Heute macht sich Gerrit auf praegnanz.de Gedanken darüber, ob und wann es bei WordPress zur Katastrophe kommt?
Wie kommt er zu dieser Frage. Es sind die andauernden Updates, die anscheinend nur da und dort Sicherheitslücken stopfen aber nicht grundlegend den Code sicherer machen. Auch sei das Backend so „vollgestopft“ mit Funktionen, dass es sehr langsam sei.
Zusammengefasst kommt Gerrit zu folgendem Schluss:
Die WordPress-Gemeinde ist bestrebt, alle kulturellen und technischen Trends, Möglichkeiten und Ideen, die auch nur entfernt mit Blogging zu tun haben, mit ihrer Software erschöpfend abzudecken, ohne dabei allzuviel Rücksicht auf Bedienbarkeit, Performance oder Sicherheit des Systems zu nehmen.
Trotzdem sieht Gerrit nicht Serendipity oder Textpattern als Alternative für alle:
Wie sieht die Lösung aus? Alle auf Textpattern oder Serendipity umsteigen? Sicher nicht, denn natürlich ist WordPress mit seinen Funktionen und seinen Entwicklern einzigartig. Aber ich sehe inzwischen kaum eine andere Möglichkeit als einen kompletten Re-Write des Core-Systems, ähnlich wie es TYPO 3 derzeit unternimmt.
Ich bin kein Programmierer und kann daher die Sicherheit von Serendipity nicht abschliessend beurteilen. In den 4 Jahren seit ich es verwende gab es nur selten Sicherheitslücken, die wenigsten waren schwerwiegend und wurden rasch behoben.
Abgesehen vom (auch deutschsprachigen) Support und die Community in Serendipity schätze ich die stringente Weiterentwicklung.
Natürlich kann jedeR ein Plugin für Serendipity entwickeln. In das Pluginverzeichnis – das dann auch über Spartacus online abrufbar ist – kann aber nicht jedes. Es ist die allgemeine Pluginpolitik, dass es für eine Lösung nur ein Plugin geben soll. Ein gutes Beispiel ist der Microblogging Plugin. Hier gab es zwei Entwickler mit unterschiedlichen Ansätzen. Nach kurzer Diskussion wurden die Entwicklung zusammen gelegt und ein mächtiges Plugin geschaffen. Die Devise heisst: Nicht ein neues Plugin mit ähnlichen Funktionen entwickeln sondern ein bestehendes nehmen und verbessern.
Natürlich gibt es einige Plugins, die auch so keine Weiterentwicklung erfahren, aber für viel verwendete ist dies ein guter Ansatz immer aktuell zu bleiben.
Auch auf die Abwärtskompatibilität wird viel wert gelegt. So kam es bei mir ganz selten vor (ich glaube nur einmal), dass nach einem Update ein Plugin seinen Dienst versagte. Ob eine Abwärtskompabilität irgendwann bedeutet, dass man zu viele Altlasten mit nimmt, ist natürlich ebenso eine Frage.
Einen Geschwindigkeitsvergleich zwischen Serendipity und WordPress möchte ich nicht anstellen, das hängt wohl sehr vom Server ab und vielen anderen Details. S9y ist Plugin-basiert. Das bedeutet, dass die Grundinstallation nur Basisfunktionen bereit stellt und somit auch ein aufgeräumtes Backend (Verwaltungsoberfläche) bietet. Wem das zu wenig ist, der/die findet dann doch eine erkleckliche Anzahl an Plugins.
Gerrit schreibt:
Vielleicht ist es aber auch eine Chance, die uneingeschränkte Feature-Hörigkeit der WordPress-Gemeinde ein wenig zu bekämpfen und eine Kultur zu schaffen, die mehr auf Qualität als auf Quantität setzt.
Das kann uns in allen Blogsystemen nicht schaden. Es gibt bei mir Zeiten, da installiere ich Plugin auf Plugin, erweitere die Seitenleiste um immer mehr Informationen … und dann merke ich, dass es für 99 Prozent meiner LeserInnen wohl keinen Sinn macht. Diese wollen gute Artikel, wollen die schnelle Info, wenn sie über eine Suchmaschine kommen.
Die Frage ist, ob in Zeiten wie diesen ein Blog noch alle Funktionalitäten bieten muss. Muss mein Blog auch alles einbinden, was ich so in Delicious, Twitter, Posterous, … erstelle. Oder reicht es nicht – und dazu bedarf es keines Plugins – einfach auf diese Dienste und meine Accounts zu verweisen. Dazu habe ich aber schon in Gut gemischt, sauber getrennt geschrieben.
Schlusssatz: Natürlich ist auch bei Serendipity nicht alles Gold was glänzt, aber wer einmal etwas anderes ausprobieren möchte…