Monat: Juli 2016

  • Barcamps sind nicht die Olympischen Spiele

    Derzeit geistert ein wenig Verwunderung (bis Empörung) durch das Netz. Das Internationale Olympische Komitee verbietet Firmen (und nicht nur denen), die nicht Hauptsponsor der Spiele 2016 sind, die Erwähnung von Wörtern, den Bezug zu den Spielen im Netz und sogar Hashtags.

    Siehe dazu ausführlich bei netzpolitik.org.

    Natürlich lassen sich Barcamps nicht so ganz mit diesem Riesenapparat und -geschäft vergleichen. Es geht bei all den Sponsorings, Fernsehrechten etc. um ganz andere Summen.

    Aber das Beispiel zeigt, dass Barcamps (im Prinzip) noch immer einen anderen Geist leben.Das beginnt schon bei den 8 Regeln des Barcamps:

    • Regel 1: Du sprichst über das Barcamp
    • Regel 2: Du bloggst über das Barcamp

    Keine Einschränkung für irgendjemanden. Jeder und jede ist aufgefordert über Barcamps zu berichten, über sie zu reden, über sie zu twittern. Vorher, nachher und mittendrin. MIt oder ohne Hashtag und auch egal welchen sie wählen.

    TeilnehmerInnen twittern bei manchen Barcamps hunderte, tausende Nachrichten. Diskutieren während des Camps mit anderen außerhalb, bringen diese Ideen ein.

    Es gibt Sponsoren. Sie finanzieren (oder stellen bereit) Räume, Buffets, T-Shirts, Werbematerialien,… Aber sie lassen sich auf die Barcamp Regeln ein.

    Sponsoren können bei Barcamps ein wenig werben (Plakat etc.). VertreterInnen der Firmen können eine Session anbieten, andere FirmenvertreterInnen können das aber auch.

    Bisher habe ich Sponsoren noch selten sehr aufdringlich in der Art ihrer Werbung auf oder rund um Barcamps gesehen. Aber sie werden bemerkt. Tweets mit Dank an den Sponsor werden von anderen retweetet, weil sie wissen, dass der Sponsor wichtig für ihr Barcamp ist.

    Was wäre wenn sich die Spiele ein Beispiel an Barcamps nehmen würden? Ein klein wenig. #Gedankenspiel

  • BarcamperInnen in Österreich für eine Umfrage gesucht

    „Claudia Jakobi“:http://www.claudiajakobi.com schreibt derzeit an ihrer Masterarbeit zu Content Strategies. Als Thema hat sie sich barcamp.at ausgesucht. Sie möchte entsprechende Vorschläge für eine Verbesserung der zentralen Website für alle Barcamps in Österreich erarbeiten.

    Die Seite hat im Moment massive Probleme. Ein Datenbankproblem hat zu einem massiven Absturz geführt, die Restaurierung dauert noch an.

    Über barcamp.at hinaus können Claudias Ergebnisse ev. auch für anderweitige Projekte oder zukünftige Ideen interessant sein.

    Bis 10. August gibt es nun eine „Umfrage“:http://www.jpr-umfragen.at/index.php/123369?lang=de deren Ergebnisse in Claudias Masterarbeit einfließen werden. Daher meine Bitte. Macht mit – egal ob ihr barcamp.at vorher öfters, wenig oder noch nie genutzt habt. Es gibt einige Fragen, die ihr so oder so beantworten könnt.

    Claudia wird die Ergebnisse auch jedem/jeder Interessierten gerne zur Verfügung stellen.

    Da barcamp.at down ist und ihr vielleicht das eine oder andere doch nachschlagen wollt: Die WayBackMachine hat viele Inhalte brav archiviert.

  • Habseligkeiten

    Es gibt Menschen, die bemühen sich ihren Besitz zu reduzieren. Nur das Wesentliche. Es gibt dazu etliche Initiativen. Die eine gibt 500 Dinge vor, die man besitzen soll, die andere will sogar auf 100 reduzieren.

    Auch ich habe reduziert. Bücher, DVDs, Musikkassetten, Fotoalben, Ordner voller Papiere, Rechnungen, Postkarten, …Ja, in der einen physischen Manifestation sind sie nicht mehr vorhanden, weil sie alle in meinem Computer „gewandert“ sind.

    Und dort wächst die Anzahl der Dateien, der MP3s, der JPGs, der PDFs, … Ungezählt würde ich sagen, es sind mehr als früher in irgendeiner Form in meiner Wohnung lagen.

    Wie in meinem Zimmer stellt sich die Frage, wie ich all das ordne, all das wiederfinde. Ja, da gibt es eine Suchfunktion. Doch muss ich mich noch erinnern, wie das Ding überhaupt geheißen hat, welche der acht möglichen Bezeichnungen ich damals verwendete…

    Da tut aufräumen gut. Seltsam. So befriedigend es früher war, Papier auszusortieren, zusammen zu packen, hinunter zu tragen und weg zu schmeißen – so befriedigend ist es für mich oft Dateien zu löschen. Sie stören an sich nicht, es gäbe genug Platz auf der Festplatte.

    Und doch müssen sie weg.

    „Das brauche ich nicht mehr“ ist ein erleichternder Satz. Loslassen können ist befriedigend. Als wäre man leichter geworden, hätte eine Last von gestern hinter sich gelassen.

    Mit der Maus auf den Papierkorb fahren und „Entleeren“ anklicken befreit.

    Nicht mehr das Projekt, dass man seit 10 Jahren immer schon angehen wollte. Nicht die fünfundfünzig Artikel, die man immer schon lesen wollte, sollte, hätte lesen können. Die Mail, die Erinnerungen birgt, die man nicht immer wieder aufs Neue aus dem Gedächtnis heraufbeschwören wollte.

    Nach diesem Klick ist Platz für Neues. Ist meine Kreativität nicht darin gefangen Altes zu verwerten sondern muss ganz von neuem beginnen. Neues und nicht altes lesen. Neue Verknüpfungen finden.

    Auch wenn ich dabei wieder Datei auf Datei ansammle, anhäufe, für später aufhebe.

    Es ist ein Kreislauf, der wohl sein muss. Ein seliger Kreislauf des finden, aufheben, sammeln und wieder löschen.

    #delete


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  • verklären

    damals war alles besser

    damals saßen wohl zwei zusammen
    und meinten

    dass damals
    wohl alles besser war

    also in der zeit in der zwei zusammen saßen
    und meinten

    dass damals
    wohl alles besser war

    also in dem damals des damals des damals

    also in dem damals
    in dem wieder einmal zwei zusammen saßen
    und

    ….

    ….

    ….


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  • Mein Blog bin ich, ich bin aber nicht mein Blog

    All das was ich hier schreibe ist ein Teil von mir. Es ist meine Meinung, meine Aufregung, mein Humor.

    Schriftzug Ich bin ein Blog

    Mein Blog ist ein Teil von mir. Es ist der Platz um Gedanken loszuwerden, zu teilen. Es ist der Platz mit anderen darüber zu diskutieren.

    In all den Jahren ist mein Blog auch voller Erinnerungen. Es ist voll von Aktivitäten, an die ich mich meistens gerne erinnere.

    Daher ist es immer ein ungutes Gefühl, wenn mein Blog offline geht, ein Bug, eine falsche Einstellung meine Texte aus dem Internet reißen. Das ist ein wenig als wenn mir ein Stück meiner Sprache fehlt.

    Mein Blog ist somit ein Teil von mir. Es gibt einen Teil meines Lebens wider. Aber ich bin nicht mein Blog. Ihr würdet fehl gehen, würdet ihr mich auf das reduzieren, was ihr hier lest.

    Es gibt einiges was ich hier nicht niederschreibe. Aus ganz unterschiedlichen Gründen.

  • Es barcampt in Wien

    Für die zweite Jahreshälfte 2016 sind in Wien wieder Barcamps angekündigt.

    Von 23. bis 25. September geht mit dem „barcamp.digital“:https://barcamp.digital ein Mehrthemen-Barcamp an den Start. Journalismus, Inklusion, Content Strategy sind nur einige der Themen.
    -Leider geht´s sich bei mir nicht aus-. Update: Mein Kalender hat mir jetzt doch dich Zeit gegeben, ich bin dabei.

    Am 3. Dezember findet zum wiederholten Male das „Mediencamp Vienna“:http://www.mediencampvienna.com statt. Ich freue mich darauf und sagte schon 2015 „Auf Wiedersehen“:https://nureinblog.at/4022-Ich-war-am-Mediencamp-Vienna-2015.

    Mittendrin – im Oktober – wird es voraussichtlich ein weiteres Barcamp/Themencamp geben. Ich darf noch nichts sagen. Meiner einer war gestern bei einem ersten Austausch mit der Organisation, auch um die Frage zu klären, ob das Format passend wäre. Es hat mich wirklich gefreut, über meine Erfahrungen zu reden und ein wenig bei der Rohkonzeption mitzumachen. Jetzt drücke ich die Daumen, dass im August eine Einladung rausgeht.

    Ergänzung vom 31.7.: Am 15. Oktober wird es dann noch mit dem „Fashioncamp Vienna 2016“:http://fashioncampvienna.com/2016/07/31/fashioncamp-vienna-2016-im-goldenen-quartier/ ein viertes Barcamp geben.

    Ergänzung vom 27.8.: Ebenso am 15. Oktober geht nun das „kultcamp16“:http://www.igkulturwien.net/kultcamp/ der IG Kultur Wien an den Start.

    In eigener Sache. Ich bin ein bisschen ein selbsterklärter Barcamp-Evangelist :). Gerne teile ich meine Erfahrungen über Barcamps. Wer also etwas wissen will, der/die frage mich einfach. Soweit ich kann erzähle ich gerne was oder denke mit dir weiter. Insbesondere wenn es um die Weiterentwicklung des Formats geht.

    Und jetzt hoffe ich, den einen oder die andere beim barcampen in Wien zu treffen.

  • PodcasterInnen Treffen in Wien, 15.9.2016

    Kurze Meldung. Am 15. September 2016 gibt es in Wien wieder ein Treffen von Podcasterinnen und Podcastern.

    Näheres auf „dieser Seite“:http://www.meetup.com/de-DE/Podcasting-Meetup-Osterreich/events/232103009/

    PS: Ich trau mich gar nicht mehr zu schreiben, dass ich auch Podcaster bin. #andernasenehm

  • Wahn

    Jeden Augenblick festhalten
    digital
    per Snapchat und Instagram verteilen

    Jedes Smartphone in der Straßenbahn
    als Tod des „echten“ Gesprächs bejammern

    Jeden Gedanken festhalten
    in Worten
    per Twitter an alle Follower verteilen

    Jeden Tweet
    als Ende der Literatur fürchten

    Jede Gemütsregung festhalten
    in Emoticons
    per Smartphone jederzeit

    Jede 0 und 1
    zu einer 666 formen

    Wenn WAHN und WLAN zu ähnlich klingen


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  • Offline sein ist ein Trugschluss

    Smartphone auf dessen Rückseite sich ein Fluchtweg-Schild spiegelt

    In den letzten Tagen habe ich Sonne, Strand und Meer genossen. So ein Urlaub im Süden ist – trotz verbesserter Roaminggebühren – für mich Anlass mehr oder minder offline zu sein.

    Einfach in den „Flugmodus“ am iPhone gehen. Nicht nachschauen, was meine Timelines auf Twitter und Facebook so treiben. Keine Mails lesen. Nichts bloggen und keine RSS-Feeds lesen. Das ist ein Luxus, den ich mir durchaus gönne.Manchmal kribbelt es mich in den Fingern. Da will ich ein Foto posten, einen Tweet absetzen, nachschauen, was sich so tut. Aber das dauert nur kurz.

    Die Geburtstage, zu denen ich auf Facebook nicht gratuliere, sind mir auch kein Problem. Eine persönliche Zeile einige Tage danach ist manchmal sogar persönlicher als ein „Alles Gute zum Geburtstag“ am richtigen Tag.

    Es ist angenehm, die restliche Welt einfach mal zu auszublenden. Sich nur die Zeit für sich und die Menschen um sich zu nehmen und alles andere draußen zu lassen.

    Aber geht das wirklich?

    Während ich den Sonnenuntergang genieße knackt gerade ein Bot einen meiner Social Media Accounts, trägt Dinge in meine Timeline ein, die ich gar nicht wollte. Jede Warnung dazu erreicht mich nicht.

    Meine Bank schickt mir jetzt eine Kreditkartensperre (weil eine Paypal-Zahlung Verdacht erweckte) nicht mehr nur per Post – aber auch diese Online-Nachricht erreicht mich nicht.

    Das andere ist, dass meine Person auch ohne mein zutun online zugegen ist. Meine Profile und alten Posts werden gelesen. Sie werden kommentiert. Jemand erwähnt mich auf Twitter, behauptet etwas über mich.

    Jemand postet ein Foto von mir und taggt es mit meinen Namen.

    Wenn bei einer geselligen Runde über jemand geredet wird, sieht man, ob die Person auch wirklich anwesend ist. Dann heißt es halt „hinter seinem Rücken reden“. Auf Twitter tun wir immer wieder so, als wenn jeder per „@“ angesprochene immer auch da sein müsste, immer gleich mitliest.

    Mich drei Wochen einfach „auszuklinken“ kann auch heißen, meine Hoheit über meine Profile, meine Accounts mehr oder minder eventuell zu verlieren – ohne es zu wissen.

    Oder es passiert einfach gar nichts. Niemand schreibt über dich, niemand erwähnt dich. Und dies muss mancher auch erst aushalten. Ich kann das ganz gut 🙂

  • Für die Gesellschaft geleistet

    Martin Habacher ist Unternehmer, Blogger, Twitterer. Er betreibt mit MabacherTV einen Youtube Kanal und jeden Montag gibt es auf Youtube den Montagswitz, mal einen besseren, mal einen schlechteren.

    Aufgrund seiner Behinderung sitzt Martin in einem Rollstuhl. Muss man nicht erwähnen, ist aber für das Weitere von gewisser Bedeutung.

    Martin testet immer wieder Lokalitäten auf ihre Barrierefreiheit. Vor kurzem hat er ein Burgerlokal, dessen Bestellannahme per Terminal und den so fabrizierten Burger getestet und daraus wieder ein Video gemacht. Über Martins Bewertung kann man natürlich auch geteilter Meinung sein, insbesondere ob einem so ein Burger schmeckt oder nicht.

    Gestern bloggt Martin einen Kommentar den jemand zu seinem Video abgeben hat – hier nachzulesen.

    Ich will gar nicht auf all die Punkte eingehen, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Lest einfach selbst.

    Zwei Sätze sind mir aber besonders hängen geblieben:

    Du hast in deinem Leben – und ich möchte dir deine Behinderung selbstverständlich nicht vorwerfen – noch nie etwas von Wert für die Gesellschaft geleistet. Das ist mit höchster Wahrscheinlichkeit ein Fakt.

    Ich könnte jetzt einwenden, dass Martin schon einiges im Leben geleistet hat. Dass er sich einsetzt für … aber damit komme ich nur in eine Schiene, wo es eigentlich nicht um Gegenargumente gehen dürfte.

    Denn unsere Gesellschaft ist glücklicherweise anders gestaltet – oder zumindest hoffe ich das.

    Unsere Gesellschaft fragt nicht, was deine Eltern für die Gesellschaft geleistet haben, damit sie finanzielle Unterstützung für dich als Kind erhalten, damit du eine Ausbildung erhalten kannst.

    Unsere Gesellschaft fragt nicht, was du für sie geleistet hast, damit du wie jedeR andereR Strassen benutzen darfst, öffentliche Bibliotheken, deinen verletzten Arm verarzten oder im Notfall Polizei, Rettung und Feuerwehr rufen darfst.

    Und das ist auch gut so. Wer von uns könnte denn bewerten, welchen Wert jemand für eine Gesellschaft hat … und wie schnell kämen wir dann zu dem Begriff des „unwerten Lebens“.

    Unsere Gesellschaft baut (durchaus mit Rissen da und dort) darauf auf, dass wir nicht den Menschen bewerten und seine erbrachten Leistungen, damit er/sie Anrecht auf die Gleichheit vor dem Gesetz hat. Und Justitia trägt zu Recht eine Augenbinde um allein die Tat und nicht den Menschen zu bewerten.

    Und unsere Gesellschaft baut darauf auf, dass viele Menschen dies so schätzen, dass sie dann durchaus etwas für die Gesellschaft leisten – z.B. durch die große Zahl an Freiwilligenarbeit in Österreich. Aber das ist nur ein Weg, eine Möglichkeit und innerhalb dessen gibt es auch tausende Möglichkeiten, die zu bewerten ebenso vermessen wäre.

    Und wenn unsere Gesellschaft nicht so ausgerichtet ist, dann versuche ich zumindest meinen Beitrag zu leisten in einer solchen Gesellschaft zu leben.