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  • Von Diarium nach Joplin – Teil 2

    Vor kurzem habe ich meine Tagebuch App Diarium sehr gelobt. Ich habe meinen Urlaub jedoch genutzt um mich mehr in Joplin einzuarbeiten. Und dabei bemerkte ich, dass meine Art von Tagebuch (also eher Ereignisse dokumentieren) sich oft stark mit Notizen und Dateien in Joplin verknüpfen. Da macht aus meiner Sicht ein Tagebuch direkt in Joplin viel mehr Sinn.

    Warum ich gewechselt bin

    Hier ein paar Gründe

    • Wie geschrieben habe ich alle Notizen an einem Platz. Ich kann von Tageseinträgen auf Hintergrundnotizen verweisen etc.
    • Joplin kann auch Bilder und PDFs nach Text scannen. Diese sind über die Suche aufzufinden.
    • Diarium läuft auf dem Mac und Windows, Joplin auch unter Linux.
    • Joplin ist Open Source

    Nichts ist perfekt. Diarium bietet eine gute Features. Es ist ein abwägen, welche Funktionen einem wichtiger sind.

    Der Transfer

    Ich schrieb schon mal darüber, wie man die Einträge aus Diarium nach Joplin bringt. Das gilt noch immer. Nachfolgend ein paar Ergänzungen, die ich beim Transfer herausgefunden habe.

    Von HTML zu Markdown

    Der Export aus Diarium erfolgt weiterhin als HTML (Verzeichnis) gespeichert. Jede Notiz als eigene Datei. Bilder und andere Attachments landen in einem eigenen Verzeichnis.

    Man kann dies auch als „HTML-Dokument (Verzeichnis)” importieren. Das funktioniert auch gut. Solche Notizen sind jedoch als HTML-Format gekennzeichnet. In diesem Format funktionieren manche Dinge mit Markdown nicht. Aber dafür gibt es eine Lösung. Vor dem Import ändert man die Dateiendung „html” bei allen Dateien auf „md” und importiert das Ganze als „Markdown (Verzeichnis)”. Das ändert nichts am HTML-Code. Die jeweilige Notiz ist dann jedoch als Markdown gekennzeichnet und kann somit weiter bearbeitet werden.

    Ein Eintrag sieht dann z.B. so aus

    <html><head><style>p, h3, h4 { margin: 8px 0px; } img, video, audio { max-width: 100%; } h4 {margin-top: 20px;}</style></head><body>
    <h4><u>Sonntag, 30. März 2003 14:01</u></h4>
    <h3>Flug nach London</h3>
    <p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>
    <p><a target="_blank" href=":/c891fee2014c4825a55cec6185e0ee4a">129c0b06ac9bef9bd84ba458df10a0d.pdf</a></p>
    <p>Tags: Reise<br>Wetter: 20 / 9 °C<br>Ort: 48.226135, 16.313059<br></p>
    </body></html>

    Die <head> Anweisungen werden von Joplin ignoriert. Überschriften werden auch so angezeigt.

    Ein kleines Problem stellt die PDF-Anzeige dar. Der interne Link zum Dokument funktioniert. Jedoch wird das PDF nicht inline angezeigt. Das kann nur ändern in dem man den Link in Markdown darstellt. Also

    [129c0b06ac9bef9bd84ba458df10a0d.pdf](:/c891fee2014c4825a55cec6185e0ee4a)

    Mein Konvertierungs-Werkzeug

    Und wenn man das nicht händisch machen will. Ich habe nach entsprechenden Konvertern gesucht. Manche MacApp ist vorhanden, scheitert dann jedoch bei Links zu Bildern. Online Tools kommen nicht in Frage, da ich in den Tagebüchern auch vertrauliche Informationen sind, die ich nicht fremden Servern ins Maul werfen möchte. Dann kann man noch den Texteditor mit Pandoc kombinieren, ein Skript anwerfen, eine Rolle Rückwärts machen … oder so ähnlich .Sprich klingt machbar aber aufwändig.

    Ich ging den einfacheren Weg. Ich habe in ein paar Zeilen das Problem bzw. die Aufgabe ChatGPT geschildert. Nach ein paar Minuten lieferte mir die KI einen PHP Datei aus.

    Die Datei schob ich auf meinen Webspace und rief sie im Browser auf.

    Wie das aussiehst, kannst du dir im Screenshot rechts daneben ansehen. Einfach auf das Bild klicken und es geht eine größere Ansicht auf.

    Auf der linken Seite kommt der HTML Code rein. Dann klickt man den Button „Umwandeln“ und rechts kommt das Ganze in Markdown raus.

    Das Ganze könnte ich mittels ChatGPT sicherlich nochmals verbessern. Die Leeerzeilen könnten zum Beispiel verringert werden.

    Ob der Code sehr sauber oder elegant ist, ist mir egal, da es ja nur ein „internes“ Werkzeug ist. Und es tut was es soll.

    Wer ihn verwenden mag, er liegt in meiner Nextcloud zum Download.

    Was beim Import (nicht) funktioniert

    Der Import von rund 1.800 Einträgen und Attachments mit einer Größe von 2 GByte funktionierte unglaublich schnell. Mein Macbook (M3) brauchte dazu wenige Minuten. Was länger dauert ist das hochladen in meine Nextcloud. Noch dazu, weil die Dateien vorher alle verschlüsselt werden. Aber das passiert nur einmal, danach werden nur mehr neue Notizen oder Änderungen synchronisiert.

    An sich gab es beim Import keine Probleme. Allein bei Filmen wurde in der Notiz auf den Speicherort auf der Festplatte verwiesen. Hier muss man einzeln die Dateien reinziehen.

    Geokoordinaten

    Wer mag kann die Geokoordinaten von Diarium Einträge mit exportieren. In Joplin werden sie nur in der Notiz angezeigt. Man kann sie aber 1:1 in der Infobox von Joplin einfügen. Joplin verlinkt dann auf die korrekten Orte in OpenStreeMap.

    Tagging / Schlagworte

    Eine feine Sache in Diarium sind die Personen-Tags über die man alle Einträge zu einer Person abrufen kann. Die Personen-Tags werden in Joplin ebenso nur als Teil der Notiz als Text angezeigt. Das heißt, man muss sie wieder händisch eintragen. Hier gibt es zumindest zwei Optionen.

    1. Für jede Person wird in Joplin ein Schlagwort vergeben
    2. Ich verwende dafür jetzt bidirektionale Links (siehe mein Artikel „Bidirektionale Links in der Joplin App„).

    Notizen umbenennen

    Etwas was mir erst mitten drin auffiel war, das die Titel der Notizen dem Dateinahmen entspricht, also z.B. „Diarium_1994-01-01_180406000“. Das ist prinzipiell ok. Weil so kann ich die Notizen fein sortieren. Was aber störend war, war das „Diarium_“ vor dem Datum.

    Aber auch dafür bietet Joplin eine Lösung – nämlich das Note Rename Plugin. Einfach alle betroffenen Notizen markieren und in einem Schwung ändern. Und schon war das „Diarium_“ weg.

    Fazit

    Einträge aus Diarium bekommt man recht rasch nach Joplin. Wenn einem der HTML Code in der Notiz nicht stört, muss man auch nicht viel nachbearbeiten.

    Wie ich mein Tagebuch selbst organisiere. Das ist dann Thema eines der nächsten Artikel.

    Falls du Fragen hast, dann kannst du mir sie gerne stellen.

    Fediverse reactions
  • Von Diarium nach Joplin

    Gestern habe ich über Tagebuch-Apps geschrieben, die über Nextcloud synchronisieren. Dabei habe ich überlegt, auf Diarium umzusteigen oder gleich Joplin zu verwenden. Wobei Joplin einige Funktionen fehlen, die Diarium bietet.

    Herbert Hertramph wies mich darauf hin, dass er immer wieder Einträge aus Diarium als HTML exportiert und in Upnote importiert.

    Da Joplin auch HTML importieren kann, hat mich das neugierig gemacht. Aus zwei Gründen:

    • Ich hätte eine „Fallback-Lösung“, falls Diarium nicht mehr weiterentwickelt wird, um die Einträge weiter zu verwalten.
    • Es wäre auch eine Möglichkeit von Day One nach Joplin zu migrieren. Nämlich über den Umweg Diarium, da Diarium Day One Einträge recht gut importieren kann.

    Diarium Export-Funktionen

    Also starte ich Diarium und wähle „Exportieren“. Es erscheint ein umfangreiches Menü:

    Exportmenü der Diarium App. Genauere Erklärung im Blogtext

    Gehen wir das mal Punkt für Punkt durch:

    • Zwei Datumsfelder erlauben die Eingrenzung des Zeitraums, in denen ich Einträge exportieren möchte.
    • Als Dateiformate werden mir *txt, *.doc, *.html oder *.json angeboten
    • Danach kann ich unter „Daten“ wählen
      • ob ich auch Anhänge (Bilder, Musikdateien, PDFs, …) exportieren möchte
      • ob getaggte Personen im Eintrag aufgeführt werden sollen
      • der Ort kann mit Geokoordinaten als Text angeführt werden
      • Die Zeit des Sonnenaufgangs und des Sonnenuntergangs lässt sich ebenfalls im Text eintragen wie auch
      • die Mondphase
      • Bewertungen, Tags und Tracker kann ich ebenso im Text einfügen. Nebstbei: Was Trecker bedeutet muss ich noch rausfinden.
    • Danach lässt sich angeben oder alle Einträge in einer HTML Datei oder jeder einzeln gesichert werden sollen
    • Ebenso können die Anhänge in einem Extraordner und nicht in der HTML Datei gespeichert werden
    • Zuletzt könnte ich auch nur Einträge mit bestimmten Tags exportieren. Dies können Text-Tags oder auch Personen-Tags sein. So könnte ich nur die Eintrage automatisiert auswählen, in der ich mit Person X bei einem Barcamp war (Personen-Tag und Tag „Barcamp“)

    Diarum Test-Export

    Zum Test habe ich alle Beiträge eines Monats als HTML exportiert, jeden Beitrag als eigene Datei. Die Anhänge wurden ebenfalls als separate Dateien gespeichert.

    Diarium speichert die Einträge als ZIP-Datei.

    Jeder Beitrag wurde in einer HTML-Datei mit dem Namensformat z.B. „Diarium_2024-07-31_195824000.html“ gespeichert. Das heißt, der Dateiname enthält das Datum und eine eindeutige Identifikationsnummer. Das ist praktisch. Denn die exportierten Anhänge liegen in einem eigenen Verzeichnis „media“, getrennt in Unterverzeichnisse, die das gleiche Namensformat verwenden. So kann ich die Anhänge zu jedem Beitrag schnell finden.

    Noch etwas Praktisches. Diarium ändert die Dateinamen der Einträge nicht. Ich kann die Dateinamen in der Anwendung selbst ändern. Mit diesem Namen werden die Anhänge auch wieder exportiert.

    Das erleichtert das Auffinden und auch das Wiederfinden von Einträgen und Anhängen im exportierten Verzeichnis.

    Import in Joplin

    Jetzt wird es spannend. Wie funktioniert der Import eines solchen Verzeichnisses in Joplin? Kurzfassung: Sehr gut 👍 In der Langfassung:

    In Joplin wähle ich „Datei => Importieren => HTML – HTML-Dokument (Verzeichnis)“ und dann das Verzeichnis, das Diarium erstellt hat. Dieses muss natürlich vorher entpackt werden.

    Einige Zeit später hat Joplin ein neues Notizbuch (mit dem Namen des Verzeichnisses) erstellt und alle Einträge aus Diarium sind als eigene Einträge vorhanden.

    Siehe da. Die Einträge wurden auch mit dem Erstellungsdatum der Diarium-Einträge versehen. So kann ich sie sofort nach Datum sortieren.

    Die Einträge sind in der Markdown-Ansicht als HTML „kodiert“, können natürlich nachbearbeitet werden. Fotos werden korrekt eingebunden, ebenso andere Dateien.

    Tags, Geokoordinaten und andere Metadaten werden als Text in den Eintrag eingebunden. Tags und Geokoordinaten werden also nicht entsprechend ihrer Entsprechung in Joplin zugeordnet. Das kann ich aber verschmerzen.

    Fazit

    Ich bin überrascht, wie gut es funktioniert. Deshalb ist Diarium für mich eine Überlegung wert. Es ist eine interessante Anwendung, die gut gepflegt wird. Und mit den Exportfunktionen von Diarium und den Importmöglichkeiten von Joplin ist ein Wechsel schnell möglich.

    Wenn ihr Fragen zum Export/Import habt. Gerne probiere ich es für euch aus.

  • Ein Tagebuch mit Nextcloud Anbindung?

    Seit einigen Jahren benutze ich Day One als Tagebuch-App. Die App kann sehr viel und ist eigentlich mehr als ein klassisches Tagebuch. Was ich sehr schätze, ist die Möglichkeit, den Eintrag über eine Map zu verorten. Ebenso können die Ortsdaten aus den EXIF Daten der Fotos ausgelesen und mit dem Eintrag verknüpft werden.

    Nachdem ich nun von Dropbox auf Nextcloud umgestiegen bin, suche ich natürlich auch ein Tagebuch, das sich darüber synchronisieren lässt.

    Es gibt zwar Apps von Nextcloud, die eine Tagebuchfunktion anbieten. Aber beide werden aktuell eher wenig bis gar nicht unterstützt.

    Nun habe ich Diarium wiederentdeckt. Die App ist nicht Open Source, wird aber seit Jahren von einem engagierten Entwickler gepflegt.

    Diarium kann auch einiges – siehe die Feature-Liste ganz unten auf der Diarum Website.

    Im Vergleich zu Day One verlangt der Entwickler nur einen einmaligen einstelligen Eurobetrag pro Plattform (Android, iOS, Apple, Windows). Day One hingegen ist nur im Abonnement erhältlich.

    Diarium kann per WebDav über die Nextcloud synchronisiert werden.

    Dann gibt es noch Joplin. Das ist keine explizite Tagebuch-App, kann aber durchaus als solche genutzt werden. Einträge mit Ortsangabe, das Datum des Eintrags kann geändert werden und die Einträge in einem Notizbuch können nach Datum sortiert werden.

    Nun stehe ich vor der Frage, ob ich bei Day One bleibe oder wechsle. Und wenn ja, wohin. Wobei Diarium es mir besonders leicht machen würde, da es die Einträge von Day One einfach importieren kann.

    Frage an die Runde: Benutzt ihr Joplin oder Diarium als Tagebuch? Wie kommt ihr damit klar? Oder kennt ihr eine andere App, die mit Nextcloud synchronisiert und auf Mac und iPhone/iPad läuft?

    Nachtrag: Sollte man wollen, der Transfer der Inhalte von Diarium nach Joplin funktioniert (mit kleinen Abstrichen) tadellos – siehe Von Diarium nach Joplin.