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  • Warum Fedizens blaue Hauben tragen sollten

    Am 30. November ist Blue Beanie Day (siehe Eintrag bei Wikipedia). An diesem Aktionstag tragen Menschen blaue Hauben/Mützen um auf die Bedeutung von Webstandards und Barrierefreiheit aufmerksam zu machen.

    Gerade wir Bewohner:innen (Fedizen) des Fediverse haben einen guten Grund darauf hinzuweisen.

    Ein paar Punkte:

    • Das Fediverse beruht auf ActivityPub. Ohne diesen Standard würde keine Mastodon Instanz mit einer andere kommunizieren können, geschweige denn Mastodon mit Friendica, Pixelfed, Peertube und all die anderen Dienste. ActivityPub wird vom W3C dem World Wide Web Consortium – einem der Hüter von Webstandards – unterstützt.
    • Viele der Fediverse Dienste sind keine geschlossenen Systeme. So kann man oft ohne Mitgliedschaft und Profil Nachrichten über das World Wide Web (WWW) lesen, wie z.B. mein Microblog Stream.
    • Ebenso können viele Fediverse Dienste über RSS abonniert werden. Einzelne Profile, Tags, Bilder, … alles ist möglich und landet ganz einfach in deinem Feedreader.

    Wir Fedizen leben von diesen Standards. Sie sind Teil eines Webs für alle, eines vernetzten Systems. Jede:r, der möchte, kann sich mit einer Instanz in dieses Netz einklinken. Wer möchte, kann eine eigene Software erstellen, die ebenso Teil dieses Netzwerks werden kann.

    Das bietet viele Möglichkeiten. Niemand ist an eine Instanz gebunden. Man kann schnell wechseln oder auch auf mehreren Instanzen unterwegs sein und die Profile auf unterschiedliche Weise verknüpfen. 

    Diese Offenheit ermöglicht auch eine Vielzahl von Apps, die die Funktionen von Mastodon, Friendica und Co. erweitern. Apps, die Barrierefreiheit unterstützen.

    Als ich ins Fediverse einstieg, war es – im Gegensatz zu Facebook und Twitter – durchaus üblich, Bilder mit Alternativtexten zu versehen. Man achtete auf die Zugänglichkeit von Bildern für sehbehinderte Menschen. Allein die Tatsache, dass die meisten Dienste Alternativtexte unterstützen, ist eine gute Voraussetzung.

    Das Fediverse beruht auf Offenheit und Standards. Das ist super, aber nicht selbstverständlich. 

    Daher sollten wir das zumindest einmal im Jahr in Erinnerung rufen, feiern und uns dafür einsetzen, dass es so bleibt.

    Daher: Setze ein kleines Zeichen und setze am 30. November eine blaue Haube/Mütze und poste das Bild.

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  • X: Flagge zeigen oder Flagge zeigen

    Wieder einmal lese ich einen Beitrag, in dem dazu aufgerufen wird, bei X zu bleiben. Wenn alle guten Kräfte den Dienst verließen, würde man die Diskussion dort allein den Hassenden, Diskriminierenden und Verschwörungsgläubigen überlassen.

    Das betreffe sowohl gesellschaftspolitisch aktive Nichtregierungsorganisationen als auch Behörden. Manche Behörde argumentiert dann noch, dass sie dort präsent sein müsse, wo sie eine größere Bevölkerungsgruppe erreiche – schließlich habe sie einen Informationsauftrag.

    Flagge zeigen

    Es gilt somit, Flagge zu zeigen.

    Die Frage ist: Ist das die richtige Flagge, oder geht man damit unter?

    Oder bedeutet „Flagge zeigen”, bewusst aus einem sozialen Netzwerk hinauszugehen?

    Man kann kommunizieren, warum man geht und welche Alternative man anbietet.

    Die eigene Website

    Eine Möglichkeit ist die eigene Website. Diese wird von vielen Organisationen oft vernachlässigt. Sie sind nur noch auf Facebook und Co. gut vertreten und bieten dort News und Ansprechkanäle. Dabei wäre die eigene Website der Ort, an dem eine Organisation selbstbestimmt festlegen kann, was und wie sie kommuniziert. Informationen können ungefiltert so präsentiert werden, wie man es selbst möchte. Da wäre die eigene Flagge hochgehisst.

    Wäre das nicht die bessere Strategie: Alle wichtigen Infos und Neuigkeiten auf der eigenen Website abbilden, weil man dort die Datenhoheit hat. Social Media Kanäle ergänzen die Kommunikation, tragen die Informationen meiner Website in die Breite und bieten auch einen weiteren Rückkanal.

    Apropos Rückkanal: Eine E-Mail-Adresse, ein Online-Formular für Anfragen und vieles andere mehr lässt sich auch auf der eigenen Website abbilden.

    Reichweite als Argument

    Aber wie sieht es mit der Reichweite aus?

    Ja, die reinen Follower-Zahlen sind auf X, Facebook oder Instagram wohl größer. Aber sagt das etwas über die tatsächliche Reichweite aus? Wer folgt einer Behörde einmal und wer liest dann regelmäßig ihre Beiträge?

    Diskurs

    Und Diskussion, Austausch? Die wenigsten Behörden – aber auch NGOs – haben den Willen und insbesondere die Ressource Diskurse zu unterstützen. Oft finde ich problematische Kommentare unter Behörden Postings. Manchmal werden die gelöscht. Öfters bleiben sie stehen und werden nicht mal entsprechend kommentiert. Das ist kein Flagge zeigen.

    Ich schrieb schon vor einiger Zeit, welche Vorteile das Fediverse Behörden, NGOs und Vereinen bieten kann.

    Geht man noch einen Schritt weiter, wäre eine eigene Fediverse-Instanz eine wirkliche Erweiterung meiner Website – unter anderem durch eine Subdomain zu meiner bestehenden Website.

    Die Frage bleibt

    Die Frage bleibt. Wo soll meine Flagge wehen und ist sie dabei ein Symbol für aufgegebene Werte oder für meinen Einsatz für demokratische Grundwerte?

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