Monat: Oktober 2021

  • Gendergerecht barrierefrei schreiben

    Martin Schienbein hat dazu einen Artikel verfasst: Barrierefrei gendern – wie geht das?

    In zwei Podcast Ausgaben widmet er sich ebenfalls diesem Thema:

    Armin Wolf widmete sich Frage, ob Gendern der „Tod der Sprache“ ist und gab gleich ein Nein zu Antwort bevor er länger ausholte.

    Auf Bizeps fand ich noch den Hinweis auf einen Online-Kurs. Capito, ist eine Firma, die Texte in Leichter Lesen Versionen übersetzt. Ihr vierteiliger Online-Kurs „Barrierefrei und verständlich gendern“ hat folgendes Anliegen:

    Wir möchten Ihnen in diesem eLearning-Kurs vermitteln, welche Formen des Genderns besonders verständlich sind – und die Diskussion somit um eine weitere Facette bereichern.

    Capito

    Der Kurs ist nicht kostenlos und alle vier Module kosten zusammen rund 200 Euro. Deshalb überlege ich noch, ob ich mir den Kurs leisten möchte. Das günstigste Modul kostet 20 Euro und ist vielleicht eine Möglichkeit rauszufinden, ob man den Ansatz der Vermittlung von capito interessant genug empfindet.

    Lange Zeit war es ja nur die Diskussion, ob wir bei Begriffen das männliche und weibliche Geschlecht gleichzeitig und gleichwertig darstellen. Dann kam die Frage, wie man sprachlich mit dem dritten Geschlecht oder überhaupt ganz unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten umgehen soll.

    Da kamen viele Ideen wie Leser*innen, Leser:innen, Leser_innen und noch komplexere Formen. Abgesehen von der nie endenden Diskussion, ob wir das alles brauchen und ob unsere Sprache das überhaupt erlaubt kam natürlich die Frage: wie barrierefrei ist das?

    Mitten in diese Diskussion kam Apple und sprach seine Käufer:innen auf einmal mit Doppelpunkt an. Oder wie t3n schrieb: Apple schafft beim Gendern Fakten. Die Futurezone meinte: Apple macht das Gendern mit iOS15 zur Normalität.

    Siehe da. Der Doppelpunkt wurde auf einmal auch von anderen bevorzugt und verwendet. Die Frage blieb, ob das barrierefrei sei. Die Web Accessibility Expertin Maria Putzhuber schreibt dazu, dass jede Lösung Schwierigkeiten für Screenreader Leser für sich bringt. Ich würde aber aus ihrem Artikel herauslesen, dass die Doppelpunktlösung noch am angenehmsten nutzbar ist.

    Gendern auf Nur ein Blog

    Nun, ich schreibe schon lange meine Texte mit einem Binnen-I. Begonnen habe ich im Rahmen einer Aktion, bei der der älteste Blogger Österreichs gesucht wurde. Und viele kamen nicht darauf, dass sie auch an Bloggerinnen denken könnten.

    Seither ist mir diese Schreibweise zu 95 Prozent in Blut und Finger geraten und es ist für mich nicht kompliziert Texte so zu schreiben und auch zu lesen.

    Als nächsten Schritt probiere ich nun, wie sich so ein Doppelpunkt anfühlt. Dieser kommt ja oft vor einer Aufzählung. Seht es daher auch als kleines Zeichen, dass wir bei jedem Begriff daran denken sollten, dass die Menschen dahinter sehr individuell sind. Blogger:innen schreiben über ganz unterschiedliche Dinge und mit unterschiedlichen Meinungen. Meine Leser:innen sehen sich als Mann, als Frau oder in/mit einer ganz anderen Identität.

    Und kommt mir bitte nicht mit der Frage, ob die deutsche Sprache drunter leidet. Sprache war und ist wandelbar. Daher darf ich zum Schluss aus dem Urfaust zitieren:

    Hab nun, ach! die Philosophey,
    Medizin und Juristerey
    Und leider auch die Theologie
    Durchaus studirt mit heisser Müh.
    Da steh ich nun, ich armer Thor,
    Und binn so klug als wie zuvor.

    Und eigentlich geht es dem Faust wie mir in dieser Frage. Je mehr ich lese, umso schwieriger wird es. Es gibt nicht die eine richtige Regel, wie man mit der Frage gendergerechte Sprache und Barrierefreiheit umgeht.

    Es ist ein Thema, das wir immer wieder neu diskutieren und ausverhandeln müssen. Weil es so lebt, wie sich unsere Sichtweisen und die Art unseres Zusammenleben immer wieder ändern.

  • Die Lange Geschichte der Notizen Apps

    Ich mag es ein digitaler Mensch zu sein. Daher habe ich recht früh begonnen alles was geht zu digitalisieren. Was eine vernünftige und sinnvolle Organisation einzelner Aspekte des Lebens aber braucht, dass sind gute Apps.

    Evernote

    Viele Jahre habe ich mit Evernote gearbeitet. Es war wirklich der Speicher für fast alles: Notizen, Dokumente, Bilder außerhalb des Fotoalbums, … Dann kam die Zeit, da mich Evernote immer wieder ein wenig ärgerte. Da gab es mal ein Problem und dort landeten Dateien nicht. Nichts schlimmes. Meistens ließ es sich beheben. Aber bei einem Speicherkasten für fast eh alles habe ich halt Ansprüche.

    Über ein Jahr lang wurde dann Evernote umgebaut. Ich wartete. Dann kam das überarbeitete Ding. Die neue App für den Mac war so eine, die nicht speziell für den Mac designt war. Sie war langsam, hatte Bugs. Aber die Updates kamen schnell und öfters. Aber so wirklich gut fühlte es sich nicht an. Die iOS App hat eine eigene Scan-Funktion, aber schlußendlich landen hier immer nur Bilder in Evernote und keine PDFs. Das wurde von Update zu Update nicht besser. Es gibt zwar einen Offline-Modus, damit Dateien auch ohne Internet- oder Mobilfunkverbindung verfügbar sind. Doch trotz monatelanger Nutzung ist noch immer nicht alles offline verfügbar.

    Evernote fühlte sich weiterhin für mich unrund an.

    Apple Notizen

    Da kam Apple mit seiner erneuerten Notizen App gerade recht. Ok, nicht perfekt und manches Feature von Evernote fehlte. So kann man in Apples Notizen kein Erstellungsdatum ändern. In Evernote versteckt sich das Feature aber jetzt auch, sodass ein bearbeiten von mehreren Notizen in Evernote auch keine Freude macht.

    So arbeitete ich mich in Apples Notizen ein und fand es recht brauchbar und insbesondere gut in MacOS und iOS integriert. Aber die Sychronisation hakte nach ein paar Notizen. Ich lösche eine Notiz am Mac (die auf dem iPhone auch zu finden ist). Schwups ist diese nach ein paar Sekunden wieder da. Ich lege eine Notiz auf einem Gerät an und es grenzt an ein Wunder wenn sie synchronisiert wird. Ich bin etlichen Tipps nachgegangen, aber nichts half langfristig.

    So gut die App auch ist. Ohne gute und verläßliche Synchronisation zwischen meinen Geräten ist sie nicht für mich brauchbar.

    Damit kann ich mein Go Apple Projekt leider nur in anderen Teilen weiter fortsetzen. Aber es war und ist nur ein Experiment mit offenen Ergebnis.

    Craft

    Und jetzt habe ich Craft entdeckt. Craft ist eine junge Anwendung, die 2020 das Licht der digitalen Welt erblickt. Die Apps sind konsequent für iOS, iPadOS und MacOS gestaltet. Die Oberfläche ist stylisch und hat einige interessante Ansätze. Nein, Craft ist noch nicht perfekt. Aber es ist relativ neu und Updates kommen fast im Zweiwochen-Takt. Die Entwickler sind direkt ansprechbar.

    Was mich an Craft so alles fasziniert und ob es Evernote vollständig ersetzen kann, dazu folgt bald ein weiterer Artikel.