Trackback- und Kommentar-Spams
Eine leidige Geschichte. Hat dein Blog einmal ein gewisses Alter und eine gewisse Bekanntheit (ein paar Links von anderen BloggerInnen, ein paar Treffer in Google,…) erreicht, dann kommen die Spammer wie die Mücken zum Licht. Daher solltest du von Beginn an die entsprechenden Abwehrmechanismen der eigenen Blogsoftware aktivieren und nutzen. Natürlich kann die Annahme von Trackbacks auch grundsätzlich deaktiviert werden, aber dann erfährst du z.B. nicht, wenn einE andereR BloggerIn einen Verweis auf einen deiner eigenen Artikel schreibt (und so neugierig sind doch die meisten von uns, oder?). Außerdem ist die Interaktion wohl das, was viele BloggerInnen am bloggen schätzen.
Die eigene Kommentarfunktion kann man natürlich auch mit einem Captcha schützen. Captchas, die Grafiken verwenden sind jedoch nicht unbedingt barrierefrei. Deine Blogsoftware sollte jedoch auch andere Schutzmechanismen anbieten, die besser funktionieren. Das du hin und wieder trotzdem Spams entfernen musst wird sich aber fast nie ändern lassen.
Harmlose Kommentare?
"Cool", "Very Interesting!", "Hello! I am surprised to a variety here! Your site has very much made upon me impression! Thanks." sind Kommentare, die recht unverdächtig klingen, sogar Freude bereiten. Jedoch auch dahinter verstecken sich Spammer. Denn die meisten Blogs stellen auch ein Eingabefeld für die URL des/der Kommentierenden zur Verfügung – und darin werden dann eindeutige Links abgelegt.
Sogar die Hilfsbereitschaft von BloggerInnen wird ausgenutzt. Als frechstes Beispiel hatte ich vor kurzem einen Kommentar in dem eine Bloggerin um Hilfe bei ihrem neuen Blog ersuchte und auch eine URL dazu postete. Klang recht unverdächtig und noch dazu war der Kommentar auf deutsch verfasst (die meisten Spammer sind englischsprachig unterwegs). Ihr Blog hatte noch keinen Inhalt, nur das "Gerüst" stand. Auf den zweiten Blick fand sich dort – prominent in der Titelzeile – ein Weiterverweis auf eine eindeutige Spamseite.
Man muss nicht panisch hinter jedem Kommentar her sein. Es sollte dir jedoch bewußt sein, dass Spammer immer neue Wege suchen ihre Links zu platzieren. Daher gilt es durchaus Kommentare im eigenen Blog zu prüfen und nicht alles zu glauben, was einem so geschrieben wird.
Natürlich gibt es auch Grenzfälle. Was ist wenn jemand einen auf den ersten Blick seriösen Kommentar schreibt jedoch als URL eine kommerzielle Seite angibt? Hat der Kommentar nichts mit dem Thema des Artikels zu tun, dann scheue dich nicht den Kommentar zu löschen. Es gilt das "Hausrecht", es ist dein Blog und Kommentare ohne Zusammenhang mit deinem Beitrag kannst du ruhig verbannen. Es kommt auch vor, dass Menschen ihre neue Webangebote in Kommentaren hinterlassen wollen. Nicht alle haben dabei bösartige Hintergedanken, schiessen nur einfach über das Ziel hinaus. Löschen, eigenen Kommentar dazu, per E-Mail kontaktieren sind dann Wege, die du dir überlegen kannst. Dazwischen gibt es viel an "Grauzone", Grenzfälle, bei denen es mir schwer fällt zwischen Spam und Kommentar zu unterscheiden.
Zum Löschen: Auch wenn ich es oben und weiter unten als Option erwähne, so solltest du dir im Klaren sein, dass das Löschen von Kommentaren immer der ultimativ letzte Schritt ist. Manches kann man ausdiskutieren, richtig stellen,… Zu diesem Thema bedürfte es aber eines eigenen Beitrags, daher nur dieser kurze Anriss.
Kritik, Beleidigungen
Es kann auch vorkommen, dass Kommentare kritisch gegenüber deiner Meinung sind. Das ist auch gut so, denn du willst doch nicht nur Bestätigung für deine Ideen und Beiträge, oder? Aber manchmal geht es noch weiter, wird es sehr persönlich, beleidigend, gegen dich oder andere KommentarschreiberInnen. Erste Regel: Nimm es dir nicht zu sehr zu Herzen? Es ist oft nicht gegen deine Person gerichtet, die meisten kennen dich ja nur über das Blog. MancheR muss wohl seinen Frust irgendwo abladen und ist (zufällig) in deinem Blog gelandet. Hier gilt es einfach sachlich zu bleiben, höflich "zur Ordnung zu rufen" und ab einer gewissen Grenze natürlich auch zu löschen. Lass dir ruhig auch ein bisschen Zeit, reagiere nicht gleich in der ersten "Schreckminute" sondern überlege dein weiteres Vorgehen.
Und lass dich nicht durch weitere Kommentare wie "du beschneidest meine Persönlichkeitsrechte, meine Meinungsfreiheit,…" einschüchtern. Denn auch im "real life" gibt es einen Unterschied zwischen Meinung und Beleidigung.
Attacken, Ausnützung von Bugs
Keine Software ist perfekt! Immer wieder werden daher Sicherheitslücken und Bugs ausgenützt um Blogs zu kapern, Daten zu löschen,… Man muss kein Programmierer etc. sein (bin ich auch nicht). Ein Blog zu installieren und sich dann nicht mehr um die Software zu kümmern ist aber fahrlässig. Die meisten EntwicklerInnen von Blogsoftware betreiben auch ein eigenes Produktblog. Abonniere doch dort den RSS-Feed und du wirst über etwaige Updates bzw. Sicherheitslücken und deren Behebung informiert.
Ergänzung: Was ich vorher nicht erwähnt habe ist, dass zumindest dieser Punkt nur schlagend wird, wenn du dein Blog auf deinem eigenen Webspace betreibst. Warum das durchaus Sinn macht, kann man im Beitrag "Was bringt der eigene Webspace" von "Weblogs und Wikis" nachlesen.
Du
Nicht du selbst bis das Negative am Bloggen! Aber du kannst dir Bloggen auch ziemlich verleiden. Schreibt man am Anfang mit viel Enthusiasmus so kommt (vielleicht) die Phase in der man das regelmäßige Schreiben als anstrengend empfindet. Es entsteht ein kleine Spirale aus "Ich sollte doch aber ich will nicht" die das Bloggen nicht mehr als Spass sondern nur Last empfinden lässt. Soferne du nicht für deinen Lebensunterhalt bloggst gilt als erstes "Du musst nicht bloggen". Eine Kreativpause ist allemal drinnen. Ansonsten gibt es viele Tipps in anderen Blogs wie man neue Themen findet, Schreibblockaden überwindet und vieles mehr.
Urheberrecht
Das auch im Internet Texte, Bilder,.. dem Urheberrecht unterliegen sollte hoffentlich klar sein. Leider gibt es noch immer genügend BloggerInnen, die Bilder von anderen Websites "entnehmen", ganze Textpassagen kopieren und sich dann wundern, dass sie kritisiert, angefeindet oder sogar mit einer Unterlassungserklärung und Schlimmeren konfrontiert werden.
Andererseits kann es dir ebenso ergehen, dass deine Texte, deine Bilder von anderen verwendet werden ohne das zumindest auf dich als UrheberIn hingewiesen wird. Mir selbst ist es noch nicht passiert. Aber meine RSS-Feeds werden von einigen (automatisierten) Seiten miteingebunden (zusammen mit vielen anderen Feeds) allein zum Zweck der Werbung rundherum einen interessanten Inhalt gegenüberzustellen. Eine gute Möglichkeit auf dein Urheberrecht hinzuweisen und andererseits anderen die teilweise Nutzung zu ermöglichen (was dich nicht prinzipiell vor "Text-Dieben" schützt) ist die Creative Commons Lizenz.
Fazit
Es gäbe sicherlich noch einiges mehr aufzuzählen, Kommentare sind daher wie immer Willkommen. Die obigen Zeilen lassen sich für mich sinnbildlich zusammenfassen. EinE BloggerIn mietet sich nicht eine Wohnung und muss sich um wenig rundherum kümmern. EinE BloggerIn ist HausbesitzerIn. Da geht es nicht nur um die Gestaltung der einzelnen Zimmer, sondern auch um die Behebung von Dachschäden, Ratten im Keller und Wasserrohrbrüchen.
Bloggen bedeutet daher auch immer wieder zusätzliche Arbeit und Überlegungen rund um das Blog. Wer das realistisch einschätzt, der/die kann dann sicherlich auch einen Blogeintrag schreiben, der sich "Die wunderbaren Seiten am bloggen" – oder so ähnlich – nennen könnte.
Fazit 2
Wer bloggt wird auch genau das Gegenteil von obigen Punkten erleben. Insbesondere konnte ich über mein bloggen schon viele Menschen "real" und "virtuell" (wobei der Unterschied wohl sehr fliessend ist) kennenlernen und werde immer wieder überrascht wieviel Enthusiasmus und Hilfsbereitschaft in der Blogosphäre vorhanden ist. Allein diese Erfahrung zu machen macht das BloggerInnensein zu einem interessanten Erlebnis.


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