigen interessanten Fragen, zu Recherchen und eigenen Überlegungen sowie zu Antworten geführt hat, setze ich sie diese (ohne zeitliche Beschränkung) unter dem Schlagwort BlogDasRobert gerne fort:

    Stellt mir über die Kommentarfunktion, per Facebook, im Fediverse, … Fragen.

    Egal welche.

    Alle Fragen werden von mir in Form eines Artikels beantwortet.

    Ganz sicher.

    Und wenn sie zu persönlich sind (die Fragen) finde ich schon einen Weg für eine etwas andere Antwort 😉

    Wobei natürlich Fragen zu diesem Blog, zu meinem Webleben, … ebenfalls möglich sind.

    Warum ich so eine Aktion starte? Ich bin einfach neugierig, ob und welche Fragen so auftauchen.

    Also, überrascht mich.

  • Gibt es ein Recht auf Sex(ualität)?

    Kathrin Gärtner (siehe ihr Blog Sex seriös ) hat mir folgende Frage geschickt:

    Lieber Robert, angeregt von Davids Frage möchte ich auch eine Frage nach einem (Menschen)Recht stellen, die mich immer wieder beschäftigt zum Beispiel wenn ich über Sexarbeit und Sexualassistenz z.B. für Menschen mit Behinderung nachdenke, über Konzepte von Monogamie, Non-Monogamie und sexuelle Selbstbestimmung aber auch über sexuelle Gesundheit: Gibt es ein Recht auf Sex(ualität)? Ich bin gespannt! Liebe Grüße Kathrin

    Wieder mal eine recht komplexe Frage, der ich mich – nach vielem nachdenken – nur sehr fragmentarisch und subjektiv annähern kann.

    Wer nur Fakten lesen will, die/der schaut sowieso in die Wikipedia und liest etwas über Sexuelle Rechte – Wikipedia oder sucht besser noch auf Fachseiten nach der Thematik.

    Hab ich ein Recht auf Sex(ualität)?

    Das fängt sicherlich damit einmal an, für sich zu definieren, was einem zu Sexualität alles einfällt. Ist es nur der sogenannte „Geschlechtsakt“, sind es alle Aktivitäten und Gedanken, die einen in einem gewissen Sinne erregen bzw. stimulieren.

    Ich würde mal mit der anderen Grenze anfangen. Solange mein sexuelles Verlangen auch andere mit einbezieht, soll mal alles möglich sein, solange alle (erwachsenen Menschen) es einvernehmlich tun. Ich wollte eigentlich „und ohne Schaden“ dazuschreiben. Aber da wird es schon schwierig. Gewisse Sexualpraktiken fügen mir Schmerzen zu, hinterlassen vielleicht auch Wunden – und etliche Menschen finden das auch ok. Also, einvernehmlich ist wohl die Mindestformel. Alles was nicht einvernehmlich ist, dazu habe ich kein Recht. Aber auch einvernehmlich muss man sich genauer anschauen. Denn auch manch eineR fühlt sich bedrängt, ist unüberlegt, … und gibt sein/ihr Einverständnis zu Dingen, die man eigentlich nicht will.

    Ich glaube, ich habe das Recht auf Sexualität in meinem Kopf. Ich darf Phantasien haben.

    Ich darf meinen Körper mögen. Ich darf ihm gutes tun. Das beinhaltet dabei nicht nur Masturbation. Wobei: Es ist traurig, dass es da noch immer Stimmen gibt, die „Selbstbefriedigung“ für eine Verführung des Teufels halten.

    Berührung

    Und da fällt mir etwas ganz essentielles ein: Berührung. Etwas was gerade manchen in Zeiten von Covid-19, Ausgangssperren und 1 Meter Abstand vermehrt schmerzlich zu vermissen begonnen haben.

    Viele von uns geniessen Berührung, wir sehnen uns berührt zu werden und wir schenk(t)en täglich Berührungen. Die Hand, die wir dem gegenüber reichen. Die Hand auf der Schulter, die Trost geben will. Jesus, der seinen Jünger die Füße wäscht, sie somit dort berührt, wo sie es nicht erwarten. Wobei: Religion(en) und Sexualität wären noch ein weiteres Thema.

    Als Jugendliche haben wir uns gegenseitig die Haare gewaschen und ich habe es genossen massierende Finger auf meinem Kopf zu spüren. Wir berühren uns beim Tanzen mal nur an den Händen, mal den Körper umfassend. Wer segnet berührt oft nicht nur im Geiste.

    Sterbenden hält man die Hand, berührt sie und gibt ihnen vielleicht noch das Gefühl, dass da jemand ist, der mich begleitet. Traurige Kinder wollen in den Arm genommen werden, traurige Erwachsene auch.

    Wir massieren unsere schmerzenden Füssen und gegenseitig. MancheR, der/die Hände auflegt will damit auch heilen.

    Berührungen lindern Schmerzen, vertreiben Einsamkeit und können ein erotisches Kribbeln erzeugen.

    Ich brauche Berührungen. Ich sehne mich nach Berührungen, den kleinen wie den großen. Die Berührungen, die mir Zuversicht geben, die mir Trost spenden, die mich einer Freundschaft versichern, das letzte Spüren vor dem Abschied und die freudige Umarmung beim Wiedersehen. Und eben das Kribbeln, dass durch Körper und Geist geht, wenn du mich berührst …

    In der Sterbegleitung redet man auch über berühren, ist es zumindest teilweise ein Merkmal ein qualitativ guten Betreuung. Sterbende begleiten – Dachverband HOSPIZ Österreich

    Ich habe Menschen erzählen hören, wie sie bei „Free Hugs“ berührendes mit Menschen erlebten. Wie diese zu weinen begannen, wie diese Berührung etwas in ihnen löste – weil sie sie lange vermisst hatten.

    Mein Recht

    Aber damit bin ich noch immer nicht bei der Antwort zu der obigen Frage angelangt. Habe ich ein Recht auf Sexualität. Wohl keines, dass ich einfordern kann. Nicht im Sinne, dass ich ein Recht darauf habe, dass mir jemand meine sexuellen Wünsche erfüllt.

    Aber ich darf (hoffentlich) darauf pochen, dass ich ein Mensch mit eigenständigen Wünschen, Fantasien sein darf und mit dem passenden Menschen sie auch unbeschämt leben darf.

    Die Antwort

    Ich habe lange an diesem Artikel „gekaut“. Sexualität ist etwas sehr privates und doch auch etwas, was wir in vielen Dingen auch in die Öffentlichkeit bringen. Es gibt so viele Aspekte, über die man redet, die man zeigt. Und dann so vieles, über das wir selten reden oder nicht einmal nachdenken. Ich müsste noch zig tausend Zeilen schreiben und wäre noch immer erst am Anfang.

    Vielleicht ist es auch das. Nicht nur über mein Recht auf Sexualität zu reden sondern auch zu überlegen und nachzuspüren, was für mich Sexualität ganz persönlich bedeutet …


    Das ist ein Artikel im Rahmen meiner Aktion Blog das Robert. Du kannst mir eine Frage stellen, die ich in meinem Blog beantworte. Das kann auch anonym geschehen. Es muss keine Frage sein, auch ein Themenvorschlag wäre interessant.

    Alle bisherigen Antworten findest du unter dem Schlagwort BlogDasRobert.