Monat: Februar 2019

  • Ich habe einen Bot als Freund

    Nein, noch nicht. Aber in den letzten Tagen sind mir zwei Artikeln untergekommen, die mich ein wenig nachdenklich machten. Zuerst las ich KI-Textgenerator zu gefährlich: Wissenschaftler vermeiden Veröffentlichung. Am selben Tag gab es auch die Schlagzeile KI erschafft Gesichter von Menschen, die es nicht gibt.

    Kurz gesagt. Da gibt es ein Programm, dass Texte genauso gut verfassen kann, wie Menschen. Und dann gibt es ein anderes Programm, das Porträtfotos künstlich erzeugt. Allein mit Ohren und so gibt es noch da und dort eine Schwierigkeit. Und dann gibt es noch Fake Porn: KI-generierte Pornos werden ein Riesenproblem und Deep Video Portraits erlauben nahezu perfekte Fake-Videos.

    Denke ich das ein wenig zusammen, dann stellen sich meine Nackenhaare doch ein wenig auf.

    Dann haben wir in wenigen Monaten, Jahren, vielleicht eine KI, die eine ganze Person auf vielfältiger Ebene erzeugen kann. Die KI legt einen Account bei Facebook an und hinterlegt das Profil mit einem künstlichen Porträtfoto. Sie erzeugt aber auch originäre Statusmeldungen. Nicht nur das. Es gibt auch nette (künstliche) Urlaubsfotos – sogar mit der Person und einiges mehr.

    Es gibt etliche Menschen, die ich nur online kenne. Ich habe sie noch nie gehört noch sie offline getroffen. Ich bin nur aufgrund bestimmter Themen und Diskussionen mit Ihnen in Kontakt gekommen.

    Und jetzt könnte ein solcher KI-Bot das auch schaffen. Über ihn würde ich vielleicht weitere Menschen kennenlernen, die auch alle nicht existieren. Die brauchen nur alle etwas weiter weg wohnen, sodass ich nicht so schnell auf die Idee komme sie zu treffen.

    Andererseits. Wie weit kenne ich manche meiner Online-„Freunde“? Woher weiß ich, dass sie mir nicht schlechtes wollen? Es ist machmal die Lebenserfahrung, die (trügerische) Menschenkenntnis und auch das Wissen, nicht alles allen anzuvertrauen und manches mehr. Denn nicht immer erzählt man über die Untiefen seines Lebens. Manchmal geht es nur um Hobbys oder andere gemeinsame Interessen. Wobei das auch manche Untiefe bieten kann.

    Aber die Vorstellung, dass ich dann stundenlang mit Menschen per Tastatur zu plaudern meine, ihrem Leben folge, und das alles sich nur als Bits und Bytes einer KI entpuppt, hat etwas seltsames an sich.

    Andererseits … vielleicht ist es in einiger Zeit auch ganz normal, dass man online auch künstliche Freunde hat. Eine KI mit der man einfach mal über etwas „reden“ kann, der es nicht fad wird dabei, wenn ich mal ausführlicher etwas loswerden möchte. Vielleicht ist so eine KI das, was man heutzutage mit der Roboterrobbe Paro versucht.

    Mag ich bei Paro auch im Moment vergessen (oder in meinen Hinterkopf) schieben, dass es nur eine Maschine ist, so weiß ich es immerhin. Eine KI mit obigen Fähigkeiten kann das wohl wunderbar verbergen, wenn sie den Auftrag dazu hat.
    Dann bleibt nur mehr die Frage, ob man sich doch mal offline treffen möchte. Und dann bin ich gespannt, welche Ausreden die KI sich so einfallen lässt …

  • Weihnachten

    Februar.

    Nur mehr wenige Monate.

    Hast du schon alle Geschenke?

    Nein. Aber die vom letzten Jahr warten noch ausgepackt zu werden. Die, die schon ausgepackt sind müssen noch umgetauscht werden.

    Passen sie nicht?

    Ja, nicht in meinen Lifestyle.

    Ich schreibe gerade die Liste derer, die es zu beschenken gilt. Nein, nicht aus Zuneigung. Verwandte und die, die mir auch etwas schenken könnten.

    Kennst du den peinlichen Moment, in dem man auf ein Weihnachtsgeschenk nur Danke sagen kann. Das beschämt. Da ist man was schuldig. Ein Paket zurückgeschoben egalisiert das Ganze. Alles ausgeglichen.

    Ja. Weihnachten ist die Zeit des Ausgleichs. All die Zuneigungen des Jahres, die man empfangen hat und nicht erwidern wollte in eine teure Verpackung mit irgendeinen Inhalt zusammenpacken und verschenken. Das muss dann reichen. Für ein ganzes nächstes Jahr.


    Dieser Artikel erscheint im Rahmen des Projekt *.txt zum Wort “Weihnachten“.

  • Ein Barcamp moderieren

    Erst jetzt gefunden: Kristine Honig schreibt über die Rolle des Moderators bei einem Barcamp.

    Und auf einen Blick sieht man, dass hier ganz schön viele Aufgaben zusammenkommen.

    Aus meiner Sicht ist es besonders notwendig "Barcamp-Newbies" abzuholen und zu begleiten und sie in die Gewohnheiten und Regeln von Barcamps einzuführen.

    All das (oder vieles davon) was Kristine aufzählt könnte man auch barcampmäßig verteilen.

    Beispiel wäre Barcamp-Regel 7:

    Sessions dauern so lange wie es sein muss oder die Folgesession beginnt.

    Natürlich ist es unterstützend wenn jemand herumgeht und darauf hinweist, dass der Raum in 5 Minuten gebraucht wird. So kann man Gedankengänge oder Diskussionen noch abschliessen etc.

    Wobei. Es ist Barcamp. Diskussionen kann man – wenn noch Interesse besteht – am Gang, in einem anderen Raum, beim Kaffee weiterführen. Und auf die nächste Session hinweisen kann auch der/die, der/die als nächstes dran kommt.

    Barcamps sind heutzutage oft recht gut organisiert. Aber was wäre, wenn sich ein Barcamp einmal auf die Selbstorganisationsfähigkeit der Anwesenden beruft. Oder finden sich dann auch welche, die moderierend tätig werden…

  • Mit einem Editor bloggen (Test)

    Onli hat die letzten Tagen an meiner Lieblings-Blog-Engine Serendipity gearbeitet und auch das XMLRPC Plugin bearbeitet aktualisiert.

    Dieses Plugin dient vereinfacht gesagt dazu, dass ich von außen mit meinem Blog kommunizieren kann. So kann ich über unterschiedliche Software Artikel lesen, erstellen und bearbeiten.

    Das probiere ich gleich mal aus und erstelle diesen Artikel mit der MacOS App MarsEdit.

    Nachtrag: MarsEdit erzeugt etliche Leerzeichen zwischen den Absätzen, die jedoch keine Auswirkung auf die Darstellung im Blog haben. Tags werden zwar in Marsedit angezeigt jedoch nicht in das Blog übertragen. Dies musste ich im Blog nachbearbeiten.
    Das muss ich mir noch anschauen, ob das besser geht.

  • Bear – Mein neuer Editor für Artikel und anderes

    Vor kurzem bin ich wieder auf Bear – Notes for iPhone, iPad and Mac gestossen.

    Bear erlaubt Notizen bzw. Texte mit der Textauszeichnungssprache Markdown zu erstellen. Über Markdown habe ich vor kurzem geschrieben.

    Nunmehr schreibe ich Blogartikel mit Bear und nicht mehr mit mit dem iA Writer. Warum der Umstieg?

    Vorab: iA Writer ist eine gute Software aber Bear hat ein paar Vorteile für mich.Installiert man das Bear Plugin in Safari, dann kann man ganze Webinhalte in Bear speichern. Besonderheit ist, dass die Seiteninhalte in Markdown „übersetzt“ werden. Das funktioniert für manche Blogs – wie das meinige – sehr gut und für andere Websites nicht so sehr.

    Bear legt die Texte in einer Datenbank ab, die lokal abliegt und über iCloud gesynct wird. Inklusive vielfältiger Exportfunktionen ist die Verwendung von Bear keine Einbahnstraße. Man kommt auch leicht wieder raus. Das gilt natürlich auch für den iA Writer, der Texte sogar in einzelnen Text-Dateien ablegt.

    Importieren ging auch einfach. Auf einen Schlag rund 200 Dateien markiert und diese werden als einzelne Texte mit dem jeweils korrekten Erstellungsdatum in Bear angelegt.

    Möchte man ein detaillierte Voransicht der Texte, also mit allen Formatierungen, dann kann man Bear mit Marked verbinden. Diese App kostet zusätzlich, bietet aber nicht nur Voransichten. Ein eingebauter Linkchecker ist für mich mehr als hilfreich. Nicht einmal habe ich Artikel veröffentlicht, bei dem ein Link falsch geschrieben etc war. Das passiert mir mit der App-Kombi nicht mehr.

    Bear arbeitet ebenfalls mit der Textauszeichnungssprache „Markdown“. Aus meiner Sicht werden die entsprechenden Formatierungen besser dargestellt. Auch das Handling von Links kommt mir einfacher vor. Wenn man mag übernimmt Bear gleich den Titel der Website.

    Texte werden nicht in Verzeichnissen gespeichert. Die Übersicht behält man mit Tags, die man sogar „schachteln“ kann, sodass man quasi eine Ordnerstruktur erhält.

    Artikel lassen sich innerhalb von Bear leicht untereinander verlinken. Deren Konvention (doppelte eckige Klammer vor und nach dem Titel) entspricht genau den Wiki-Links in meiner Lieblings-Blog-Engine Serendipity und somit kann ich diese Form von Verlinkung direkt in mein Blog übernehmen.
    Die Auswahl solcher interner Links erfolgt, wie auch die von Tags, über eine Auswahlliste die beim tippen des ersten Buchstabens auftaucht. Damit geht das ohne viel Arbeit oder Suche.

    Bear kostet aber. $ 1,49 im Monat oder $ 14,99 im Jahr. Die Basisversion ist kostenlos und erlaubt schon mal das ausprobieren (oder auch damit regulär zu arbeiten). Wenn ich sehe, dass damit die Entwickler auch die Ressource bekommen, die App weiter zu entwickeln, dann ist mir das recht. Da klingt A sneak peek at what’s coming for Bear recht interessant.

    Auf Reddit gibt es ein feines offizielles Bear Forum.

    Abgesehen von den Funktionen bietet Bear einfach eine schöne Oberfläche. Es soll ja auch Menschen geben, die sich feine Notizbücher kaufen, weil sie damit besser schreiben können.

  • Schule und Barcamp #2

    Im Jahr 2014 konnte ich schon mal über ein Barcamp in der Schule bloggen. Damals waren es die SchülerInnen, die so aktiviert werden sollten.

    Erst jetzt habe ich den Beitrag von Dejan Mihajlovic über Barcamp macht Schule aus 2017 entdeckt. Ausführlich schildert er seinen (anscheinend geglückten) Versuch den Lehrkörper (was für ein Wort) seiner Schule zu einem etwas anderen Form des Austausch zu bringen.