Monat: Juli 2023

  • Noch ein Linux Umsteiger

    Über meine (neuen) Erfahrungen mit Linux habe ich jetzt in drei Artikeln geschrieben. Wer sie lesen möchte, folge dem Schlagwort „Linux“ in meinem Blog.

    Norbert Eder ist vor kurzem von Windows auf Linux umgestiegen und hat dazu „Baba Windwos. Hi Linux!“ verfasst. Darin schildert er seine ersten Erfahrungen und auch seine Gründe für den Umstieg. Für mich interessant, dass auch er Linux Mint als Distribution seiner Wahl verwendet.

    Im Artikel „Baba Windows. Hi Linux! [2]“ erzählt Norbert, welchen Ersatz für unterschiedliche Windows-Software er Linux-seitig gefunden hat.

    Norberts Umstieg ist etwas „radikaler“ als meiner, da auch er sein Desktop-Gerät umgerüstet hat. Umso interessanter ist es für mich, wie es ihm bei seinem Umstieg so geht. Daher hoffe ich, Norbert, noch einige Blogartikel zu Linux von dir zu lesen.

  • Mein erstes Linux Notebook (3)

    Ich habe mir vor ein paar Wochen ein Notebook um 180 Euro gekauft und darauf Linux installiert. In dieser Artikelserie dokumentiere ich meine Erfahrungen.

    Bisher schrieb ich Mein erstes Linux Notebook (mit den technischen Details) und Mein erstes Linux Notebook (2) mit ersten Eindrücken.

    Das Notebook ist nun auf Reisen und ich kann sagen, dass ich recht zufrieden bin. Tippen (Blogartikel schreiben) geht sehr gut und ich finde alle Tasten ohne hinzuschauen – also so, wie ich es gewohnt bin. Das Gewicht des Notebooks ist mit 1,2 kg wirklich angenehm. Das kleine Netzteil macht das Notebook auch nochmals mobiler und beide nehmen in der Tasche wenig Platz weg und belasten auch den Rücken nicht.

    Zur Laufzeit habe ich noch keine Messung vorgenommen. Aber so ca. 4 bis 5 Stunden reicht eine Akkuladung, je nachdem welche Anwendungen ich gerade laufen lasse.

    Außerdem hat das Notebook seinen ersten Belastungstest bravurös bestanden. Ungeschickterweise flog es mit einigen T-Shirts aus einem Kasten von 2 Meter Höhe direkt auf einen Kachelboden. Ein paar kleine Abschürfungen, ansonsten keinerlei Beschädigungen!

    Für den M2. Slot habe ich mir eine 1TB SSD gekauft. Sofern man den richtigen (filigranen) Schraubenzieher findet, ist der Einbau eine Sache von zwei oder drei Minuten. Nun habe ich ausreichend Speicherplatz um meine Nextcloud vollständig auch auf das Notebook zu synchronisieren.

    Und wie geht es mir mit Linux bzw. meiner Linux Mint Installation?

    Linux Stichworte

    • Das Hochstarten geht schnell: 38 Sekunden bis zum Login. Nach Eingabe des Passworts dauert es rund 8 Sekunden, bis Linux und damit das Notebook betriebsbereit ist.
    • Mein Sound Problem konnte ich noch nicht lösen. Ich fürchte ich muss dazu in die Untiefen des Terminals eintauchen und so sicher fühle ich mich da noch nicht.
    • Apropos Terminal. Immerhin kann ich es aufrufen und lerne schon so Dinge wie „sudo“ 🙂
    • Updates von Applikationen oder sonstigem laufen in der Regel ohne Probleme ab. Allein Firefox ließ sich mal nicht mehr aufrufen, weil eine Instanz davon angeblich im Hintergrund lief. So habe ich im Termin „killall“ kennengelernt und die App „Systemüberwachung“.
    • Nach einem Update ist mir dann der Shutdown-Button beim Abmelden-Menü abhanden gekommen. Den habe ich kurzerhand durch eine längere Betätigung der Power-Taste auf dem Notebook ersetzt. Aber gerne würde ich den Button wiederhaben. Bisherige Anleitungen waren jedoch nicht sehr hilfreich.
    • Die eingebaute SSD-Karte wird zwar von Linux erkannt. Die Nextcloud-Applikation kann sie jedoch nicht von vornherein erkennen. Dazu muss ich erst in der Dateiverwaltung die SSD oder den Nextcloud Ordner anklicken. Dann weiß auch die Nextcloud App davon. Seltsam …
    • Bei den Apps arbeite ich mich so langsam durch, was schon installiert ist, oder was ich noch installieren möchte:
      • Typora (bezahlterweise) leiste ich mir als Editor für Markdown-Texte – auch im Zusammenhang mit der Notes-App in der Nextcloud
      • Filezilla ist wunderbar als FTP Programm um auf meinen Webspace zuzugreifen.
      • KeepassXC erlaubt mir den Zugriff auf meine Keepass Dateien, die ich ansonsten in Strongbox in meiner Apple-Welt verwalte.
      • Als To-Do App verwende ich Todoist. Nach einigen Versuchen, bin ich immer wieder dorthin zurückgekehrt. Sie liegt mir irgendwie. Siehe da: Todoist gibt es auch auf Linux!
    • Mit Firefox komme ich gut zurecht, synce ihn auch mit meinem Mac. Noch dazu kann ich in Firefox Erweiterungen aufnehmen, wie z.B. Websites direkt in Todoist speichern (zum späteren lesen) oder den Inhalt über Joplin sichern.
    • Als mobiles Fotoalbum eignet sich das Notebook ebenfalls (der Screen ist doch größer als der von meinem iPhone oder iPad). Der in Linux Mint vorinstallierte Bildbetrachter browst ohne Probleme und mit kurzen Ladezeiten durch die Bilder eines Verzeichnisses. Mit der F11-Taste kann ich jederzeit auf Vollbildmodus gehen und mit den Cursor-Tasten navigieren.

    Die letzten Blog-Artikel sind am Notebook entstanden. Notebook hochstarten, automatische Einwahl im fremden WLAN, Browser und mein Blog-Backend aufrufen. In weiteren Tabs surfen, Feedreader (FreshRSS) im Web nutzen, … alles ohne Probleme.

    Als nächstes möchte ich die Bildbearbeitung ausprobieren. Nur einfaches wie zuschneiden oder Größe verändern. Also Dinge, die ich manchmal für Blogartikel brauche.

    Außer den genannten Kleinigkeiten bin ich sehr zufrieden und komme auch mit Linux gut zurecht. Das Sound-Problem stört fürs bloggen wenig. Gerne würde ich mir mobil auch mal einen Film oder Online-Videos ansehen. Dazu braucht es bisher weiter mein iPhone. Aber bei 180 Euro Anschaffungskosten will ich nur begrenzt jammern 🙂

  • Nextcloud Memories Update

    In meinem Artikel Nextcloud: Erste Schritte mit Fotos habe ich euch auch kurz die Erinnerungen/Memories App beschrieben – insbesondere im Zusammenspiel mit der „recognize“ Funktion, die das erkennen von Gesichtern, Tieren und Gegenständen erlaubt.

    Jetzt gibt es ein Update, dass eine recht praktische Funktion beinhaltet.

    Mittels eines eigenen Buttons komme ich auf eine Seite „unassigned faces“. Hier finden sich alle Gesichter, die zwar erkannt wurden, aber nicht einem Cluster zugeordnet werden konnten. Das sind dann aber nicht nur die Passant:innen im Hintergrund eines Fotos. Öfters kommt es vor, dass ein Gesicht, dass ich schon einem Cluster (einer Person) zugeordnet habe, in einem anderen Foto zwar als Gesicht erkannt wurde. Jedoch die Personenzuordnung hat nicht geklappt.

    Auf der oben genannten Seite kann ich nun all diese Fotos einsehen. Das jeweils nicht erkannte Gesicht kann ich mit einem grünen Rahmen anzeigen lassen. Das ist insbesondere dort hilfreich, wo ein Foto mehrmals auftaucht, da mehrere Gesichter nicht erkannt wurden.

    Interessant wäre jetzt noch, ob die Zuordnung von Gesichtern die Erkennungsrate verbessert.

  • Bernd wechselt von 1Password zu Strongbox

    Vor über einem Jahr bin ich von 1Password zu Strongbox (für Mac und iOS/iPadOS) gewechselt.

    Bernd hat das jetzt auch getan und ein paar Lektionen gelernt. Wer also umsteigen möchte, der:die lese auch dort nach.

    Ansonsten bin ich mit Strongbox sehr zufrieden. Der Umstieg auf das dahinterliegende Keepass-Datenformat hat es mir jetzt auch erleichtert, die gleichen Passwort-Daten unter Linux zu nutzen.

  • Threads, Twitter und Open Blogging

    Jetzt hat also Meta (die Firma hinter Facebook, Instagram und Co) seine Idee wahrgemacht und einen „Twitter-Klon“ in den USA veröffentlicht. Angeblich sind schon zwanzig, dreißig oder hundert Millionen Menschen mit an Bord. Nun, mit Threads – so heißt die App – macht es Meta einem auch einfach. Wer einen Instagram Account hat, der kann sich mit den Login-Daten auch in Threads einloggen.

    Threads kann anscheinend noch nicht viel, bietet aber immerhin 500 Zeichen Text und die Möglichkeit Bilder und Videos einzubinden. Damit ist es in Zeiten eines immer seltsamer werdenden Twitter wohl eine attraktive Alternative für einige. Man kommt schnell rein, viele (angebliche) „Berühmtheiten“ sind auch an Bord, und schon kann man da fortsetzen, wo man in Twitter aufgehört hat.

    Ich selbst werde mir genau überlegen, ob ich Threads überhaupt ausprobieren soll – sofern es später offiziell in den EU-Raum kommt.

    Denn Threads ist wie Twitter ein geschlossenes Haus – oder auch „Walled Garden“ genannt, trotz der Schnittstelle in das Fediverse. Dazu aber etwas später mehr.

    Twitter sperrt sich ein

    Twitter war einmal ein relativ offenes System. Man konnte per API (Schnittstelle) alles mögliche an Apps dranhängen und damit Tweets auslesen und posten. Spätestens mit der Übernahme durch Elon Musk ist das immer schwieriger geworden. Und in den letzten Wochen hat dann Twitter auch die Möglichkeit abgedreht, einzelne Tweets über das Web zu lesen – sofern man nicht einen Account besitzt und angemeldet ist.

    Damit sind all meine Tweets für Außenstehende nicht mehr lesbar. Jeder Link, den ich jemals von meinem Blog oder sonst wo zu einem Tweet gesetzt habe, geht auf eine Anmeldeoberfläche. Würde ich jetzt noch twittern, könnte niemand Außenstehende:r meine Tweets lesen.

    Lest ruhig mit

    Logo "open blogging"

    Das entspricht nicht meinem Verständnisses eines offenen Webs, wie ich es auch in meinem Open Blogging Manifest festgehalten habe.

    „Nur ein Blog“ kann jede:r lesen – ob mittels Web Browser oder über RSS Feed.

    Mein Microblog (microblog.at) ist ebenfalls öffentlich. Wer mag, kann meine Einträge in das Fediverse jederzeit auch über Web Browser unter @roblen@microblog.at nachlesen.

    Man muss also weder mein Blog abonnieren noch einen Account auf einer Mastodon Instanz besitzen, um zu lesen, was ich so von mir gebe.

    Threads

    Jetzt kommt Threads. Auf der einen Seite gibt es sich offen, denn Meta will in Zukunft auch die AcitvityPub Schnittstelle unterstützen, mittels derer das Fediverse (so auch Mastodon, Peertube, Pixelfed und andere) miteinander kommuniziert. Damit besteht die Möglichkeit, dass Thread Nutzer:innen meinen Beiträgen auf microblog.at folgen könnten oder ich denen von Thread Nutzer:innen.

    Das klingt zwar schon mal besser. Aber die Macht über diese Offenheit hat noch immer Meta. Auch Twitter war einmal offener. Gefällt Mark Zuckerberg diese Offenheit nicht mehr, dann schließt er diese Verbindung in das Fediverse. Und wie sieht es mit der Offenheit der Nachrichten in Threads selbst aus? Mein Aufruf von threads.net führt nur zu einer statischen Seite.

    Im EU-Raum ist Threads noch gar nicht erhältlich, weil Meta Schwierigkeiten hat den Datenschutzbestimmungen hierorts nachzukommen. Und damit sind wir bei einem weiteren Problem all der Netzwerke, die sich gratis und kostenlos nennen und eigentlich auf unsere Kosten Geld verdienen, in dem sie unsere Nutzer:innen-Daten verwerten und unsere Timelines mit Werbung vollspülen.

    Verliert das Fediverse?

    Und schon sind wir wieder in der Diskussion, ob durch Threads eventuell das Fediverse verlieren wird? Ob durch Threads weniger Nutzer:innen von Twitter zu Mastodon abwandern?

    Die Frage ist, ob diese Diskussion in die richtige Richtung führt.

    Eric Eggert hat für mich eine gute Antwort darauf gegeben:

    Like blogs, the Fediverse does not need to win. This is not about having the most users. Or making the most money. This is about interested people finding and connecting. It doesn’t really matter how large it is. It never mattered how many blogs there have been. But each blog is valid, even if it is only read by a handful people. And so is the Fediverse. People publishing, connecting.

    Eric Eggert

    Ich habe in dem Sinne darauf geantwortet: Ja, solange Menschen Freude an der (Weiter-)Entwicklung von Free Open Source Software (FOSS) für das Fediverse haben und solange wir dort Menschen finden, mit denen wir gerne kommunizieren, solange ist das Fediverse lebendig. Dabei spielt es keine Rolle, ob hundert, eine Million oder hunderte von Millionen Menschen aktiv sind.

    Wenn es mir „nur“ darum geht, bestimmten Personen zu folgen, die Nachrichten von Künstler:innen und „Prominenten“ zu lesen, dann muss ich mir das Medium wählen, wo diese Personen sind. Wenn es mir um Austausch, Diskussion, Ideen und gemeinsames nachdenken geht, dann sind meine Möglichkeiten viel größer.

    Ein weiterer Lesetipp: Threads ist die Hoffnung der Stunde – und der falsche Weg (auf netzpolitik.org).

    Ich bleibe offen

    Threads ist keine Alternative für mich. Denn ich suche nicht mehr nach einer nur etwas besseren Alternative zu Twitter, die halt Spammer und Hassrede moderiert und ein wenig berechenbarer ist als Herr Musk .

    Mit dem Fediverse habe ich einen Ansatz gefunden, der weit über das hinaus geht. Ich kann frei meine Instanz(en) wählen. Ich kann über Anwendungen hinweg in Verbindung bleiben. Ich kann – sofern ich das technische Verständnis habe – meinen Account selbst hosten. Meine Daten gehören dann mir, sofern ich sie nicht selbst preisgebe.

    Viel mehr dazu habe ich schon in Was für das Fediverse spricht (abseits von Elon Musk) geschrieben.

    Zu Threads möchte ich aber vorerst insoweit auch offen bleiben, dass deren Nutzer:innen über ActivityPub auch meinem Microblog folgen können. Warum sollte ich sie aussperren, wenn ich dies auch für den Rest des Webs nicht tue. Das mache ich solange, solange ich nichts problematisches über den Zugang vernehme. Wobei manche schon jetzt unken, dass Zuckerberg Thread nur in Richtung Fediverse öffnet, um Daten abzusagen. Nun, schauen wir einmal. Die Verbindung kann ich noch immer kappen, falls sich da konkrete Vorwürfe bzw. Probleme auftun.

    Ich für meinen Teil versuche das Beste, um dem Open Blogging Gedanken treu zu bleiben.