Monat: Oktober 2015

  • Als ich der Robert Basic von Österreich werden wollte

    Es gab eine Zeit, da schrieb Robert Basic in seinem Blog Basic Thinking. Er war eines der ersten Blogs, die ich regelmäßig las. Robert schrieb über Technik und manch anderes. Was mich dabei faszinierte war die Art wie er schrieb. An manchen Tagen gab 5, 6, 7, 10 Artikel. Robert warf sie quasi raus. Er schrieb – wie man so schön sagt – frei von der Leber weg. Es waren manchmal tiefgehende Artikel, andere waren roh, einfach mal so raus getippt.

    Für manche war Robert eine Blogmaschine, die lieber auf Quantität als auf Qualität achtete. Aber mir gefiel, dass er einfach das, was er dachte, was er so an Fundstücken fand, verbloggte.

    Es gab Zeiten, da verbloggte ich manchmal selbst 2, 3, 4 Artikel am Tag. Es gab Stimmen, die meinten, ich wollte dem Robert in Deutschland Konkurrenz machen. Nicht inhaltlich, aber von der Quantität her. Ich nahm mir etwas vor und schaffte es dann nie … an einem Tag 20 Artikel rauszuwerfen. Einfach mal so alles verbloggen, was mir „unter die Nase“ bzw. in meinem Feedreader landete. „Der lange Tag des bloggens“ sollte es werden.

    Vielleicht gelingt mir das einmal. Einen Tag im eigenen Blog aufgehen…

    Dann kam der Tag an dem Robert Basic sein Blog verkaufte. Das ist lange her. Aber jetzt ist er wieder da im Basic Thinking Blog. Zumindest kurzzeitig. Denn er schrieb gestern seinen ersten Artikel (von drei) mit einer kleinen Historie über das Bloggen.

    Also taucht ein in die gute alte Zeit des bloggens, als mancher noch nicht einmal das Wort buchstabieren konnte.

  • Twitter zwischen Ende und Neuanfang?

    Zwei teilweise konträre Artikel schwappten heute in meinen Feedreader.

    Auf Datenschmutz gastbeitragt Andrea Strommer „Warum Twitter wirklich stirbt„.

    In Caschys Blog wird darüber, dass sich Twitters CEO bei Entwicklern entschuldigt hat. Twitter sei bereit für einen Reboot und wolle wieder für Offenheit stehen.

    Ob das leere oder letzte verzweifelte Worte sind werden wir erleben.

    Ich hoffe noch immer das Beste …

  • Blue Beanie Day 2015

    Ein Web für alle!

    Damals. Damals gab es Modems und für jeden Dienst musste man sich neu einwählen. Es gab da und dort grafische Oberflächen für Netzwerke. Und jedes funktionierte anders. Und dann kam das Internet und ein wenig später das Web


    Wir hatten einen Browser mit dem wir eine Adresse aufriefen. Dort gab es Texte, Fotos und Links. Ein Klick auf einen Link und ich kam auf eine andere Seite, auf der ich wiederum Text lesen konnte. Dann kamen andere Browser, jeder versuchte den anderen zu verdrängen. Manch Hersteller versuchte den Websites spezielle Fähigkeiten aufzunötigen, die nur mit seinem Browser klappten.

    Aber die Basis war immer dieses sogenannte HTML. HTML ist frei, jeder und jede kann es verwenden, jede und jeder kann es lernen. Es ist ein Standard.

    Standards

    Das Web lebt von solchen Standards. Nur so kann unser Browser quer durch die Welt Websites aufrufen. Auf diesen können wir lesen, Videos ansehen, spielen und vieles mehr. Hauptsache wir haben einen Browser.

    Aber immer wieder passiert es, dass Standards nicht eingehalten werden. Dann kann mein Browser etwas gut darstellen und in deinem siehst du es ganz anders. Oder noch schlimmer. Menschen, die z.B. auf Vorlesegeräte (weil sie sehbehindert oder blind sind) angewiesen sind, wird der Zugang ganz verwehrt. Websites, die sich nicht an Standards halten, verhindern, dass solche Geräte sie nutzen können. Oder jemand denkt nicht nach und schreibt dunkelgraue Schrift auf hellgrauen Grund und schon habe ich oder du Probleme das zu lesen.

    Heutzutage haben Apps die Smartphone Welt erobert. Statt einer Website gibt es eine App. Dann kann ich diese zwar auf meinem Smartphone nutzen aber nicht du mit deinem von einem anderen Hersteller. Für das gibt es die App nicht. Dasselbe Angebot könnte auch auf einer Website laufen und wir hätten beide etwas davon.

    Wie offen ist das Web

    Die einen bieten Texte, Bilder und Daten so an, dass viele Menschen sie nutzen können. Sie bieten ihre Daten über offene und standardisierte Schnittstellen an, sodass viele Programme, Browser, Apps sie nutzen können.

    Die anderen nehmen ihre Texte aus dem Web und sperren sie in eigene Magazin-Apps. Sie legen Zäune um ihre Daten oder stellen sie so ins Netz, dass du es nutzen kannst, ich aber nicht.

    Wir müssen immer darauf achten, dass dieses Web nicht eines wird, das sich in viele teilt, in dem Grenzen durch Apps, Betriebssysteme, Firmen etc. gezogen werden. Grenzen, die man kaum oder nur mühselig überwinden kann.

    Wir müssen darauf achten, dass Menschen nicht aus dem Web ausgegrenzt werden. Mag es sein, weil sie aufgrund ihrer Behinderung eine Website nicht lesen können, weil sie sich eine bestimmte Anwendung nicht leisten können, weil sie ….

    Wir sind alle gefragt

    Was kann ich tun? Ich bin einfacher Nutzer. Ich möchte ein Web nutzen, dass so wenig Hindernisse wie möglich vorweist, das weiterhin mich von Link zu Link trägt.

    Was kann ich tun? Zum Beispiel am 30. November 2015 eine blaue Mütze aufsetzen!

    Blue Beanie Day

    Denn am Montag, dem 30. November 2015, findet zum neunten Mal der Blue Beanie Day statt. Die Übersetzung „Blauer Mützen Tag“ passt. Denn an diesem Tag tragen weltweit Menschen blaue Mützen um für Webstandards und Barrierefreiheit im Web einzutreten bzw. öffentlich aufzutreten.

    Blaue Haube mit Aufschrift "Blue Beanie Day"

    Warum eine blaue Mütze?

    Autor und Webdesigner Jeffrey Zeldman hat vor etlichen Jahren ein Buch über Webstandards geschrieben und sich dabei mit einer blauen Mütze für das Cover abbilden lassen. Einige Menschen nahmen diese Idee und setzen am 30. November eines jeden Jahres eine blaue Mütze auf.

    Wenn es interessiert. Ich schrieb vor einiger Zeit auch Wie der Blue Beanie Day nach Österreich kam.

    Einen Tag mit blauer Mütze

    Der Blue Beanie Day 2015 (#bbd15) ist der Tag ein (kleines) Zeichen zu setzen. Eine blaue Mütze (es darf auch eine Kappe sein) aufsetzen, sich fotografieren und das Foto als Profilbild auf Facebook, Twitter und Co. verwenden. Natürlich darf man auch darüber bloggen, twittern, die Idee in Foren weiterverbreiten. Andere treffen sich auch, überreichen Entscheidungsträger/innen blaue Mützen oder verteilen diese auf der Strasse. Viele Ideen sind möglich.

    Ist das nicht ein wenig schräg? Nun, vielleicht. Aber es macht Spass, bringt Menschen zusammen. Viele blaue Mützen können auch einige diejenigen erreichen, die sich noch nie mit dem Thema auseinander gesetzt haben.

    Nochmals: Webstandards?

    Es gibt Organisationen wie das World Wide Web Consortium (W3C), das Standards festlegt, wie Webseiten technisch zu gestalten sind. Für behinderte Menschen sind dabei insbesondere die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) von Bedeutung. Denn nur wenn Webdesigner sicherstellen, dass sie die WCAG anwenden, können viele behinderte Menschen das Web ohne Einschränkung nutzen.

    Wir verändern nicht die Welt, aber uns!

    Wie ich schon mal schrieb. Eine blaue Mütze verändert nicht die Welt. Aber der Mensch darunter kann viel bewirken. Im Großen wie im Kleinen.

    #bbd15 im Netz

    Für alle Aktivitäten auf Facebook, Twitter, Flickr und Co. gibt es eine eigene Social Media Wall. Herzlichen Dank dafür an die Die Socialisten, die mir/uns jährlich dieses Feature kostenlos zur Verfügung stellen.

    Es gibt natürlich für alle FacebookerInnen eine eigene Facebook Gruppe.

    Zusätzlich werde ich diesen Artikel immer wieder um Links zu speziellen Seiten erweitern bzw. noch weitere Artikel veröffentlichen.

    Und wer auf diese Seite verweisen möchte: roblen.at/bbd15.

    Dokumentation

    Nachfolgend ein paar Artikel, die ich rund um den Blue Beanie Day 2015 gefunden oder selbst geschrieben habe.

  • Die Social Media Welt in Österreich

    Dies ist ein älterer Artikel. Leider sind einige verlinkte Seiten nicht mehr erreichbar. Wenn möglich, findest du einen Link zur archivierten Seiten in der WayBack Machine. Wenn du etwas zu dem Inhalt ergänzen möchtest, schreib mir oder kommentiere diesen Artikel.

    Digital Affairs betreibt seit längerem das „Social Media Radar“ und unternimmt damit den Versuch österreichische NutzerInnenzahlen so gut wie möglich wieder zu geben.

    Nunmehr gibt es neue Quellen für Auswertungen und einen Artikel über neue NutzerInnenzahlen.

    3,4 Millionen Facebook NutzerInnen sind schon beachtlich. 340.000 für Instagram um einiges weniger. Mit rund 140.000 NutzerInnen aus Österreich für Twitter bin ich in einer kleinen Runde. Anders gesagt. Bei einer Gruppe von 100 Menschen habe ich vielleicht noch die Chance eineN zweiteN TwitterNutzerIn zu finden.

    Das heißt, Twitter wird oft zitiert – aber das liegt wohl in der intensiveren Nutzung durch Medienmenschen – aber es durchdringt nicht die Breite der Bevölkerung. Zumindest nicht in deren Nutzung.

    Aber Zahlen sind nicht alles, oder?

  • Das Barcamp Graz sucht Camps

    Bis zum 1. November 2015 läuft der Aufruf sich mit neuen Camps für das Barcamp Graz 2016 zu bewerben.

    Was heißt denn das schon wieder?

    Das Barcamp Graz ist eines der größten Barcamps in Österreich. Schon seit langem besteht es eigentlich aus mehreren Camps wie z.B. Wissenscamp, Startcamp oder Politcamp. Jedes dieser Camps hat ein eigenes Logo, eigene Verantwortliche. So entsteht ein großes Barcamp, dass doch sehr individuell in den einzelnen Camps ablaufen kann.

    Wer also immer schon gerne ein Gartencamp, ein Accesscamp, ein OpenScienceCamp,… durchführen wollte und vor einer Gesamtorganisation vielleicht abgeschreckt war.

    Hier ist die Chance sich zu engagieren um gemeinsam das Barcamp Graz noch vielfältiger zu machen.

    Dies ist ein älterer Artikel. Leider sind einige verlinkte Seiten nicht mehr erreichbar. Wenn möglich, findest du einen Link zur archivierten Seiten in der WayBack Machine. Wenn du etwas zu dem Inhalt ergänzen möchtest, schreib mir oder kommentiere diesen Artikel.

  • Barcamps sind am Puls der Zeit

    Sorry, wenn ich im Titel ein wenig „dresche“.

    Gerade gefunden. Roland M. Dürre schreibt über Warum ich keine Konferenzen mehr mag, Barcamps aber liebe?.

    Kurz gesagt. Barcamps erlauben die Themen der Sessions tagesaktuell zu halten. Denn die Themen entstehen ja erst beim Barcamp.

    Was mich bei mancher Konferenz ein wenig stört ist die Gestaltung von etwaigen „Workshops“. Ich muss schon Monate im voraus festlegen, welches Thema mich interessiert und habe dazu mehr oder minder gute Beschreibungen. Bei Barcamps kann ich selbst in die Sessionsgestaltung eingreifen. Ich kann mit der Person, die die Session ausrichtet noch vorher sprechen und ev. sogar etwas mitgestalten. Und ich kann ganz frei wählen, welche Session mich vor Ort am meisten anzieht.

    Ich will Konferenzen nicht gegen Barcamps ausspielen. Beide Veranstaltungsformate können etwas.

    Aber ich merke – bei einer Konferenz bin ich der passiv Konsumierende. Bei einem Barcamp habe ich schon vorab das Gefühl, dass ich etwas beitragen kann und das sich das Barcamp vor Ort zu jeder Stunde noch verändert.

  • Rausch

    wahl um wahl
    rennen für die stimme
    nur keine pause

    nach der wahl
    kurz innehalten
    nachdenken
    wo war das vordenken

    aus dem rausch
    in die katerstimmung


    Dieser Artikel erscheint im Rahmen des Projekt *.txt zum zwöften Wort Rausch .

  • Projekt *.txt

    Ich mache seit Beginn bei Dominik Leitner Projekt *.txt mit. Alle drei Wochen gibt es ein Wort, zu dem ich dann einen Text schreibe und blogge.

    Es ist fein, eine regelmäßige Anregung, einen Anstoss zu erhalten und dann auch bei anderen zu lesen, was sie sich über diesen Begriff denken oder fragen.

    Das Projekt ist nunmehr mit @projekttxt auch auf Twitter.

    Das einfache daran: Man kann jederzeit einsteigen oder wieder aussteigen und dann wieder einsteigen. Es geht nur um die Inspiration.

  • Barcampen: Österreich kann sich mit Deutschland messen

    Folgender Tweet ist in meiner Timeline aufgetaucht

    Deutschland hat rund 81 Millionen Einwohner, Österreich rund 8,5 Millionen. Sagen wir mal, um eine ähnliche Größenordnung zu erreichen bräuchten wir in Österreich rund 1,5 Barcamps pro Monat oder 18 in einem Jahr.

    Schauen wir mal auf barcamp.at. Da finde ich für 2015 15 Barcamps. Zumindest das Mediencamp fehlt noch.

    2014 waren es 19 und 2013 noch mehr.

    Nun, rein rechnerisch sind wir damit Deutschland durchaus ebenbürtig 🙂 Aber mehr geht immer….

  • PolitikerInnendiskussion

    Knapp nach einer emotional erschöpfenden Diskussion zwischen SpitzenpolitikerInnen (auf Landesebene) überlege ich mir ein neues Fernsehformat.

    Ich mag ja die Reduktion. Daher in Kürze:

    Sparen wir uns das Publikum im Studio. Das andauernde Klatschen der jeweiligen Partei-Fans ist nervend und zeitraubend.

    Was wäre, wenn wir auch die Moderation einsparen.

    Hier sitzen PolitikerInnen, die nach der Wahl mehr oder minder zusammenarbeiten wollen oder sollen oder müssen. Hier sitzen Menschen, die nach der Wahl weiter Diskussionen führen müssen, Strukturen verwalten sollen,… Schauen wir doch, wer – ganz ohne Moderation – das Agendasetting übernimmt, wie sie sich selbst in der Diskussion organisieren.

    Vielleicht endet so ein Versuch im Desaster. Mich würde schon einmal interessieren ob jemand so ein Format kennt.