Monat: November 2010

  • Barcamp Vienna: Zeichen für Accessibility

    Die Aktion [[140 Zeichen für Accessibility]] ist nicht unbedingt durchgestartet. Aber das macht nichts.

    Umso mehr freut es mich, dass ich beim [Barcamp Vienna]https://web.archive.org/web/20111104203738/http://www.barcamp.at:80/BarCamp_Vienna_10/2010 einige Zeichen gesehen habe. (mehr …)

  • Barcamp Vienna: Umgang mit no-shows

    Eigentlich wollte ich mit all den kreativen, anregenden, witzigen und spannenden Erlebnissen und Sessions beim Barcamp Vienna (voriges Wochenende) beginnen. Aber einige baten mich zuerst die Session zu „no-shows“ zusammen zu fassen. Auch die Wikipedia kennt die no-shows. Das sind diejenigen, die trotz Anmeldung nicht erscheinen.

    Barcamps erleben das immer wieder. Aufgrund der einfachen und formlosen Anmeldung (Eintragung ins Barcampwiki) gibt es wenig Verbindlichkeit und Zwang (glücklicherweise) beim Barcamp zu erscheinen. Man könnte meinen, dass no-shows quasi zwangsläufig zu Barcamps dazu gehören.

    Beim Barcamp Vienna betrug die no-show Rate jedoch an die 40 Prozent. Das ist nicht mehr mit Krankheit, familiären Verpflichtungen und „ich hab´s glatt vergessen“ zu erklären. Manche twitterten sogar, dass sie halt bis in die Morgenstunden irgendwo gefeiert hätten und jetzt halt zu müde zum kommen wären.
    Das war ärgerlich, da andererseits auf der Liste noch Menschen warteten, die gerne gekommen wären. Aber auch hier gab es mancheN, die man dann aufgrund betteln und bitten dazu ließ … und die dann doch nicht kamen.

    Doch wie damit umgehen? Das war Inhalt einer Session, die ich quasi „hosten“ durfte. Nachfolgend die Ergebnisse, die mein Gehirn und mein Notizbuch (ja, eines aus Papier) noch wieder geben können. Daher bleibe ich – so wie die Diskussion – etwas ungeordnet und stichwortartig. Denn eine einhellige Meinung gab es nicht, aber einige interessante Sichtweisen.

    Dieter (als Organisator) sah das Ganze nicht so dramatisch. No-shows erwartet man und daher „überbucht“ man auch. Nun gut, bei diesem Barcamp gab es genügend Sessionräume, sodass auch ein zuviel (wären doch alle gekommen) nicht problematisch gewesen wäre.

    Problematisch kann es dort werden, wo es um die Frage von Buffet und Barcamp T-Shirts – die zwei großen Unbekannten und hohen Kostenfaktoren (wenn die Räume nicht mitgerechnet werden) – geht. Im Falle des Barcamps wurden halt die restlichen Pizzen etc. in eine Sozialeinrichtung gebracht.

    Aber schon allein bei der Frage nach einem Kostenbeitrag für das Buffet schieden sich die Geister. Der eine würde 15 Euro für ein tolles Buffet zahlen, der andere fand (als SchülerIn, StudentIn) 5 Euro als angemessen. Ansonsten würde man einen nahen Supermarkt aufsuchen. Aber das zerstreut das Barcamp und macht gerade den lockeren Austausch in der großen Pause schwer.

    Man könnte das Ganze auch an der Anmeldungswurzel packen. Wikis sind nicht gerade bedienungsfreundlich. Ein anderes (technische) Anmeldesystem könnte auch das schnellere austragen ermöglichen. Würde man eine E-Mail als verpflichtend ansehen könnte man auch ein paar Tage vorher nochmals um Bestätigung ersuchen. Beim Mobile Monday wird das zwar gemacht, aber auch hier gibt es eine no-show Rate.
    Die Idee doch bei der Anmeldung den Grad der „Erscheinungswahrscheinlichkeit“ einzugeben stieß auf nicht viel Widerhall. Hmm, was würden auch „Ich komme zu 80 Prozent“ aussagen?

    Eine andere Idee war zumindest die Erweiterung des Anmeldetextes. Neben Namen und Social Media Links sollte man den Text „Ich komme sicher“ eintippen bzw. ins Wiki kopieren. Der Effekt wurde aber stark bezweifelt.

    „Was nichts kostet ist nichts wert.“ Unter dieser Devise lag die Idee nahe, doch Geld zu verlangen. Nur wer vorher einzahlt ist dabei. Aber verträgt sich das mit der Barcamp Idee, mit einer Unkonferenz. Wer zahlt erwartet sich auch Leistung. Leistung von anderen und nicht von sich selbst.
    Natürlich könnte man die Einzahlung bei Erscheinen auch (mit Buffet) gegen verrechnen oder ganz zurück zu geben. Der Verwaltungsaufwand dafür ist aber auch nicht ohne.

    Mitten drin in der Diskussion kam das Wort „Wertschätzung“ auf. Liegt es einfach daran, dass die no-shows (abgesehen von denen, die wirklich triftige Gründe für ihr Nichterscheinen haben) Barcamps wenig Wert schätzen. Denn hier arbeiten viele an der Organisation, Bewerbung, … kostenlos.
    So wurde auch bemäkelt, dass manche nicht einmal ihren eigenen Mist beim Barcamp wegräumen. Und Putzpersonal sei halt bei einem Barcamp (aufgrund der Kosten) selten. Hier sei wieder gefragt, auf die Eigenverantwortung hin zu weisen.

    Barcamp sind wir alle! Jemand wies daraufhin, dass die „Newbie“ Rate beim Barcamp Vienna recht hoch war/ist. Newbie im Sinne, dass es für die Person der erste Barcampbesuch war.
    Diese Newbies müsste man vielleicht viel mehr darüber informieren, wie Barcamps funktionieren, dass Nichterscheinen für Probleme sorgen kann. Barcamp ist eben keine Konferenz, bei der man alles zahlt. Wenn man dann nicht kommt, ist es egal. Das Buffet ist bezahlt, die ReferentInnen reden trotzdem (mit Honorar). Eine solche Veranstaltung braucht nur Zahlende aber keine Teilnehmenden.
    Diesen Unterschied müsste man wieder mehr ins Bewußtsein rücken.

    Ein Teil der Newbie „Aufklärung“ (bitte nicht zu belehrend zu verstehen) wurde schon zu diesem Barcamp gestartet. Die Frag mich was zum Barcamp… Aktion hat dabei recht gut funktioniert und sollte man eventuell auch weiter anbieten.

    Es war meiner Meinung nach sehr positiv, dass von ersten „Name them, shame them“ Kommentaren die Diskussion in Richtung Weiterentwicklung von Barcamps ging.

    Es ging ein wenig in Richtung dessen, was ich unter Das nächste Barcamp naht beschrieb:

    Eine Großcamp ermöglicht (wenn es die TeilnehmerInnen so gestalten) viele kreative Inseln, die man neben den Sessions besuchen kann.

    Natürlich gab es auch die Diskussion, ob kleinere Barcamps nicht besser wären. Aber auch hier zeigten Erfahrungen (wie z.B. das AlmCamp), dass es no-shows gibt, sogar wenn man vorab einen Beitrag leisten musste.

    Apropos Beitrag. Eine Idee war, quasi als Eintrittsgeld einen Blogbeitrag oder das Versprechen eine Session abzuhalten verlangt.

    Die absolute Gegenrichtung war, dass man Barcamps ganz offen probieren könnte. Einfach nur Raum und die Möglichkeit „spontan“ Essen zu organisieren. Keine Anmeldung. Wer kommt, der/die ist da. Spannende Idee, die man fast einmal probieren sollte.

    Irgendwer meinte mitten in der Diskussion: „Hey Leute, das ist eine Unkonferenz“. Yep, das ist es. Ob ein Struktur oder eine Organisation dem „Un-“ widerspricht? Darüber lässt sich trefflich diskutieren. Aber „Unkonferenz“ heißt auf alle Fälle immer wieder über die Organisationsform als solche nachzudenken und Neues anzuregen.

    Zum Schluss noch eine Idee, die wir nach der Session in kleinster Runde noch ein wenig diskutierten. Die Barcamp-KurartorInnen. Hoffentlich ist das kein „Unwort“. Egal wie man sie jetzt bezeichnen möchte. Die Idee dahinter ist das interessante.

    Menschen, die die Anmeldeliste am Barcampwiki durchgehen und dann Angemeldete gezielt vorher ansprechen/mailen/twittern. Und wozu?

    • Jemand ermuntern, eine spezielle Session abzuhalten. Denn viele haben ein spannendes Knowhow, glauben aber nicht, dass es für andere interessant ist. So war abseits von Social Media eine Schlauchbootfahrt auf der Donau beim jetzigen Barcamp eine vielbeachtete Session.
    • Jemanden anregen eine Kreativinsel zu schaffen. Barchair, Portraitfotosession gegen Blogbeitrag sind hier nur einige Stichworte.
    • Zwei Menschen zusammenbringen, die sich gar nicht kennen – aber gemeinsam eine interessante Thematik bringen könnten. So ergab sich mitten am Barcamp Klagenfurt eine gemeinsame Session von Usability und Accessibility Experten.

    Es geht also darum, schon vorab Menschen anzuregen aktiv etwas zum Barcamp beizutragen. Das könnte einerseits die no-show Rate verringern. Noch bedeutsamer erscheint mir aber, dass damit Barcamps zu noch kreativeren Umgebungen werden können.

    Ps: Die Grundidee KuratorIn stammt nicht von mir, sondern von Gerald Bäck.
    PPs: Die OrganisatorInnen des Barcamp Klagenfurt (vormerken: 4. bis 6. Februar 2011) haben angekündigt ein Creation- und Barcamp zu machen. Nun, vielleicht geht das in diese Richtung. Ich bin gespannt.

  • @alleinrat – Das verändert wie wir Twitter nutzen

    Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierte Alleinr Austria das neue Service @alleinrat.

    Anmerkung vom 5. Februar 2021: Aufgrund Änderungen der Twitter API und anderer technischer Probleme (so wurde auch die Yahoo Pipe abgedreht) ist @alleinrat zwar noch im Netz, aber bietet leider nicht alle Funktionalitäten von damals. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Und Ruhe kann man auch so genießen.

    Am 28. Oktober konnte „Nur ein Blog“ die erfolgreiche Kooperation mit dem Alleinr Konzern Deutschland, repräsentiert durch UPLOAD, verkünden. An diesem Tag startete die regionalisierte Version Alleinr Austria des erfolgreichen Webprojekts alleinr.de.

    Logo Alleinr Austria
    Logo Alleinr Austria

    Nach nunmehr einem Jahr für mehr Ruhe im Web war es Zeit für einen Quantensprung. Mit der erfolgreichen Firma IhrWebprofi.at konnte das dafür notwendige Knowhow eingebracht werden. Vielen ist deren Inhaber Robert Harm auch als Chief Technical Officer (CTO) von webtermine.at bekannt.

    Die besagte Pressekonferenz fand ganz im Stil von Alleinr statt. Anstatt nach Presseaufregung zu heischen wurde der neue Dienst im Rahmen des Barcamp Vienna am 21. November 2010 präsentiert.

    Am (Fast-)Podium saßen Robert Lender (Alleinr Austria), Jan Tißler (Alleinr Mutterkonzern) und Robert Harm (IhrWebprofi.at).

    Was ist @alleinrat

    @alleinrat twittert – ganz dem Motto von alleinr verpflichtet – leere Tweets. Wann immer jemand das Wort „alleinr“ in einem Tweet erwähnt oder sich direkt mit „@alleinrat“ in Twitter an @alleinrat wendet wird ein solcher stummer, stiller Tweet erzeugt.

    Alleinr möchte mit @alleinrat ein wenig Ruhe und Zeit zur Besinnung in die persönliche Timeline jedes Twitteranten und jeder Twitterantin bringen.

    @alleinratkönnen Sie aber auch als Geschenk nutzen. Ein stilles Geschenk an alle, die @alleinratfolgen. Schreiben Sie an @alleinrat einen Wunsch nach Stille und Ruhe und innerhalb von 30 Minuten erhalten alle Follower des Dienstes einen leeren Tweet und somit ein wenig Pause im Lärm des Social Media.

    „Das verändert wie wir Twitter nutzen“, meinte Robert Lender.

    Gleichzeit gab er das Versprechen ab, dass @alleinrat niemals jemanden zurückfolgen wird, noch Nachrichten mit Inhalt verschicken wird. Dass man insoweit aktiv werden muss, indem man @alleinrat zumindest folgen muss, ist leider unvermeidlich.

    Wobei: über twitter.com/alleinrat kann man diese Ruhe auch ohne „Abonnement“ nutzen.

    Beta und Weiterentwicklung

    Alleinr Austria bedauert, dass es knapp nach der Vorstellung zu einer Störung kam. Die bestehende Beta 5 war noch mit einem Tracking Service verbunden. Dieses wurde mit der noch am Sonntag aufgespielten Beta 6 sofort entfernt und somit die Stille noch ruhiger.

    Der Betastatus ist weiterhin notwendig, da konsequente Ruhe immer wieder neu gesucht werden muss.

    Um mehr über die Intentionen der User von Alleinr zu erfahren hat Alleinr Austria eine Umfrage gestartet und bedauert gleichzeitig damit für Unruhe im Web zu sorgen.

    Nun, niemand ist perfekt. Auch nicht Alleinr.

    Aber nun, ganz Alleinr verpflichtet, einfach ein wenig Stille

  • Das nächste Barcamp naht

    Dieses Wochenende findet das „Barcamp Vienna“:http://www.barcamp.at/Barcamp_Vienna_10/2010 (das zweite dieses Jahr) statt.

    Nachfolgend ein paar Gedanken rundherum. (mehr …)

  • Social Media Outlaw

    Noch vor einer Woche sah ich mich als rechtschaffenen kleinen Blogger, der brav sein Twitter befüllt und auch ohne viele zeitliche Abstände in Facebook kommentierte. Hin und wieder ein Bild auf Flickr und ein kleines Zweitblog mit Artikelbeschickung über iPhone. Das Ganze noch ein wenig mit Gowalla und Foursquare garniert und schon fühlte ich mich brav im Social Media beheimatet.

    Und dann kam das „World Blogging Forum 2010“:http://www.wbf2010.at … (mehr …)

  • Ein Gedicht für Barrierefreiheit

    Am 30. November findet der [[Blue Beanie Day 2010]] statt und schön langsam gehen die Aktionen los.

    Jeffrey Zeldman hat einem [rosa Pony die Haube aufgesetzt](http://www.zeldman.com/2010/10/12/4th-annual-blue-beanie-day). Außerdem – und das ist interessanter – startete er mit heutigem Tag den [Blue Beanie Day Haiku Contest](http://www.zeldman.com/category/blue-beanie-day).

    Haiku? Wieder weiß die Wikipedia, [was ein Haiku ist](https://de.wikipedia.org/wiki/Haiku).

    Kurz gesagt (Zitat aus der Wikipedia):

    > Im Deutschen werden Haiku in der Regel dreizeilig geschrieben. Bis um die Jahrtausendwende galt zudem die Vorgabe von 5-7-5 Silben. Davon haben sich allerdings die meisten deutschsprachigen Haijin (Haiku-Poeten) entfernt. Sie weisen darauf hin, dass japanische Lauteinheiten alle gleich lang sind und weniger Information tragen als Silben in europäischen Sprachen. 17 japanische Lauteinheiten entsprechen etwa dem Informationsgehalt von 10 ? 14 deutschen Silben. Deshalb hat es sich mittlerweile unter vielen Haiku-Schreibern europäischer Sprachen eingebürgert, ohne Verlust des inhaltlichen Gedankengangs oder des gezeigten Bildes mit weniger als 17 Silben auszukommen.

    Vos hat uns gleich einen sehr [bunten Haiku geschenkt](http://vvn.net/wp/2010/11/15/haiku-for-blue-beanie-day):

    > Near Blue Beanie Day; Happy orange, green, blue; HTML5

    ##140 Zeichen für einen Haiku

    Eine wunderbare Idee. Hätte ich die doch für die [[140 Zeichen für Accessibility]] gehabt. Aber warum nicht? Wer also in Twitter einen Blue Beanie Haiku schreibt: Bitte mit #bbd10 und #140a11y markieren. Das geht sich locker aus 🙂

    So, ich muss jetzt mal einen Block herausholen und meinen Stift anwerfen …

  • Wenig gefragt und doch geantwortet

    Das Weblog „die karriere bibel“ hat eine witzige Idee für eine Blogparade. Der Titel lautet „Mach das Web zu einem schlaueren Ort!“:http://karrierebibel.de/mach-das-web-zu-einem-schlaueren-ort-die-blogparade/.

    Aufgabenstellung:

    bq. Machen Sie mit und mit mir das Internet zu einem schlaueren Ort. Suchen Sie sich die zehn (oder mehr) seltensten Fragen, mit denen Menschen zu Ihrem Blog finden ? und beantworten Sie diese. Ob ausführlich, kompetent, humorvoll oder ironisch ist letztlich egal. Hauptsache unterhaltsam. Machen Sie Ihre Webseite zu einem Ort, an dem noch offene Fragen endlich beantwortet werden.

    Also, da mache ich doch glatt mit…
    (mehr …)

  • A-Tag 2010 – ein persönlicher Rückblick

    A-Tag 2010 - Digitale Freiheit
    Letzten Freitag fand der [5. A-Tag]https://web.archive.org/web/20150216214823/http://atag.accessiblemedia.at/2010/ – Konferenz für barrierefreies Internet – in Wien statt. Diesmal unter dem Titel „Digitale Freiheit“.

    Inhaltlich hat Horst Gutmann eine gute [Zusammenfassung geschrieben](http://zerokspot.com/weblog/2010/11/06/atag2010/).

    Das heißt, ich kann mich allein auf einige persönliche Eindrücke konzentrieren…

    Meine kleine Dokumentation habe ich „live“ geschrieben. Über den Twitter Account [@accessibility](http://twitter.com/accessibility) wurden es dann über 120 Tweets, die ich vom A-Tag absandte.

    Die „offiziellen“ Fotos gibt es dieses Jahr von [Andreas Hafenscher](http://webnfoto.com) – wohl bekannt auch von unseren Photowalks in Wien. Die Fotos sind [auf Flickr zu finden](http://www.flickr.com/photos/weasel-on-wheels/sets/72157625323237356/).

    Die Dokumentation wird alsbald auf der [A-Tag 2010 Website]https://web.archive.org/web/20150216214823/http://atag.accessiblemedia.at/2010/ zu finden sein.

    ## Das iPhone macht es möglich

    Bei der Schilderung von Marco Zehe (Mozilla) über die Barrierefreiheit von Smartphone Betriebssystemen war eine Erkenntnis für mich besonders beeindruckend. Blinde/sehbehinderte WebsurferInnen erfassen die Inhalte von Websites linear. Da gibt es keine linke Seitenleiste, keinen Text in der Mitte und keine Textbox irgendwo dazwischen. Alles wird quasi „in einer Wurst“ vorgelesen.
    Und dann kam Apple mit dem iPhone und insbesondere mit dem iPad und auf einmal kann man mittels Screen und „Voice over“ die Inhalte von Websites mit dem Finger und Sprachausgabe erfassen. Somit gibt es für diese Zielgruppe zum (wirklich?) ersten mal die Möglichkeit auch das „Layout“ einer Website zu erfassen.

    Nett war auch mit Marco [ein Foto von der Aussicht](http://img.ly/2nsk) zu schiessen. Es war interessant zu sehen, wie Marco auch die Foto App selbständig bediente (vor ein paar Jahren undenkbar) und allein meine Hilfe bei der Wahl des Motivs brauchte . Ich sollte wohl erwähnen, dass Marco (fast) blind ist. Wenn mal Zeit ist, werde ich ein wenig über blinde Fotografen im Web schreiben.
    Im Artikel [Ein blinder Mann, der Mut macht](http://www.bergedorfer-zeitung.de/vier-und-marschlande/article87716/Ein_blinder_Mann_der_Mut_macht.html) fand ich noch eine praktische Anwendungsmöglichkeit für die Kamera im iPhone. Marco fotografiert im Supermarkt ein Produkt und sendet das Foto an einen Freund, der ihm sagt, ob das Ablaufdatum schon erreicht ist.

    Und warum geht es mit dem iPhone und prinzipiell mit Apple Produkten so gut mit der Accessibility? Unter anderem weil es ein „closed garden“ ist. Apple kontrolliert Hardware und Betriebssystem und kann so die Interaktion und die Schnittstellen genau definieren. Am PC hilft mir eine Vorlesesoftware wenig, wenn die Soundkarte nicht will.
    Das ist kein Plädoyer für geschlossene Systeme – wie das von Apple. Aber es zeigt, dass die IT-Welt nicht schwarz/weiss ist.

    ## Widgets und Plugin

    Regel 1 für BloggerInnen:

    > Ein noch so barrierefrei gestaltetes Blog wird durch ein neues Widget maßgeblich in Richtung neue Barrieren gedrängt.

    Daher gut überlegen welchem Widget/Plugin man sein barrierefreies Blog übergibt.

    > Wien einbinden

    Der [Stadtplan der Stadt Wien](http://www.wien.gv.at/stadtplan/) bietet jetzt auch WLAN Standorte sowie weitere [neue Inhalte](http://www.wien.gv.at/viennagis/stadtplan.html). Und: man darf unter gewissen Bedingungen Kartenauschnitte in eigene Blogartikel etc. mit einbinden.

    ## Dolmetschung

    Wieder einmal haben mich die Gebärdendolmetscherinnen beeindruckt. Auch wenn ich (fast) nichts von den Gebärden verstehe ist es einfach ein interessanter Anblick den Gebärden zu folgen. Dabei versuche ich immer wieder einzelne Gebärden Ausdrücken/Worten zuzuordnen.
    Passend dazu bietet die Tageszeitung „Die Presse“ einen aktuellen Artikel [Dolmetsch: Mit Händen, Kopf und Körper](http://diepresse.com/home/bildung/weiterbildung/608040/Dolmetsch_Mit-Haenden-Kopf-und-Koerper).
    Im Gespräch mit den Dolmetscherinnen konnte ich wieder einiges dazu lernen. Gerade die Mimik spielt eine große Rolle. So kann sie z.B. mitteilen, ob der/die Sprecherin den Text mit ironischen Unterton gesprochen hat.

    Tagungen wie der „A-Tag“ sind auch nicht einfach zu dolmetschen. So fehlen immer wieder Worte in der Gebärdensprache, sodass diese nur buchstabiert werden können. Und wie neue Gebärden für Techno-Speak entwickelt werden, das ist wohl auch ein Thema, dem ich noch nachgehen möchte.

    ## Fazit

    Interessante Vorträge und ein „Get together“, das wirklich bis 23.59 Uhr dauerte. Ich durfte wieder interessante Menschen kennen lernen, plaudern, lachen, nachdenken und neue Ideen entwickeln.

    Sobald die Dokumentation zum A-Tag 2010 steht werde ich darüber bloggen.

  • 140 Zeichen für Accessibility – ein erster Zwischenstand

    Nach dem [[Internationaler Tag der Tastatur|Tag der Tastatur]] läuft bis Ende November die Aktion [[140 Zeichen für Accessibility]]

    Nun, läuft ist nicht ganz der richtige Ausdruck.

    Nach einigen interessanten Beiträgen über Twitter ist das Ganze ein wenig eingeschlafen. (mehr …)