Schlagwort: Barrierefreiheit

  • Blue Beanie Day – Es tut mir leid

    Nach all den Jahren, in denen ich den Blue Beanie Day unterstützt habe, ist er dieses Jahr spurlos an mir vorüber gegangen.

    Ich war/bin privat „eingedeckt“ und hatte einfach keinen Kopf dafür bzw. ist mir erst nachmittags aufgefallen, dass ja schon der 30. November 2023 ist.

    ABER: Der Blue Beanie Day ist Aktionstag, aber er ist nur ein Tag von vielen im Jahr. Daher werde ich mich bemühen an diesen weiteren Tagen entsprechende Zeichen zu setzen, aktiv an einem „Web für alle Menschen“ mitzuwirken. Und das ist schließlich wichtiger, als die blaue Haube.

    Wobei ich hoffe, dass ich nächstes Jahr den Blue Beanie Day wieder zelebrieren kann.

    Blaue Haube mit Aufschrift "Blue Beanie Day"
  • Fediverse und Barrierefreiheit

    Ist das Fediverse auch für behinderte Menschen gut nutzbar. Eine erste Auskunft gibt Eric Eggert in seinem Blogartikel Accessibility in the Fediverse (and Mastodon).

    Für mich interessant ist die relative lange Liste an Menschen, die sich mit „Accessibility“ beschäftigen und ein Profil im Fediverse haben. Was mir auffällt: Durchwegs alle verwenden eine Mastodon Instanz, die meisten sind bei der größten Instanz mastodon.social. Irgendwie schade. Wäre wirklich interessant, wie es sich für Menschen mit Seh- und anderen Behinderungen auf Friendica, Hubzilla oder Pleroma anfühlt.

  • Mobiler Strandlift

    Dieses Jahr habe ich in Griechenland ein ungewöhnliches Gefährt gesehen, den „Sea Access“ Strandlift. Schaut euch auf der Website das Video an, dann seht ihr um was es geht.

    Der Strandlift ist eine Möglichkeit, dass gehbehinderte Menschen autonom ins Meer gelangen können. Der Wagen wird am Strand in die Nähe des Meeres gefahren. Ausklappbare Schienen führen dann ins Meer hinein. Vom Rollstuhl aus (als Beispiel) setzt man sich auf den Sitz des Strandlifts. Dieser wird dann ausgeklinkt und von einem Elektromotor über die Schienen ins Meer gezogen. Dort kann man dann schwimmend den Sessel verlassen. Zurück kommt man umgekehrt.

    Das Ganze ist anscheinend auch ein griechisches Patent.

    Ich habe den Fund gleich einmal der BIZEPS Redaktion geschickt, die es als Bild der (31.) Woche veröffentlichten.

  • Die ewige Diskussion um das sprachliche Gendern

    Verständlich zu schreiben und dabei auch an unterschiedliche Zielgruppen zu denken, das ist nicht so einfach. Diesen Fragen habe ich mich immer wieder gewidmet.

    Nun lese ich auf BIZEPS den Artikel „Wenn es keine einfache Lösung gibt …

    Er bringt all diese Fragen nochmals auf. Wie soll man unterschiedliche Geschlechtsidentitäten textlich darstellen. Das Binnen-I ist zu wenig und Doppelpunkt, Unterstrich und Stern gehen manchen auch nicht weit genug.

    Dann kommt die Frage hinzu wie lesbar das Ganze noch ist. Insbesondere, wenn es Menschen mit Lernschwierigkeiten verstehen sollen oder Screenreader sehbehinderten Menschen Texte entsprechend vorlesen sollten.

    So gibt es nicht nur die Diskussion zwischen der LGBTIQ+ Community und derer der behinderten Menschen. Denn es gibt ja nicht nur die eine Community. Menschen leben in unterschiedlichen Verhältnissen, betrachten ihr eigenes Leben individuell. So gibt es dann viele Meinungen, Wünsche und Forderungen. Und damit auch viele Widersprüchle.

    Als ich obigen Artikel zum ersten mal las, dachte ich mir: Und was jetzt? Was mache ich jetzt als Blogger, der gerne recht inklusiv schreiben möchte.

    In meinem Artikel Gendergerecht barrierefrei schreiben fand ich jetzt zwei Sätze von mir, mit denen ich mir schon damals die Antwort gab:

    Je mehr ich lese, umso schwieriger wird es. Es gibt nicht die eine richtige Regel, wie man mit der Frage gendergerechte Sprache und Barrierefreiheit umgeht. 

    Es ist ein Thema, das wir immer wieder neu diskutieren und ausverhandeln müssen. Weil es so lebt, wie sich unsere Sichtweisen und die Art unseres Zusammenleben immer wieder ändern.

    Somit ist jeder neue Artikel von mir ein neuer Versuch, jede:n Lesende:n besser zu erreichen. Ich verwende derzeit den Doppelpunkt um Menschen unterschiedliche Identität einzubeziehen. Aber so ein Doppelpunkt kann nicht alles sein. Ich muss mir immer wieder überlegen, ob meine Text im wahrsten Sinne des Wortes „ansprechend“ ist. Erreicht er dich, kannst du ihn verstehen und meine Gedankengänge nachvollziehen?

    Natürlich hätte ich lieber einen Text bei BIZEPS gelesen, der mir sagt, dass ich so oder so schreiben soll und dass dann alle glücklich sind.

    Aber Sprache lebt von Kommunikation, ist ein immer wieder ausverhandeln, was wir unter Begriffen verstehen, welche Bilder in meinem Kopf und in deinem Kopf dazu entstehen. Umso mehr sind mir daher Kommentare wichtig, die mir ein Feedback geben, wie ich meine Texte ansprechender gestalten könnte.

    Es bleibt also eine ewige Diskussion wie wir sprachlich gendern und wie wir barrierefrei schreiben können und sollen. Und vielleicht ist das gut so.

  • Sprachwechsel in WordPress

    Ich hätte nicht gedacht, dass ich in „Nur ein Blog“ mal so viel über WordPress schreibe. Aber ich entdecke so langsam dieses Stück Software und seine „eigenen Eigenheiten“. Das möchte ich gerne mit euch teilen, da ich weiß, dass es oft die kleinen Probleme sind, bei denen man froh ist, irgendwo eine Information zu finden.

    Die Auszeichnung des Sprachwechsels ist eigentlich keine Kleinigkeit. Denn immerhin geht es darum, dass z.B. Screenreader sehbehinderten Menschen Wörter richtig vorlesen und diese somit überhaupt verständlich sind.

    Sylvia Egger weist in ihrem Artikel „Sprachwechsel im WordPress-Editor“ auf das Problem hin, dass man das bis heute für einzelne Worte nicht machen kann. Workaround wäre auf den Code-Editor zu gehen oder ein Plugin zu verwenden (siehe Sylvias Artikel), der aber auch nicht alle Probleme löst.

    Schade, da hoffe ich in Zukunft auf mehr Einsicht bei den WordPress Entwicklern.

  • Der Blue Beanie Day 2021 kommt

    Profilfoto Robert Lender mit Blauer Haube

    Dieser Artikel hätte schon vor Monaten erscheinen sollen. Hätte. Aber ich wollte noch eine neue Idee entwickeln und fand dann keine Zeit bzw. Muse, eine gute Aktion zu starten. Und dann war der November so dicht und die Couch mir näher als mein Blog.

    Aber ein Web für alle ist einfach zu wichtig um zu schweigen. Das Internet ist zu essentiell, als das wir Menschen davon ausschließen. Gerade in diesen Zeiten.

    Daher setze ich auch am 30. November 2021 eine blaue Mütze auf um für Standards für Web, für eine Internet ohne Barrieren – eben ein Web für alle – ein kleines Zeichen zu setzen.

    Wer mehr wissen will, für den habe ich den Blue Beanie Day erklärt.

    Eine kompaktere Fassung gibt es auf deutsch und auch auf englisch:

    Danke an access4all.ch, das mich mit dem Artikel Das Web für alle rechtzeitig gestupst hat.

    Und wenn jemand etwas dazu postet, bloggt, … lasst mich es doch bitte wissen. Gerne sammle ich all das in meinem Blog.

    Der Hashtag lautet . Eine Social Media Wall gibt es auch.

  • Govcamp Vienna 2021: Digitale Inklusion

    Am 26. November 2021 findet online das GovCamp Vienna 2021 statt. Dieses Barcamp läuft diesmal unter dem Titel „Niemand bleibt zurück. Oder?“.

    Die Veranstalter schreiben dazu:

    Digitale Technologien können das Leben vereinfachen, Brücken schlagen und Verbindungen über den gesamten Globus hinweg ermöglichen. Aber nur solange digitale Anwendungen barrierefrei, selbsterklärend und universell zugänglich sind, ist die digitale inklusive Teilhabe aller Menschen sichergestellt.
    Während der Corona-Pandemie haben digitale Anwendungen und Medien einen neuen Stellenwert erlangt. Egal ob Home Office, Distance Learning oder Videokonferenz: die Krise hat – ob wir wollen oder nicht – unser Leben zu einem großen Teil in den virtuellen Raum verlagert. 
    Sind wir in diesem Raum alle gleichberechtigt? Haben alle Menschen gleichermaßen Zugang zu diesem neuen virtuellen Teil des Berufs- und Privatlebens? Sind die Kompetenzen, die es heute und in Zukunft braucht überall vorhanden oder erlernbar? 

    Ist die digitale Inklusion Realität – oder bleibt jemand zurück?
    Diese und andere Fragen werden am govcamp vienna 2021 zur Diskussion stehen.

    GovCamp Vienna 2021

    Ein wichtiges Thema. Umso, da sich vieles in den digitalen Raum verlagert. Wer dann ausgeschlossen wird, bleibt wirklich draussen und hat kaum Alternativen.

    Das Barcamp ist auch eine gute Einstimmung zum Blue Beanie Day am 30. November.

  • Gendergerecht barrierefrei schreiben

    Martin Schienbein hat dazu einen Artikel verfasst: Barrierefrei gendern – wie geht das?

    In zwei Podcast Ausgaben widmet er sich ebenfalls diesem Thema:

    Armin Wolf widmete sich Frage, ob Gendern der „Tod der Sprache“ ist und gab gleich ein Nein zu Antwort bevor er länger ausholte.

    Auf Bizeps fand ich noch den Hinweis auf einen Online-Kurs. Capito, ist eine Firma, die Texte in Leichter Lesen Versionen übersetzt. Ihr vierteiliger Online-Kurs „Barrierefrei und verständlich gendern“ hat folgendes Anliegen:

    Wir möchten Ihnen in diesem eLearning-Kurs vermitteln, welche Formen des Genderns besonders verständlich sind – und die Diskussion somit um eine weitere Facette bereichern.

    Capito

    Der Kurs ist nicht kostenlos und alle vier Module kosten zusammen rund 200 Euro. Deshalb überlege ich noch, ob ich mir den Kurs leisten möchte. Das günstigste Modul kostet 20 Euro und ist vielleicht eine Möglichkeit rauszufinden, ob man den Ansatz der Vermittlung von capito interessant genug empfindet.

    Lange Zeit war es ja nur die Diskussion, ob wir bei Begriffen das männliche und weibliche Geschlecht gleichzeitig und gleichwertig darstellen. Dann kam die Frage, wie man sprachlich mit dem dritten Geschlecht oder überhaupt ganz unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten umgehen soll.

    Da kamen viele Ideen wie Leser*innen, Leser:innen, Leser_innen und noch komplexere Formen. Abgesehen von der nie endenden Diskussion, ob wir das alles brauchen und ob unsere Sprache das überhaupt erlaubt kam natürlich die Frage: wie barrierefrei ist das?

    Mitten in diese Diskussion kam Apple und sprach seine Käufer:innen auf einmal mit Doppelpunkt an. Oder wie t3n schrieb: Apple schafft beim Gendern Fakten. Die Futurezone meinte: Apple macht das Gendern mit iOS15 zur Normalität.

    Siehe da. Der Doppelpunkt wurde auf einmal auch von anderen bevorzugt und verwendet. Die Frage blieb, ob das barrierefrei sei. Die Web Accessibility Expertin Maria Putzhuber schreibt dazu, dass jede Lösung Schwierigkeiten für Screenreader Leser für sich bringt. Ich würde aber aus ihrem Artikel herauslesen, dass die Doppelpunktlösung noch am angenehmsten nutzbar ist.

    Gendern auf Nur ein Blog

    Nun, ich schreibe schon lange meine Texte mit einem Binnen-I. Begonnen habe ich im Rahmen einer Aktion, bei der der älteste Blogger Österreichs gesucht wurde. Und viele kamen nicht darauf, dass sie auch an Bloggerinnen denken könnten.

    Seither ist mir diese Schreibweise zu 95 Prozent in Blut und Finger geraten und es ist für mich nicht kompliziert Texte so zu schreiben und auch zu lesen.

    Als nächsten Schritt probiere ich nun, wie sich so ein Doppelpunkt anfühlt. Dieser kommt ja oft vor einer Aufzählung. Seht es daher auch als kleines Zeichen, dass wir bei jedem Begriff daran denken sollten, dass die Menschen dahinter sehr individuell sind. Blogger:innen schreiben über ganz unterschiedliche Dinge und mit unterschiedlichen Meinungen. Meine Leser:innen sehen sich als Mann, als Frau oder in/mit einer ganz anderen Identität.

    Und kommt mir bitte nicht mit der Frage, ob die deutsche Sprache drunter leidet. Sprache war und ist wandelbar. Daher darf ich zum Schluss aus dem Urfaust zitieren:

    Hab nun, ach! die Philosophey,
    Medizin und Juristerey
    Und leider auch die Theologie
    Durchaus studirt mit heisser Müh.
    Da steh ich nun, ich armer Thor,
    Und binn so klug als wie zuvor.

    Und eigentlich geht es dem Faust wie mir in dieser Frage. Je mehr ich lese, umso schwieriger wird es. Es gibt nicht die eine richtige Regel, wie man mit der Frage gendergerechte Sprache und Barrierefreiheit umgeht.

    Es ist ein Thema, das wir immer wieder neu diskutieren und ausverhandeln müssen. Weil es so lebt, wie sich unsere Sichtweisen und die Art unseres Zusammenleben immer wieder ändern.

  • t3n zu Bildbeschreibungen in Facebook, Twitter und Co.

    Das t3n Magazin schreibt über Barrierefreiheit: Facebook und Instagram verbessern KI-generierte Bildbeschreibungen. Fein ist, dass sie auch erwähnen, dass man manches noch selbst beschreiben muss und auch sollte.

    Dazu noch ein Hinweis auf meinen früheren Artikel über Alternativtexte zu Facebook und Instagram hinzufügen.

  • MAIN_web

    Vor etlichen Jahren existierte der Verein MAIN_Medienarbeit Integrativ. Er beschrieb sich auf seiner Website MAIN_web wie folgt:

    MAIN_Medienarbeit Integrativ ist ein gemeinnütziger Verein für inklusive und barrierefreie Information und Öffentlichkeit. Anliegen von MAIN ist es, den Zugang, die Präsenz sowie die selbstbewusste und selbstbestimmte, qualitätsvolle und nichtdiskriminierende Darstellung von Menschen mit Behinderungen und anderer sozial benachteiligter Gruppen in den Bereichen Medien, Journalismus, Public Relations, Werbung, Kunst und Kultur zu fördern.

    Quelle: MAIN_web

    Die Seiten sind zu großen Teilen in der Wayback Machine gesichert, ebenso die des Blogs von MAIN.

    Ich habe etliche Projekte mit dem Verein durchgeführt. Hier gilt mein besonderer Dank Beate Firlinger für all den kreativen Austausch und dessen Umsetzung.

    Sukzessive möchte ich diese Projekte hier auflisten.

    Vorerst hat dieser Artikel die Aufgabe, für einzelne interne Links auf die frühere Website und des Blog von MAIN als Anlaufstelle zu dienen.