Als Posterous als neuer Bloggingdienst an den Start ging, war ich begeistert. Das Erstellen von Beiträgen (mit Bildern, Videos,…) mittels E-Mail war so einfach. Schnell richtete ich mein eigenes Schnipselblog dort ein und führte es mehr oder minder als Sideblog zu „Nur ein Blog“.
Und nun hat Twitter Posterous gekauft.
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Was macht Twitter mit Posterous? Eine gute Frage, aber eventuell ist es die falsche Frage.
Running a company
Sachin Agarwal, Gründer von Posterous, schreibt in seinem eigenen Blog u.a.:
…we couldn’t be happier about bringing our team’s expertise to a product that reaches hundreds of millions of users around the globe.
And I’ll be able to focus on product, without also worrying about running the company.
I’m incredibly thrilled to be joining Twitter as a Product Manager.
… und kein Wort, wie es mit Posterous wirklich weitergeht.
Posterous gibt keine Antworten
Im Blog von Posterous selbst wird es schon konkreter. Aber eigentlich geht es dort wieder um Twitter und nicht um die Zukunft von Posterous bzw. seinen Platz in Twitter.
Ein Verweis führt zur Acquisition FAQ.
Punkt 1 lautet dort:
What happens to my Space? Will Posterous eventually shut down?
You can use your Space(s) exactly as you have in the past. We’ll give you ample notice before any changes or disruptions to the service and we’ll provide specific instructions for exporting your content to another service.
Das klingt nicht sehr nach Zukunft. Wer noch nicht alarmiert ist, findet dann:
I bought a custom domain from Posterous – what happens to it?
Our domain partner, eNom, will take over domain management. Over the next several days, you will receive an email with instructions for accessing your new domain account.
Sie geben das Domainmanagement ab, in weiteren Antworten wird eine Exportfunktion angekündigt.
Vermutungen
Grischa Brockhaus hat da ähnliche Vermutungen.
Twitter wird wohl eher an den Fähigkeiten der Mitarbeiter/innen von Posterous interessiert sein als an Posterous selbst. Ich sehe auch kaum eine Möglichkeit von Posterous in der Twitterwelt.
Solange Twitter noch keine Bilder gehostet hat, wäre Posterous als Multimedia-Hoster ev. noch interessant gewesen.
Wir werden wohl Posterous in dieser Form Lebewohl sagen müssen.
Die Zukunft?
Meine Lieblings-Blog-Engine Serendipity bietet schon etliche Funktionen von Posterous an. Dazu gibt es aber einen extra Artikel.
Vielleicht sehen wir Posterous doch in sehr veränderter Form auch in Twitter wieder. Denn Bilder in Twitter sind das eine. Wenn Twitter auch Videos, Musik, Texte, Dokumente im eigenen Dienst integrieren kann, dann kann es z.B. Tumblr von der Flanke aus angreifen.
Posterous hat das nicht geschafft. Immer war es im Schatten von Tumblr und Co. Die Mannschaft war wohl zu klein. Supportanfragen wurden länger nicht beantwortet, seit einiger Zeit sind Spamkommentare keine Seltenheit. Das Posterous Team hätte an vielen Ecken weiterarbeiten müssen und wohl dazu noch einiges an Fremdkapital gebraucht. So meine vorsichtige Betrachtung von außen.
Twitter könnte noch manches Posterous-Feature vertragen. So kann man zwar schon in den Settings angeben, ob Tweets automatisch nach Facebook sollen. Aber wenn da noch weitere Autopost-Features (wie in Posterous) hinzukommen, kann sich Twitter noch weiter ausbreiten.
Aber das sind wohl alles nur Spekulationen.
Im Moment kümmere ich mich lieber darum, mein Schnipselblog aufzulösen. Manches wird in „Nur ein Blog“ integriert und manches war/ist dann einfach nur Geschichte.
Es war eine nette Zeit mit dir, Posterous. Danke für die guten Tage.

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