Ich habe Ideen, sehr viele sogar.
Manche schlummern in meinem Kopf, manche schreibe ich nieder. Manche davon wälze ich hin und her.
Und manche Idee wird dann zu einem Projekt. Ich versuche, die Idee umzusetzen.
Nicht immer gelingt das. Ich scheitere an Hindernissen, die ich vorher nicht gesehen habe. Ich scheitere an Menschen, die ich nicht so motivieren kann, wie ich es wollte. Ich scheitere an mir selbst.
An mir selbst zu scheitern, ist manchmal hart, und manchmal ganz normal. Mal fehlt die Zeit, an dem Projekt sinnvoll zu arbeiten. Mal ist die Zeit vorhanden, aber die Motivation ist kurz mal verschwunden. Ich brauche Ruhe oder einen Ausgleich.
Das Projekt hockt dann in meinem Hinterkopf und quält mich, doch weiter zu machen. Da will ich mal entspannen und kann es nicht, weil das Projekt in meinem Hinterkopf mich immer wieder daran erinnert, dass es da ist.
Dann ist es nur der kleine Schritt, an den Computer, an die Tastatur. Es ist die eine Mail, die drei Zeilen im Blog, die das Projekt wieder in mir fließen lassen.
Dann ist es das Hinauszögern, das sich endlich eingestehen, dass das Projekt nicht funktioniert. Nicht bei mir, nicht mit mir. Dass ich mich verschätzt habe, dass ich mich überschätzt habe.
Dann erlaube ich mir, einfach aufzuhören. Wieder etwas nicht durchgezogen.
Aber ich habe es probiert. Ich habe vielleicht sogar einiges bis dahin gelernt. Vielleicht wird mir genau das beim nächsten Projekt nicht mehr passieren.
Und vielleicht passiert mir genau das wieder. Weil ich wieder motiviert war und manche Hürde meinte, überspringen zu können.
Manch eine:r würde sagen, ich bin gescheitert. Ich bin kläglich gescheitert.
Aber ich klage nicht. Manchmal ist das Aufhören eine Erleichterung. Ich kann meinen Kopf wieder freimachen von den anklagenden Gedanken meines Projekts, von dem „Du solltest doch …”.
Und manchmal fühlt es sich überhaupt nicht nach Scheitern an. Dann, wenn ich wirklich einiges gelernt habe. Ein neues Tool, eine neue Fähigkeit, neue Blogs, Menschen.
Ich habe nicht das Projekt abgeschlossen. Aber auf dem Weg zum Scheitern ist viel Positives passiert.
Deswegen ist Scheitern manchmal ein Scheitern, ein Schmerz. Und manchmal ist Scheitern einfach ein Aufhören, um Platz für Neues zu machen.
Die BlogWochen 2026 laden dazu ein, Blogs zu entdecken, miteinander ins Gespräch zu kommen und selbst zu schreiben. Dieser Artikel ist Teil der BlogWochen, die vom 15. September bis 15. Dezember von Benedikt Dirk und mir organisiert werden. Du kannst gerne mitmachen. Hier gibt es alle Infos. Die gesammelten Beiträge finden sich einer eigenen Linkliste.

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