Monat: Juni 2023

  • Mein erstes Linux Notebook (2)

    Heute gleich ein Update zum gestrigen Artikel.

    Vorab danke für all die Tipps zum Thema Audio. Bisweilen funktioniert der Sound noch immer nicht. Aber es gibt noch einiges, was ich ausprobieren kann. Kurz habe ich über den USB-Stick eine LIve-Version von Debian laufen lassen. Debian erkennt angeblich die „Soundkarte“, gibt ein kurzes Krachen von sich und das war es dann auch.

    Das ist besonders schade, weil ich sonst mit dem 180 Euro Ding weiter gute Erfahrungen mache:

    • Die Enter-Taste ist nicht groß, aber ich treffe sie meistens gut (auch beim „Blind-Schreiben“). Ansonsten sind die Tasten recht groß und es lässt sich für mich recht darauf schreiben. So tippe ich gerade recht schnell diesen Artikel über das Notebook.
    • Mein Canon MG5500 Drucker wurde über das WLAN sofort erkannt. Der Ausdruck eines Screenshots funktionierte tadellos.
    • Apropos Screenshot: Die Drucktaste am Notebook funktioniert und erzeugt bei Druck einen Screenshot des gesamten Bildschirms.
    • Den Ausdruck des Screenshots habe ich dann in die Scan-Einheit meines Canon Gerätes gelegt. Die Scan Anwendung hat ihn ebenfalls erkannt und der Scan funktionierte ebenso tadellos.
    • Linux bootet recht schnell. Beim zuklappen des Deckels des Notebooks legt es sich auch brav schlafen. Klappt man das Notebook auf erscheint nach ein paar Sekunden der Login-Screen.

    Die Frage, wie lange das Notebook läuft, kann ich noch nicht sagen. Gestern habe ich bei 50 % Bildschirmhelligkeit rund 5 Stunden arbeiten können. Heute hat das Notebook bei 8 Stunden zum herunter zählen begonnen. Mal sehen, wo sich das Ganze einspielen wird.

    Eigentlich wäre so ein günstiges Notebook gut geeignet um sich als Linux-Zweitgerät zu verkaufen. Quasi als mobiler Videoplayer, als „Reise-Schreibmaschine“ etc.

  • Mein erstes Linux Notebook

    Das ging jetzt schneller als gedacht. Vor ein paar Wochen überlegte ich (Jetzt auch Linux …) mir ein Notebook zuzulegen, um darauf Linux „in echt“ auszuprobieren.

    Gestern fand ich ein kleines Neu-Gerät um 180 Euro und dachte mir, da ist jetzt nicht allzu viel verhakt, wenn es nicht klappt.

    Das Notebook

    Das Gerät ist ein PEAQ Notebook Slim S132 mit folgenden Eckdaten:

    • Intel Celeron Prozessor N3350
    • 4 GB Arbeitsspeicher
    • 64 GB Interner Speicher (anscheinend eine SD-Card, Peaq schreibt auch von 64 GB ROM)
    • Intel HD Graphics 500
    • Full-HD-IPS-Display, 13,3 Zoll (33,8 cm), 1920×1080 Pixel, Format 16:9
    • 0.3 Megapixel Frontkamera
    • Stereolautsprecher und Mikrofon
    • Schnittstellen:
      • M.2 SSD Extension (damit lässt sich eine SSD Karte im Gerät einbauen. Die 64 GB können dann auf 1 Terabyte – und vielleicht noch mehr – hochgerüstet werden)
      • 1x Mini-HDMI
      • MicroSD Kartenleser
      • Audio Out/Mic
      • 2x USB 3.1 Gen 1
      • Gewicht: 1,24 Kg
      • Größe: 316 mm x 209 mm x 16.8 mm

    Vorinstalliert war Windows. Aber das war mir in dem Falle ja egal.

    Vorbereitungsarbeiten

    Jetzt galt es zwei Schritte umzusetzen.

    Als erstes brauchte ich einen USB-Stick, über den ich den Notebook mit Linux booten konnte. Als Linux Version habe ich nach ein wenig ausprobieren in meiner virtuellen Maschine Linux Mint gewählt, genauer die Cinnamon Version. Obwohl ich nicht das stärkste Gerät gekauft habe, wollte ich mal schauen, ob es das verkraftet. Ansonsten gäbe es ja noch Linux-Distributionen, die noch weniger Hardware Anforderungen haben.

    Also die „.iso“-Datei von Linux Mint heruntergeladen und balenaEtcher installiert. Etcher nimmt die Datei und macht aus einem USB-Stick ein boot-fähiges Laufwerk.

    Zweiter Schritt war dann dem Notebook zu sagen, dass es zuerst vom Stick booten solle. Aber wie komme ich dazu in das BIOS? Dazu gab die Kurzanleitung nichts her. Aber YouTube hatte wie so oft eine Antwort. Beim Startvorgang des Notebook die „Fn“ Taste halten und gleichzeitig immer wieder die „Esc“ Taste betätigen. Damit war ich im BIOS und konnte die Änderung vornehmen.

    Die Installation

    Was soll ich eigentlich schreiben? Linux Mint bootete und es lief am Notebook. Also rief ich am Desktop den Installer auf und ging durch den Installationsvorgang. Und weil ich volles Risiko eingehen wollte wählte ich dann im Prozess die vollständige Löschung der Festplatte, sodass nur mehr Linux Mint auf dem Notebook läuft.

    Der Installationsvorgang verlief ohne Probleme. Linux startete hoch und ich begann die Einstellungen durchzugehen und auch die einzelnen Funktionen auszuprobieren.

    Es läuft perfekt (fast)

    Fangen wir mit dem kleinen Minuspunkt an. Ich habe keine Audioausgabe. Irgendetwas hakt da noch. Dazu werde ich wohl Foren und Co durchforsten müssen. Hat aber den Vorteil, dass ich so einiges über Linux lerne. Es stört mich derzeit nicht überragend, da Audio- und Videowiedergabe nicht die primären Aufgaben für mein Notebook sind (vorerst).

    Ansonsten war ich überrascht, wie gut das alles geht. Ich habe volle Displayauflösung. Das Touchpad und seine internen Drucktasten (als Maustasten-Ersatz) wurden automatisch erkannt. Die Videokamera funktioniert. Mein WLAN-Router wurde erkannt und nach Eingabe des Passworts konnte ich sofort ins Internet. Die Tasten des Keyboard sind korrekt zugeordnet – nur ein paar spezielle Funktionstasten sind ohne Funktion, z.B. eine zum direkten Aufruf eines Browsers.

    Sogar mein Netzwerk-Drucker wurde richtig erkannt, Scanner muss ich erst testen.

    Die Nextcloud war in wenigen Minuten eingerichtet. Nachdem man auch selektiv wählen kann, welche Ordner aus der Nextcloud direkt am Rechner landen, haben ich kein Problem mit den vorläufig 64 GB Speicher meiner „Festplatte“. Wenn ich dann mal 1 TB im Rechner habe, wird das dann anders. Die Nextcloud ist aber als Netzlaufwerk ebenfalls mit ein paar Eingaben einbindbar.

    Zur Geschwindigkeit. Linux läuft flott auf dem Gerät. Manchmal dauert es ein paar Sekunden, bis ein größeres Programm startet. Ich habe auch ein nettes Rennspiel ausprobiert, dass ohne Verzögerung lief. Surfen ist ein Vergnügen. Ich merke gegenüber meinem iMac keine Geschwindigkeitseinbuße. Auch durch Bilder in der Nextcloud browsen funktioniert tadellos.

    Als Texteditor habe ich mir schon Typora eingerichtet. Mit der drei Geräte-Lizenz konnte ich die Linux Version sofort freischalten.

    Was noch kommt

    In den nächsten Tagen kaufe ich mir eine SSD. Die kosten wirklich nicht mehr viel. 1 TB kommt auf unter 100 Euro.

    Das Soundproblem würde ich natürlich gerne noch lösen.

    Bluetooth wird noch getestet und mein iPhone als Internetprovider, falls mal ein WLAN fehlt.

    Erstes Fazit

    Abgesehen vom Sound-Problem bin ich fasziniert, wie leicht sich Linux heutzutage einrichten lässt. Der von mir gewählte Desktop hat viele praktische Funktionen. Und aufgrund des offenen Standards lässt sich die gesamte Umgebung auch unglaublich flexibel einrichten.

    Ich fühle mich darin recht wohl und könnte auf den ersten Blick gar nicht sagen, warum mir – rein von der Bedienung her – MacOS jetzt besser gefallen würde. Die Feinheiten liegen wohl im Detail und ich werde schon mal über das eine oder das andere fluchen.

    Mein Notebook selbst passt auch. Leicht und nicht zu groß. Gut zum einpacken. In Kombination mit Linux auch leistungsfähig genug um die an ihn gestellten Anforderungen zu bewältigen. Und das für 180 Euro – und dann nochmals 50 bis 100 Euro für die 1 TB „Festplatte“.

    Spätestens in meinem Urlaub werden Notebook und Linux wirklich auf Alltagstauglichkeit getestet. Ich werde euch dann, dank Notebook, quasi „live“ davon berichten.

    Zweites Fazit

    Mit einem Mac zu Hause und einem Linux-Notebook unterwegs schaue ich jetzt noch genauer, welche Apps ich wirklich brauche. Gibt es für meinen Anwendungzweck auch Open Source, die in beiden Welten läuft? Markdown-Dateien in der Nextcloud sind mit allem kompatibel und daher für Notizen gut geeignet.

    Ich merke, wie sich meine IT-Welt derzeit doch um einiges verändert.