Monat: Mai 2014

  • Barcamps im Aufwärtstrend

    Vor kurzem wurde ich zum Thema Barcamps interviewt. Eher aus dem Bauch heraus habe ich dabei festgestellt, dass die Anzahl der Barcamps (insbesondere die thematischen) im steigen begriffen ist. Aber stimmt das so?

    Die Liste ist sicherlich nicht vollständig, aber auf barcamp.at finden sich wohl die meisten größeren Barcamps in Österreich, die öffentlich zugänglich sind. „Barcampartige“ interne Veranstaltungen von Bildungseinrichtungen, Firmen etc. – darüber hat wohl niemand eine Übersicht.

    Die auf barcamp.at gelisteten Barcamps habe ich zusammengezählt und versucht nach vollständig themenoffenen Barcamps und themenspezifische Barcamps zu trennen. Das ist nicht immer ganz einfach. Ist ein CreateCamp (ohne Themenvorgabe) in die erste oder zweite Kategorie zu reihen? Aber es geht hier nicht um eine Fachstudie sondern nur darum einen Trend zu erkennen.

    Barcamps in Österreich

    JahrThemenoffenThematischInsgesamt
    2006101
    2007404
    20087310
    200961117
    201061723
    201151924
    201271926
    201391928
    201421315

    Eine Anmerkung zum Jahr 2014. Bis 25. Mai wurden 9 Barcamps durchgeführt und 6 sind auf barcamp.at angekündigt. Ob es mit der im Vergleich zu 2013 geringeren Zahl bleiben wird oder noch einige weitere auftauchen, wird man sehen.

    Auf alle Fälle kann man bis 2013 von einer (in kleinem Rahmen) steigenden Anzahl von Barcamps sprechen, wobei die thematischen Barcamps überwiegen.

    Es wäre interessant sich nun noch die einzelnen Sessions, die Anmeldungen etc. auszuwerten. Vielleicht mache ich das noch einmal.

  • Photowalken in die Lange Nacht der Kirchen hinein

    Heute erreichte mich folgende Mail von Christoph Girbinger, „Lange Nacht der Kirchen„.

    Am Freitag findet österreichweit die Lange Nacht der Kirchen statt. In Wien feiert das ökumenische Projekt heuer sein 10 Jubiläum. Als Besonderheit bieten wir dazu erstmals einen Fotowettbewerb an. Die Fotografinnen und Fotografen erwarten einige interessante Preise als Auszeichnung ihrer fotografischen Werke. Ich kann mir vorstellen, dass sich das gut mit einem Photowalk verbinden ließe bzw. sicher einige ihrer Wiener „Follower“ anspricht.
    Detaillierte Informationen zu Preisen etc. finden sie auf unserer Homepage
    Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn sie das Angebot über ihre Netzwerke weiterleiten könnten.

    Nun, das mache ich hiermit. Auch wer nicht gerade religionsverbunden ist – die Gebäude bieten doch einige interessante Einblicke.

    Die Lange Nacht der Kirchen findet am 23. Mai 2014 statt und ist auch auf Facebook zu finden. Einen Photowalk werde ich dazu wohl nicht mehr organisieren können – aber ev. schaffe ich für mich selbst einen Abstecher für ein paar Fotos.

  • Interview zum Barcamp Graz 2014

    Über das Barcamp Graz 2014 habe ich bisher gebloggt:

    Aber einen allgemeinen Rückblick habe ich noch nicht geschafft. Mit Henriette Zirl habe ich nun über Twitter eine Idee entwickelt. Sie stellt mir 4 Fragen und ich ihr ebenfalls. Gemeinsam gibt das vielleicht den einen oder anderen subjektiven Einblick in drei Tage Barcamp. (Nachtrag: Meine Fragen und Henriettes Antworten findet ihr unter „Vier Fragen zum Barcamp Graz 2014„)

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    Also fangen wir an.

    Henriette: Welche Session hat dir am diesjährigen Barcamp am besten gefallen?

    Robert: Das ist wohl die schwierigste Frage. Irgendwer hat einmal gesagt, dass die besten Sessions immer die sind, in denen man gerade nicht sitzt 😉 Aber ein gutes Barcamp zeichnet sich andererseits dadurch aus, dass man zumindest in zwei parallel Sessions gehen möchte.

    Aber zurück zur Frage. Fast jede Session hat mir einen Impulse zum weiterdenken oder Handeln gegeben. Exemplarisch herausheben möchte ich „Design und Demenz“. Anliegen war ein Spiel für Demenzkranke zu konzipieren. Nicht, dass wir einen großartigen Beitrag geleistet haben, aber ich habe einiges zum Thema erfahren und ein wenig eine Welt kennen gelernt, die jedeN von uns direkt oder indirekt betrifft oder betreffen kann. Außerdem war die Session ein gutes Beispiel, dass all dieses Design-, Internet- und Socialmedia“dingens“ sehr nah am Leben sein kann.

    Was macht für dich den Reiz des Grazer Barcamps aus? Im Vergleich zu anderen Barcamps, meine ich.

    Ich war die letzten Jahre nicht in Graz dabei. Was mich beeindruckte war die große Anzahl an BesucherInnen – dazu später ein wenig mehr – und die Themenbreite. Nachdem das Barcamp Linz unterschiedliche Themencamps vereint ist es schlussendlich ein klassisches Barcamp in dem eigentlich jedes Thema irgendwo willkommen ist.

    Ich betone in Gesprächen über Barcamps immer wieder, dass auf diesen Neues entstehen kann und es besonders dann interessant wird, wenn direkt vor Ort Projekte entwickelt werden oder außerhalb der Sessions einiges passiert. So gab es z.B. jeden Tag eine eigene Podcast Ausgabe mit Rückblick und Gästen (siehe Tag 1, Tag 2 und Tag 3).

    Beim Barcamp Graz erlebte ich jetzt nicht großartig neue Gestaltungsideen – aber es vereinte einige gute Dinge anderer Barcamps: professionelle Organisation, Dokumentation, viele Sessionräume, Moderation,…. und hatte damit es alles, um gemeinsam ein inspirierendes Camp gestalten zu können.

    Gut fand ich die Einbindung der so genannten „Newbies“. Jeden Tag wurde aufs Neue das Barcamp Prinzip erklärt und es gab für Neulinge eine eigene „Einführungssession“, die ich leider nicht besuchen konnte – nun, weil gleichzeitig anderes lief.

    Gibt es etwas, das du bezüglich des Grazer Barcamps verändern oder verbessern möchtest?

    Das ist jetzt „nörgeln auf hohen Niveau“. Ich weiß, es ist nicht einfach geeignete Räumlichkeiten zu finden. Mancher Sessionraum war vom zentralen Meetingraum relativ weit entfernt. So ging man eher von Sessionraum zu Sessionraum anstatt immer wieder an den einen Punkt zurückzukehren.

    Ich habe Barcamps in Erinnerung da waren die Sessionräume rund um den zentralen Raum angeordnet. Man traf sich so in allen Sessionpausen, hatte zwischen den Sessions etwas mehr Zeit für den kurzen Austausch zu zweit oder in kleinen Gruppen.

    Zweiter Punkt: Die lange Schlange beim Mittagessen – da war die Zeit schon etwas länger. Aber Barcamper sind gesellige Menschen – da hat man Zeit mit den Personen vor und nach einem zu plaudern, diskutieren und macht quasi eine Pre-Lunch-Session.

    Barcamp ist, wenn du aus den Gegebenheiten eine Vernetzungsstruktur „bastelst“.

    Findest du die Teilnehmerzahl des Grazer Barcamps (200+ Leute) zu viel oder angemessen?

    Ich hatte nie den Eindruck, dass es zuviel Menschen waren – außer eben ein vor dem Mittagsbuffet 😉 Auch mit 120 Personen war die Vorstellungssession nicht zu lang – Die Nennung allein von Name und drei Hashtags verhinderte das. Bei kleineren Barcamps hat man natürlich den Eindruck, dass man mit jedem und jeder mal ins Gespräch kommt. Am Barcamp Graz habe ich mit vielen Menschen nicht einmal ein Wort gewechselt. Aber als Problem habe ich das für mich nicht gesehen. Aufgrund der Vorstellungsrunde hatte ich einen ersten Überblick und konnte – für mich – interessante Menschen direkt ansprechen.

    Nachdem es doch 5+ Sessionräume gab war es meistens auch nicht zu überfüllt in den jeweiligen Sessiosn – somit war Diskussion und Austausch fast immer möglich.

    Kurz gesagt: Kleine wie auch große Barcamps haben ihren jeweiligen Reiz.

    Zum Schluss. Danke nochmals an alle, die das Barcamp Graz 2014 ermöglichten. Ich freue mich schon auf das Nächste.

  • Warum dieses Blog „Nur ein Blog“ heißt

    Henriette Zirl (@hzirl) fragt mich, warum mein Blog „Nur ein Blog“ heißt.

    Damals habe ich lange über einen Titel gegrübelt. Fantasienamen, die mir in den Sinn kamen, klangen alle etwas seltsam.

    Außerdem hatte ich noch keine Ahnung, wo es mit meinem Blog hingehen soll. Nach meiner Zeit als Forenmaster und meinen Versuchen mit einem Wiki wollte ich einfach *nur ein kleines Blog* betreiben. Ich wollte meine eigenen Ideen, Gedanken und nur ein paar Fundstücke aus dem Internet posten.

    Irgendwie reifte in mir der Name „Nur ein Blog“. Niemand sollte großartiges erwarten. Ich selbst wollte mich nicht unter Druck setzen, dass hier etwas großartiges und einzigartiges entstehen sollte.

    Das tat gut. Es war einfach nur ein Blog unter vielen, ohne großen Anspruch.

    So kam das Blog zu seinem Namen.

    Meiner Meinung passt er noch immer. Das ist nur ein Blog – nicht mehr aber auch nicht weniger. Wobei dieses weniger in den vergangenen Jahren recht umfangreich geworden ist…

  • Wir lieben Podcasts – neue Website

    Am „Barcamp Graz“.at gab es eine Session mit Christian Meisenbichler, @chmberg, zum Thema „Podcasts“. Dabei sammelten wir auch Gründe, warum man Podcasts hören sollte, muss, kann,…

    Daraus ist nun die Seite Wir lieben Podcasts entstanden. Auf dieser gibt es einige gute Argumente wie

    Geputzte Wohnungen
    Podcast auf Handy, Kopfhörer ins Ohr.
    Eine Stunde später ist alles sauber.

    Weiters gibt es Tipps für Apps und erste Podcasts, die man sich abonnieren könnte.

    Da darf ich natürlich auch S9yCamp empfehlen, der spezielle Podcast für alle, die Serendipity nutzen oder nutzen wollen.

    Aber zurück zu „Wir lieben Podcasts“. Ein schönes Beispiel, wie eine Barcampdiskussion seinen speziellen Weg ins Netz gefunden hat. Für alle MicrobloggerInnen gibt es auch einen Twitter Account unter @welovepodcasts.

    Somit: Man hört sich 🙂

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  • Offizielle iPhone/Android Apps für 2048 Gamer

    Das überrascht mich selbst. Schrieb ich am 23. März „Spielt ihr auch schon 2048“ – so bin ich Anfang Mai immer noch dabei. Den 2048 Stein habe ich schon öfters erreicht, 4096 ist mir bisher nicht gelungen.

    Heute erreichte mich eine Mail von Gabriel Cirulli, dem Mann, der die erste 2048 Version: schuf, die einen kleinen #hype im Netz auslöste.

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    Gabriel hat nunmehr die offizielle iPhone Version und eine Version für Android herausgebracht.

    Allein schon für die vielen Stunden Spielspaß habe ich die iPhone Version heruntergeladen und für rund 90 Cent die werbefreie Version als In-App-Kauf erstanden.

    Im Vergleich zu meiner vorigen 2048 App zeigt Gabriels „Original“ die Spielzeit sowie die Anzahl der Züge.

    Wer es noch nicht probiert hat: einfach runterladen und ausprobieren. Spielt sich anfangs leicht und wird dann irgendwann recht knobelig. Und es gibt sicherlich jemand in deine Online-Umgebung mit dem du Highscores etc. austauschen kannst.

  • Die Erbschaft – ein „Leicht Lesen“ Krimi

    Cover "Die Erbschaft - Ein Krimi von capito"

    Auf der BIZEPS Website habe ich von „Die Erbschaft“ gelesen. Das ist ein Krimi, der von der Firma Capito herausgebracht wurde.

    Das besondere an dem Buch. Es ist nach dem Leicht Lesen Standard von Capito geschrieben. Capito schreibt darüber:

    Leicht Lesen ist ein Wort-Zeichen für Informationen,
    die auch Menschen mit Lernschwierigkeiten
    leicht lesen und verstehen können.
    Man sagt oder schreibt dann:
    „Das ist eine Information in Leicht Lesen“.
    Oft verwendet man auch die Abkürzung „LL“ für Leicht Lesen und sagt:
    „Das ist eine Information in LL.“

    Capito

    Aber nun zum Roman.

    Mich hat interessiert, wie ein solcher Roman geschrieben ist. Daher habe ich ihn bestellt.

    Außerdem wurden von dem Roman nur 500 Stück gedruckt. Daher ist es etwas besonderes ein Stück in Händen zu halten.

    Zum Inhalt

    Anfang ist es etwas ungewohnt nur kurze Zeilen zu lesen. Es fällt einem gleich auf, dass viele Füllwörter fehlen. Alles wird recht direkt erzählt. Aber ganz so simpel ist der Roman nicht. Es gibt mehrere Handlungszweige: Die Sicht des Täters, die Sicht des Opfers und die der Freundin. Damit gibt es auch mehrere Hauptpersonen. Und durchaus taucht man auch ein wenig in die Gefühlswelt dieser Personen ein.

    Ich habe den Roman in rund 45 Minuten gelesen. Natürlich erwartet man sich keine großen Wendungen, aber er hat durchaus einen Spannungsbogen. Immer wieder kommt natürlich (und das ist wohl legitim) die Botschaft, dass behinderte Menschen selbständig agieren können, für sich Entscheidungen treffen können. Es ist dann auch ein Netzwerk von behinderten Menschen, dass zur Aufklärung beiträgt.

    Das ist meiner Meinung ein wenig auch eine „Schwachstelle“ des Romans. Die Menschen nutzen dabei ein Soziales Netzwerk (online) um sich auszutauschen – so weit so gut. Aber über dieses Netzwerk aufzurufen einen Verdächtigen zu beobachten, das geht doch ein wenig Richtung Selbstjustiz. Eventuell wollten die Autoren aber das „werdet aktiv und gemeinsam sind wir stark“ damit mehr in den Vordergrund rücken. Denn der Roman kann auch anregen, über die Frage nachzudenken, wie selbständig behinderte Menschen in unserer Gesellschaft agieren können.

    Die Sprache des Romans ist gar nicht so simpel als ich mir dachte. Außerdem … Oft denke ich mir bei Büchern oder Filmen: So spricht doch kaum einer in der Realität, so geschliffen, so abgerundet in der Formulierung. Die „Vereinfachung“ in „Die Erbschaft“ kommt eigentlich unserer Alltagskommunikation sogar näher – so als würde mir meine Nachbarin davon erzählen.

    Mehr vom Inhalt will ich gar nicht erzählen, um nichts vorweg zu nehmen 🙂

    Fazit

    Natürlich möchte ich weiterhin gerne auch hochkomplexe, durchkonstruierte Geschichten lesen. Aber der Roman macht mich neugierig, wie man z.B. ein Liebesgedicht in „Leichter Lesen“ schreiben würde. Gleichzeitig stelle ich mir die Frage, ob „Leichter Lesen“ den Sprachstil einfach einebnet oder ob AutorInnen – sofern sie schon in „Leichter Lesen“ schreiben – noch erkennbar bleiben.

    Ich wollte zuerst versuchen, den Text dieses Artikels auch in einfacher Sprache zu halten (habe dies dann nicht durchgezogen). Das ist gar nicht so einfach, als man denkt. Es ist wie bei manchen Informationstexten, die ich schreibe. Zuerst hat man 5 Seiten. Dann streicht man alles weg, was eigentlich nur um die Sache herumredet. Füllwörter müssen dann auch dran glauben. Und dann gilt es zu überlegen, wie ein Satz mit drei Beistrichen in zwei kurze Sätze zerlegt werden kann – damit er verständlicher wird. Leichter Lesen geht wohl noch – zumindest – einen Schritt weiter.

    Mehr zum Thema

    Zu Capito und Leicht Lesen gibt es natürlich auch eine Leicht Lesen Erklärung auf deren Website. Wobei es für Leicht Lesen als allgemeinen Begriff keine einheitlichen Standards gibt.

    Wer mehr Texte lesen will, die in leicht verständlicher Sprache geschrieben sind, für den ist eventuell die Online-Bibliothek des Vereins bidok von Interesse.

    Der ÖAR hat einen eigenen „Leitfaden für verständliche Information“ herausgegeben. Dieser wendet sich nicht nur an TexterInnen, die für Menschen mit Lernschwierigkeiten schreiben. Die Punkte sollte eigentlich jedeR von uns beherzigen, wenn wir Informationstexte verfassen.

    Eine etwas kürzere Anleitung gibt es bei Freak Online, der Website des „Freak Radio„.

    Zum Schluss. Am 8. Mai 2014 findet der A-TAG 2014 zum barrierefreien Internet statt (Teilnahme kostenlos, Anmeldung erforderlich). Beim A-TAG wird es auch Neuerungen zu easy-to-read zu hören geben.

    Bestellen

    „Die Erbschaft“ gibt es als gedrucktes Werk – aber auch als barrierefreies PDF – auf der capito Bestellseite zu einem Preis von 11 Euro (plus Versandkosten). Update vom 28.12.2021: Das Buch gibt es jetzt online zu lesen auf der Seite „Sommerkrimi“ von Capito.

    Wer das Buch gelesen hat oder anderweitige Erfahrungen mit Leicht(er) Lesen mit mir teilen möchte. Ich freue mich über Kommentare.

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