Monat: November 2018

  • In Micro-Blog steckt das Wort Blog drinnen

    Auf Twitter bin ich auf folgenden Tweet von Simon Willison:

    How about if, instead of ditching Twitter for Mastodon, we all start blogging and subscribing to each other’s Atom feeds again instead? The original distributed social network could still work pretty well if we actually start using it

    Diese Anregung muss ich natürlich aufgreifen. Dabei geht es nicht um einen Ersatz von Twitter und Co. Aber in dem Tweet steckt für mich auch eine Rückbesinnung auf das was Blogs können.

    Es ist mein Blog

    Es sind meine Daten, die ich in meinem Blog verwalte. Auch wenn mich mein Provider nicht mehr hosten kann/will. Dann geht ich halt zu einem anderen, spiele mein Backup auf und blogge weiter.

    Mein Blog hat eine eigene Domain, die – egal wo ich hoste oder hosten lasse – immer mit mir verbunden bleibt.

    Die Oberfläche die mir gefällt

    Bei einem Blog wähle ich das Content Management System, dass mir gefällt. Ich wähle auch das Layout und bin da nicht an Vorgaben von Twitter und Co. gebunden.

    Third Party Apps

    Twitter wird gerade kritisiert, dass sie die API so verkümmern lassen, dass Anbieter von Twitter-Apps viele Features nicht mehr anbieten können.

    Für Blogs gibt es viele Apps, mit denen ich Inhalte erarbeiten kann. Ich kann mein Blog auch mit den Apps – sogar Twitter – verbinden, die mir belieben.

    Mein Blog ist somit offen.

    Das Netzwerk

    Die obigen Punkte beziehen sich auf die Gestaltung meines eigenen Bereichs. Aber das macht noch keinen Ersatz für Twitter. Das braucht

    • Menschen, mit denen ich mich verbinden kann
    • Möglichkeiten, den Nachrichtenstrom zu lesen und zu kommentieren.

    Auch all das haben wir BloggerInnen schon lange im Angebot.

    Es gibt noch immer tausende Blogs allein im deutschsprachigen Bereich. Man muss sie nur finden. Ein gute Möglichkeit für Österreich ist dabei die Blogheim.at und ihre Blogliste.
    Um all den Blogs, die man gerne lesen möchte zu folgen, dafür gibt es noch immer das geniale Format RSS mitsamt einer größeren Anzahl an Feedreadern, die dieses Format verarbeiten können.

    Dann gäbe es auch noch die Trackbacks mit denen Blogs sich gegenseitig informieren können, wenn in einem Artikel das jeweils andere Blog (eigentlich ein spezifischer Artikel) verlinkt wurde.

    Damit hätten wir schon ein Netzwerk, dass sich früher Mal Blogosphäre genannt hat, sofern es diese jemals gegeben hat.

    Blogosphäre 2.0

    Vielleicht klingt das alles ein wenig zu „retro“. Der Taktschlag, der neuen Sozialen Medien ist schneller.

    Was es vielleicht noch bräuchte wäre so etwas wie „RSC“. RSC in Anlehnung an RSS als „Really Simple Commenting“. RSS erlaubt das auslesen von Artikel aus jedem Blog. RSC erlaubt das Kommentieren von Blogartikeln aus anderen Orten heraus.

    Keine Ahnung ob das so einfach wäre. Ein ganz offenes System öffnet auch Spam Tür und Tor. Vielleicht kann man einzelnen Seiten seinen RSC Kanal freigeben. So z.B. Feedly für seine registrierten User.

    Social Blog

    Es stellt sich die Frage, ob Blogs so bleiben können bzw. sollen, wie sie sind. Eigene Inseln, unbeirrt wie die Social Media Welt sich um sie herum gestaltet. Oder ob Blogs sich da und dort mehr vernetzen und vielleicht sogar die eine oder andere Aufgabe übernehmen, bei der wir Facebook und Co. nicht mehr vertrauen.

  • Dein Blog auffrischen

    Bei conterest.de habe ich 25 Dinge, die du in einer Stunde für dein Blog tun kannst gefunden.

    Es sind aus meiner Sicht ein paar gute Tipps dabei.

    Alte Artikel zu löschen (Tipp 7) würde für mich nicht passen. Für mich ist mein Blog ein Notizbuch, eine Erinnerung und ein Teil meiner Webhistorie. Und oft weiß ich selbst gar nicht – oder lese/höre es viel später – ob ein Artikel noch für jemanden Sinn gibt. So gibt es Menschen, die noch immer einen MP3 Player verwenden über den ich vor zig Jahren geschrieben habe.

    Meiner einer ist vor Monaten von Textile zu Markdown als Markup umgestiegen. Daher schauen manche alte Texte recht schrecklich aus, da sie mein Blog nunmehr falsch interpretiert. Daher schaue ich immer wieder welche Artikel aufgerufen werden und ändere deren Format.

    Was man in einer Stunde auch machen kann: z.B. woanders kommentieren. Das hilft nicht gleich deinem Blog. Aber es dient der Vernetzung. Und das ist für mich auch ein wichtiger Teil meiner Art zu bloggen.

  • Nein

    Nein ist so ein unschönes Wort.
    Nein bedeutet Unwilligkeit.
    Nein richtet sich gegen den anderen.
    Nein ist nicht konstruktiv.
    Nein ist nicht produktiv.

    Aber wir sagen stattdessen auch nicht Ja.
    Wir sagen nicht ja zu unserem Gegenüber.
    Ja so zu sein wie man möchte.

    Wir sagen gar nichts.
    Wir schweigen.
    Ich schweige.

    Und manchmal ist dann Nein das richtige Wort.

    Nein gegen unschönes.
    Nein gegen die Unwilligkeit.
    Nein wenn sich jemand gegen andere richtet.

    Nein. Gegen den Strom.


    Dieser Artikel erscheint im Rahmen des Projekt *.txt zum Wort “Nein“.

  • Was mein Smartphone alles ersetzt

    Manche Menschen empört es, weil andere angeblich nur in ihr Smartphone schauen. Besonders in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Nun, früher las man dort ein Buch, eine Zeitung oder versuchte dem Augenkontakt durch die Fensterscheibe zu entkommen. (mehr …)

  • Franz Supersberger bloggt und bloggt und bloggt

    Vor ein paar Tagen hat es einen Artikel der Kleinen Zeitung bei mir reingespült: Sein Blog gehört zu den ältesten in Österreich.

    Die Rede ist von Franz Supersberger und sein Blog schlagloch.at.

    Franz trägt eine „Mitschuld“ daran, dass ich Barcamps so schätze. Es war mein erstes Barcamp, 2007 in Kärnten, und die erste oder zweite Session.

    Vor uns saß ein Mann, der sich als Literat vorstellte. Er hätte eine Präsentation vorbereitet. Nur kenne er sich mit Powerpoint nicht aus und daher würde er Word verwenden.

    So schilderte Franz, wie er seine Literatur in sein Blog bringt in dem er Seite für Seite in Word blätterte.

    In der Runde saßen App Entwickler (nannten sich damals noch Programmierer), Web 2.0 „Expert/innen“, etc.

    Ich war fasziniert, wie wir dann mit Franz und miteinander über den Umgang mit Kommentaren, Postingfrequenzen und vieles mehr diskutierten. Es war eine höchst interessante Stunde (oder 45 Minuten).

    Ich saß da und dachte mir: Das geht? Das geht wirklich?! Das geht!!

    Diese Session brachte mir das Prinzip „Barcamp“ näher als hundert Artikel. Es braucht nicht High Tech, tolle Präsentationen, angebliche ExpertInnen. Jemand, wie Franz, wäre zu einer Web 2.0 Tagung wohl nie zu einem Vortrag eingeladen worden. Aber hier war es möglich, dass wir ihm zuhörten, von seinen Erfahrungen lernten und uns gemeinsam austauschten und voneinander lernten.

    Eigentlich wollte ich über den Blogger Franz Supersberger schreiben. Habe ich auch schon öfters in meinem Blog. Hier mein erster Artikel zu Franz in Nur ein Blog.

    Aber lest lieber in seinem Blog.

    Hier wollte ich euch lieber die Geschichte erzählen, wie Franz mich zu einem glühenden Barcamper machte.


    Kleine Ergänzung: Ernst Michalek hat mich auf Facebook hingewiesen, dass es 2005 schon etliche BloggerInnen in Österreich gab und dass mancheR schon früher starteten. Da hat er natürlich recht. Nur ein kleines aber: „Damals“ war bloggen für die „breite Masse“ etwas Neues. Man musste den Begriff immer wieder erklären. Und egal welches Datum Schlagloch.at trägt. Franz ist für mich aus einem ganz anderen Grund wichtig – siehe oben 🙂

  • Robert Basic, dat wars

    Robert Basic ist tot. Was für ein simpler Satz. Doch so endgültig. Danach kommt nichts mehr. Nur mehr die Erinnerung.

    Zwei Nachrufe:

    Robert Basic habe nie persönlich kennengelernt. Aber sein Blog „Basic Thinking“ war eines der ersten, die ich gelesen habe. Ich war fasziniert von der Art, wie Robert bloggte.

    Er fand etwas und bloggte darüber. Er hatte eine Idee und bloggte darüber. Er bloggte, bloggte, bloggte. Manche Artikel waren tiefsinnig, analytisch. Andere waren „roh“, sprich sie waren Gedanken- und Ideenschnipsel. Sie boten Platz für weitere Ideen, zum nachdenken und zum kommentieren. Und auch zu widersprechen. Aber hey, das ist bloggen! Authentisch würde es mancher nennen. Ich hatte das Gefühl hier einem Menschen beim denken zuzulesen (zuzuhören wäre ja nicht passend).

    Robert gab mir dabei wichtige Dinge für mein Blog mit. Kau nicht an jedem Wort rum. Schmeiß einen Artikel ruhig mal raus in die Welt und schau was die draus macht.

    Nimm eine Idee und probiere sie einfach aus. Nicht unüberlegt, aber auch nicht tausend Pläne, Rückversicherungen, alles überdenken. Nimm eine Idee und probiere sie aus und schau, ob sie jemand aufgreift. Ob wir sie gemeinsam verbessern können.

    Robert griff auch Ideen anderer auf. Ich habe ihn mehrmals „getrackbackt“ und falls ihm meine Idee gefiel schrieb er darüber, gab seine Gedanken dazu oder forderte auf, zu kommentieren.

    Mit 2014/2016 habe ich ein Open Blogging Manifest entwickelt. Gerade fällt es mir ein, denn eigentlich war Robert einer DER Open Blogger. Und das schon Jahre bevor ich mir darüber Gedanken machte.

    Daher an dieser Stelle. Danke, Robert, für die Inspiration.

    Damals nahm ich mir sogar vor mal der Robert Basic von Österreich zu werden. Zumindest im Sinne von all das rauszubloggen, was ich so alles finde, gut finde, stärken und fördern möchte. Bisweilen habe ich nicht mal einen „Langen Tag des Bloggens“ geschafft. Aber Robert ist mir bis heute dazu in Erinnerung.

    Im Jahr 2009 hat Robert sein Blog verkauft. Sein letzter Artikel hieß dat wars – daher auch der Titel meines Artikels. So passend für den Blogger Robert. Statt groß zu posaunen, dass er Geld gemacht hat, hoffte er, mit der Aktion auch Blogs bekannter gemacht zu haben. Und ein paar Zeilen weiter unterstützt er noch schnell einen anderen Blogger bei der Arbeitssuche.

    Sein letzter Satz in diesem Artikel war

    Mein Vorhang geht nun zu, wir sehen uns, irgendwo, irgendwann, in diesem Leben oder im nächsten:)

    Robert, dein Vorhang ist nun ganz zugegangen.

    Ich fürchte es gibt kein Leben danach. Denn wenn, dann würde Robert darüber bloggen. Aber vielleicht tut er das noch…

  • Literaturschmankerl – Ein Abo das dir und anderen Gutes tut

    Über die gemeinnützige Initiative Bücherschmaus für Leseförderung und Buchkultur habe ich schon öfters berichtet.

    Jetzt hat der Bücherschmaus ein neues Angebot gestartet, das Literaturschmankerl. Bevor ich es lange erkläre überlasse ich dem Bücherschmaus für ein paar Zeilen mein Blog und lasse sie es selbst beschreiben:## Das Literaturschmankerl – Lesefreude für Jung und Alt

    Das Literaturschmankerl ist ein preisgünstiges Buchabo des gemeinnützigen Vereins „Wiener Bücherschmaus.

    Wenn Du auf der Suche nach Entspannung, gedanklicher Anregung oder einem Geschenk bist, dann ist das Literaturschmankerl genau das Richtige für Dich! Es unterstützt Dich bei Deiner Suche nach guter Literatur mit monatlich einem oder zwei Büchern: Die Auswahl ist handverlesen und wird auf der Grundlage Deiner Interessen kuratiert.
    Du oder die von Dir beschenkte Person erhält – ein halbes Jahr oder Jahr – wahlweise monatlich eine Hardcover-Ausgabe oder zwei Taschenbücher.

    Auf Wunsch gerne hübsch verpackt.

    Wenn Du die Lesefreude eines jungen Menschen unterstützen möchtest, dann lege ich Dir das besonders günstige Bücherschmaus-Literaturschmankerl für Kinder und Jugendliche ans Herz.

    Das Buchabo besteht aus neuwertigen Büchern, teilweise aus zweiter Hand. Diese werden dem „Wiener Bücherschmaus“ von Privatpersonen oder Verlagen zur Verfügung gestellt.

    Wenn Du das Abonnement beim „Wiener Bücherschmaus“ in der Garbergassse 18, 1060 Wien abholst, dann ermäßigt sich das Halbjahresabo um 24,- Euro und das Jahresabo um 48,- Euro.

    Bestellst Du das Abonnement bis 15. Dezember 2018, erhältst Du zusätzlich folgendes Buch aus dem Kyrene Literaturverlag: Adelbert von Chamisso: Peter Schlemihls wundersame Geschichte. Mit einem Nachwort von Dr. Alexandra Hildebrandt, 2014, 138 S.

    Mit dem Kauf des Literaturabonnements bereitest Du nicht nur Dir oder dem Beschenkten Freude und Genuss. Du förderst auch das für Schulen und Kindergärten kostenlose Leseförderprojekt „Bücher auf Rädern“.

    Weitere Informationen findest Du auf der Site des „Wiener Bücherschmaus“ im Beitrag „Das Buchabo für Groß und Klein“.


    Wiener Bücherschmaus – Verein für Leseförderung und Buchkultur
    ZVR-Zahl: 337083370 Garbergasse 18/2, 1060 Wien
    T: 0677 612 659 11
    E: info@buecherschmaus.wien
    I: www.buecherschmaus.wien

  • 9 Jahre ein Platz zum ausruhen im Netz: alleinr.at

    Vor 9 Jahren startete alleinr Österreich.

    Das Motto gilt noch immer:

    Hier müssen Sie nichts tun. Sie melden sich nicht an, Sie laden nichts hoch, Sie kommentieren nicht, Sie knüpfen keine Kontakte. Niemand beobachtet, was Sie tun.

    In Zeit des ewigen Onlineseins bietet alleinr.at die Möglichkeit online zu sein und sich doch ein wenig auszuruhen von all der Social Media Hektik.

    Denn hier sind Sie nicht nur allein, hier sind Sie alleinr.