Beim durchsehe alter Artikel ist mir dieser wieder in die Hände gefallen: App.net: ein paar Gedanken und Ideen.
App.net war die Idee eines zentralen Dienstes, der mein Profil verwaltet und ansonsten über offene Schnittstellen es unterschiedlichsten Diensten erlaubte anzudocken. Damit war viele möglich: Twitter Klone, Instagram ähnliches Dienste. Und alle mit nur einer Identität.
App.net scheiterte. Es erreichte langfristig nicht die kritische Masse, damit sich die Wartung und Weiterentwicklung des zentralen Servers lohnte.
Heutzutage denke ich mir, guter Grundgedanke aber womöglich falscher Ansatz.
Die Idee einer Schnittstelle, über die unterschiedliche Dienste miteinander kommunizieren können ist schon recht faszinierend. Und diese Idee hat das Fediverse aufgegriffen bzw. ActivityPub.
Den Fehler, den es vermied war, alles an einem Server aufzuhängen. Damit war das Netz lebensfähig solange nur ein paar Menschen noch eine oder mehr Instanzen im Netz betreiben. Niemand muss abhängig sein von einem zentraler Server.
Damit blieb aber ein Vorteil von app.net auf der Strecke. Die einheitliche Identität über alle Apps hinweg. Egal welchen Dienst ich mir auswählte, ich konnte ihn immer über das zentrale app.net autorisieren.
Vielleicht sehen es manche auch als Vorteil, dass das Fediverse das nicht bietet. Es gibt nicht die eine Identität mit der wir überall unterwegs sind. Wir dürfen selbst wählen, wie sehr wir unsere Mastodon, Pixelfed, Peertube, Friendica, Bookwyrm,… Identitäten miteinander verknüpfen oder getrennt voneinander einfach dort so und woanders einfach anders zu sein.
Ich habe damals app.net unterstützt und sah Potential. Und das bereue ich nicht. Es braucht immer wieder neue Ideen im Netz. Mögen sie auch scheitern. Vielleicht geben sie anderen die Impulse, um etwas besseres daraus zu machen.
Andererseits macht es mich auch einfach nostalgisch auf einen 14 Jahre alten Artikel zu blicken.

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