Erika Conrads ist gestorben

Erika Conrads, die Witwe des 1986 verstorbenen österreichischen Publikumslieblings Heinz Conrads, ist im 97. Lebensjahr gestorben. Das berichtete der Kurier am 16. Oktober 2026.

Wer mein Blog schon länger verfolgt, weiß, dass Heinz Conrads hier seit vielen Jahren ein Thema ist. Bereits 2003 schrieb ich anlässlich seines 90. Geburtstags einen ersten kurzen Beitrag. Im Laufe der Jahre kamen viele weitere Artikel, Erinnerungen und Fundstücke dazu.

Mit Erika Conrads verbindet mich aber auch eine kleine persönliche Erinnerung.

Eine Begegnung im Jahr 2006

Am 23. April 2006 besuchte ich die Sonntagsmatinee „Das war Heinz Conrads“ in der Volkshochschule Hietzing. Anlass war der 20. Todestag von Heinz Conrads.

Ich war damals mit einem Bekannten dort. Wir gehörten zu den Jüngsten unter den rund 100 Besucherinnen und Besuchern. Gezeigt wurden zahlreiche Ausschnitte aus dem künstlerischen Schaffen von Heinz Conrads. Es wurde auch mitgesungen.

Erika Conrads war ebenfalls anwesend und wurde für ein kurzes Interview auf die Bühne gebeten.

Einen Ausschnitt davon habe ich mit meinem damaligen Mobiltelefon gefilmt. Die Bildqualität ist, sagen wir einmal, bescheiden. Mobiltelefone waren 2006 eben noch nicht die vollwertigen Aufnahmegeräte, die wir heute an uns tragen.

Das Video gibt es noch immer. Es ist in meinem damaligen Blogartikel „Das war die Heinz Conrads Matinee“ zu sehen. Dort finden sich auch Fotos und ein ausführlicherer Bericht über die Veranstaltung.

Nach der Matinee hatte ich noch Gelegenheit, kurz mit Erika Conrads zu sprechen. Ich hatte damals sogar die Hoffnung, sie vielleicht einmal besuchen und ausführlicher über ihre Erinnerungen an Heinz Conrads sprechen zu können.

Ein vollständiges Interview mit Erika Conrads

Wenige Wochen später gab es dann eine weitere erfreuliche Gelegenheit, die Erinnerungen von Erika Conrads für Interessierte zugänglich zu machen.

Erich Zib, der Betreiber von Radio Wienerlied, stellte mir das vollständige Interview mit Erika Conrads als MP3-Datei zur Verfügung. Mit seiner freundlichen Genehmigung konnte ich es am 19. Mai 2006 im Blog veröffentlichen.

Der damalige Artikel „Radio Wienerlied: Interview mit Erika Conrads“ ist ebenfalls noch vorhanden.

So finden sich in meinem Blog nicht nur zahlreiche Berichte über Heinz Conrads, sondern auch persönliche Erinnerungen seiner Frau.

Erinnerungen bewahren

Nach dem Tod ihres Mannes trug Erika Conrads dazu bei, seinen Nachlass für die Nachwelt zu erhalten.

In den Jahren 1987, 1994 und 2002 übergab sie Teile seines Nachlasses an die Wienbibliothek im Rathaus. Darunter befinden sich Manuskripte, Korrespondenzen, Fanpost und zahlreiche weitere Dokumente.

Diese Bestände waren eine wichtige Grundlage für die Ausstellung „Griaß eich die Madln, servas die Buam!“, die 2021 und 2022 in der Wienbibliothek gezeigt wurde.

Wie wichtig das Bewahren solcher Erinnerungsstücke ist, zeigt sich auch daran, wie vieles verloren gegangen ist. Erst im September 2025 habe ich über Heinz Conrads und die Lücken im ORF-Archiv geschrieben. Zahlreiche alte Fernsehaufzeichnungen existieren nicht mehr.

Manchmal sind es daher gerade die privaten Sammlungen und persönlichen Erinnerungen, die uns einen Zugang zur Vergangenheit ermöglichen.

Ein schönes Beispiel dafür sind auch die persönlichen Weihnachtsgrußkarten von Heinz Conrads, die ich 2021 veröffentlichen konnte. Auf einer davon sind Heinz und Erika Conrads gemeinsam zu sehen.

Was bleibt

Heinz Conrads ist mittlerweile seit mehr als 40 Jahren tot. Dass er und sein Werk noch immer Menschen interessieren, zeigen mir auch die Reaktionen auf die zahlreichen Beiträge in meinem Blog.

Erika Conrads hat ihren Mann um vier Jahrzehnte überlebt. Sie war nicht nur eine Zeitzeugin seiner Karriere, sondern hat auch einen Beitrag dazu geleistet, dass sein kulturelles Erbe erhalten geblieben ist.

Über den Menschen Erika Conrads – ganz unabhängig von ihrem Mann – kann ich nichts schreiben.

Diese Erinnerungen bleiben denen, die sie kannten.

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