Statt einer persönlichen Nachricht. Ich wollte an einige von euch Mails schreiben. Doch mein Rechner streikt etc. und daher versende ich jetzt Links auf diesen Artikel.
In wenigen Tagen – am 30. November 2016 – findet der nächste Blue Beanie Day statt. Menschen tauschen ihre Profilfotos aus und zeigen sich mit einer blauen Haube – als Zeichen für Webstandards und ein barrierefreies Web.
Einladung
Ich möchte euch einladen:
Macht mit, setzt eine Mütze auf und setzt damit ein Zeichen. Schreibt ein paar Zeilen – oder auch mehr. Bloggt, twittert,… was für euch Webstandards sind, warum ihr sie braucht, warum wir alle sie brauchen und warum ein Web für alle so wichtig ist.
Helft mit, ein wenig mehr Verständnis für ein Web zu schaffen, dessen Grundlagen für manche zu selbstverständlich geworden sind. So selbstverständlich, dass sie nicht sehen (können), wo wir Einschränkungen erfahren. Oder so unverständlich, dass sie gar nicht wissen, was ein offenes und barrierefreies Web bedeuten könnte.
Und wenn ihr darüber schreiben wollt. Bitte tut es. Jeder Beitrag zählt.
Und wenn ihr andere Aktivitäten setzen wollt. Bitte tut es, denn jede Stimme zählt.
Links
Ein wenig mehr von meiner Seite zum #bbd16 und #einwebfueralle / #onewebforall findet ihr unter roblen.at/einweb oder (in englisch) auf roblen.at/oneweb.
PS: MancheR stößt sich an der blauen Mütze. Nun, dann sorgt auf eure Weise für Aufmerksamkeit. Seid kreativ. Denn Web und Kreativität sowie Vielfalt sollte man noch immer in einem Atemzug nennen dürfen.
Damals. Damals gab es Modems und für jeden Dienst musste man sich neu einwählen. Es gab da und dort grafische Oberflächen für Netzwerke. Und jedes funktionierte anders.
Dann kam das Internet und ein wenig später das Web.
Wir hatten einen Browser mit dem wir eine Adresse aufriefen. Dort gab es Texte, Fotos und Links. Ein Klick auf einen Link und ich kam auf eine andere Seite, auf der ich wiederum Text lesen konnte.
Dann kamen andere Browser, jeder versuchte den anderen zu verdrängen. Manch Hersteller versuchte den Websites spezielle Fähigkeiten aufzunötigen, die nur mit seinem Browser klappten.
Aber die Basis war immer dieses sogenannte HTML. HTML ist frei, jeder und jede kann es verwenden, jede und jeder kann es lernen. Es ist ein Standard.
Standards
Das Web lebt von solchen Standards. Nur so kann unser Browser quer durch die Welt Websites aufrufen. Auf diesen können wir lesen, Videos ansehen, spielen und vieles mehr. Hauptsache wir haben einen Browser.
Aber immer wieder passiert es, dass Standards nicht eingehalten werden. Dann kann mein Browser etwas gut darstellen und in deinem siehst du es ganz anders. Oder noch schlimmer. Menschen, die z.B. auf Vorlesegeräte (weil sie sehbehindert oder blind sind) angewiesen sind, wird der Zugang ganz verwehrt. Websites, die sich nicht an Standards halten, verhindern, dass solche Geräte sie nutzen können. Oder jemand denkt nicht nach und schreibt dunkelgraue Schrift auf hellgrauen Grund und schon habe ich oder du Probleme das zu lesen.
Heutzutage haben Apps die Smartphone Welt erobert. Statt einer Website gibt es eine App. Dann kann ich diese zwar auf meinem Smartphone nutzen aber nicht du mit deinem von einem anderen Hersteller. Für das gibt es die App nicht. Dasselbe Angebot könnte auch auf einer Website laufen und wir hätten beide etwas davon.
Wie offen ist das Web
Die einen bieten Texte, Bilder und Daten so an, dass viele Menschen sie nutzen können. Sie bieten ihre Daten über offene und standardisierte Schnittstellen an, sodass viele Programme, Browser, Apps sie nutzen können.
Die anderen nehmen ihre Texte aus dem Web und sperren sie in eigene Magazin-Apps. Sie legen Zäune um ihre Daten oder stellen sie so ins Netz, dass du es nutzen kannst, ich aber nicht.
Wir müssen immer darauf achten, dass dieses Web nicht eines wird, das sich in viele teilt, in dem Grenzen durch Apps, Betriebssysteme, Firmen etc. gezogen werden. Grenzen, die man kaum oder nur mühselig überwinden kann. Wir müssen darauf achten, dass Menschen nicht aus dem Web ausgegrenzt werden. Mag es sein, weil sie aufgrund ihrer Behinderung eine Website nicht lesen können, weil sie sich eine bestimmte Anwendung nicht leisten können, weil sie ….
Wir sind alle gefragt
Was kann ich tun? Ich bin einfacher Nutzer. Ich möchte ein Web nutzen, dass so wenig Hindernisse wie möglich vorweist, das weiterhin mich von Link zu Link trägt.
Was kann ich tun?
Zum Beispiel am 30. November eines jeden Jahres eine blaue Mütze aufsetzen!
Blue Beanie Day
Denn am Montag, dem 30. November jeden Jahres, findet der Blue Beanie Day statt. Die Übersetzung „Blauer Mützen Tag“ passt. Denn an diesem Tag tragen weltweit Menschen blaue Mützen um für Webstandards und Barrierefreiheit im Web einzutreten bzw. öffentlich aufzutreten. Auch mit dem Hashtag #BlueBeanieDay
Warum eine blaue Mütze?
Autor und Webdesigner Jeffrey Zeldman hat vor etlichen Jahren ein Buch über Webstandards geschrieben und sich dabei mit einer blauen Mütze für das Cover abbilden lassen. Einige Menschen nahmen diese Idee und setzen am 30. November eines jeden Jahres eine blaue Mütze auf. Wenn es interessiert. Ich schrieb vor einiger Zeit auch wie der Blue Beanie Day nach Österreich kam.
Einen Tag mit blauer Mütze
Der Blue Beanie Day ist der Tag ein (kleines) Zeichen zu setzen. Eine blaue Mütze (es darf auch eine Kappe sein) aufsetzen, sich fotografieren und das Foto als Profilbild auf Facebook, Twitter und Co. verwenden. Natürlich darf man auch darüber bloggen, twittern, die Idee in Foren weiterverbreiten. Andere treffen sich auch, überreichen Entscheidungsträger/innen blaue Mützen oder verteilen diese auf der Strasse. Viele Ideen sind möglich.
Ist das nicht ein wenig schräg?
Nun, vielleicht. Aber es macht Spass, bringt Menschen zusammen. Viele blaue Mützen können auch einige diejenigen erreichen, die sich noch nie mit dem Thema auseinander gesetzt haben.
Nochmals: Webstandards?
Es gibt Organisationen wie das World Wide Web Consortium (W3C), das Standards festlegt, wie Webseiten technisch zu gestalten sind. Für behinderte Menschen sind dabei insbesondere die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) von Bedeutung. Denn nur wenn Webdesigner sicherstellen, dass sie die WCAG anwenden, können viele behinderte Menschen das Web ohne Einschränkung nutzen.
Wir verändern nicht die Welt, aber uns!
Wie ich schon mal schrieb. Eine blaue Mütze verändert nicht die Welt. Aber der Mensch darunter kann viel bewirken. Im Großen wie im Kleinen.
Blue Beanie Day im Netz
Es gibt natürlich für alle FacebookerInnen (trotz aller Vorbehalte erreicht man so viele) eine eigene Facebook Gruppe.
Einen Hashtag gibt es natürlich auch: #BlueBeanieDay.
Und wer auf diese Seite hier verweisen möchte: roblen.at/einweb. Diesen Artikel gibt es auch in englischer Sprache unter roblen.at/oneweb.
Als vor 10 Jahren die Barcamp Idee in Österreich Fuß fasste hatten Helge Fahrnberger und andere eine gute Idee.
Sie setzten mit Barcamp.at ein Wiki auf. JedeR konnte sein Barcamp eintragen, sich darüber anmelden, Dokumentationen zu Barcamps ablegen und vieles mehr.
10 Jahre später haben sich Barcamps durchaus etabliert. Viele werden nicht mehr über Barcamp.at organisiert. Aber zumindest ist noch jedes in der Barcamp-Liste zu finden.
Gleichzeitig (oder von Beginn an) diskutieren wir was Barcamps ausmacht, suchen Menschen nach Informationen über Barcamp Regeln, wie man Barcamps organisiert und vieles mehr.
Hätten wir Barcamp.at nicht wäre auch so manche Info über frühere Barcamps und damit ein wenig Zeitgeschichte verloren gegangen.
#teambarcampat
Das Wiki ist in die Jahre gekommen. Das editieren durch JedeN hat ein wenig der Übersicht geschadet.
Angeregt von einer Diplomarbeit von Claudia Jakobi, nach Rücksprache mit Helge Fahrnberger bin ich dabei, Menschen zu finden, die gemeinsam Barcamp.at gestalten wollen.
Technisch haben Martin Leyrer und Robert Harm das Wiki wieder auf den Stand der Technik gebracht.
Jetzt heißt es
zugespammte Seiten zu entrümpeln
bei früheren Barcamps ein wenig Ordnung reinzubringen
Infos zu sammeln über Organisation, Regeln, Erfahrungen,… zu Barcamps
ev. Dokumentationen von Barcamps regelmäßig zu suchen und verlinken
… was dir noch einfällt
Natürlich kann jedeR das Wiki einfach so bearbeiten. Wer jedoch ein wenig (oder mehr) Zeit für ein gemeinsames weiter entwickeln der Seite investieren möchte, der/die ist herzlich eingeladen sich bei mir zu melden. Wenn du dir unsicher bist, ob und was du beitragen kannst: Melde dich auch und wir besprechen/betwittern/… das gemeinsam.
Die zentrale Informationsquelle
Ziel könnte sein:.Wer immer etwas zu Barcamps und der Barcamp Idee in Österreich wissen möchte, der/die findet es auf Barcamp.at.
Barcamp lebt vom Wissen vieler. Es wäre fein, wenn dies (weiterhin) auch für Barcamp.at gilt.
Vor 11 Jahren kaufte ich meinen ersten Mac, einen „Mac Mini„.
Nun macht mein aktueller iMac gerade Probleme. Gleichzeitig möchte ich endlich an Barcamp.at weiter arbeiten.
Am iPad geht das nur mit Mühe. Daher habe ich eine kleine Schachtel raus geholt, abgestaubt und den Mac Mini von damals gestartet. Naja, nicht gleich. Der Adapter für den VGA Monitor wollte erst gefunden werden.
Die Installation von Snow Leopard hat der Mini verweigert. OSX Leopard ging aber. Das liegt daran, dass der Mini noch mit dem Power PC G4 Prozessor läuft und bei Leopard Schluss war.
Bei https Seiten streikt Safari noch. Derzeit läuft ein Update und ich hoffe, dass kriege ich auch hin.
Bloggen, Wikis bearbeiten. Dies wären Dinge, die auch auf einem alten Mac Mini besser gehen.
Außerdem ist es ein guter Test, welche Apps etc ich wirklich brauche. Und falls mein iMac nicht reparierbar ist weiß ich dann hoffentlich besser, ob ich wirklich ein Highend Modell brauche.
Now I greet you from the other side
Of sorrow and despair
Leonard Cohen ist tot.
Bei manchen KünstlerInnen die sterben denke ich mir, schade um ihn. Schade um sie.
Doch der Tod Cohens trifft mich. Ich kenne Cohen nicht persönlich. Ich bin ihm nur zweimal bei Konzerten etwas näher gekommen. Aber seine Musik, seine Texte berühren mich seit 35 Jahren.
With a love so vast and so shattered
It will reach you everywhere
Cohen hat mich erreicht. Als junger Mensch hat er mich begleitet, durch dunkle Stunden, durch schöne Stunden. Ich habe mich in seiner Musik verstanden gefühlt. Ich konnte die unendliche Traurigkeit meiner Seele in seine Worte legen. Ich fühlte mich verstanden.
And I sing this for the captain
Whose ship has not been built
For the mother in confusion
Her cradle still unfilled
Er hatte eine Stimme. Er hatte Worte. Dort wo ich nur Schweigen hatte. Weil mir die Worte fehlten. Cohen sprach nicht für mich, aber er sprach mit mir.
For the heart with no companion
For the soul without a king
For the prima ballerina
Who cannot dance to anything
Ich fühlte mich verstanden. Das war unendlich viel.
Zweimal durfte ich ein Konzert besuchen. Einmal war ich allein. Niemand hatte Zeit. Die anderen konnten mit seiner Musik nichts anfangen. Es war wunderbar. Im Freien. Und mittendrin ging ein strahlender Mond auf.
Das zweite mal begleitete mich eine gute Freundin. Nach dem Konzert gingen wir zu Fuß durch die halbe Stadt nach Hause und kamen erst zum Morgengrauen an.
Später mit der Liebe meines Lebens gemeinsam abends Cohen zu hören war wie die Erfüllung mancher Versprechung …. Dance me to the end of love.
Und Cohens Texte inspirierten mich zum schreiben. Ich wollte all mein Schweigen in Worte gewanden. Hatte den Ehrgeiz ein klein wenig so gut Bilder in Worte zu fassen wie er.
Through the days of shame that are coming
Through the nights of wild distress
Though your promise count for nothing
You must keep it nonetheless
Ohne übertreiben zu wollen. Cohen prägte ein klein wenig meine Weltsicht. Ich sehe sie grau und doch voller Schönheit. Ich sehe die Traurigkeit und doch die Liebe. Ich sehe das aufrührerische, das eine Welt anders gestalten will. Ich blicke kritisch auf die, die sich als Jazz Police gerieren.
Seine Musik verband mich mit Menschen, die auch weiter denken wollten, die Phantasie hatten und die vielleicht ein klein wenig ver-rückt waren. Mit denen man Nächte diskutierend verbringen konnte, in Decken gehüllt durch die Nacht wanderte und hundertmal die Welt retteten – hundertmal in Gedanken und dann auch in Taten.
Now I greet you from the other side
Nun bist du auf der anderen Seite. Wo immer diese ist, wie immer diese ist. Ich möchte einfach Danke sagen. Danke für vieles.
Ich habe ihm nie die Hand gereicht aber er hat meine Seele berührt.
Daher habe ich heute auch kurz geweint. Mitten in der Schnellbahn. Und niemand wollte es bemerken.
Cohen, du hättest einen Song daraus gemacht…
Alle Zitate entstammen HEART WITH NO COMPANION von Leonard Cohen.
Am 30. November ist es wieder soweit. Da setzen sich manche blaue Hauben auf um ein sichtbares Zeichen für Webstandards und somit ein barrierefreies Web zu setzen.
Dieser Artikel kommt ohne Foto, ohne blaue Haube daher.
In den Tagen bis zum #bbd16 möchte ich überlegen, wie ich außer einer blauen Haube einen Beitrag zu einem #onewebforall leisten kann.
Vielleicht können wir zusammen Ideen sammeln. Nicht nur die großen Pläne, die großen Aktionen. Ich fände besonders die „kleinen“ Aktionen interessant. Eine blaue Haube aufsetzen (oder ohne) und jemand anderen den Zugang erleichtern, eine Petition unterstützen, das nicht barrierefreie Captcha Plugin entfernen, sich um den RSS Feed im Blog kümmern oder jemand erklären, was das vorherige überhaupt bedeutet.